{"id":2707,"date":"2012-03-10T21:21:28","date_gmt":"2012-03-10T19:21:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=2707"},"modified":"2012-03-10T21:21:28","modified_gmt":"2012-03-10T19:21:28","slug":"vergeben-und-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2012\/03\/10\/2707\/","title":{"rendered":"Vergeben und Vergessen"},"content":{"rendered":"<p>Ich lese etwa ein Buch pro Woche und dennoch geht es mir mit B\u00fcchern wie mit Spielen: Sie sammeln sich irgendwie an. Meine Amazon-Wunschliste ist mittlerweile f\u00fcnf Seiten lang (Wer mir also was spenden will und den Flattr-Button vermisst&#8230;). Daher ist es wenig \u00fcberraschend, dass ich auch sehr auf die Autoren achte. Letztes Jahr habe ich zwei Graupen erwischt (Wens interessiert: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/PopCo-Scarlett-Thomas\/dp\/3499252538\/ref=cm_cr-mr-title\">Popco <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Fairwater-oder-Spiegel-Herrn-Bartholomew\/dp\/3867620113\/ref=cm_cr-mr-title\">Fairweather oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew<\/a>, bei den Links sind auch meine Amazon-Rezis zu finden) und\u00a0 die Chance, dass ich noch ein weiteres Buch dieser Autoren anfasse ist sehr, sehr\u00a0 gering.<\/p>\n<p>Bei Spielen ist das komischerweise anders. Es gibt kaum einen Spieleautoren, von dem ich nicht mindestens ein Spiel gespielt habe, dass mir nicht gefallen hat. Mehr noch: Es gibt durchaus Spiele, die bei mir komplett durchgefallen sind, was mich aber nicht davon abgehalten hat, weitere Spiele des Autoren auszuprobieren. Tats\u00e4chlich geht das Ph\u00e4nomen noch weiter: Wenn es (privat oder bei Abstimmungen be BGG oder so) um die Frage: &#8220;Was sind Spitzenautoren?&#8221; geht, werden immer die guten Spiele hervorgehoben und die Flopps vernachl\u00e4ssigt. Gehts z.B um Francis Treshham, vergisst man sein &#8220;Shocks &amp; Scares&#8221; und Garfield hat man seinn &#8220;Rocketville&#8221; ebenfalls verziehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich als Autoren ist das beruhigend zu wissen, denn bei mir herrscht immer ein bisschen die Angst vor, ein Spiel, was durchf\u00e4llt, kann meine Reputation besch\u00e4digen (und ehrlich gesagt geht es mir nicht wirklich ums Geld &#8211; ich habe ja eine anst\u00e4ndig bezahlte Arbeit &#8211; sondern eher tats\u00e4chlich als &#8220;guter&#8221; Autor akzeptiert zu werden). In der Praxis sehe ich aber, dass die Gefahr nicht wirklich besteht. Selbst wenn ich jetzt 10 &#8220;broken&#8221; Spiele ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrde (bei welchem Verlag auch immer), scheine ich doch alles vergessen lassen zu k\u00f6nnen, wenn danach ein &#8220;Hammerspiel&#8221; erscheint.Wirklich beruhigend&#8230;<\/p>\n<p>Aber warum ist das so? Immerhin k\u00e4mpfen wir Autoren ja eigentlich daf\u00fcr, dass unser Name quasi als Referenz dient. Und negative Referenz ist ja auch irgendwie eine Referenz&#8230; Leider&#8230;<\/p>\n<p>Ich sehe mehrere Gr\u00fcnde. Erstens ist trotz aller &#8220;Da schaue ich lieber Farbe beim trocknen zu&#8221;-Rhetorik den meisten klar, dass ein Spiel eine Zielgruppe hat und das man nicht immer dazugeh\u00f6rt. Und wenn einem ein Spiel nicht gef\u00e4llt, aber akzeptieren kann, dass es anderen anders geht, ist die Kritik nicht so hart (und schon wieder <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2008\/11\/29\/681\">dieser <\/a>Link). Zweitens ist bei einer Spielebetrachtung immer der Verlag mit im Boot. Enth\u00e4lt ein Spiel ungenutztes Potential &#8211; oder ist eine unspielbare Verh\u00f6hnung alles menschlichen Seins- so hat auch die Redaktionsarbeit W\u00fcnsche offen gelassen. Man merkt schon dass es sehr unterschiedlich arbeitende Redaktionen gibt und dass die Spiele unterschiedlich stark und gut bearbeitet werden. Unterm Strich steht der Autor so nicht alleine im Kreuzfeuer (ggf. fragt man sich, warum <em>der Verlag<\/em> das Spiel \u00fcberhaupt ver\u00f6ffentlicht hat). Bei einem Super-Spiel steht der Autor allerdings alleine im Rampenlicht &#8211; das Leben ist eben ungerecht&#8230;<\/p>\n<p>Es gibt aber noch einen dritten, weniger klaren Grund. Spieleautoren haben irgendwie einfach gr\u00f6\u00dfere Schwankungen in ihren Werken als Buchautoren. Das liegt sicherlich an den eben genannten Faktoren, aber sicherlich auch nicht nur. Vielleicht ist es so, dass Spiele mehr Mechanik beeinhalten als B\u00fccher, also Faktoren die weniger durch Kreativit\u00e4t als duch Feinmechanik gehalten werden m\u00fcssen. Vielleicht probieren Autoren auch mehr komplett unterschiedliche Genres aus. <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/06\/20\/1389\">Vielleicht aber auch nicht<\/a>. So richtig erkl\u00e4ren kann ich es nicht &#8211; aber da es diese Schwnakungen gibt, verzeiht man sie auch leichter.<\/p>\n<p>Und davon ab: Es gibt einfach sehr viel weniger ausgezeichnete Spiele als ausgezeichnete B\u00fccher. Und auch sehr viel weniger Geschm\u00e4cker (einfach weil es weniger Vielspieler als Vielleser gibt). Daher hat man gar keine Chance, als einem Autoren zu vergeben, wnen einem nicht irgendwann die Spiele ausgehen sollen&#8230;<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lese etwa ein Buch pro Woche und dennoch geht es mir mit B\u00fcchern wie mit Spielen: Sie sammeln sich irgendwie an. Meine Amazon-Wunschliste ist mittlerweile f\u00fcnf Seiten lang (Wer mir also was spenden will und den Flattr-Button vermisst&#8230;). Daher ist es wenig \u00fcberraschend, dass ich auch sehr auf die Autoren achte. 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