{"id":244,"date":"2007-10-27T11:09:59","date_gmt":"2007-10-27T09:09:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/10\/27\/244"},"modified":"2008-03-24T10:28:55","modified_gmt":"2008-03-24T09:28:55","slug":"lost-and-found","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/10\/27\/244\/","title":{"rendered":"Lost and Found"},"content":{"rendered":"<p>Die Leute reden nat\u00fcrlich immer noch \u00fcber Essen. Dabei f\u00e4llt mir ein gewisses Ph\u00e4nomen auf: \u00dcber <em>K\u00f6nig von Siam <\/em>redet kaum jemand, \u00fcber <em>King of Siam<\/em> findet man einiges.<br \/>\nAnders ausgedr\u00fcckt: Mein Spiel kommt im englischsprachigen Raum deutlich besser an, als im deutschen. Dasselbe Ph\u00e4nomen ist mir vor ein paar Jahren bei Tobias Stapelfelds <em>Neuland <\/em>aufgefallen: Die deutschen Rezis waren alle bestenfalls mittelm\u00e4\u00dfig, die amerikanischen ausgesprochen positiv. Es scheint so als ob denklastige Spiele im Ausland besser ankommen als in hierzulande. Ich werde diese Hypothese weiter \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Michael Weber hat es ganz sch\u00f6n ausgedr\u00fcckt: <a href=\"http:\/\/www.reich-der-spiele.de\">F\u00fcr jeden etwas f\u00fcr alle zu viel<\/a>. Die Messehallen sind so voll mit interessanten Spielen, dass man zwangsl\u00e4ufig was verpassen MUSS. Mehr noch &#8211; es gibt zahlreiche potentiell interessante Spiele, die man \u00fcberhaupt nicht wahrnimmt. Wer auch immer es war, der einmal zu KMW sagte, &#8220;Das bl\u00f6de an der Messeschau ist, dass es keine \u00dcberraschungen mehr gibt.&#8221; ist mittlerweile wiederlegt. Zwar dreht sich in den Nachbeprechungen immer alles um dieselben Spiele, aber das liegt eher daran, dass sich jeder die potentiell interessanten Rosinen vorab rausgepickt hat. Es gab viel interessantes zu entdecken (Hier liegt ein potentiell witziger Absacker names <em>Make you Gunfighters <\/em>(Ja, da ist wirklich schlechtes englisch auf der Packung) von Bouken neben mir, den ich nur aufgrund der Arbeit an meinem Buch gefunden habe) und niemand kann alles spielenswerte gefunden haben.<br \/>\nV\u00f6llig an mir vorbei gegangen sind z.B. <a href=\"http:\/\/www.chili-spiele.de\">Chili-Spiele<\/a>. Ich hab den Stand gesehen, aber mangelns Informationen erstmal als &#8220;Uninteressant&#8221; abgehakt. Leider kenne ich Klaus Zoch nicht pers\u00f6nlich, sonst w\u00e4re mir aufgefallen, dass er seine Finger in diesem Verlag hat. H\u00e4tte ich gewusst, was ich jetzt wei\u00df, w\u00e4re der Stand einer meiner Anlaufstationen geworden. Naja, um das irgendwie auszugleichen habe ich ein Interview gef\u00fchrt, auf dass andere Spieler nicht denselben Fehler machen wie ich.<br \/>\nDas leicht bearbeitete Interview kommt jetzt:<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Was hat es mit Chili Spiele auf sich? Erz\u00e4hle doch ein bisschen \u00fcber den Verlag und die Idee dahinter!<br \/>\n<strong>Klaus<\/strong>: Chili Spiele das sind drei Gesellschafter: Henry Buck, Volker Maas und Klaus Zoch.  Zusammen mit Henry Buck hatte ich 1986 meinen ersten Auftritt auf der Spielemesse in Essen. Wir haben damals unter anderem auch den Bausack vorgestellt. Unser erster Auftritt in der Szene war leider ein kompletter Mi\u00dferfolg. Ich habe damals keinen einzigen Bausack verkauft.<br \/>\nVolker Maas stie\u00df vor etwa 10 Jahren zum Zoch Verlag. Seit 1997  half er beim Transport, Aufbau und Spiele erkl\u00e4ren. F\u00fcr HUCH arbeitet er von Anfang an als Graphiker. (z.B. Ausgerechnet Buxtehude.)<br \/>\nWarum haben wir Chili gegr\u00fcndet?