{"id":243,"date":"2007-10-21T19:23:29","date_gmt":"2007-10-21T17:23:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/10\/21\/243"},"modified":"2007-10-22T17:27:53","modified_gmt":"2007-10-22T15:27:53","slug":"nach-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/10\/21\/243\/","title":{"rendered":"Nach Essen"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich ein paar Worte \u00fcber meine Esseneindr\u00fccke. Keine Sorge: Ich werde nicht -wie alle anderen &#8211; \u00fcber 10.000 Spiele schreiben und diese dann mit Ja, nein, gut, schlecht abhaken. Mir gehts mehr um allgemeinere Eindr\u00fccke  zur Messe selbst (auch weil ich weniger zum Spielen gekommen bin als so manch anderer. Das Los eines Autoren&#8230;)<br \/>\nAuf einen Eindruck muss ich aber hinweisen: Meine Rezension von <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/akkon\">Akkon <\/a>ist online.<\/p>\n<p>Zuerst einmal zu meinem eigenen Spiel: <em>K\u00f6nig von Siam <\/em> lief ziemlich gut. Viele Erkl\u00e4rungen, \u00fcberwiegend gute Kritik (eigentlich nur gute Kritik am Stand. 2 Spieler gingen aber am Stand vorbei, verdrehten die Augen und meinten &#8220;Wie das schon aussieht!&#8221; &#8211; und das trotz imho sehr gelungener Graphik. Aber naja, solche Leute gibts immer). Bei der Fairplay-Scoutliste lagen wir immer im Trend (gute Noten, aber zu wenig f\u00fcr das Ranking) am Samstag abend war es <a href=\"http:\/\/fairplay-online.blogspot.com\/\">dann endlich soweit<\/a>: 2- und vor Amyt\u00fcddel\u00fct von Ystary! Man, bin ich froh \u00fcber dieses Ergebnis!<br \/>\nAu\u00dferdem zum Unterscheid zwischen den Verlagen: <em>K\u00f6nig von Siam <\/em>hat sich allein am Donnerstag und Freitag besser verkauft als &#8220;Monochrom&#8221; im ganzen letzten Jahr. Umgekehrt verkaufen sich Kosmos-Spiele im selben Zeitraum im vierstelligen Bereich und ich vermute allein Cuba von eggertspiele d\u00fcrfte durch Vorbestellungen eine h\u00f6here Verkaufszahl erreicht haben. Aber was solls: Ich bin rundum zufrieden!<br \/>\n<em><strong>(Update: <\/strong><\/em> <em>Wir sind insgesamt 423 Siams losgeworden (inklusive Rezensionsexemplare etc.). Wenn man nur die Privatkunden (und nicht die H\u00e4ndler) rechnet, war Donnerstag der eintr\u00e4glichste Tag. Am Sonntag endete Siam auf Platz 7. Leider \u00e4nderten die Fairplay-Leute die Anzahl der Mindeststimmen von 45 auf 50 ab und damit ist Siam wegen zwei fehlender Stimmen aus der Liste geflogen &#8211; \u00e4rgerlich, aber ich sehe die Liste auf der Messe als wichtiger an. Jetzt bin ich auf die Nachbenotungen auf den diversen Seiten gespannt. Bei BGG sind sie im Moment positiver als bei Hall. Daf\u00fcr gibts auf letzterer Seite eine sehr gute Note f\u00fcr On Q.)<\/em><\/p>\n<p>Ich kaufe auf der Messe ja eigentlich nur Spiele, die ich sp\u00e4ter nur schwer bekomme. Entsprechend gucke ich mir auch nur Spiele an, an die ich sp\u00e4ter nicht mehr rankomme. Aber: auch das wird immer schwieriger! Zugegeben, ich hatte dieses Jahr mehr Termine als sonst (auch wenn ein Termin wegfiel, weil ich meine Prototypen im Hotel vergessen hatte *z\u00e4hneknirsch*), aber dennoch: Die Anzahl gerade der ausl\u00e4ndischen Verlage ist enorm gestiegen. Das freut mich nat\u00fcrlich, wird das Hobby doch internationaler.