{"id":24360,"date":"2023-07-08T12:41:39","date_gmt":"2023-07-08T10:41:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=24360"},"modified":"2023-07-09T09:13:00","modified_gmt":"2023-07-09T07:13:00","slug":"4-sommerspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2023\/07\/08\/24360\/","title":{"rendered":"4 Sommerspiele"},"content":{"rendered":"<p>Sommer, Sonne, Ferien! Was liegt da n\u00e4her als eines oder drei oder siebenundvierzig kleine Kartenspiele einzupacken, mit denen man die Familie begl\u00fccken kann? Eben.<\/p>\n<p>Normalerweise sind die Blogeintr\u00e4ge ja eher Metathemen gewidmet, aber gelegentlich bietet es sich an, auch hier mal konkrete Spiele zu bsprechen. Heute ist es wieder soweit &#8211; ich stelle mir die Frage: &#8220;Sind diese Spiele Sommerferiengeeignet?&#8221; Fast so als w\u00e4re die <em>Spielbar<\/em> eine normale Webseite.<\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag geht die Spielbar auch in den eingeschr\u00e4nkten urlaubsbedingten Sommerbetrieb; Das hei\u00dft die Blog- und Sprechbeitr\u00e4ge sind potentiell etwas unberechenbarer. Fast so als w\u00e4re die <em>Spielbar<\/em> eine normale Webseite. Allerdings eine normale Webseite mit Discord, wo wir immer alles neue ank\u00fcndigen. Also Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>Happy Bee<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autoren<\/strong> Maxime Rambourg, Th\u00e9o Rivi\u00e8re<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Helvetiq<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 3-6 Spielende <strong>ab<\/strong> 8 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong> 15 Minuten<\/p>\n<p>Eine kaum zu beantwortende Frage ist: \u201eWie wenig ist zu wenig?\u201c <em>Happy Bee<\/em> ist regeltechnisch extrem\u00a0 minimalistisch und verkn\u00fcpft auf einfachste Weise ein \u201eGleichzeitig 1-5 Karten ausspielen und wer die meisten einer Sorte ausliegen hat, bekommt Siegpunkte\u201c mit dem beliebten Karten zapfen. Einstiegsh\u00fcrde? Nicht vorhanden!<\/p>\n<p>Das minimalistische Design l\u00e4sst auch keinen Raum f\u00fcr Designfehler: Der Ablauf ist glatt, keine Kante st\u00f6rt beim Ausspielen, es geht Zack-Zack-Zack. Selten passt der Ausspruch \u201eMan spielt es so runter\u201c so gut wie bei <em>Happy Bee<\/em>.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite besteht bei so supereinfachen Spielen die Gefahr, dass nichts bemerkenswertes mehr \u00fcbrig bleibt, dass keine Erlebnisse im Ged\u00e4chtnis bleiben, dass keine Emotionen erzeugt werden, eben gerade weil das Spielerelebnis keinen Raum f\u00fcr das Besondere, ja\u00a0 f\u00fcr w\u00fcrzige \u00dcberraschungen l\u00e4sst. <em>Happy Bee<\/em> ist zumindest scharf an dieser Grenze zwischen Spiel und Mechanismus herumdesignet. Dabei erweist sich der Draft-Mechanismus als \u00fcberraschend clever: Da ich wei\u00df, welche Karten ich weitergegeben habe (alle, die ich nicht aufgedeckt habe) und ich die ausgespielten Karten behalte, habe ich zumindest eine <em>Ahnung<\/em>, was mein linker Nachbar \u00fcberhaupt leisten kann. Da die Anzahl der Karten, die ausgespielt werden, in den ersten Runden sukzessive steigt, sind die ersten Runden vor allem dazu da, \u00fcberhaupt zu ermitteln, von welchen Sorten ein \u00dcber- bzw. Unterangebot besteht (die Verteilung ist zuf\u00e4llig, bleibt aber innerhalb einer Partie gleich). Diese Information sollte man nicht \u00fcberbewerten &#8211; der Gl\u00fccksfaktor bleibt hoch, so dass<em> Happy Bee<\/em> nicht in Verdacht ger\u00e4t irgendwo anspruchsvoll zu sein. Aber zumindest bietet es die M\u00f6glichkeit an, eine Karte nicht v\u00f6llig blind auszuw\u00e4hlen. Ob das genug ist, um <em>Happy Bee<\/em> jenseits der Banalit\u00e4tsgrenze zu schieben h\u00e4ngt dabei auch von der Anzahl der Leute ab, die mitspielen. Je mehr, desto wertloser sind die wenigen Infos, die man hat. Zu dritt kann man fast &#8211; Oha! &#8211; geschickt spielen, jede Person mehr am Tisch verschiebt das Spiel weiter in Richtung Bauch und Banalit\u00e4t. Frustfreie Bauchbanalit\u00e4t muss im Urlaub freilich nichts schlechtes sein, aber mit sechs Personen f\u00e4hrt man sowieso eher selten weg.