{"id":23992,"date":"2023-02-19T13:55:43","date_gmt":"2023-02-19T11:55:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=23992"},"modified":"2023-02-18T14:31:09","modified_gmt":"2023-02-18T12:31:09","slug":"spieleschachteln-fuer-die-masse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2023\/02\/19\/23992\/","title":{"rendered":"Spieleschachteln f\u00fcr die Masse?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><em>Heute wieder einmal ein Gastbeitrag &#8211; wieder einmal von Florian. Danke f\u00fcr den Beitrag! &#8211; Anm. von peer<\/em><\/p>\n<p>Dies ist ein Text \u00fcber das, was vorne auf Spieleschachteln zu sehen ist. In einer Umfrage bekannten neulich 25% der Teilnehmerinnen, dass sie bei ihrem letzten Spontankauf durch das Cover zum Kauf angeregt wurden. Vielleicht ist es Zeit, sich darum etwas n\u00e4her mit der Vorderseite von Spielen zu befassen.<\/p>\n<p>Eines vorweg, ich wei\u00df nicht, wie Cover f\u00fcr Brettspiele im Detail entstehen. Was ich aus meiner beruflichen Erfahrung wei\u00df, ist wie Cover f\u00fcr PC- und Videospiele und Cover f\u00fcr Filme (DVDs, Blu-ray) zustande kommen. Ich vermute, dass es dabei einige Gemeinsamkeiten gibt und versuche aus diesem Erfahrungshintergrund hier ein paar Erkenntnisse \u00fcber Brettspielcover zu gewinnen. Lest das Folgende also bitte mit diesem Vorbehalt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23995\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-300x300.png 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-150x150.png 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-370x370.png 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-270x270.png 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-570x570.png 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06-500x500.png 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_7a0a0b9f-f7e1-4747-a560-f9476ba72d06.png 602w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Bild eines Rainer Knizia Spiels, wie es sich eine KI vorstellt<\/em><\/p>\n<p>Verpackungen entstehen meistens aus der Zusammenarbeit von Produktmanagerinnen, Grafikerinnen, Illustratorinnen und dem hinzugef\u00fcgten Einfluss von anderen Abteilungen und Fachkr\u00e4ften, wie zum Beispiel Vertriebspartner, Au\u00dfendienstmitarbeiterinnen, Sales, anderen Marketingmitarbeiterinnen etc.<\/p>\n<p>Selbst in kleinen Firmen, sind oft viele Personen an der Abstimmung \u00fcber die Hauptgrafik, die Texte und den Titel eines Produktes beteiligt. Arbeitet man mit Partnern zusammen, kommen oft noch Richtlinien hinzu, wie deren Logos und Markengrunds\u00e4tze verwendet werden sollen.<\/p>\n<p>Manchmal widersprechen sich diese untereinander, so habe ich einmal an einem Spiel gearbeitet, bei dem Nintendo und die lizenzgebende Zeichentrickfilmfirma ihr Logo in der gleichen Ecke haben wollten oder an einem Sportspiel, bei dem mehrere Verb\u00e4nde darauf bestanden, dass ihr Logo jeweils das gr\u00f6\u00dfte von allen Logos auf der Schachtel sein sollte.<\/p>\n<p>Die wichtigste Einflussgr\u00f6\u00dfe ist aber, meiner Erfahrung nach, das Bauchgef\u00fchl und die Lautst\u00e4rke einzelner der oben genannten Personen \u2013 respektive Stakeholder. In das Bauchgef\u00fchl flie\u00dft oft eine lange Berufserfahrung ein und in die Lautst\u00e4rke, im Idealfall, auch die Seniorit\u00e4t und damit Erfahrung der Person. Oft aber spielt hier auch eine gewisse Willk\u00fcr und Geschmacksfragen eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Denn das gr\u00f6\u00dfte Problem bei der Gestaltung ist, dass es nur wenige gesicherte Erkenntnisse gibt, was \u201efunktioniert\u201c \u2013 also sich positiv auf die Verkaufszahlen auswirkt und was \u201enicht funktioniert\u201c.