{"id":456,"date":"2008-08-30T12:53:25","date_gmt":"2008-08-30T11:53:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=456"},"modified":"2008-08-30T12:53:25","modified_gmt":"2008-08-30T11:53:25","slug":"ein-paar-ersteindruecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2008\/08\/30\/456\/","title":{"rendered":"Ein paar Ersteindr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>In jedem Spieleblog muss (das ist gesetzlich vorgeschrieben) der Blogger regelm\u00e4\u00dfig Ersteindr\u00fccke seiner j\u00fcngst gespielten Spiele posten. Zwischen Elternbesuch, Schulbeginn und Vaterpflichten ist heute der geeignete Zeitpunkt meine Quote zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Aber Obacht: Die kommenden Eindr\u00fccke beruhen in den meisten F\u00e4llen auf ein bis wenig Partien!<\/p>\n<p><strong>Die goldene \u00c4ra<\/strong> (Phalanx): Kurz und b\u00fcndig: Ich bin entt\u00e4sucht. Das f\u00e4ngt schon bei der Graphik an, die ich f\u00fcr nicht so ganz gelungen halte. Das Spielprinzip? Regelm\u00e4\u00dfig gibt es zuf\u00e4llig Geld, das kann in Aktionen getauscht werden. Die Aktionen sind abh\u00e4ngig davon, welche Positionen man am Brett besetzt h\u00e4lt. Da (zu viert zumindest) niemand alles haben kann, darf man zus\u00e4tzlich die Option auf Aktionen einkaufen &#8211; hierbei darf pro Aktion aber nur ein Spieler die Option halten. Die Aktionen k\u00f6nnen auch an die Mitspieler versteigert werden, um an Geld zu bekommen. Bei den Aktionen gehts in erster Linie um Kartenerwerb. Karten bringen je nach Sorte mehr Geld (und zwar deutlich mehr als man beim mageren Einkommen erh\u00e4lt) oder Siegpunkte oder (Schiffskarten) Siegpunkte und die Option auf viel Geld. Das k\u00f6nnte ganz nett sein, ist aber zum einen sehr gl\u00fccksabh\u00e4ngig und zum anderen sehr gl\u00fccksabh\u00e4ngig :-)<\/p>\n<p>Das w\u00e4re verkraftbar, wenn nicht Spieler, die haben, weiter beg\u00fcnstigt w\u00e4ren und vor allem wenn das Spiel nicht (wenn ausreichend Kohle vorhanden ist) sehr automatisch abl\u00e4uft: ca. 80% meiner Entscheidungen am Ende lagen auf der Hand, die restlichen 20% waren nicht weltbewegend. Au\u00dferdem hatte der Gewinner einen Zug mehr (ich w\u00e4re in der laufenden Runde dran gewesen und h\u00e4tte ebenfalls das Spiel siegreich beenden k\u00f6nnen) und zudem gabs einige Regelunklarheiten. Schade, schade. Die ersten Eindr\u00fccke auf BGG sind \u00fcberraschend hoch, aber ich fands unterm Strich sehr entt\u00e4uschend.<\/p>\n<p><strong>Monastery <\/strong>(Ragnar Brothers): Hier kann ich gar keinen echten Eindruck posten, denn bei meiner ersten Partie machten wir 2 gravierende Regelfehler. Dennoch mochte ich, was ich sah: Ein Legespiel zwar, aber ein ausgesprochen ungew\u00f6hnliches! Man baut mit M\u00f6nchen ein Kloster auf muss Geb\u00e4ude errichten und diese dann nutzen. Daf\u00fcr gibt es Punkte, die verwendet werden um Siegpunkte zu kaufen, um weitere Spielfiguren einzustellen oder um dem Gegner Siegpunkte wegzukaufen. Die Regelfehler w\u00e4ren sicherlich vermeidbar gewesen, doch nach der Regellekt\u00fcre kann man gar nicht erfassen, wie das alles zusammenpassen soll, so ungew\u00f6hnlich ist das Spiel. Durch die Fehler war das Spiel viel zu schnell beendet, aber ich w\u00fcrde sehr gerne eine zweite Partie folgen lassen!