{"id":26978,"date":"2026-03-15T17:50:00","date_gmt":"2026-03-15T15:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=26978"},"modified":"2026-03-15T23:29:00","modified_gmt":"2026-03-15T21:29:00","slug":"wie-kann-man-ueber-kriegsspiele-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2026\/03\/15\/26978\/","title":{"rendered":"Wie kann man \u00fcber Kriegsspiele sprechen?"},"content":{"rendered":"<p>Nach letzter Z\u00e4hlung besitze ich drei Spiele in denen es ausdr\u00fccklich um Krieg geht, und sicherlich ein Vielfaches davon in denen das Konzept Krieg in irgendeiner Form spielerisch kurz angeschnitten wird. Viel spreche ich \u00fcber diese Spiele meistens nicht. Aber ich nehme hier und da einige Unterhaltungen zum Thema wahr und mache mir entsprechend meine Gedanken. Gerade auch wie man \u00fcber Kriegsspiele sprechen kann.<\/p>\n<p>Nun hatten Kriegsspiele in Deutschland \u00fcber lange Zeit keinen guten Ruf. Die Assoziation mit Kriegen ist aus Gr\u00fcnden, welche anscheinend zunehmend in Vergessenheit geraten, keine sonderlich angenehme. (Was bei einem Thema wie Krieg ja eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein sollte, aber nun ja.) In der Vergangenheit gab es darum eine sprachliche Neuinszenierung in Form des Begriffs \u201eKosim\u201c (Konflikt-Simulation). Mittlerweile ist man aber vielerorts zum englischen Begriff \u201ewargame\u201c \u00fcbergegangen. Aber auch in der englisch-sprachigen Szene versucht man sich st\u00e4rker vom Begriff Krieg zu distanzieren und eher \u00fcber \u201ehistorische Spiele\u201c zu sprechen. Denn es macht sich immer noch eine leichte Anspannung bemerkbar, wenn erw\u00e4hnt wird, dass man Kriegsspiele spielt.<\/p>\n<p>Das F\u00fcr und Wider solcher Spiele l\u00e4sst sich meiner Erfahrung nach vor allem an drei einfachen Fragen nachzeichnen.<\/p>\n<p><strong><em>Darf man mit Kriegsspielen denn \u00fcberhaupt Spa\u00df haben?<\/em><\/strong> Die Antwort darauf ist hier denkbar einfach: ja, nat\u00fcrlich darf man das. Kriegsspiele sind nicht Kriege, sondern Spiele. Es sind auch keine Inszenierungen von Kriegen, sondern Spiele. Es sind noch nicht ein mal emotionale Rekonstruktion von Kriegen, sondern Spiele. Um es vielleicht unmissverst\u00e4ndlicher auszudr\u00fccken: Kriegsspiele sind Spiele.<\/p>\n<p>Als solche funktionieren sie nach den gleichen Prinzipien, die bei vielen von uns f\u00fcr Begeisterung sorgen. Spiele machen Spa\u00df; sie faszinieren uns mit ihren M\u00f6glichkeiten und sorgen wahlweise f\u00fcr Spannung oder Heiterkeit am Tisch. Es w\u00e4re albern so zu tun, als ob Krieggspiele nicht auf gleiche Art und Weise f\u00fcr Spielspa\u00df sorgen k\u00f6nnen. Ihre Zielsetzung und auch ihre Konzeption mag sich von Gesellschaftsspielen unterscheiden, aber ihre Methoden sind gleich.<\/p>\n<p>Durch das Erlangen von \u201eagency\u201c erfahren Spielende Wirkungsmacht in einem fiktionalen (gelegentlich fiktiven) Kontext: dem Spiel. Das gleiche Erlangen von \u201eagency\u201c ist in Kriegsspielen nicht weniger berauschend und erfreulich wie in anderen Spielen. Mehr noch, das alte Hannibal Smith-Zitat greift in Kriegsspielen meist noch viel mehr als in Gesellschaftsspielen. Wir lieben es wenn ein Plan funktioniert, gerade weil der Erfolg eben so selten garantiert werden kann. Zu viele Unw\u00e4gbarkeiten spielen in den Ausgang einer Kette von Aktionen hinein. Wir erfreuen uns an Erfolgen in einem Gesellschaftsspiel genauso wie in einem Kriegsspiel. Diese Freude entsteht nat\u00fcrlich unabh\u00e4ngig von der thematischen Einbettung des Spiels. In Kriegsspielen betrifft das eben den (oft) historischen Hintergrund, auf den das Design Bezug nimmt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26988\" aria-describedby=\"caption-attachment-26988\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26988\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-300x186.