<br \/>\nIm Schrank der Zoch-Redaktion haben sich im Laufe der Jahre ein paar Perlen angesammelt, die wir im Zoch Verlag aus verschiedensten Gr\u00fcnden (St\u00fcckzahl, aufw\u00e4ndige Herstellung, hoher Preis&#8230;) nicht realisieren konnten.<br \/>\nChili soll nun Kleinstauflagen dieser Spiele erm\u00f6glichen. Da diese Spiele sehr knapp kalkuliert werden m\u00fcssen, ist keine H\u00e4ndlerspanne mehr m\u00f6glich. Sie werden deshalb nur auf Messen und im Chili-Internetshop erh\u00e4ltlich sein.<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Ich war zwar einigerma\u00dfen gut vorbereitet, aber dennoch habe ich vor der <em>Spiel <\/em>nichts von dem Verlag geh\u00f6rt. Habt ihr mit Absicht keine Vorab-Infos herausgegeben oder war das Zufall?<br \/>\n<strong>Klaus<\/strong>: Ich war mir nicht sicher, ob die Spiele bis zur Spiel 07 rechtzeitig fertig werden. Bei den <em>Aufsteigern <\/em>gabs dann ja auch Probleme. Deshalb hab ich lieber den Mund gehalten und keine gro\u00dfartigen Vorank\u00fcndigungen ver\u00f6ffentlicht<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Ihr habt drei Neuheiten. Kannst du die Spiele kurz vorstellen?<br \/>\n<strong>Klaus<\/strong>: COBRA ist von Torsten Marold und Cristoph Cantzler. Es ist ein relativ einfaches Geschicklichkeitsspiel mit Bluff- und Taktikelementen. Aus drei K\u00f6rben wachsen Schlangen heraus, die sich im Laufe des Spiels immer h\u00f6her winden. Zu Beginn des Spiels wird jedem Spieler eine Geheimfarbe zugelost. Die Schlangen werden aus Segmenten in diesen Farben aufgebaut. Durch Setzen eines Schlangenkopfes kann ich die Wertigkeit der jeweiligen K\u00f6rbe ver\u00e4ndern. Wer aber meine Geheimfarbe err\u00e4t, kann mir das Setzen des Schlangenkopfes verbieten.<\/p>\n<p>DIE AUFSTEIGER (von Holger Lanz) besteht aus 35 Holzkl\u00f6tzen, jede Seitenfl\u00e4che in einer anderen Farbe. Es geht darum mit seiner Spielfigur am Ende des Spiels ganz oben zu stehen. Das Spiel endet, wenn keiner mehr steigen kann.<br \/>\nDer Spieler am Zug darf einen Klotz umsetzen und so hoch wie m\u00f6glich steigen. Dabei darf sie nur Fl\u00e4chen der eigenen oder der neutralen Farbe erklettern. Die Spielfiguren k\u00f6nnen aus eigener Kraft nur Kl\u00f6tze erklimmen, die niedriger als sie selbst sind. F\u00fcr h\u00f6here Kl\u00f6tze gibt es Leitern. Der Einsatz einer Leiter will aber wohlbedacht sein, da eine Leiter nur einmal benutzt werden darf.<br \/>\nEs ist sinnvoll Teams zu bilden, am Ende kann aber nur einer gewinnen, d.h.:  ich mu\u00df mich rechtzeitig von meinem Team absetzen.<\/p>\n<p>NEUE HEIMAT (von mir) ist das anspruchvollste der drei Spiele. Drei H\u00e4userzeilen d\u00fcrfen mit farbigen W\u00fcrfeln bebaut werden. Wer den ersten W\u00fcrfel einer Farbe spielt, f\u00fcr den z\u00e4hlen in der Endabrechnung alle Geb\u00e4ude dieser Farbe.<br \/>\nSobald aber zwei Zeilen fertiggestellt sind, ist das Spiel zuende. Die fertigen Zeilen bringen Pluspunkte, die unfertigen bringen Minuspunkte.<br \/>\nSondergenehmigungen verk\u00fcrzen oder verl\u00e4ngern die vorgeschriebene L\u00e4nge einer Zeile. Der B\u00fcrgermeister (ein P\u00f6ppel) verdoppelt den Wert einer Zeile.<br \/>\nAlle Teile k\u00f6nnen meistbietend erworben werden.<br \/>\nEs gibt im Spiel keine Wartezeiten. Ich bin immer gefordert. Brauche ich unbedingt den gerade angebotenen Spielstein   mu\u00df ich mehr bieten als meine Konkurrenten, will ich aber nur die Millionen abzocken darf ich nicht \u00fcbertreiben um nicht auf meinem Gebot sitzen zu bleiben.<br \/>\nEs gilt die Pl\u00e4ne seiner Mitspieler vorherzusehen und in die richtigen Immobilien zu investieren. Aber nicht zu viel bezahlen! 12 Millionen sind schnell verpulvert.<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Wie verlief die Messe f\u00fcr Chili Spiele? Wart ihr zufrieden?