<\/p>\n<p>Sicher gelten k\u00f6nnen einige allgemeine Grunds\u00e4tze, von denen es aber auch immer wieder Ausnahmen gibt:<\/p>\n<ul>\n<li>Lange S\u00e4tze will und kann keiner verstehen \u2013 das gilt auch f\u00fcr Titel und Untertitel. \u201eCatan\u201c ist ein guter Titel \u201eOhne Furcht und Adel\u201c schon relativ verkopft. Konsequent wurde letzteres dann zu \u201eCitadels\u201c.<\/li>\n<li>Bestimmte Farben rufen bestimmte (kulturell gepr\u00e4gte) Assoziationen hervor. Auch unabh\u00e4ngig vom Produkt. Kr\u00e4ftiges Rot wirkt aggressiv, pastellige Farben eher lieblich und wenig konfrontativ etc.<\/li>\n<li>Bestimmte Farben und Muster sind aber auch im jeweiligen Markt etabliert und senden dadurch bestimmte Signale: Bunt ist f\u00fcr Kinder, schwarz eher f\u00fcr Erwachsene, Pink f\u00fcr M\u00e4dchen (leider!) und Hellblau f\u00fcr kleine Marien-Figuren Jungs.<\/li>\n<li>Texte sollten aktivieren und darum zum Beispiel im Imperativ geschrieben werden.<\/li>\n<li>Substantivierungen werden schwer verstanden und sind zu vermeiden.<\/li>\n<li>Schl\u00fcsselinformationen m\u00fcssen sich vorne und hinten auf der Schachtel wiederfinden.<\/li>\n<li>Namen von Personen m\u00fcssen sehr bekannt sein, sonst haben die Kunden keine Ahnung von wem oder was die Rede ist. Bei Filmen wird allgemein davon abgeraten nur den Namen einer fiktiven Figur als Titel zu nehmen, es sei denn die Figur ist den Fans bereits bekannt. (\u201aSpiderman\u2018 geht, \u201aZafandar Schmidt\u2018 geht nicht)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei letzterem ist schon ein gro\u00dfer Unterschied von Filmen zu (Brett-)Spielen zu bemerken, da Spiele sehr oft mit mehr oder weniger erfundenen Namen daher kommen. (Azul, Catan, Andor).<\/p>\n<p>Was es leider wenig gibt, da es zu teuer ist, sind gesicherte Erkenntnisse, was genau an einem Cover die Kunden angesprochen und was sie verwirrt oder abgesto\u00dfen hat. Punktuell wird immer mal wieder Marktforschung oder Zielgruppenforschung betrieben, systematische Erkenntnisse gibt es \u2013 auch bei Produkten mit sehr gro\u00dfen Budgets \u2013 sehr wenige. Dies f\u00fchrt dazu, dass gef\u00fchlte und echte Erfahrungen und Bauchgef\u00fchle eine derartig gro\u00dfe Rolle im Prozess einnehmen.<\/p>\n<p>Aus meiner Erfahrung wird \u2013 verk\u00fcrzt dargestellt \u2013 das Cover einer Verpackung in einem Prozess gestaltet, der so oder so \u00e4hnlich abl\u00e4uft:<\/p>\n<p>Die Person, die f\u00fcr das Produkt verantwortlich ist, stimmt sich mit den anderen Beteiligten ab, was f\u00fcr dieses Produkt wichtig ist. Au\u00dferdem sammelt sie alles, was es \u201evon au\u00dfen\u201c schon an Anforderungen gibt. Also Logos von Partnern, Grafiken von Lizenzgebern, Altersfreigaben, Vorgaben zur Produktlinie, Feedback zu Vorg\u00e4ngerprodukten etc.