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-700x433.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-150x93.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-768x475.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-1536x950.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-2048x1267.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-370x229.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-270x167.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-570x353.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-808x500.jpg 808w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Kriegshandlungen-740x458.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26988\" class=\"wp-caption-text\">Darf man einfach Karten spielen?<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><br \/>\n<strong>Darf man bei Kriegsspielen den historischen Hintergrund auch einfach ignorieren?<\/strong> <\/em>Gerade in der aktuellen Brettspielszene wird es als Zeichen von gro\u00dfer Aufgekl\u00e4rtheit, Reife und Verantwortung gesehen, wenn man den historischen Hintergrund eines Gesellschaftsspiels nicht einfach ignoriert. Das ist aus einer Vielzahl an Gr\u00fcnden auch vern\u00fcnftig. Schlie\u00dflich l\u00e4uft der Rahmen in dem ein Gesellschaftsspiel Themen einbindet schnell Gefahr historische Gr\u00e4uel zu bagatellisieren und \u00fcberholte kulturelle Wertvorstellungen oder problematische Geschichtsbilder zu bekr\u00e4ftigen. Wenn thematische Hintergr\u00fcnde vornehmlich der Illustration von Regelmechanismen oder der \u00e4sthetischen Aufwertung von Interaktionen zwischen Spieler*innen dienen, entsteht schnell der Eindruck, dass sie positiv aufgeladen werden oder zumindest unkritisch und wertneutral im Spiel existieren.<\/p>\n<p>Dieser Gedanke scheint mir bei Kriegsspielen nicht ohne weiteres \u00fcbertragbar zu sein. Da die Regeln sich hier direkt aus dem Hintergrund speisen \u2013 der Gedanke der abbildenden Simulation steckt in der DNS des Kriegsspiels (s.<em> Peter Perla, The Art of Wargaming<\/em>) \u2013 ist der Hintergrund nicht ohne weiteres auszublenden. Er ist per Definition des Kriegsspiels in Teilen der Regelmechanismen selbst artikuliert. Damit l\u00e4sst sich der Hintergrund nicht ohne weiteres vom Spielen selbst trennen. Das oft gelobte, tief thematische Erlebnis in dieser Art von Spielen r\u00fchrt eben auch aus dem konzeptionellen Ansatz den Hintergrund durch Mechanismen zu umrei\u00dfen. Darum wird auch oft und gerne die Behauptung ins Feld gef\u00fchrt wird, dass man sich beim Spielen eines Kriegsspiel sehr profund \u201emit Geschichte auseinandersetzt\u201c.<\/p>\n<p>Das ist auf einem bestimmten Niveau auch zutreffend. Aber ich bin dennoch kein Freund dieses Arguments. Man k\u00f6nnte \u00e4hnlich sagen, dass der Gebrauch von Fingerfarben eine Auseinandersetzung mit moderner Kunst ist. Oder das Spielen einer Gitarre eine Auseinandersetzung mit Musikgeschichte ist. Was ich damit verdeutlichen will ist, dass der Gebrauch eines Gegenstand selbst f\u00fcr eine solche Einordnung nicht ausreicht. Einen bestimmten Gegenstand zu benutzen, ist nicht gleichbedeutend mit einer Besch\u00e4ftigung der Ideen und Konzepte, die mit diesem Gegenstand in Verbindung stehen.