<br \/>\n<strong>Klaus<\/strong>: Da bleibt ein Fragezeichen. Aufgrund meiner Verpflichtungen bei ZOCH und HUCH war ich kaum am chili Stand und habe noch kein Gef\u00fchl wie die Spiele nun wirklich ankommen. Verkauft haben wir leider nicht besonders gut, aber das war beim ersten Messeauftritt von ZOCH und HUCH auch nicht besser, mu\u00df also noch nichts Schlechtes bedeuten.<\/p>\n<p>Auf der n\u00e4chsten Messe in Stuttgart werde ich mich auf den chili Stand konzentrieren. Danach kann ich dir dann hoffentlich Aussagekr\u00e4ftigeres berichten.<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Als Autor interessiert mich nat\u00fcrlich: Kann ich mit schwer umsetzbaren Ideen direkt zu euch kommen oder werden sich die Chili-Spiele auch in Zukunft aus der Schatzkammer der Zoch-Redaktion rekrutieren?<\/p>\n<p><strong>Klaus<\/strong>: Schwer umsetzbare Ideen landen auf jeden Fall bei mir. Zusammen mit Albrecht Werstein (und den Autoren) wird dann entschieden ob das Spiel ver\u00f6ffentlicht werden soll und wenn ja wo.<\/p>\n<p><strong>Peer<\/strong>: Vielen Dank f\u00fcr das Interview. Her mit den Rezensionsexemplaren!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hab ich den letzten Satz nicht gesagt. Wenn Spiele so knapp kalkuliert sind und in so kleinen Auflagen erscheinen sind Rezensionsexemplare einfach nicht drin. Dadurch hats der Verlag nat\u00fcrlich doppelt schwer: Keine Pr\u00e4senz bei Online-H\u00e4ndlern, nur Rezensionen, wenn sich ein Rezensent ein Spiel kauft. Dadurch muss ein potentieller Rezensent aber nat\u00fcrlich selbst auf das Spiel aufmerksam werden &#8211; Ein Teufelskreis. Im Prinzip haben wir hier so etwas wie ein professionell aufgezogener Kleinstverlag&#8230; Ich pers\u00f6nlich bin sehr an den Aufsetigern interessiert, denn das Konzept liest sich sehr interessant. Wer auf der Stuttgarter Messe ist, kann mir ja berichten. Einer muss es ja tun. Die Chili-Spiele haben nur eine Chance, wenn jemand \u00fcber sie berichtet. Und dazu muss jemand auf sie aufmerksam werden. Mein Scherflein hab ich dazu beigetragen :-)<\/p>\n<p>Von meinen Messespielen hab ich \u00fcbrigens erst 2 spielen k\u00f6nnen: <em>Gypsy King <\/em>von Cwali ist ein abstraktes, einfaches Setzspiel, dass einen gewissen Pfiff hat. Ich bin mir nicht sicher, ob die Langzeitmotivation so hoch sein wird, aber im Moment halte ich es f\u00fcr ein ziemlich gutes Spiel. Es h\u00e4tte sehr gut in die Winning-Moves-Reihe gepasst (Wobei ich hoffe dass sich letztzere mal wieder erholt. Die Redaktion erscheint mir -basierend auf pers\u00f6nlicher Erfahrung -kompetent. Aber die beiden letzten Pl\u00e4tze beim Fair-Play-Rangking zu belegen spricht nicht gerade f\u00fcr eine gute Spieleauswahl).<br \/>\nAuch <em>If wishes were fishes <\/em>(Rio Grande Games) hat mir gefallen. Es ist sowas wie ein etwas anspruchsvolleres Familienspiel und spielt sich (einmal verstanden) ausgesprochen flott: Ein einzelner Zug dauert kaum 30 Sekunden. Das Thema ist unverbraucht (Fische fangen oder wieder zur\u00fcckwerfen und sich einen Wunsch gew\u00e4hren lassen) und das Spiel hat die richtige Mischung aus Taktik und Zufall, um locker weggespielt zu werden. Empfehlenswert!<\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer<\/p>\n<p>P.S. Meilensteine kommen ab jetzt zweiw\u00f6chig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leute reden nat\u00fcrlich immer noch \u00fcber Essen. Dabei f\u00e4llt mir ein gewisses Ph\u00e4nomen auf: \u00dcber K\u00f6nig von Siam redet kaum jemand, \u00fcber King of Siam findet man einiges. Anders ausgedr\u00fcckt: Mein Spiel kommt im englischsprachigen Raum deutlich besser an, als im deutschen. 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