<\/p>\n<p>Ein Tipp f\u00fcr neue Aussteller: Schnell einen Platz in einer guten Halle sichern. W\u00e4hrend sich die Massen durch 11 und 12 schoben und auch 5 und 6 zumindest am Samstag stark frequentiert waren, herrschte in Halle 4 fast g\u00e4hnende Leere. Zwar gabs durchaus interessante St\u00e4nde dort (z.B. Hive-Erfinders Yiannis Army of Frogs oder die Master-Print-Spiele von QWG oder Richard Breeses Key Harvest), aber irgendwie fanden nur Insider den Weg durch die Rollenspielhalle.<br \/>\nNoch schlimmer hatten es aber die Handvoll Verlage getroffen, die in der Galerie untergebracht worden sind. Die \u00fcberhaupt zu finden war schon eine Kunst f\u00fcr sich. Wenn dort nicht der zweite Czechische Verlag (mit dem Sechsst\u00e4dtebund) w\u00e4re, w\u00e4re wohl niemand dagewesen. \u00c4rgerlich vor allem auch, weil in Halle 4 ein Stand nur ein Tag (f\u00fcr die Memory-Meisterschaft) besetzt war &#8211; da h\u00e4tte man sicherlich den Verlagen entgegen kommen k\u00f6nnen. Einer der Verlage tat mir so Leid, dass ich dort dessen &#8220;Oilfield&#8221; probiert habe. Dabei handelt es sich um ein Zweipersonenverbindungsspiel mit zuf\u00e4lliger Startaufstellung. &#8220;Zuf\u00e4llig&#8221; ist hier das entscheidende Wort, denn ich sehe nicht, wie man tats\u00e4chlich besser spielen kann, als sein Gegen\u00fcber. Und damit entscheidet letztlich die Startaufstellung (wobei man mit solchen Vorverurteilungen ja vorsichtig sein sollte. Auf Hall meinte jemand, Siam w\u00fcrde sich immer in der achten Runde entscheiden ;-)<\/p>\n<p>Fast so sch\u00f6n wie das Kennenlernen der Spiele ist das Treffen von Leuten. Jedes Jahr lerne ich mehr Autoren, Readkteure und Journalisten kennen. Diesmal habe ich mich viel mit der amerikanischen Journaille (Greg Schlosser z.B. oder Patrick Korner) unterhalten. Auf diese Weise kommt man an interessante Infos und erf\u00e4hrt nette Geschichten. So wei\u00df ich jetzt, dass &#8220;Space Dealer&#8221; nicht mehr so hei\u00dfen darf, weil es eine Berliner Werbefirma gibt, die sich den Titel hat sch\u00fctzen lassen. Eigentlich kein Problem, da der Spielebereich nicht betroffen ist. Nur leider macht die Werbefirma eben auch ab und an Werbespiele und daher k\u00f6nnte der Titelschutz greifen. Zwar w\u00fcrde eggertspiele im Zweifelsfall wahrscheinlich eher Recht bekommen, aber das Risiko ist dem Verlag verst\u00e4ndlicherweise zu gro\u00df. Folglich hei\u00dft es auf der Oberseite zur Erweiterung &#8220;1. Erweiterung f\u00fcr das erste sanduhrgesteuerte interplanetare Echtzeitspiel&#8221; &#8211; ohne Titelnennung (Ob die Neuauflage unter dem Namen &#8220;Raumh\u00e4ndler&#8221; erscheint oder ob ein griffigerer Titel gefunden wird, steht noch nicht fest)<br \/>\nAuch habe ich von Thorsten Gimmler erfahren, dass das Thema und die Graphik von &#8220;Gangster&#8221; bereist vor dem Ludo-Art Gangster feststand. Es kam von Verlagsseite zu langen Verz\u00f6gerungen, die der Garphiker nutzte um ein weiteres Spiel bei der Konkurrenz im selben Stil zu