{"id":2792,"date":"2012-05-05T19:41:00","date_gmt":"2012-05-05T17:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=2792"},"modified":"2012-05-09T20:26:03","modified_gmt":"2012-05-09T18:26:03","slug":"vieles-zum-preis-von-einem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2012\/05\/05\/2792\/","title":{"rendered":"Vieles zum Preis von einem"},"content":{"rendered":"<p>Donald X Vaccarino hat der Welt die Deckbauspiele geschenkt und wird daf\u00fcr zur Recht in der Spieleszene noch lange in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<p>Weniger beachtet wird, dass sein bisheriges Gesamtwerk das Potential hat, einem weiteren Trend zum Durchbruch zu verhelfen. Einem Trend, der die Brettspielwelt\u00a0 viel subtiler zum positiven beeinflussen k\u00f6nnte, als das Bauen von Decks: Die Flexibilisierung gro\u00dfer Teile des Startaufbaus (und des Spieles selbst).<\/p>\n<p>Flexible Startaufbauten gibt es nat\u00fcrlich schon sehr lange- wers genau nimmt k\u00f6nnte jedes Kartenspiel dazu z\u00e4hlen, da dort ja jeder immer mit einer anderen Kartenhand anf\u00e4ngt, aber das ist nat\u00fcrlich nicht das, was man unter &#8220;Flexibler Startaufstellung&#8221; versteht. N\u00e4mlich, dass man ein Brett hat, das topologisch jede Partie unterschiedlich ist. Da eine flexible Startaufstellung den Wiederspielreiz erh\u00f6ht ist es eigentlich eher \u00fcberraschend, dass es mehr Spiele ohne flexiblen Aufbau gibt, als mit. Und das Ma\u00df der Ver\u00e4nderungen ist auch stark unterschiedlich Bei <em>L\u00f6wenherz<\/em> sind grobe Platten verschiebbar, bei <em>Siedler<\/em> ist das ganze Spielfeld fast beliebig aufbaubar .<\/p>\n<p>Vaccarino hat diese Aufstellung also nicht erfunden. Aber er hat sie auf einen neuen Level gebracht: Bei <em>Dominion<\/em> gibt es mehr Kartens\u00e4tze als ben\u00f6tigt werden und so sind die Kombinationsm\u00f6glichkeiten fast unendlich (z\u00e4hlt man die Erweiterungen mit).\u00a0 Bei <em>Kingdom Builder<\/em> ist nicht nur das Spielfeld sehr flexibel zusammenbaubar, sondern es gibt deutlich mehr Wertungskarten als ben\u00f6tigt werden. Auch das sorgt daf\u00fcr, dass jedes Spiel\u00a0 anders ist. Und bei <em>Neferious<\/em> sorgen zwei anf\u00e4nglich gezogene Karten f\u00fcr jedes Mal neue Regeln. Das bemerkenswerte an der Geschichte ist dabei, dass es nicht einmal n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, diese Flexibilit\u00e4t anzubieten: Alle drei Spiele bieten durch das Kartenspiel eh immer neue Vorraussetzungen. Es w\u00e4re auch ohne das Extramaterial nicht zu eingeschliffenen Er\u00f6ffnungen oder festgefahrenen Startegien gekommen. Die Flexibilit\u00e4t ampliziert das sowieso vorhandene Gef\u00fchl des &#8220;Jede Partie ist Einzigartig&#8221; noch. Das finde ich ziemlich beeindruckend. So beeindruckend, dass ich mir vornehme, in meinen Spielen darauf zu achten, \u00e4hnliche Elemente einzubauen (sofern m\u00f6glich).<\/p>\n<p>Die Schwierigkeit ist nat\u00fcrlich das Balancing. Je mehr Kombinationsm\u00f6glichkeiten es gibt, desto gr\u00f6\u00dfere die Schwierigkeit daf\u00fcr zu sorgen, dass alles irgendwo noch ausgeglichen ist. Und auch das Playtesting wird erschwert &#8211; wenn ein Aspekt schw\u00e4cher hervortritt, liegt das dann an der gerade ausliegenden Kombination der flexiblen Bausteine (wie ich sie mal nennen will) oder ist das ein grunds\u00e4tzlicher Fehler im Spiel? L\u00f6sen l\u00e4sst sich das mit einer endlichen Anzahl von Testspielen nur, wenn man die M\u00f6glichkeit gibt, das &#8220;Gr\u00fcn zu lesen&#8221;, also \u00e4hnlich wie bei <em><\/em><em>Puerto Rico<\/em> mit den Extrageb\u00e4uden seine Strategie auf die Teile auszurichten, die gerade im Spiel sind (weswegen die flexiblen Bausteine offen sein sollten).<\/p>\n<p>Dennoch finde ich, dass sich diese M\u00fche lohnt. Es schafft Flexibilit\u00e4t und erh\u00f6ht den Wiederspielreiz und damit den Wert des Spieles. Und selbst die Spieler, die jedes Spiel nur 2x spielen und den Effekt so gar nicht nutzen, werden den Wert dieser Elemente zu sch\u00e4tzen wissen. Behaupte ich jedenfalls mal so in den Raum hinein.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donald X Vaccarino hat der Welt die Deckbauspiele geschenkt und wird daf\u00fcr zur Recht in der Spieleszene noch lange in Erinnerung bleiben. Weniger beachtet wird, dass sein bisheriges Gesamtwerk das Potential hat, einem weiteren Trend zum Durchbruch zu verhelfen. 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