<br \/>\nAll das verpackt die Verantwortliche nun in ein \u201aBriefing\u2018, also eine ausformulierte Arbeitsanweisung die beschreibt, was aufs Cover soll, manchmal mit Beispielen und Vorbildern angereichert. Dieses Briefing geht dann an Illustratorin und Grafikerin oder zuerst geht ein Briefing an die Illustratorin und dann geht die fertige Illustration mit dem Briefing f\u00fcr die Gesamtkomposition an die Grafikerin.<\/p>\n<p>Und dann kommt der erste Entwurf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Manchmal wird auch zuerst nur die Illustration beauftragt und dann bastelt die Produktverantwortliche selbst ein Vorab- oder Mockupcover.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt wird zum ersten Entwurf oder zum Mockup-Cover Feedback eingeholt. Das sind dann Runden, in denen sehr viele Meinungen eingebracht werden \u201ehatten wir schon\u201c, \u201ehat noch nie so funktioniert\u201c, \u201edas sieht irgendwie altbacken aus\u201c, \u201everstehen die Kunden nicht\u201c, \u201egeht das heller?\u201c usw. Aus diesem Gewitter an Eindr\u00fccken und Ansichten filtert die verantwortliche Person dann heraus, was davon an Grafikerin und Illustratorin zur\u00fcckgespielt wird.<\/p>\n<p>Und dann kommt der zweite Entwurf.<\/p>\n<p>Je nach Budget und Deadlines kann dieser Prozess sich mehr oder weniger oft wiederholen. Meistens ist nach drei bis vier Durchg\u00e4ngen sp\u00e4testens Schluss \u2013 es kann aber auch schon mal zehn Entw\u00fcrfe geben und manchmal sind die Entw\u00fcrfe sehr eng beieinander und manchmal wird nochmal alles \u00fcber den Haufen geworfen und neu gemacht.<\/p>\n<p>In vielen Unternehmen wird jetzt der fast finale Stand nochmal getestet, in dem er in Messe- \/ Presse-Unterlagen auftaucht oder wichtigen Eink\u00e4ufern bzw. Gro\u00dfh\u00e4ndlern gezeigt wird. Sehr oft kommt hier noch Feedback, was in eine letzte \u00dcberarbeitungsrunde einflie\u00dft. Dieses Feedback ist oft besonders wertvoll, weil hier Menschen ihren Input geben, die auch die kommenden Konkurrenzprodukte kennen. Hier will man sich manchmal Trends anschlie\u00dfen oder aber explizit vom Wettbewerb abheben.<\/p>\n<p>Und dann ist es fertig und den \u201efreien Kr\u00e4ften des freien Marktes\u201c ausgeliefert.<\/p>\n<p>Gesichert gilt: wenn das Produkt sich gut verkauft, gibt es sehr viele Meinungen, warum es funktioniert hat, aber wenn es sich schlecht verkauft, wird sehr oft die Verpackung verantwortlich gemacht, allerdings dann auch aus einer Vielzahl an Gr\u00fcnden (zu bunt, zu unbunt, zu leer, zu voll, zu altmodisch, zu neumodisch etc.).<\/p>\n<p>Darum noch ein kurzer Blick darauf, was in letzter Zeit eigentlich so \u201afunktioniert hat\u2018 im Brettspielmarkt:<\/p>\n<p>Hier gibt es gro\u00dfe Unterschiede in den einzelnen Vertriebs-Kan\u00e4len. Bei M\u00fcller an der Kasse verkaufen sich andere Spiele gut als bei Amazon oder in der Spieleoffensive. Generell gilt, je mehr andere Produkte ein Laden anbietet, umso massentauglicher sind die Spiele, die sich dort gut verkaufen. Bei Drogeriem\u00e4rkten werden andere Spiele verkauft, als im Buchhandel, als bei reinen Spieleh\u00e4ndlern und auch bei letzteren gibt es gro\u00dfe Unterschiede zwischen online und offline.