<\/p>\n<p>Es sind die Personen, die die Aktivit\u00e4t aus\u00fcben, die den Unterschied machen. Sei es Fingerfarben, Gitarren oder eben auch Kriegsspiele. Entscheidend ist wie viel (bzw. wenig) die Spielenden an inhaltlichem Vorwissen und nuanciertem Verst\u00e4ndnis des Themas mitbringen. Wenn ich mit Fingerfarben auf einer Leinwand arbeite, dann ist das eine andere Form der Auseinandersetzung mit Kunst und Kunstgeschichte als wenn es Ai Weiwei t\u00e4te. Eine tiefere inhaltliche Besch\u00e4ftigung mit einem historischen Thema (bzw. einem Konflikt) kann an einem Spiel stattfinden, aber nicht wegen des Spiels allein.<\/p>\n<p>Darum ist die Ber\u00fccksichtigung der historischen Hintergr\u00fcnde f\u00fcr das Spielen selbst zwar eine oftmals bereichernde Erg\u00e4nzung, aber keine Notwendigkeit. Man kann durchaus den historischen Hintergrund eines Kriegsspiels ignorieren, und dennoch Spa\u00df daran haben. (In manchen F\u00e4llen sogar auch nur deshalb.) Wenn man aber will, dass man sich am Spiel \u201emit Geschichte auseinandersetzt\u201c, so muss das Wissen um den historischen Hintergrund des Spiels vorher aufbereitet werden.<\/p>\n<p>Es ist eine L\u00fccke, die viele Spieler*innen intuitiv bemerken und entsprechend nach einer Partie versuchen sich dieses Wissen anzueignen. Auch das wird gerne als St\u00e4rke des Kriegsspiels verkauft, weil es ja \u201eInteresse f\u00fcr ein Thema weckt\u201c. Aber das scheint mit die Latte viel zu tief zu h\u00e4ngen. Denn \u00e4hnliche Erfolge lassen sich auch durch das \u00c4ndern des Online-Profilbilds oder dem Repost eines Online-Artikels erreichen. \u201eInteresse wecken\u201c ist ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slacktivism\">Slacktivism<\/a>-Slogan und nicht viel mehr.<\/p>\n<p>Das eigentlich gro\u00dfe Versprechen von Kriegsspielen ist aber ein anderes:<em><strong> Kann man aus ihnen etwas lernen?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir von einem Kriegsspiel genau so viel Lernzuwachs versprechen, wie von einem Essay, der von ChatGPT ausgespuckt wurde. Wobei der Vergleich in so weit zu kurz greift, dass ein von KI produzierter Text noch auf sogenannte Halluzinationen (d.h. nicht verifizierte Behauptungen) der KI basiert.<\/p>\n<p>Bei einem Kriegsspiel halluzinieren die Spieler*innen sich inhaltliche Zusammenh\u00e4nge noch selbst zusammen. Das mag wie ein flapsiger Spruch klingen, aber es ist im Kern ein wichtiges Merkmal von Spielen. Das Thema entsteht erst dadurch, dass Spielende die Zusammenh\u00e4nge zwischen Mechanismen, Bildern und Begriffen etablieren. Das Wort \u201eetablieren\u201c ist hier sehr bewusst gew\u00e4hlt. Der thematische Ausdruck eines Spiels liegt nicht fertig vor und muss lediglich von den Spielenden richtig gelesen oder interpretiert werden. Das Spiel funktioniert hier gerade eben nicht wie ein klassisch literarischer Text, den man mit ausreichend Leseverst\u00e4ndnis korrekt entschl\u00fcsseln kann.<\/p>\n<p>Stattdessen bedienen wir uns als Spielende an den thematischen Elementen des Spiels und setzen sie derart zusammen, dass sie f\u00fcr uns einen Sinn ergeben. Das bedeutet konkret, dass wir eine m\u00f6glichst widerspruchsfreie Erz\u00e4hlung entwickeln, in dem jedes Element des Spiels ber\u00fccksichtigt wird. Entscheidend ist hier, dass wir als Spielende dar\u00fcber urteilen welche Kombination aus Regeln und Begriffen einen Widerspruch darstellt und welche nicht. Wir entscheiden wie ungenau und schwammig der Bezug zwischen mehreren Elementen des Spiels sein darf, und was wir noch als sinnvollen Zusammenhang zu tolerieren bereit sind. Essenziell ist an diesem Vorgang aber, dass die Autor*innen oder auch die objektive Realit\u00e4t vorerst au\u00dfen vor bleiben. An Spielen produzieren wir Fiktionen, die per Definition bestenfalls im Dialog mit der Realit\u00e4t stehen und diese gerade nicht direkt abbilden k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26989\" aria-describedby=\"caption-attachment-26989\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-26989\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-525x700.jpg 525w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-112x150.jpg 112w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-370x493.