{"id":4278,"date":"2013-03-09T14:22:09","date_gmt":"2013-03-09T12:22:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=4278"},"modified":"2013-03-09T14:22:09","modified_gmt":"2013-03-09T12:22:09","slug":"spiele-die-wir-hassen-und-spiele-ohne-trampelpfade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/03\/09\/4278\/","title":{"rendered":"Spiele, die wir hassen und Spiele ohne Trampelpfade"},"content":{"rendered":"<p>Heute mal ein paar kommentierte Fundst\u00fccke aus dem Netz. Als erstes einmal habe ich eine neue (englischsprachige) Reziseite entdeckt &#8211; das w\u00e4re nichts berichtenswertes, aber die Artikel lesen sich wirklich extrem frisch: <a href=\"http:\/\/www.shutupshow.com\/\">Shut up &amp; Sit down<\/a><\/p>\n<p>In seiner <a href=\"http:\/\/opinionatedgamers.com\/2013\/03\/08\/ben-mcjunkin-review-of-archipelago\/\">Rezi zu Archipelago<\/a> macht Ben McJunkin eine interessante Beobachtung: Spieler wollen immer einen typischen Weg beschreiten und sind verwirrt oder sogar sauer, wenn es einen solchen Weg nicht gibt. Das kann ich best\u00e4tigen: Insbesondere bei der ersten Partie, wenn die Regelvielfalt (und die Optionsvielfalt) einen \u00fcberw\u00e4ltigt, konzentriere ich mich erst einmal auf 1-2 Aspekte und gucke dann, was man noch ben\u00f6tigt. Insofern ist es einsteigerfreundlich, wenn ein Spiel solche Wege anbietet. Ein Spiel das anders funktioniert, einen solchen Weg nicht anbietet oder wo der offensichtliche Weg gar in die Irre f\u00fchrt (siehe <em>Fifth Avenue<\/em>) kann in der alles entscheidenden Kennenlernpartie schnell abgelehnt werden. Insofern spricht vieles f\u00fcr eine solche Intuitivit\u00e4t &#8211; Spielen ist ja auch Konsum und ein Spiel sollte es dem Spieler leichter machen, konsumiert zu werden.<\/p>\n<p>Wirklich?<\/p>\n<p>Die Kehrseite der Medaille ist zweierlei: Zum einen (und da gebe ich McJunkin recht) f\u00fchrt es eben dazu, dass Alternativen schnell abgelehnt werden. Ein gutes Beispiel ist <em>Hansa Teutonica<\/em>, bei dem sich das Ger\u00fccht hartn\u00e4ckig h\u00e4lt, der Aktionszahlerweiterungsweg w\u00e4re deutlich st\u00e4rker als die anderen Erweiterungen des Schreibtisches. Hier wird der offensichtliche &#8220;Einsteigerweg&#8221; gerne als einziger Weg wahrgenommen und das Spiel abgewertet. Eine andere Gefahr ist designtechnischer Natur: Will man einen zu eindeutigen Weg markieren, besteht die Gefahr, dass Alternativen tats\u00e4chlich schw\u00e4cher werden und das Spiel an Vielfalt &#8211; und damit an Langzeitreiz verliert. Wenn Spieler feststellen, dass es abseits der ausgetretenen Pfade wenig zu entdecken gibt, verliert das Spiel an Reiz (mir geht es z.B. mit <em>Tinners Trail<\/em> oder <em>Trajan<\/em> so ). Moderne Spiele versuchen dieses Problem auch durch eine Vielzahl an Details zu kompensieren, die das Spiel nicht besser machen, sondern nur schwerer zu durchschauen. Dabei sollten mehrere Details die <em>Options<\/em>vielfalt erh\u00f6hen &#8211; <em>Archipelago<\/em> versucht eine Art &#8220;Sandbox&#8221;-Spiel zu sein, bei dem die Spieler auf sich gestellt sind. Ob das geklappt hat, wei\u00df ich nicht (meine bislang einzige Partie war durch zahlreiche Regelprobleme \u00fcberschattet), aber der Ansatz ist auf jeden Fall interessant.<\/p>\n<p>Drittens gibt es auf <a href=\"http:\/\/www.cracked.com\/blog\/6-board-games-that-ruined-it-everyone\/\">Cracked <\/a>einen Artikel \u00fcber Brettspiele, die schuld daran sind, dass Leute Brettspiele kategorisch ablehnen (weil sie schlecht und\/oder langweilig sind) und bietet Alternativen an. Solche Artikel sind gut, besonders wenn sie so lustig geschrieben sind wie dieser. Aber ich bin nicht sicher, ob ich die Pr\u00e4misse teile. Es gibt viele Gr\u00fcnde, warum Leute Spiele ablehnen oder nicht ernst nehmen, aber &#8220;schlechte Erfahrungen mit schlechten Spielen&#8221; w\u00fcrde ich relativ weit unten in einer solchen Liste vermuten. Wenn es ein Spiel gibt, dass Leute vom Spielen abschreckt, dann ist es eher Schach &#8211; denn Erwachsenenspiel wird als Denkspiel wahrgenommen. Vielleicht sind es auch Spiele wie <em>Twister<\/em> oder <em>Tabu<\/em>, die nach zwanghafter Albernheit klingen, was ebenfalls den einen oder anderen abschreckt (ich selbst spiele \u00fcbrigens recht gerne <em>Tabu :-) <\/em>).\u00a0 Dass jemand wegen <em>Snakes &amp; Ladder<\/em>s keine Spiele mehr anfasst, wage ich zu bezweifeln. Es gilt imho: Wer spielen will, der findet auch etwas. Wer kein Interesse hat, der nicht. Letztere k\u00f6nnen nur pers\u00f6nlich \u00fcberzeugt werden, nicht durch Spielegeschenke oder -listen.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal ein paar kommentierte Fundst\u00fccke aus dem Netz. 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