{"id":256,"date":"2007-12-08T14:10:24","date_gmt":"2007-12-08T12:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/12\/08\/256"},"modified":"2007-12-08T14:10:24","modified_gmt":"2007-12-08T12:10:24","slug":"the-best-of-the-best-of-the-best","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/12\/08\/256\/","title":{"rendered":"The best of the best of the best"},"content":{"rendered":"<p>Ich lese gerne B\u00fccher \u00fcber Spiele &#8211; besonders \u00fcber moderne Spiele (wobei ich B\u00fccher mit Spielregeln gerne durchbl\u00e4ttere, aber ungerne <em>lese<\/em>). Allerdings ist die Auswahl da doch sehr beschr\u00e4nkt. Der Markt ist klein und entsprechend ist die Anzahl B\u00fccher sehr \u00fcberschaubar. Das letzte Buch was ich zu dem Thema las war &#8220;The Gamemakers&#8221; von Phil Orbanes \u00fcber die Geschichte von Hasbro. So ist es kein Wunder, dass ich sofort mit dem Buch <em>Hobby Games: The 100 best <\/em>(Herausgegeben von James Lowder) anfangen musste. 100 Pers\u00f6nlichkeitend der englischsprachigen Spieleszene (darunter illustre Namen wie Alan Moon oderIan Livingstone oder -zu meiner besonderen \u00dcberaschung &#8211; der Fantasyschriftsteller Tracy Hickman und der Computerspieldesigner Warren Spector) stellen ihre Lieblingsspiele vor. Das Ergebnis ist keine Top-100-Liste (die Spiele sind alphabetisch geordnet), sondern eine Sammlung potentiell interessanter Spiele. Dabei spielten nur die Vorlieben der Gefragten eine Rolle, keine historische Bedeutung o.\u00e4. Und es waren nur Spiele zugelassen, die a) in englischer Sprache erschienen waren und b) nicht \u00e4lter als 60 Jahre sein durften (also kein Schach, Go, Crokinole etc.)<br \/>\nDennoch ist die <a href=\"http:\/\/linnaeus.wordpress.com\/2007\/08\/30\/best-games-meme\/\">Liste der Spiele <\/a> erstaunlich vollst\u00e4ndig. Die Spiele, die man so erwarten w\u00fcrde sind fast alle drin. Nat\u00fcrlich sind solche Listen <em>per se<\/em> unvollst\u00e4ndig aber mich hat nur die Abwesenheit von <em>1830 <\/em>und <em>Dune <\/em> und vielleicht <em>Magic Realm <\/em>und <em>Caylus <\/em>\u00fcberrascht. Mehr noch &#8211; ich hatte \u00fcberlegt welche Spiele ich f\u00fcr eine absoluten Lieblingsliste nominieren w\u00fcrde und die meisten sind dabei: Roborally, Formula D\u00e9, Vinci, El Grande, L\u00f6wenherz, Carcassonne. Nur Betrayal at House on Hill und eben 1830 fehlen. Gar nicht schlecht! Ich h\u00e4tte mir allerdings noch etwas mehr Geschichte oder Spieltipps gew\u00fcnscht, aber in erster Linie sollen die Spielbeschreibungen ja neugierig auf ein Spiel machen und das tun sie auch.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick \u00fcberraschend sind die vielen Rollenspiele auf der Liste (Ars Magica, Call of Cthulhu, D&amp;D, Ghostbusters, Champions, Marvel Super Heros, Paranoia, Pendragon, RuneQuest, Shadowrun, Toon, Vampire: The Masquerade). Aber da ein Gro\u00dfteil der amerikanischen Szene seine Wurzeln urspr\u00fcnglich im Rollenspielbereich hat, sollte das nicht verwundern. Auch da hat jeder seine Lieblinge. Allerdings finde ich, dass das System des Rollenspiels zweitrangig ist und der Spielspa\u00df in erster Linie von der Runde abh\u00e4ngt. Ich habe vermutlich mehr Stunden meines Lebens beim Rollen- als beim Brettspiel verbracht, aber dennoch w\u00fcrde ich keines in meine Top-Liste aufnehmen. Allenfalls &#8220;Rollenspiel&#8221; als Oberbegriff. Meine Lieblingssysteme -Vampire und Star Wars sind jedoch vertreten (Das Star Wars- System ist eine Verfeinerung des Ghostbusters-Systems), also kann ich auch hier zufrieden sein :-)<\/p>\n<p>Das viele der Ausw\u00e4hlenden aus den Vereinigten Staaten kommen, sieht man auch daran, dass viele Spiele beschrieben werden, die ich in meiner Jugend in Rollenspiell\u00e4den (und nur da) gesehen und z.T. auch gekauft habe: Junta, Illuminati (damals bekannt geworden wegen der Schummel-Regel), Up Front und nat\u00fcrlich Blood Bowl. Alle drei Spiele sind klassische Beispiele amerikanischem Spieldesigns: Viel Thema, viel Gew\u00fcrfel, relativ lange Spieldauer und z.T. etwas bis sehr regel\u00fcberladen. Es sind auch Spiele, die meiner Meinung nach nicht ganz mit heutigen Designs mithalten k\u00f6nnen und die \u00fcberarbeitete Neuaflagen verdient h\u00e4tten (Wobei ich die aktuelle Fassung von Blood Bowl nicht kenne) &#8211; Bei Junta st\u00f6rt mich das unperfekte Spieldesign derart dass ich ein neues Spiel um die Grundidee herumgewoben habe, bei der alles nervige st\u00f6rt &#8211; ich hoffe der Verlag, der z.Z. &#8220;Viva la Revolution!&#8221; h\u00e4lt nimmt sich seiner an, auch wenn es alles andere als ein klassisches <em>German Game <\/em>ist&#8230;<br \/>\nHinzu kommen nat\u00fcrlich noch die Tabletops wie <em>Warhammer 20000 <\/em>und <em>Battlemech <\/em>und ich f\u00fchle mich vollends in die sp\u00e4ten 80er \/ fr\u00fchen 90er Jahre erinnert, bei der ich anfing mich f\u00fcr Spiele abseits des Mainstreams zu interessiere &#8211; und letztlich erstmal bei Rollenspielen gelandet bin (Und bei der Lost Worlds-Reihe, die leider nicht vertreten ist, die aber daf\u00fcr eine Renaissance erlebt &#8211; jedes Jahr kommen neue B\u00fccher dieser genialen &#8220;Zweikampfreihe&#8221; raus).<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt nicht kennen tue Fire &amp; Fury, Johnny Reb, Lensman, My Life with Master, Terrible Swift Sword, Unknowns Armies, The Warlord und Cosmic Wimpout, was mir sagt, dass ich mich noch auf viele neue Spielebeschreibung freuen kann!<\/p>\n<p>Oh, und nur weil ich den Platz einmal nutzen m\u00f6chte, meine Lieblingscomputerspiele aller Zeiten zu nennen: Dungeon Master, Emerald Mine, Half-Life und Deus X. Interessiert die Leserschaft \u00fcberhaupt nicht, aber ich wollts mal loswerden.<\/p>\n<p>&#8212;-<br \/>\nDas <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/11\/17\/247\">Gewinnspiel <\/a>ist abgeschlossen!<br \/>\nMehr als die H\u00e4lfte der Einsender fand <strong><em>Asphalt <\/em><\/strong>am langweiligsten. Kniffel und Haare waschen teilen sich den zweiten Platz.<br \/>\nInteressanterweise war der Tipp, welches der drei eine Mehrheit finden w\u00fcrde, viel geteilter: Jeweils ein Drittel der Einsender tippte Asphalt, Kniffel und Haare Waschen&#8230;<br \/>\nAber interessant ist ja: Wer hat gewonnen?<br \/>\nDie Losfee bestimmte <strong><em>Anja Krieg<\/em><\/strong> als Gewinnerin! Gl\u00fcckwunsch! Das Dubious geht am Montag in die Post!<br \/>\n&#8212;-<br \/>\nDer Meilenstein der Woche geht an eine ganze Spielereihe. Zudem an eine Spielereihe, bei der ein Teil der Spiele spielerisch gar nicht so viel bietet. Dennoch hat diese Reihe eine kleine Trendwende eingeleitet. <\/p>\n<p>Die Rede ist nat\u00fcrlich von der &#8220;Edition Perlhuhn&#8221; die in den 80er Jahren bei der Verlagsbuchhandlung Frankh-Kosmos erschienen ist und f\u00fcr die sich Reinhold Wittig verantwortlich zeichnete.<\/p>\n<p>Die einzelnen Spiele habe ich bereits vor Jahren <a href=\"http:\/\/www.rgh-soft.de\/sprace\/perlhuhn.htm\">hier <\/a>einmal beschrieben. Doch hier soll es um die Reihe als Gesamtwerk gehen: Was war an dieser Reihe so besonderes, dass ich sie zum Meilenstein erhebe?