{"id":269,"date":"2008-01-27T09:48:59","date_gmt":"2008-01-27T08:48:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2008\/01\/27\/269"},"modified":"2008-01-29T11:22:29","modified_gmt":"2008-01-29T10:22:29","slug":"lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2008\/01\/27\/269\/","title":{"rendered":"Lesen!"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen wurde ich in den Comments gebeten, eine \u00dcbersicht \u00fcber lesenswerte Spieleb\u00fccher zu geben. Ich wei\u00df nicht ob ich der geeignete Ansprechpartner daf\u00fcr bin (zum einen habe ich nur eine relativ kleine Spielebuchbibliothek, zum anderen lese ich viele englischsprachige B\u00fccher), aber nat\u00fcrlich bin ich Leserw\u00fcnschen gegen\u00fcber immer offen. Also werde ich heute und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ein paar interessante B\u00fccher vorstellen. Auch heute.<\/p>\n<p>Drei Arten von Spieleb\u00fcchern m\u00f6chte ich unterscheiden: B\u00fccher die ein Spiel enthalten (also quasi Spiele in Buchform), B\u00fccher die mehrere Spiele enthalten (B\u00fccher als Spielesammlungen) und Sekund\u00e4rliteratur (Vorstellen von Spielen, Strategieb\u00fccher, Geschcihet von Spielen etc.). Ich pers\u00f6nlich lese am liebsten den dritten Typ, aber ich m\u00f6chte mit dem zweiten Typ beginnen.<\/p>\n<p>Spielesammlungen in Buchform findet man h\u00e4ufiger in Buchhandlungen oder Flohm\u00e4rkten. Die meisten sind jedoch imho nicht sonderlich interessant &#8211; zu bekannt die Spiele die sie beschreiben, zu schlecht sind die Regeln beschrieben und vor allem: zu schlecht sind die meisten Spiele, die sie beschreiben. Ich erinner mich mit Grauen an das Buch &#8220;W\u00fcrfelspiele&#8221; aus dem Heyne-Verlag, das vor allem allersimpelste Gl\u00fccksspiele beschreibt! Ich m\u00f6chte mich auf ein paar interessantere Vertreter beschr\u00e4nken:<\/p>\n<p>D A S Buch ist nat\u00fcrlich &#8220;<strong>Spiele anders als andere<\/strong>&#8221; von Sid Sackson (engl.: A Gamut of Games) (Hugendubel). Dieses Buch enth\u00e4lt ausschlie\u00dflich unbekannte Spiele, darunter eine Vielzahl von Sackson selbst, sowie einige andere von bekannteren Autoren (z.B. Robert Abbott oder Alex Randolph). Die Regeln sind klar beschrieben und die Spiele werden sehr nett von Sackson vorgestellt. Hinzu kommen ein paar Informationen \u00fcber die Autoren oder ein paar Anekdoten zur Spielegeschichte. Die Spiele selbst sind zum Gro\u00dfteil auf hohem Niveau. Ein Paar fanden sp\u00e4ter den Weg in die Spieleschachtel: LOA, Focus, Glasperlendomino (als Wu Hsing) und Crossing (als Epamindoras). Hinzu kommen die Regeln von Haggle, einem der besten Gro\u00dfgruppenspiele \u00fcberhaupt. Dieses Spiel sollte in keiner Spielebibliothek fehlen!<!--amm_getMediaID('amm_spielbar',94)--><\/p>\n<p>Von \u00e4hnlicher Qualit\u00e4t aber mit anderem Fokus ist &#8220;<strong>Kartenspiele der Welt<\/strong>&#8220;(Hugendubel) ebenfalls von Sackson. Wie der Titel andeutet werden hier Kartenspiele aus allen Herren L\u00e4ndern vorgestellt. Viele davon findet man in deutscher Sprache nur hier beschrieben, einige fehlen gar bei Pagat.com (Die gr\u00f6\u00dfte Kartenspielfundgrube im Netz). F\u00fcr Kartenspielfreunde damit ebenfalls ein Pflichtbuch und zudem ein gro\u00dfartiges Nachschlagewerk (Was wurde nochmal in Brasilien gespielt?). Als zus\u00e4tzlichen Bonus finden sich auch hier einige neue Kartenspiele.