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-270x360.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-570x760.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-375x500.jpg 375w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert-740x987.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/KI-Generiert.jpg 1699w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26989\" class=\"wp-caption-text\">Ann\u00e4herung einer Kriegsdarstellung via KI<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Spielende konstruieren wir darum das Spielthema, und es sind unsere Anspr\u00fcche an Koh\u00e4renz und Plausibilit\u00e4t, die erf\u00fcllt werden m\u00fcssen. Was auch immer die Autor*innen-Intention gewesen sein mag und (viel entscheidender) was auch immer den Tatsachen entspricht, wird erst dann relevant, wenn wir davon wissen und wir diese Dingen ber\u00fccksichtigen wollen.<\/p>\n<p>Etwas Sinnvolles aus dem Spiel heraus zu lernen, setzt darum voraus, dass wir als Spielende bereits wissen was uns das Spiel vermitteln soll. Je weniger wir \u00fcber den Hintergrund des Spiels wissen, umso anf\u00e4lliger sind wir f\u00fcr Fehleinsch\u00e4tzungen und falsche Schlussfolgerungen, die wir &#8211; in Ermangelung einer weiteren Instanz die diese Irrt\u00fcmer richtigstellt &#8211; unkritisch \u00fcbernehmen. Kriegsspiele k\u00f6nnen zur Veranschaulichung von bereits vertrauten Ideen und Konzepten dienen. Insbesondere wenn diese eine gewisse Dynamik und Komplexit\u00e4t besitzen und damit als eine Art geschlossenes System verstanden werden k\u00f6nnen. In einem Kriegsspiel k\u00f6nnen wir dann beobachten welche Resultate unser spielerisches Modell eines solchen Systems auswirft. Diese Visualisierung mag sich wie &#8220;lernen&#8221; anf\u00fchlen, aber eigentlich nur dann, wenn man nicht die kritischen Kompetenzen besitzt das Erspielte zu pr\u00fcfen. \u00c4hnlich wie auch das Lesen eines Textes, der durch eine KI produziert wurde, sich wie Erkenntniszuwachs anf\u00fchlt, so lange man nicht in der Lage ist Fehler zu erkennen.<\/p>\n<p>Es gibt in meinen Augen durchaus valide Gr\u00fcnde \u00fcber Kriegsspiele zu sprechen. Wobei ich den vermeintlichen intellektuellen &#8220;Mehrwert&#8221; deutlich geringer einstufen w\u00fcrde, als die schlichte Designleistung und auch das Spielerlebnis selbst. Die Themenwahl vieler Kriegsspiele weckt bei vielen v\u00f6llig zurecht Unwohlsein. Aber ich w\u00fcrde argumentieren, dass hier ein \u00e4sthetisches und kein moralisches Urteil zu Grunde liegt. Es sind Spiele, die f\u00fcr Spannung sorgen k\u00f6nnen und \u00e4hnlich Emotionen bei Triumph und Niederlage wecken wie es Gesellschaftsspiele auch tun. Damit begeistern sie uns und vermitteln uns das sch\u00f6ne Gef\u00fchl der Selbstwirksamkeit. Wenn es eine Kritik an diesen Spielen zu \u00e4u\u00dfern gibt, dann vielleicht die unweigerliche Verbindung, dass die erlebte Spielfreude durch Wirkungsmacht mit oftmals rein milit\u00e4rischen Konflikten assoziiert wird. Dieser Punkt sollte nicht unreflektiert bleiben. Vielleicht sollte man gerade deshalb \u00fcber Kriegsspiele reden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach letzter Z\u00e4hlung besitze ich drei Spiele in denen es ausdr\u00fccklich um Krieg geht, und sicherlich ein Vielfaches davon in denen das Konzept Krieg in irgendeiner Form spielerisch kurz angeschnitten wird. Viel spreche ich \u00fcber diese Spiele meistens nicht. 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