{"id":3198,"date":"2012-11-10T15:17:15","date_gmt":"2012-11-10T13:17:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=3198"},"modified":"2012-11-10T15:17:16","modified_gmt":"2012-11-10T13:17:16","slug":"das-schlechteste-spiel-der-welt-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2012\/11\/10\/3198\/","title":{"rendered":"Das schlechteste Spiel der Welt &#8211; Wirklich!"},"content":{"rendered":"<p>Essen, Essen, Essen &#8211; die ganze (Spiele-)welt redet von Essen und deren Neuheiten. Glaub ich. Ist auch egal, denn wir (respektive ich) tun das nicht (respektive nicht im Moment). Stattdessen mal etwas ganz anderes: Das schlechteste Spiel der Welt.<\/p>\n<p>&#8220;Das schlechteste Spiel der Welt&#8221; w\u00e4re auf den ersten Blick eine h\u00f6chst private Angelegenheit &#8211; f\u00fcr den einen ist <em>Kniffel<\/em> grausam, f\u00fcr den anderen <em>Schach<\/em>. Z\u00e4hlt man nicht funktionierende Prototypen mit oder nicht? Naja, z\u00e4hlt man nur Spiele, die sich zumindest kurzzeitig in meinem Besitz befunden haben, war das schlechteste Spiel bislang &#8220;Schlitzohr&#8221;, bei dem man jede Runde eine Karte mit einem Betrag aussucht und dann w\u00fcrfelt, ob man diesen Betrag ausgezahlt bekommt oder selbst zahlen muss.<\/p>\n<p>Doch jetzt gibt es ein (imho) interessantes Projekt: Richard Hutnik versucht mit Absicht <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/thread\/861166\/what-boardgame-is-worse-than-w-w-b\/new\">das schlechteste Brettspiel der Welt zu entwickeln<\/a>. Wichtige Regel dabei: Das Spiel muss durchaus funktionieren. Und es muss spielbar sein und es darf keinen physischen Schaden an Personen oder Gegenst\u00e4nden hinterlassen. Ein interessantes Projekt (wenn auch logischerweise nicht aus spielerischen Gr\u00fcnden), wie ich meine! Warum?<\/p>\n<p>Erst einmal ist es designtechnisch interessant. Es geht ja <em>nicht<\/em> darum einfach ein schlechtes Spiel zu machen &#8211; das w\u00e4re einfach. Es geht darum ein Spiel zu machen, was man nicht mehr verschlechtern kann. Und dazu muss man sich erst einmal klarmachen, was ein Spiel schlecht oder gut macht. Das ist schon einmal keine schlechte \u00dcberlegung! Zudem ist die Sache nicht so simpel, wie die verlinkte Diskussion zeigt: Wird das Spiel z.B. einfach belibig verwirrend gestaltet, so wirken die verwirrenden Elemente irgendwann zumindest ablenkend &#8211; und wirken somit pl\u00f6tzlich positiv! Das Spiel ist aber (so zumindest Hutniks Ansicht) schlechter, wenn es klar strukturiert und schn\u00f6rkellos daherkommt, so dass man sich auf das extrem langweilige und frustrierende eigentliche Spielerlebnis konzentrieren muss. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr das Spielmaterial: Hutnik legt z.B. gro\u00dfen Wert darauf, dass der verwendete W\u00fcrfel m\u00f6glichst nicht f\u00fcr andere (bessere) Spiele einsetzbar ist. Auch das Thema kann ablenkend wirken &#8211; w\u00fcrde es (statt abstrakt zu sein, wie jetzt) z.B. ein geschmackloses Thema geben, so st\u00e4nde das Spiel nicht mehr im Mittelpunkt, sondern das Thena &#8211; was an der Sache vorbeigeht.\u00a0 Unterm Strich bleibt die wesentliche Erkenntnis, dass es zwar einfach ist ein Spiel schlecht zu machen, aber ab einem bestimmten Punkt wird es tats\u00e4chlich schwierig das Spiel noch schlechter zu machen, ohne dass es besser wird! Eine Erkenntnis die zu meiner Meinung passt, dass es relativ einfach ist, ein ordentliches Spiel zu erfinden, aber eben schwierig ein wirklich gutes, da weitere Elemente ein Spiel nur noch komplizierter machen, aber nicht besser (dazu bedarf es neben viel Arbeit auch viel Kreativit\u00e4t).<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund ist, dass ich glaube, dass auch die Spieleszene ab und an mal ein Projekt braucht, dass alle Konventionen \u00fcber Bord wirft (In diesem Fall: Ein Spiel soll &#8220;gut&#8221; sein). Es gibt nat\u00fcrlich geteilte Meinungen dar\u00fcber, ob Spiele nun Kunst sind oder sein k\u00f6nnen oder \u00fcberhaupt sein sollen. Aber wenn man der Meinung ist, Spiele sind Kunst (oder k\u00f6nnen es sein) und sollen auch so wahrgenommen werden, dann muss es eben auch Spiele geben, die \u00fcber das rein handwerkliche hinaus gehen. F\u00fcr Kunst gibt es unz\u00e4hlige Definitionen, meine pers\u00f6nlich ist, dass Kunst zumindest eines dieser drei Punkte erf\u00fcllen muss:<\/p>\n<p>1.) Unglaublich schwierig zu erzeugendes\/einzigartiges Werk (Mona Lisa, David)<\/p>\n<p>2.) Ausl\u00f6sen starker Emotionen\/Geben starker Denkanst\u00f6sse (Celans Todesfuge)<\/p>\n<p>3.) Brechen von \u00fcblichen Konventionen und so \u00fcberdenken derselben (Warhols Dosenmotive, Dadaismus)<\/p>\n<p>Zumindest der dritte Punkt w\u00e4re von W.W.B. (So hei\u00dft das Spiel) erf\u00fcllt und es liegt damit klar im Bereich der Kunst. Das hei\u00dft nicht, dass man es haben m\u00fcsste &#8211; vieles was ich als Kunst wahrnehme, reizt mich pers\u00f6nlich gar nicht\u00a0\u00a0 &#8211; aber es hat definitiv seine Existenzberechtigung und es kann Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr Autoren liefern, sich auch mal mit dem k\u00fcnstlerischen Aspekt der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen. Denn alle drei genannten Definitionen von Kunst bringen unser Hobby weiter vorw\u00e4rts, als das zehn &#8220;ganz ordentliche&#8221; Brettspiele.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Essen, Essen, Essen &#8211; die ganze (Spiele-)welt redet von Essen und deren Neuheiten. Glaub ich. Ist auch egal, denn wir (respektive ich) tun das nicht (respektive nicht im Moment). 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