<\/p>\n<p>Auch von Sackson ist die Reihe &#8220;<strong>Denkspiele mit W\u00f6rtern<\/strong>&#8220;, &#8220;<strong>Denkspiele mit Farbstiften<\/strong>&#8220;, &#8220;<strong>Denkspiele miteinander gewinnen<\/strong>&#8220;, und &#8220;<strong>Denkspiele &#8211; Spiele f\u00fcr eine Person<\/strong>&#8220;. Diese Reihe ist in erster Linie wohl f\u00fcr Sammler interessant &#8211; \u00fcber diese B\u00fccher ist die Zeit hinweggegangen. Das f\u00e4ngt schon damit an, dass nur jeweils sechs Spiele beschrieben werden, die Dicke des Buches ist damit beg\u00fcndet, dass die Spielpl\u00e4ne mehrfach enthalten sind, damit sie &#8220;verbraucht&#8221; werden k\u00f6nnen &#8211; im Zeitalter von Scanner und Kopierer ein Anachronismus. Die Spiele der\u00a0beiden letzteren B\u00fccher sind zudem mehr Puzzle als Spiel &#8211; netter Zeitvertreib mehr nicht. Die Wortspiele sind OK (ich hab sie nicht alle gespielt) und f\u00fcr Freunde des Genres sicherlich nett. Die Spiele mit den Farbstiften sind insofern interessant, als dass die entstehenden Spielfelder an Gem\u00e4lde ber\u00fchmter K\u00fcnstler erinnern. Das Buch ist also f\u00fcr Kunstfreunde einen Blick wert.<\/p>\n<p>Deutlich neuerem Datums sind &#8220;<strong>Die gro\u00dfe Humboldt Enzyklop\u00e4die der Kartenspiele<\/strong>&#8221; und &#8220;<strong>Die gro\u00dfe Humboldt Enzyklop\u00e4die der W\u00fcrfelspiele<\/strong>&#8220;. Beides sind sehr umfangreiche Sammlungen interessanter Spiele und recht vollst\u00e4ndige Nachschlagwerke in einem. Allerdings habe ich hier bereits \u00fcber das gro\u00dfe Problem der B\u00fccher geschrieben: Sie enthalten auch Autorenspiele, allerdings wurden diese ohne Kenntniss (oder Erlaubnis) der Autoren abgedruckt! Daher mag ich diese B\u00fccher nicht wirklich empfehlen.<!--amm_getMediaID('amm_spielbar',98)--><!--amm_getMediaID('amm_spielbar',99)--><\/p>\n<p>Apropos Kartenspiele: &#8220;<strong>Kartenspiele als Kunst<\/strong>&#8221; von Robert Abbott ist ein weiterer &#8220;Klassiker&#8221; unter den Spieleb\u00fcchern. Es enth\u00e4lt zwar nur 8 Spiele, dies sind aber allesamt sehr origelle Spiele. Darunter auch Eleusius, das ber\u00fchmte Induktionsspiel. Allerdings muss gesagt werden, dass in der heutigen Zeit (den vielen Spielen, die jedes Jahr erscheinen oder im Internet beschrieben werden) das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis nicht optimal ist: Es sind eben nur 8 Kartenspiele. Insgesamt w\u00fcrde ich sagen: Dieses Buch ist f\u00fcr Sammler ein Pflichtkauf. Alle anderen k\u00f6nnen auch gut darauf verzichten.<\/p>\n<p>Ein kleiner Geheimtipp von mir ist &#8220;<strong>Jeder gegen Jeden<\/strong>&#8221; von Michael Laver. Was dieses Buch so einzigartig macht, ist dass es eigentlich ein Politikbuch ist: Der Autor ist Politikwissenschaftler und benutzt die Spiele um Gesellschaftsformen und Politiktheorien zu verdeutlichen. Das klingt vielleicht abschreckend, aber die Spiele sind originell, mit vielen Spielern spielbar und oft richtig sch\u00f6n fies. Gelungen der Aufbau des Buches: Zuerst wird ein Spiel beschrieben. Es folgen taktische Tipps und wiederkehrende Beobachtungen und Strategien. Diese werden dann mit der Wirklichkeit verglichen. Das Resultat ist ein Spielbuch, das man auch richtig gut lesen kann! Wer gut englisch lesen kann sollte \u00fcbrigens dem Buch &#8220;Playing Politics &#8211; The bightmare continues&#8221; der deutschen Fassung dem Vorzug geben, denn es enth\u00e4lt mehr Spiele und ist leicht aktualisisert.