illustrieren. Thorsten ist verst\u00e4ndlicherweise \u00fcber diesen Umstand nicht so recht gl\u00fccklich, dasselbe d\u00fcrfte letztlich f\u00fcr Czarn\u00e9 gelten. <\/p>\n<p>Aufgefallen ist mir auch, dass Spiele mit mehr als 5 Spielern eine ausgesprochene Rarit\u00e4t bleiben &#8211; Partyspiele einmal ausgenommen. Zu diesem Ph\u00e4nomen werde ich sicherlich hier noch ausf\u00fchrlicher schreiben. <\/p>\n<p>Insgesamt viel gelaufen, viel mitgenommen (getauscht, gekauft und ein paar Rezensionsexemplare waren auch dabei) und ein bisschen was gespielt &#8211; ich freu mich auf n\u00e4chstes Jahr&#8230; und auf die Berichte der anderen Seiten. Vor allem wenn es um &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221; geht. Ich bin einfach gespannt auf die Reaktionen (Immerhin <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/geeklist\/25444\/item\/512584#item512584\">einer <\/a>hielt es f\u00fcr das beste Spiel der Messe. Das geht nat\u00fcrlich gut runter!)<br \/>\n&#8212;<br \/>\nIch bin nicht sicher, ob &#8220;6 nimmt!&#8221; wirklich das erste Spiel war, dass den &#8220;Alle gl\u00f6eichzeitig ausw\u00e4hlen und umdrehen&#8221;-Mechanismus verwendet hat (vermutlich eher nicht), aber es ist auf jeden Fall das Spiel, dass diesen Mechanismus bekannt gemacht hat. Daher geb\u00fchrt ihm ein eigener Meilenstein!<\/p>\n<p>Wer kennt das Spiel nicht? Alle w\u00e4hlen eine Karte gemeinsam aus und es wird gleichzeitig aufgedeckt. 2 einfache Regeln bestimmen an welche der Reihe die Karten kommen. Wer die sechste Karte einer Reihe nehmen muss, bekommt die 5 Karten und die darauf aufgedruckten Minuspunkte.  Einfach und genial und gut funktionierend in allen Besetzungen hat es 2 Nachfolger hervorgebracht (die aber nicht die Genialit\u00e4t des Vorbilds erreichen). W\u00e4re es kein Kartenspiel gewesen, w\u00e4re es wohl Spiel des Jahres geworden.<\/p>\n<p>Doch unabh\u00e4ngig von der Qualit\u00e4t: Der Mechanismus des gleichzeitigen Spielens ist geh\u00f6rt heutzutage einfach zum Handwerkszeug eines Spieleautoren, genauso wie die Kramerleiste desselben Autors (dem ich auf der diesj\u00e4hrigen Spiel die Hand sch\u00fctteln durfte :-) ). Gleichzeitiges Spielen ist nicht nur ein beliebtes Mittel, f\u00fcr ein Bluffspiel, sondern bringt auch ein Zufallselement hinein, was f\u00fcr manche Spiele einfach notwendig ist (schon damit jede Partie anders abl\u00e4uft). Vielleicht noch wichtiger ist, dass es das Spiel i.A. beschleunigt, weil die normale Rundenstruktur durchbrochen wird. Dies erlaubt es, ein Spiel auch f\u00fcr h\u00f6here Spielerzahlen m\u00f6glich zu machen, ohne dass die Spieldauer explodiert. Wer ein Kartenspiel oder ein kartengesteuertes Zugspiel kreiiert kann sich dank 6 nimmt nun immer fragen: Was passt besser zum Spiel: Gleichzeitiges oder regul\u00e4res Ausspiel?<br \/>\nUnd das ist gut so.<\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich ein paar Worte \u00fcber meine Esseneindr\u00fccke. Keine Sorge: Ich werde nicht -wie alle anderen &#8211; \u00fcber 10.000 Spiele schreiben und diese dann mit Ja, nein, gut, schlecht abhaken. 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