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23996\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-300x300.png 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-150x150.png 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-370x370.png 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-270x270.png 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-570x570.png 570w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621-500x500.png 500w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_typical_person_who_plays_board_games_9f6ebbc0-5fd5-420e-9218-245c48b81621.png 602w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Bild eines Spielers, von KI erdacht<\/em><\/p>\n<p>Ich habe leider keinen Zugriff auf echte Verkaufszahlen, aber f\u00fcr den gesamten Spielwaren-Markt (also auch Spielzeug), gibt die NPD Group an, dass sich Lizenzen immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit erfreuen. Insbesondere Star Wars, Jurassic World, Minecraft, Batman und Harry Potter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bvspielwaren.de\/Am-Kind-wird-zuletzt-gespart-Comeback-der-station%C3%A4ren-Gesch%C3%A4fte\">https:\/\/www.bvspielwaren.de\/Am-Kind-wird-zuletzt-gespart-Comeback-der-station%C3%A4ren-Gesch%C3%A4fte<\/a><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch, dass viele Kunden offensichtlich sehr stark auf den Preis reagieren. So ist bei einem Online-Spieleversand das Kennerspiel des Jahres 2015 \u201eBroom Service\u201c wieder ganz oben in den Charts, da es dort gerade sehr g\u00fcnstig angeboten wird. Dort finden sich ansonsten auch vornehmlich Spiele mit kleinerem Preispunkt wie \u201eScout\u201c, \u201eCabo\u201c, \u201eHanabi\u201c oder \u201eWerw\u00f6lfe\u201c.<\/p>\n<p>Laut Zeit.de waren die meistverkauften Familienspiele 2021: &#8220;Monoplopy&#8221;, &#8220;Jenga&#8221;, &#8220;Micro Macro&#8221;, &#8220;Pictures&#8221;, &#8220;Rummikub&#8221;, &#8220;Die Siedler von Catan&#8221;, &#8220;Scrabble&#8221;, und auf Platz 8-10 &#8220;Exit&#8221;<\/p>\n<p>Schaut man auf die H\u00e4ndler, die sich nicht an die reinen Spiele-Hobbyisten wenden, so sieht man hier auf den ersten Blick: je massentauglicher, desto heller.<\/p>\n<p>Bei M\u00fcller und Hugendubel rangieren helle Schachteln wie bei \u201eWhat do you meme?\u201c, \u201ePictures\u201c, \u201eMicro Macro\u201c, \u201eJust One\u201c oder \u201eQwirkle\u201c ganz weit oben.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie die romantische Kom\u00f6die fast immer in helle Verpackungen gesteckt wird, wird auch das \u201ePartyspiel\u201c gerne mit wei\u00dfem oder hellem Hintergrund verkauft. Hier entsteht also eine Wechselwirkung von dem, was der Markt anbietet und was dann die Kunden wiederum erwarten. Einzig \u201eCodenames\u201c m\u00f6chte die Ausnahme von dieser Regel sein.<\/p>\n<p>Bei den H\u00e4ndlern, die auch Blumen, Kosmetik, B\u00fccher, Kalender und Co anbieten, haben etablierte Marken einen besonders guten Stand. Hier sind \u201eDas Spiel des Lebens\u201c, \u201eDas verr\u00fcckte Labyrinth\u201c und auch \u201eMonopoly\u201c noch immer ganz weit oben. Es bewahrheitet sich, dass nur das gut verkauft, was auch gut vertrieben wird. Wenn in jeder Kleinstadt \u201eMonopoly\u201c vorne im Laden steht, dann wird es auch gekauft.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Effekt hatte die starke Pr\u00e4senz von \u201eSkyjo\u201c bei Amazon und inzwischen auch bei Thalia. Hier hat der Verlag sehr gezielt sein Spiel auf diesen Kan\u00e4len gef\u00f6rdert und f\u00e4hrt damit einen gro\u00dfen Erfolg ein, der an den Hobby-Spielern vielleicht vorbei geht.