<\/p>\n<p>Niemand kann etwas gegen <em>Happy Bee<\/em> haben &#8211; selbst das Thema des Spieles dient einem guten Zweck (Werbung f\u00fcr Bienen quasi), aber sich bewusst f\u00fcr <em>Happy Bee<\/em> zu entscheiden kommt wenn \u00fcberhaupt nur dann vor, wenn man gerade von einer mehrst\u00fcndigen Wanderung irgendwie besch\u00e4ftigt werden m\u00f6chte, ohne den Kopf benutzen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24364\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-460x700.jpg 460w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-99x150.jpg 99w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-768x1170.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-1009x1536.jpg 1009w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-1345x2048.jpg 1345w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-370x563.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-270x411.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-570x868.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-328x500.jpg 328w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132-740x1127.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111132.jpg 1645w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/p>\n<p><strong>Crazy Pilot<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autoren<\/strong>: Matteo Cimenti, Carlo Rigon, Chiara Zanchetta<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Helvetiq<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-6 Spielende <strong>ab<\/strong> 8 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 10 Minuten<\/p>\n<p>Man kennt das: Man hat verschlafen und muss schnell zur Arbeit, doch der Verkehr ist die H\u00f6lle! Und dann noch obendrauf: Zombies! Da ist der Tag doch gelaufen!<\/p>\n<p>Genervt setzen sich alle vor ihre Kartenstapel und\u00a0 fahren los. Gefahren wird wie bei <em>Ligretto<\/em> durch gleichzeitig, schnelles Ablegen von Karten. Doch nat\u00fcrlich ist<em> Crazy Pilot<\/em> kein einfaches Kartensortieren, sondern eine waschechte Fahrsimulation (wers glaubt). In Echtzeit\u00a0 muss entschieden werden: Weiche ich Hindernissen nach links oder rechts aus, Bretter ich geradeaus weiter, bremse ich oder drehe ich sogar um? An der Geschwindigkeit meines Autos hat die Entscheidung keine Auswirkung, aber eigentlich ist das Spiel eine versteckte Fahrpr\u00fcfung: Bei Spielende wird \u00fcberpr\u00fcft, ob meine Entscheidungen richtig waren. Nat\u00fcrlich hagelt es Minuspunkte, wenn ich Omas \u00fcberfahre oder Stoppschilder \u00fcbersehe (\u00a7216b: Auch bei der Zombieapokalypse gilt die StvO).<\/p>\n<p>Bereits an dieser Stelle muss ich dem Spiel bescheinigen, dass es schlicht grandios ist. Entscheidungen in Echtzeit sind &#8230; nie gut. St\u00e4ndig schnell Entscheidungen bewerten zu m\u00fcssen ist stressig &#8211; zumal kleine Details auf den Karten bisweilen entscheident sind &#8211; aber in diesem Fall auf eine witzige Art und Weise und wenn man tats\u00e4chlich fehlerfrei durchkommt ist man der K\u00f6nig, auch wenn andere vielleicht schneller waren. Doch die beste Designentscheidung -und das schreibt man als Rezensent nicht oft &#8211; sind tats\u00e4chlich die Zombies. Nicht nur setzen sie den richgigen Ton, in dem sie das Spiel ins absurde verlegen, vor allem aber st\u00f6ren