<\/p>\n<p><strong>Fauna <\/strong>(Huch &amp; Friends): Hier fasse ich mich kurz, denn <em>Fauna <\/em>wird ein Kandidat f\u00fcr den gro\u00dfen Quizspielvergleichstest vor Weihnachten. Also: Gutes Sch\u00e4tzspiel \u00e1 la <em>Finden Sie MInden<\/em>, <em>Buxtehude<\/em>, <em>Globalissimo <\/em>etc. Wichtigster Unterschied: Es geht um Tiere nicht um Geographie und da bin ich als alter Tierfilmgucker zumindest bei den schwierigen Tieren fast unschlagbar ;-) (Gestern hatten wir eine Runde &#8220;leichte&#8221; Tiere genommen und ich lag auf der Siegpunktleiste auf Platz 70, der F\u00fchrende auf 96, also vier Punkte vor dem Spielende. Dann wollten wir das Spiel mit einem schwierigen Tier beenden, es kam der Davidhirsch. Ich machte irgendwas \u00fcber 40 Punkte und der F\u00fchrende 0. Ich gewann &#8230;)<\/p>\n<p><strong>Deukalion<\/strong> (Parker): Es gibt zwei interessante W\u00fcrfelideen: Es wird mit Carcassonne-M\u00e4nnchen gew\u00fcrfelt (stehen bleibende \u00fcberleben den Kampf, andere sind verletzt oder tot) und ein Spieler teilt die 4 W\u00fcrfel beliebig auf 4 Aktionen auf. Leider sind die Ideen an das Spiel verschwendet: Man f\u00e4hrt hierhin, man f\u00e4hrt dahin, k\u00e4mpft hier, l\u00e4dt da um, ist besch\u00e4ftigt, aber nicht unterhalten, so richtig passiert nix, Spannungskurve ist nicht vorhanden. Jugendliche m\u00f6gen vielleicht noch was an dem Umhergefahre finden, Spieler sind unterfordert. Und letztlich klingen selbst die W\u00fcrfelideen besser als sie sind. Die W\u00fcrfelverteilerei spielt kaum eine Rolle, denn die W\u00fcrfel gehen nur von 1-3. Das M\u00e4nnchenwerfen ist s\u00fc\u00df, bringt aber letztlich nicht wirklich zus\u00e4tzlichen Lustgewinn. Alles in allem eine entt\u00e4uschende Angelegenheit.<\/p>\n<p><strong>Origin of Failing Water<\/strong> (Japan Brand) Ein interessantes Stichspiel, bei dem man den letzten Stich zuerst spielt, dann den vorletzten etc. Erst wenn der erste Stich gespielt wurde, werden alle ausgewertet &#8211; und das ist wichtig, denn es macht den Stich, wer die h\u00f6chste Karte der geforderten Farbe erh\u00e4lt. Und der spielt quasi zum n\u00e4chsten Stich auf &#8211; es ist also beim Spielen noch gar nicht klar, welche Farbe &#8220;bedient&#8221; werden will. Dennoch ist ein \u00fcberraschendes Ma\u00df an Planung m\u00f6glich &#8211; nicht zuletzt durch eine pfiffige Punkteregel (Blaue und Rote Punktekarten wechseln sich ab, man bekommt Punkte gem\u00e4\u00df der Differenz der beiden, m\u00f6chte also lieber jeden <em>zweiten <\/em>Stich bekommen, als jeden). Allerdings ist man auch hier mit konsequent niedrigen H\u00e4nden\u00a0 dem Schicksal so ausgeliefert wie bei anderen Stichspielen auch. Dennoch: F\u00fcr Stichspielfreunde empfehlenswert!