<\/p>\n<p>Eine weitere Besonderheit bei Massenmarkt-Spielen ist, dass hier sehr oft das Spielmaterial vorne auf der Schachtel abgebildet wird. \u201eJenga\u201c, \u201eRummicub\u201c, \u201ePhase 10\u201c, \u201eQwirkle\u201c, \u201eDog\u201c oder \u201cQwixx\u201c zeigen ganz klar, was in der Schachtel steckt \u2013 hier sind keine Illustrationen, sondern konkret Spielkarten und Spielsteine das Hauptmotiv. Auch bei den meisten Monopoly-Ausgaben ist vornehmlich das Spielbrett abgebildet.<\/p>\n<p>Eine Variante dieser konkreten Anschaulichkeit ist es, das Spielprinzip in vereinfachter Form direkt vorne auf der Schachtel zu zeigen. Verbal macht es \u201eDas verr\u00fcckte Labyrinth\u201c mit dem Claim \u201eWer schiebt der hat\u2019s\u201c, graphisch und mit Worten zeigt \u201eDas Spiel des Lebens\u201c uns mit \u201eDrehe, um zu gewinnen\u201c die ber\u00fchmte Spindel, die hier als W\u00fcrfelersatz dient. Auch \u201eHalli Galli\u201c zeigt uns eine Hand \u00fcber der Glocke und dazu die Spielkarten und \u201eActivity\u201c symbolisiert mit Piktogrammen die Spielhandlung.<\/p>\n<p>Hierzu findet man bei Schmidt Spiele folgendes: &#8220;auch der entsprechende Spielmechanismus, [sollte] bereits mit dem Spielcover erkenntlich sein \u2013 das betont Bastian Herfurth, Head of Product Management bei Schmidt Spiele. Er sagt: \u201eBereits das Cover transportiert eine gewisse Erwartungshaltung an das Spiel. Wenn es also um ein schnelles Kinderaktionsspiel geht, muss auch eine gewisse Dynamik auf das Cover \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmidtspiele.de\/details-93\/wie-illustrationen-und-grafiken-das-brettspiel-pr%C3%A4gen.html\">https:\/\/www.schmidtspiele.de\/details-93\/wie-illustrationen-und-grafiken-das-brettspiel-pr%C3%A4gen.html<\/a><\/p>\n<p>Ausgerechnet \u201eKniffel\u201c aus dem Hause Schmidt f\u00e4llt aus der Zeit und zeigt uns ein Foto von einem P\u00e4rchen, das aussieht, als w\u00e4re es mit Waffengewalt zum L\u00e4cheln gezwungen worden. Aber bei einem so bekannten Spiel ist vermutlich egal, was vorne drauf zu sehen ist und sogar hier wird das Spielprinzip fotografisch demonstriert. Jedoch bin ich nicht sicher, ob der Mann auf dem Cover den Bleistift wirklich zum Punkte notieren verwendet oder ob er damit die Damen neben sich in einer Variante der \u201eHunger Games\u201c attackieren m\u00f6chte. Ich hoffe, es geht den beiden gut und sie m\u00fcssen kein \u201eKniffel\u201c mehr spielen.<\/p>\n<p>Schaut man auf die H\u00e4ndler, die vornehmlich an Vielspielerinnen verkaufen (z.B. Milan und Fantasy-Welt), dann sehen die Cover der Bestseller ganz anders aus. Hier dominieren d\u00fcstere Farben und finstere Gestalten.<\/p>\n<p>Ob \u201eGloomhaven\u201c, \u201eBlood Rage\u201c, \u201eNemesis\u201c, \u201eBrass\u201c oder \u201eHorseless Carriage\u201d ein ideales Cover f\u00fcr Vielspielerinnen ist dunkel bis schwarz und wird allenfalls durch lodernde Flammen oder ein mythisches, r\u00f6tliches Gl\u00fchen aufgehellt. Weniger Farben scheint hier mehr. Vom Spielmaterial keine Spur und wenn hier Menschen zu sehen sind, schauen sie nach unten oder sinnierend in weite Ferne. Hier ist der Spa\u00df noch Ernst! Einziger Lichtblick sind hier \u201eNemesis Lockdown\u201c und \u201eRoot\u201c die zwar auch in gedeckten Farben daherkommen, aber auf der ein oder anderen Schachtel noch niedliche Katzen, Hasen oder andere Tiere zeigen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Was bildet nun die Br\u00fccke zwischen Party- und Gelegenheitsspielen auf der einen Seite und d\u00fcster, komplexen Expertinnenspielen auf der anderen?