<\/p>\n<p>So, das was der erste Teil meiner Buchschau. Demn\u00e4chst werde ich einen \u00dcberblick \u00fcber meine Lieblings-Sekund\u00e4rliteratur geben.<\/p>\n<p>&#8212;-<\/p>\n<p>Letzte Woch konnte ich zwei amerikanische Knizias spielen und werde meinen Eindruck hier wiedergeben:<\/p>\n<p><em>Poison<\/em> ist ein einfaches Kartenspiel: Es gibt drei Farben und ein paar Joker. Wer an der Reihe ist legt eine Karte auf einen Stapel. Dabei m\u00fcssen die Stapel farbrein bleiben. Wenn die Kartenwerte eines Stapels die 13 \u00fcberschreitet, muss der Spieler alle Karten nehmen, bis auf die Karte, mit der die 13 \u00fcberschritten wurde. Eine Art &#8220;6 nimmt&#8221; also. Originell wirds durch die Wertung: Sind alle Karten gespielt z\u00e4hlt jede Karte 1 Minuspunkt, jeder Joker deren 2. Hat aber ein Spieler von einer Farbe mehr Karten als jeder seine Mitspieler, so darf er diese Farbe komplett abwerfen! Dadurch wird das Spiel durchaus interessant. Ich w\u00fcrde es rudiment\u00e4r mit Kramers &#8220;Hornochsen&#8221; vergleichen, es hat aber eine sch\u00f6nere Graphik. Ein durchaus empfehlenswerter Absacker! Allerdings ist die Schachtelgr\u00f6\u00dfe viel, viel, VIEL zu gro\u00df f\u00fcr das Spiel.<\/p>\n<p><em>Genesis<\/em> ist zwar ein Brettspiel, es dauert aber nicht viel l\u00e4nger als eine Partie Poison. Ich war gespannt auf das Spiel, denn mir wurde gesagt, dass das Spielgef\u00fchl etwas an einen meiner Protos erinnert (was im \u00fcbrigens stimmt, auch wenn die Spiele doch sehr verschieden sind). Wer an der Reiheist w\u00fcrfelt mit 2 W\u00fcrfeln und spielt die gew\u00fcrfelten Landschaftspl\u00e4ttchen seiner &#8220;Tierart&#8221; (Farben entsprechen hier Landschaften, der Besitz wird durch Urtiere angezeigt) auf das Brett. Ziel ist es hier Gruppen gleicher Lanfschaftspl\u00e4ttchen zu bilden und innerhalb einer Gruppe am meisten aneinanderliegender Tiere zu haben. Bei Spielende werden die Gruppen n\u00e4mlich getrennt abgerechnet und der Spieler mit der gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Gruppe bekommt die meisten Punkte, der mit den zweitmeisten bekommt auc noch was, der Rest geht leer aus. Wie viele Punkte es gibt h\u00e4ngt davon ab, ob es eine &#8220;Standard&#8221;-Herde ist, die gr\u00f6\u00dfte Herde ihrer Farbe oder gar die gr\u00f6\u00dfte Herde auf dem Brett. &#8220;Dank&#8221; des W\u00fcrfels ist ein nciht unerheblicher Gl\u00fccksfaktor im Spiel, aber dank einer Reihe von Feldern, die nicht besetzt werden d\u00fcrfen (G\u00fcnter Cornett w\u00fcrde sagen &#8220;organischer Spielplan&#8221;), ist durch eine Menge durch gute Legetaktik auszugleichen. F\u00fcr die Spieldauer auf jeden Fall ein nettes Spiel, wenngleich auch kein Br\u00fcller. F\u00fcr ein optimalen Spiel m\u00fcsste der Spannungsbogen etwas straffer: Am Anfang sind die Z\u00fcge noch relativ unspannend, daf\u00fcr endet das Spiel etwas zu abrupt. Ich glaube mein Spiel ist besser, H\u00f6h\u00f6h\u00f6. Im ernst: Wie gesagt: Ein sch\u00f6nes Zwischendurchspiel, insbesondere sehr Wenigspieler-tauglich!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen wurde ich in den Comments gebeten, eine \u00dcbersicht \u00fcber lesenswerte Spieleb\u00fccher zu geben. Ich wei\u00df nicht ob ich der geeignete Ansprechpartner daf\u00fcr bin (zum einen habe ich nur eine relativ kleine Spielebuchbibliothek, zum anderen lese ich viele englischsprachige B\u00fccher), aber nat\u00fcrlich bin ich Leserw\u00fcnschen gegen\u00fcber immer offen. 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