<\/p>\n<p><strong>Six<\/strong> (Amigo): Wer dran ist, w\u00fcrfelt den anderen quasi Punkte zu, also m\u00f6chte man m\u00f6glichst das W\u00fcrfelamt abgeben und das geht nur durch schnelles W\u00fcrfeln. W\u00e4hrend des W\u00fcrfelns l\u00e4uft n\u00e4mlich eine Sanduhr mit und ist die abgelaufen, ists Ende mit dem Punkten. Der Pfiff: Die Sanduhr ist verdeckt und wer W\u00fcrfel bekommen soll, kann &#8220;anzweifeln&#8221; also sagen, dass die Uhr bereits abgelaufen ist. Nat\u00fcrlich gibts f\u00fcr falsches Anzweifeln Punktabzug, ebenso f\u00fcr das weitergeben einer abgelaufenen Sanduhr. Also ist Sch\u00e4tzen angesagt und zwei Minuten sind mitunter l\u00e4nger als man denkt. Sehr lustig, und ob der kleinen Spieldauer der ideale Absacker. Es gef\u00e4llt mir deutlich besser als <em>Time is Money<\/em>, was ja eine ganz \u00e4hnliche Grundidee hat. Ich habs bei den Geekaward als Partygame nominiert und das war glaub ich OK &#8211; Mehr als ein kurzes Funspiel will es ja nicht sein.<\/p>\n<p><strong>Jetzt schl\u00e4gts 13!<\/strong> (Ravensburger) will zwar auch ein Absacker sein, geh\u00f6rt aber in meine pers\u00f6nliche Graupenabteilung. Es spielt sich ein bisschen wie <em>Uno<\/em>, aber ohne die ganzen taktischen M\u00f6glichkeiten&#8230; Einem Mitspieler hats gefallen, aber der war sturzbetrunken und ich glaube das beschreibt die Zielgruppe des Spieles recht gut. Ich hab nichts gegen gl\u00fccksabh\u00e4ngige Spiele, aber wenns nur darum geht Karten aufzudecken, sich \u00fcber gute Karten zu freuen und \u00fcber schlechte zu \u00e4rgern, ists mir zu wenig Spiel und zu viel Besch\u00e4ftigungstherapie.<\/p>\n<p><strong>Die Aufsteiger <\/strong>(Chili Spiele): Tolles Material! Wow! Viele Baukl\u00f6tze, das erinnert mich etwas an das altehrw\u00fcrdige <em>Baubylon<\/em>, das Spiel selbst ist aber sehr viel interessanter: In seinem Zug klettert man hoch (wenns geht, man kann nur eine sehr niedrige Stufe \u00fcberwinden), baut einen Bauklotz um und klettert weiter hoch wenns denn geht. Ein paar Einschr\u00e4nlungen und Features gibts noch, aber das wars im wesentlichen &#8211; Der Einstieg f\u00e4llt also leicht. Aber es kommt zu einem geh\u00f6rigen Aha!-Erlebnis wenn man feststellt, dass es gar nicht darum geht <em>als erstes<\/em> oben zu sein, sondern darum am h\u00f6chsten zu stehen, wenn keiner mehr h\u00f6her setzen kann und das ist ein gewaltiger Unterschied! Zumal bei gleicher H\u00f6he der gewinnt, der als <em>letztes<\/em>, diese H\u00f6he erreicht hat. Also ist nicht blindes hochklettern gefragt, sondern geschicktes Erbauen eines Aussichtspunktes, den man noch gut h\u00f6henm\u00e4\u00dfig erweitern kann und gleichzeitiges blockieren der Mitspieler, so dass das Spielende fossiert werden kann, wenn man selbst oben steht. Leider kam es bislang nur zu einer Partie zu dritt, so dass ein abschlie\u00dfendes Urteil noch ausbleibt &#8211; Es bedarf doch einer zweiten Partie, bei der man dann wei\u00df, wie man rangehen sollte. Auch glaube ich, dass das Spiel bei einer gr\u00f6\u00dferen Mitspieleranzahl gewinnt. Ich hab den Kauf jedenfalls nicht bereut. Jetzt muss ich Klaus Zoch nur noch \u00fcberreden Joli Quentin Kansils <em>Boliche <\/em>(oder <em>Krakatoa<\/em>) zu produzieren ;-)<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In jedem Spieleblog muss (das ist gesetzlich vorgeschrieben) der Blogger regelm\u00e4\u00dfig Ersteindr\u00fccke seiner j\u00fcngst gespielten Spiele posten. 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