sie die Konzentration: Wer einen Zombie auf der aktuellen Karte sieht, muss dies laut ansagen, denn jetzt spielen alle kurz &#8220;Schlafm\u00fctze&#8221; und m\u00fcssen auf den Zentralstapel hauen. F\u00fcrs zusp\u00e4tkomen gibt es Zeitstrafen. Oft ist das ein uninspirierter Mechanismus, hier ist es ein zentraler Baustein des Spielsystems. Hier liegt Interaktion, denn alle fahren sonst vor sich hin. Dadurch muss man aber auch ein Auge auf die Mitspielenden haben, dadurch wird man immer wieder aus dem Rhytmus geholt und selbst der vorsichtigste Fahrer bekommt so auch mal ein paar Zeitstrafen.<\/p>\n<p>Als <em>Ligretto<\/em> in Deutschland in die Kaufh\u00e4user kam l\u00f6ste es einen gro\u00dfen Boom aus Echtzeitspielen aus, die aber prinzipiell nur kleinere Variationen des Urspiels waren und allesamt mittlerweile vergessen sind. Nicht einmal <em>Ligretto<\/em> konnte <em>Ligretto<\/em> das Wasser reichen: Von den 12 bei<a href=\"http:\/\/luding.org\/cgi-bin\/GameName.py?f=00w%5EE4X&amp;gamename=ligretto\"> Luding gelisteten<\/a> <em>Ligretto<\/em>-Varianten findet man in den Gesch\u00e4ften nur noch <em>Ligretto<\/em>. Crazy Pilot gelingt es dieselbe Spielidee tats\u00e4chlich weiterzuentwickeln, ohne dass der urspr\u00fcngliche Gedanke verloren geht. Die Leichtigkeit bleibt, der Spielspa\u00df bleibt, aber das Spiel bewegt sich spielerisch in anderen Gefilden, so dass es wirklich absolut eigenst\u00e4ndig ist und nicht zuletzt wegen des Themas sogar einen h\u00f6heren Aufforderungscharakter besitzt. Als ich es zum ersten Mal auf dem Tisch hatte, spielten wir gleich f\u00fcnf Partien hintereinander. Das lag auch daran, dass nicht nur die Herausforderung interessant ist, sondern man auch sp\u00fcrbar besser wird, weil man bestimmte Situationen besser einzusch\u00e4tzen lernt (leider ist hier die Anleitung nicht optimal, einiges lernt man tats\u00e4chlich erst &#8220;by doing&#8221;, insbesondere &#8220;by doing wrong&#8221; &#8211; z.B. Stoppschilder zu beachten oder dass man durch Geister einfach durchfahren kann). Eines der originellsten Kartenspiele in diesem Jahr!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24363\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-191x300.jpg 191w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-446x700.jpg 446w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-95x150.jpg 95w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-768x1207.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-978x1536.jpg 978w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-1303x2048.jpg 1303w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-370x581.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-270x424.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-570x896.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-318x500.jpg 318w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144-740x1163.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111144.jpg 1362w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/p>\n<p><strong>Tails on Fire<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autor<\/strong>: Thomas Sellner<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Heidelb\u00e4r Games<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-6 Spielende ab 10 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 20 Minuten<\/p>\n<p>Bei dem Spiel w\u00e4hlt jede Runde Karten aus, und dann wird weitestgehend zuf\u00e4llig bestimmt, ob diese \u201elaufen\u201c, ob mit diesen einen guten Staat zu machen ist. Die Spannung bei <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/challengers\/\"><em>Challengers<\/em> <\/a>liegt in dem Hin- und Herwogen der Duelle; da der Angreifer seinerseits wieder geschlagen werden muss und keiner mit dem ersten Angriff verlieren wird, werden immer\u00a0 beide Rollen eingenommen. Mit dem F\u00fcllen der Ersatzbank und dem Ausd\u00fcnnen des Decks, gibt es sowohl eine deutliche Progression als auch positive Erlebnisse. Das hat Georgios ausf\u00fchrlich in der verlinkten Rezension beschrieben und wollte ich mal erw\u00e4hnt haben. Achtung Kinder: Das wird sp\u00e4ter noch einmal wichtig!