<br \/>\nGanz klar: Landschaftsmalereien mit und ohne S\u00e4ugetier. Ob bei \u201eCascadia\u201c, \u201ePaleo\u201c oder \u201eDer Kartograph\u201c. Spiele die sich gleicherma\u00dfen gut bei Gelegenheits- und \u201eVielspielerinnen\u201c verkaufen, zeigen erstaunlich oft Landschaften.<\/p>\n<p>Diese eher biederen und oft im Stil der Romantik gemalten Landschaften sind aber vielleicht auch eine Besonderheit des deutschen bzw. zentraleurop\u00e4ischen Marktes. Weiter im Westen oder ganz weit im Osten, stehen Spiele mit deutlich zeitgem\u00e4\u00dferen Grafikstilen im Gesch\u00e4ft. Als Beispiele seien &#8220;Paper Tales&#8221; aus Frankreich (Illustration Christine Alcouffe)\u00a0 oder &#8220;Mobile Markets&#8221; vom russischen Illustrator Viktor Miller Gausa genannt.<\/p>\n<p>Schmidt Spiele schreibt auf seiner Seite dazu:<\/p>\n<p>&#8220;Auch im Ausland sind die \u201eGerman Boardgames\u201c unter anderem aufgrund ihrer Grafik \u00e4u\u00dferst beliebt und heben sich von den Designs dort ans\u00e4ssiger Verlage ab. Dort beeinflussen andere Branchen die Gestaltung von Brettspielen mitunter stark. So greifen beispielsweise franz\u00f6sische Verlage vermehrt auf animierte und plastisch wirkende Illustrationen zur\u00fcck, die stark an die der Videospiele erinnern. \u201eIn Deutschland ist dieser Einfluss noch nicht zu erkennen\u201c betont Bastian Herfurth.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmidtspiele.de\/details-93\/wie-illustrationen-und-grafiken-das-brettspiel-pr%C3%A4gen.html\">https:\/\/www.schmidtspiele.de\/details-93\/wie-illustrationen-und-grafiken-das-brettspiel-pr%C3%A4gen.html<\/a><\/p>\n<p>So weit mein kleiner Exkurs \u00fcber Spieleschachteln. Von Logos und Auszeichnungen, die dann noch hinzugef\u00fcgt werden, will ich hier nichts schreiben. Aber ich m\u00f6chte gerne noch einen Kommentar anf\u00fcgen von einem, der sich nun wirklich tiefgreifend mit der Materie auskennt und der wei\u00df, ob das obenstehende nun v\u00f6lliger Unfug ist oder halbwegs der Realit\u00e4t entspricht.<\/p>\n<p>Darum wird hier n\u00e4chste Woche <b><i>Matthias Nagy<\/i><\/b> noch etwas zum Thema schreiben.<\/p>\n<p>Und das nennen wir in der Filmbranche dann: Cliffhanger.<\/p>\n<p><i>to be continued..<\/i>..<\/p>\n<p>Florian<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wieder einmal ein Gastbeitrag &#8211; wieder einmal von Florian. Danke f\u00fcr den Beitrag! &#8211; Anm. von peer Dies ist ein Text \u00fcber das, was vorne auf Spieleschachteln zu sehen ist. In einer Umfrage bekannten neulich 25% der Teilnehmerinnen, dass sie bei ihrem letzten Spontankauf durch das Cover zum Kauf angeregt wurden. Vielleicht ist es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23994,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-23992","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Weltmacht_a_game_by_Reiner_Knizia_2f4798a7-35db-4054-b298-04fd0760bcf7.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23992"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23999,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23992\/revisions\/23999"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23994"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}