{"id":930,"date":"2009-06-13T09:28:50","date_gmt":"2009-06-13T07:28:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=930"},"modified":"2009-06-13T09:28:50","modified_gmt":"2009-06-13T07:28:50","slug":"der-fluch-des-internets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/06\/13\/930\/","title":{"rendered":"Der Fluch des Internets"},"content":{"rendered":"<p>Das Internet ist eine gro\u00dfartige Erfindung. Daran besteht kaum ein Zweifel. Ich bin auch fest davon \u00fcberzeugt, dass es ohne das Internet deutlich schlechter um die Spieleszene bestellt w\u00e4re:<\/p>\n<p>&#8211; Kleinverlage haben es deutlich einfacher ihre Spiele an ihre Zielgruppe zu bringen. Dadurch ist es jetzt auch f\u00fcr Kleinverlage m\u00f6glich Spiele ohne gr\u00f6\u00dfere Verluste zu vertreiben. Das sorgt f\u00fcr mehr Variabilit\u00e4t am Spielemarkt.<\/p>\n<p>&#8211; Dasselbe gilt f\u00fcr ausl\u00e4ndische Spiele. In meiner Sammlung finden sich Spiele aus Frankreich, Polen, den USA, Philippinen, Australien, Gro\u00dfbritannien, Irland, Kanada, Spanien, Tschechien, Italien, Schweden, Finnland, Japan&#8230; (An Neuseeland und Taiwan arbeite ich gerade) &#8211; das w\u00e4re vor 10 Jahren noch nicht m\u00f6glich gewesen!<\/p>\n<p>&#8211; Spiele k\u00f6nnen miteinander verglichen werden, dadurch steigt generell die\u00a0 Quali\u00e4t des Materials und der Regeln. Die Kehrseite der Medaille ist nat\u00fcrlich, dass auch immer mal wieder Spiele &#8220;\u00fcbersehen&#8221; werden, aber das war zu internetlosen Zeiten noch extremer (siehe Kleinverlage)<\/p>\n<p>&#8211; Spieler aus aller Welt k\u00f6nnen sich untereinander austauschen, Tipps geben, helfen, Regelfragen beantworten und sogar (via Brettspielwelt, Zillions of Games &amp; Co) miteinander spielen. Das sorgt nebenbei f\u00fcr eine weitere Internationalisierung des Hobbys.<\/p>\n<p>Ohne das Internet h\u00e4tte die Siedler-initiierte Spielerevolution so nicht stattfinden k\u00f6nnen und Brettspiele w\u00e4ren wohl immer noch mehr oder minder auf dem Stand der fr\u00fchen 90er Jahre.<\/p>\n<p>Doch es gibt nat\u00fcrlich auch Kehrseiten. Da w\u00e4re zum einen die <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/01\/17\/743\">\u00fcbersteigerten Anspr\u00fcche<\/a> einiger Spieler verbunden mit dem M\u00f6glichkeit seinem \u00c4rger sinnlos Luft zu machen.<\/p>\n<p>Doch es gibt einen wenig bekannten Fluch des Internets und ich wurde dieses Jahr gleich zweimal davon getroffen&#8230; :<\/p>\n<p>Anfang des Jahres kam mir die Idee (ausgel\u00f6st durch die Geldverbrennung des von der FDP so hoch gelobten freien Marktes) den schwarzen Freitag 1927 spielerisch abzubilden. Also besorgte ich mir etwas Literatur fing an zu lesen und mir ein paar Mechanismen zu \u00fcberlegen: Ein Aktienspiel sollte es sein, aber eines bei dem der Crash vorherbestimmt ist und bei dem man rechtzeitig auf ein anderes Gut wechseln sollte, um das Geld zu retten. Naja und dann las ich \u00fcber Friedemann Frieses (\u00fcbrigens sehr cooles) <a href=\"http:\/\/87.230.7.215\/freitag\/\">Freitags-Projekt<\/a>. Seine Idee? Ein Spiel \u00fcber den schwarzen Freitag, bei dem der Aktiencrash kommt und man rechtzeitig auf ein anderes Gut wechseln sollte&#8230; Grund genug das Projekt einzustellen. Gerade wenn ein Projekt ausf\u00fchrlich im Internet beschrieben wird, kann man als Autor eigentlich kein \u00e4hnliches Projekt mehr anfangen &#8211; es w\u00fcrde immer der Vorwurf des Abkupferns im Raum h\u00e4ngen. Und besonders bei einem solchen Spiel sind die Einzelmechanismen vielleicht verschieden, aber im Gro\u00dfen und Ganzen wird das Spielgef\u00fchl doch recht \u00e4hnlich sein. Das liegt einfach in der Natur des Themas (Karatespiele auf dem C64 benutzten auch alle mehr oder minder dieselben Bewegungen). \u00c4hnliches ist mir dann mit Martin Wallace Spiel &#8220;Automobile&#8221; passiert, dass daf\u00fcr sorgte dass mein halbfertiges &#8220;Auto GmbH&#8221; erstmal wieder auf Eis gelegt wurde.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das nur ein kleiner Nachteil &#8211; \u00e4rgerlicher w\u00e4re es gewesen, wenn das Spiel bereits fertig gewesen w\u00e4re und dann Friedemann sein Spiel herausgebracht h\u00e4tte &#8211; aber die Geschichte wirft eine interessante Frage auf: Was macht man denn, wenn man liest, dass jemand im Interbet dieselbe Idee hatte wie man selbst? Ignorieren? Den anderen anmailen und Bescheid sagen (Das habe ich \u00fcbrigens auch schon gemacht)? Das Projekt einstellen? Wo ist die Grenze? Was wenn ich lese, dass ein amerikanischer Kleinverlag ein Spiel mit einem \u00e4hnlichen Mechanismus wie ein eigenes herausgebracht hat? Das bemerkt doch gar keiner hier? Und: Sollte ich mir das Spiel irgendwie besorgen um zu sehen, wie \u00e4hnlich die Spiele wirklich sind? Ab welcher &#8220;\u00c4hnlichkeit&#8221; mache ich was?<\/p>\n<p>Alles Fragen, die das Internet aufwirft &#8211; aber auch Fragen, die es helfen k\u00f6nnte, zu beantworten&#8230;<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Internet ist eine gro\u00dfartige Erfindung. Daran besteht kaum ein Zweifel. Ich bin auch fest davon \u00fcberzeugt, dass es ohne das Internet deutlich schlechter um die Spieleszene bestellt w\u00e4re: &#8211; Kleinverlage haben es deutlich einfacher ihre Spiele an ihre Zielgruppe zu bringen. 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