<\/p>\n<p>Bei <em>Tails of Fire<\/em> verbessert man sein Deck nicht, aber man \u00a0sucht sich jede Runde die drei Handkarten aus, mit denen man in den Kampf zieht. Dabei sind lediglich die gespielten Karten der Vorrunde gesperrt (und Karten, mit denen mal etwas gewinnen konnte). Mit diesen drei Karten geht es jetzt in eine Mischung aus Versteigerung und <em>Uno<\/em>: Beginnend bei einer Startzahl, werden reihum so lange aufsteigend Karten gespielt oder gepasst bis jemand seine eigene Karte vorfindet, also alle anderen gepasst hat. Diese Person gewinnt die aktuelle Runde.<\/p>\n<p>Dass die Anleitung f\u00fcr diesen doch recht einfachen Sachverhalt darstellt, als w\u00e4re es eine Gesetzesvorlage f\u00fcr den Export von Opossums ist Teil des Problems.\u00a0 Denn anders als das Regelheft assoziiert, ist <em>Tails on Fire<\/em> ein einfaches Spiel, nicht wirklich komplizierter als das oben erw\u00e4hnte <em>Happy Bee<\/em>: Man guck auf die blockierten Karten der anderen\u00a0 man w\u00e4hlt drei Karten aus und hofft, dass niemand eine gespielte Karte \u00fcberspielt. Gerade bei mehreren Personen kann man es auch mal riskieren zu passen, obwohl man bedienen k\u00f6nnte, in der Hoffung, die anderen spielen sich m\u00fcde. Bl\u00f6d, wenn die anderen dann gar nicht bedienen k\u00f6nnen und man auf seinen ungespielten Karten sitzen bleibt, w\u00e4hrend jemand anderes die Siegpunkte einsackt (das erinnert sehr rudiment\u00e4r an <em>Kill Dr. Lucky<\/em>, bei der man auch gewinnen kann, weil alle ihre Karten aufsparen wollen. Allerdings hat man bei <em>Dr. Lucky<\/em> deutlich mehr Karten zur Auswahl). \u00dcberhaupt herrscht vor allem Prinzip Hoffnung: Viel planen l\u00e4sst sich nicht. Oder besser: Man kann viel planen, aber da alle sich gegenseitig auszu-denken versuchen, ist der Erfolg sehr ungewiss.\u00a0 Bei <em>Happy Bee<\/em> ist das sehr \u00e4hnlich, durch das gleichzeitige Aufdecken der Karten ist die Aufl\u00f6sung sehr kurz und dadurch werden die Emotionen ged\u00e4mpft. Hier dauern die Runden (meistens) l\u00e4nger, daher ist mehr Platz f\u00fcr Schadensfreude, f\u00fcr Emotionen, aber auch f\u00fcr Frust.<\/p>\n<p>Anders als bei <em>Challengers<\/em> gibt es bei <em>Tails on Fire<\/em> nur eine geringe Progression: Es kommt zwar vor, dass Runde um Runde gez\u00e4hlt wird und alle Karte um Karte abspielen. H\u00e4ufiger kommt es jedoch vor, dass der Motor stottert, dass jemand -wie erw\u00e4hnt &#8211; vorzeitig die Runde gewinnt. Was davon geschieht ist v\u00f6llig unvorhersehbar. Auch das kann reizvoll sein, doch wer hier Pech hat,\u00a0 an dem l\u00e4uft das Spiel wortw\u00f6rtlich vorbei. Wer Rundenlang keine Karte spielen <em>kann<\/em> oder immer, wenn er es doch mal kann, gleich \u00fcberspielt wird, hat nicht nur keinen Einfluss auf den Ausgang des Spieles, man hat auch nichts erreicht, ja man hat nicht einmal etwas getan, von etwas Kartenschieberei abgesehen.\u00a0 \u00a0Da zudem die mechanische Adminarbeit (die zu erkl\u00e4ren sich die Spielanleitung bemerkenswert schwer tut) f\u00fcr ein Spiel dieser Kategorie etwas arg \u00a0umst\u00e4ndlich ist, f\u00e4llt die spielerische Unt\u00e4tigkeit besonders stark auf. \u201eAussetzen\u201c oder \u201eAusscheiden\u201c sind deshalb unbeliebte Mechanismen, weil sie einzelnen Spielenden\u00a0 jegliche M\u00f6glichkeiten am Spielerlebnis zu partizipieren nehmen. <em>Tails of Fire<\/em> kann f\u00fcr einzelne Spielende erreicht einen \u00e4hnlichen Effekt ganz ohne Aussetzregel. Eine zweifelhafte Leistung.