<\/p>\n<p>Nun, wie bereits angedeutet: Die Spiele sind es nicht. Die wenigsten der 20 k\u00f6nnten heute noch einen Hund hinter dem Ofen vorlocken. Einige (Timon, M\u00fcller &amp; Sohn, White Lady) waren damals schon eher am unteren Ende der Spa\u00dfskala angesiedelt (wobei letzteres klar das Lowlight darstellte).<br \/>\nWas die Reihe damals hervorhob war die Ausstattung: Gro\u00dfe, gediegene Schachteln, wundersch\u00f6ne Skaipl\u00e4ne (White Lady und M\u00fcller &amp; Sohn geh\u00f6ren auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsspielpl\u00e4nen *) und Holzmaterial &#8211; damals noch eine Besonderheit. Die gesamte Ausstattung richtete sich an <em>Erwachsene<\/em>, nicht an Kinder oder auch nur an Familien. Hinzu kam ein f\u00fcr damalige Zeiten fast unversch\u00e4mt hoher Preis von etwa 60-80 DM (<em>Das Spiel <\/em>kostete gar 120 DM bei Karstadt). Dabei wurden die Spiele durch gro\u00dfe Kaufhausketten vertrieben und nicht etwa nur in Spezialspielel\u00e4den (wo man durchaus andere &#8220;Erwachsenenspiele&#8221; fand).<br \/>\nErstmals wurde der Eindruck vermittelt: Hier ist ein Luxusprodukt &#8211; es ist ein Spiel, aber eines an dem sich Erwachsene erfreuen k\u00f6nnen. Etwas das man sich ins Wohnzimmer stellen kann. Ein Spiel, dass kein klassisches Spiel ist, aber f\u00fcr das man sich dennoch nicht sch\u00e4men muss &#8211; auch wenn man keine Kinder hat.<br \/>\nSowas gab es damals kaum. Das Experiment ging auf und die Reihe wurde sogar noch nach 1990 fortgesetzt, wenn auch nicht mehr unter der Schirmherrschaft von Reinhold Wittig (deshalb hie\u00df es nicht mehr &#8220;Edition Perlhuhn&#8221; auf der Schachtel &#8211; der Link beschreibt nur die &#8220;echte&#8221; Perlhuhnreihe, nicht die Spiele danach). So mancher zuk\u00fcnftiger Spieler wurde hier erstmals darauf aufmerksam, dass es sowas wie &#8220;Erwachsenenspiele&#8221; gab. Ein Bekannter meinte mal, es gab in den 80er Jahren (ohne Internet und mit nur sehr wenigen reinen Spielel\u00e4den) nur drei M\u00f6glichkeiten zum spielen zu kommen: Man kam aus dem Rollenspielbereich und entdeckte so die amerikanischen Produkte, man kaufte sich das Spiel das Jahres und wurde so vielleicht auf die Spielbox aufmerksam (deren Probeabo manchen Schachteln beilag) oder man kaufte sich ein Spiel der Edition Perlhuhn. Vielleicht \u00fcbertrieben, aber nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt (was mich betrifft: ich habe alle drei Wege parallel beschritten).<br \/>\nZudem zeigte das Beispiel dieser Reihe auch anderen Verlagen, dass Kunden durchaus auch bereit sind f\u00fcr edles Material etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ist heutzutage Holz ein Standardmaterial, so hat dies seine Wurzeln auch in der Perlhuhn-Reihe. <\/p>\n<p>Die &#8220;Edition Perlhuhn&#8221; war ein sehr mutiges Experiment, um neue Kunden zu gewinnen. Eine \u00e4hnliche Experimentierfreude w\u00fcnsche ich mir manchmal auch in der heutigen Zeit.<\/p>\n<p>ciao<br \/>\nPeer<\/p>\n<p>(*) Der sch\u00f6nste Spielplan in meiner Sammlung ist wohl &#8220;Kula Kula&#8221; &#8211; ein weiteres Wittig-Spiel mit umwerfenden Material und eher schwachbr\u00fcstigem Spielprinzip.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich lese gerne B\u00fccher \u00fcber Spiele &#8211; besonders \u00fcber moderne Spiele (wobei ich B\u00fccher mit Spielregeln gerne durchbl\u00e4ttere, aber ungerne lese). Allerdings ist die Auswahl da doch sehr beschr\u00e4nkt. Der Markt ist klein und entsprechend ist die Anzahl B\u00fccher sehr \u00fcberschaubar. 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