<\/p>\n<p>&#8220;Zuverl\u00e4ssigkeit&#8221; ist ein Begriff, der nur selten mit Spielen in Verbindung gebracht wird, vermutlich weil es selbstverst\u00e4ndlich ist, dass Spiele zuverl\u00e4ssig funktionieren sollen. Dabei ist es gerade bei hohen Gl\u00fccks- und Zufallsfaktoren legitim, wenn auch mal schiefe Partien dabei sind (Das kommt ja sogar bei <em>Catan<\/em> ab und an mal vor), die Frage istdaher auch, wie oft ein Spiel sein Versprechen nicht einl\u00f6sen kann und wie es mit schiefen Partien umgeht. <em>Tails on Fire<\/em> scheint mir etwas umst\u00e4ndlich um eine eigentlich interessante Idee herumentwickelt worden zu sein. Als Resultat liefert das Spiel eben nicht zuverl\u00e4ssig gute Spielverl\u00e4ufe; insbesondere m\u00fcssten alle Spielenden \u00e4hnlich viel analysieren, damit die Sache f\u00fcr alle funktioniert.\u00a0 Mein Hauptkritikpunkt ist dabei nicht, dass es mal komplett gegen jemanden laufen kann, sondern dass diese Person dann nicht das Gef\u00fchl bekommt am Spiel teilzuhaben. Das wiegt f\u00fcr mich schwerer als die kleinen Positiverlebnisse, die das Spiel durchaus bieten kann. Vielleicht h\u00e4tte das Spiel kooperativ besser funktioniert. Vielleicht w\u00e4re es dann aber ein umst\u00e4ndliches\u00a0 <em>The Mind<\/em>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-24370\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-700x700.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-370x370.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-570x570.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170615-740x740.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/p>\n<p><strong>Hungry Monkey<\/strong><\/p>\n<p><strong>Autor<\/strong>: Erik Andersson Sund\u00e9n<\/p>\n<p><strong>Verlag<\/strong>: Heidelb\u00e4r<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr<\/strong> 2-6 Spielende <strong>ab<\/strong> 8 Jahren<\/p>\n<p><strong>Spieldauer<\/strong>: 15-30 Minuten<\/p>\n<p>Ein anderes Spiel mit hohem Gl\u00fccksfaktor ist <em>Hungry Monkey<\/em>, ein Spiel, dass sich bei traditionellen Kartenablegespielen bedient (die oft Namen haben, die vom Spamfilter aussortiert werden w\u00fcrden). Ziel ist es erst einmal seine Kartenhand leerzuspielen. Dazu werden reihum Karten in die Auslage gespielt, wobei die Zahlen immer gr\u00f6\u00dfer werden m\u00fcssen (allerdings nicht l\u00fcckenlos wie bei <em>Tails of Fire<\/em>), Wer nicht kann, muss den Kartenstapel nehmen. Soweit so bekannt. Die Leistung des Autoren ist es jetzt aus diesem bekannten System mit kleinen Regeln geschickt so abzuwandeln, dass zuverl\u00e4ssig (hier ist das Wort wieder) spannende Spielverl\u00e4ufe generiert werden.<\/p>\n<p>So beginnen alle mit vier verdeckten Karten, die loszuwerden das Spielziel ist, die man aber a) anfangs nicht kennt und b)erst spielen darf, wenn die Hand frei wird. Die Hand wird aber erst frei, wenn nicht mehr vom Stapel nachgezogen werden kann, was einige Runden dauert. Wie bei <em>Blaze<\/em> ist hier ein auf den ersten Blick sinnloses Spiel vorgeschaltet, dass aber -wie man schnell merkt &#8211; vor allem dazu dient, die verdeckten Karten kennenzulernen und ggf. auszutauschen und das Endspiel vorzubereiten. Obwohl diese Phase naturgem\u00e4\u00df sehr gl\u00fcckslastig ist, f\u00fchlt es sich nicht unbedingt so an, auch weil viele kleine Entscheidungen zu treffen sind. So kann man statt einer Handkarte auch eine zuf\u00e4llige Karte vom Stapel spielen. Das lohnt sich, wenn man nichts aufgeben will, die Stapelkarten nicht weh tun oder man gar hei\u00df auf diese Karten ist. Was aber Hungry Monkey abhebt von vergleichbaren Spielen sind die Sondereffekte einiger Karten. Diese sind so punktgenau eingesetzt, dass es elegant zu nennen ist. Sie erlauben es im genau richtigen Ma\u00dfe f\u00fcr \u00dcberraschungen zu sorgen und sind rein konstruktiv angelegt &#8211; Niemand anderes wird beeinflusst, nur man selbst kann sein Blatt verbessern. Das sorgt f\u00fcr positive Momente, auch wenn es mal im Ergebnis nicht so laufen sollte.<\/p>\n<p>Obwohl <em>Hungry Monkey<\/em> als Ablagespiel nominiell eher an <em>L.a.m.a.<\/em> dran ist, erinnert es mich von der Art der Entscheidungen und dem Spannungsbogen sehr an <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2019\/06\/23\/18616\/\"><em>Skyjo<\/em><\/a>. Beide Spiele bieten eigentlich nur kleine Entscheidungen, deren Erfolg zudem stark vom Zufall abh\u00e4ngen. Aber das Spiel bleibt gerade deswegen in jeder Pahse spannend. Bis zum Ende ist das Spiel ergebnisoffen. Und vor allem: Auch wenn es nicht l\u00e4uft, bekommt man eine Kompensation: So bl\u00f6de es ist, den Stapel nehmen zu m\u00fcssen: Pl\u00f6tzlich hat man potentiell viele gleiche Karten, die zusammen abgelegt werden k\u00f6nnen und &#8211; wenn es deren vier sind &#8211; sogar den Stapel resetten und einen Doppelzug erm\u00f6glichen. Einen dicken Stapel wird man daher \u00fcberraschend schnell wieder los &#8211; oder hat zumindest die Hoffnung, dass dies geschieht, insbesondere weil es ja auch bei den anderen selten perfekt l\u00e4uft. Es gibt einen Grund warum die Vorlagen von <em>Hungry Monkey<\/em> -und von <em>Golf<\/em>, der traditionellen Vorlage von <em>SkyJo<\/em> &#8211; so beliebt sind. Und genauso wie die Macher von <em>Skyjo<\/em> das beste aus vielen Varianten genommen haben und das Spiel perfekt auf den Punkt servierten, hat Erik Andersson Sund\u00e9n aus traditionellen Varianten ein Spiel kreiert, dass mehr ist als die Summe seiner Teile.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-24362\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-230x300.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-230x300.jpg 230w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-537x700.jpg 537w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-115x150.jpg 115w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-768x1001.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-1178x1536.jpg 1178w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-1571x2048.jpg 1571w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-370x482.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-270x352.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-570x743.jpg 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-383x500.jpg 383w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-740x965.jpg 740w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230707_111148-scaled.jpg 1963w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sommer, Sonne, Ferien! Was liegt da n\u00e4her als eines oder drei oder siebenundvierzig kleine Kartenspiele einzupacken, mit denen man die Familie begl\u00fccken kann? Eben. Normalerweise sind die Blogeintr\u00e4ge ja eher Metathemen gewidmet, aber gelegentlich bietet es sich an, auch hier mal konkrete Spiele zu bsprechen. Heute ist es wieder soweit &#8211; ich stelle mir die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":24369,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-24360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/20230708_170601-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24360"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24372,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24360\/revisions\/24372"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}