{"id":238,"date":"2007-09-22T15:03:55","date_gmt":"2007-09-22T13:03:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/09\/22\/238"},"modified":"2007-09-23T10:08:37","modified_gmt":"2007-09-23T08:08:37","slug":"deutschland-vs-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/09\/22\/238\/","title":{"rendered":"Deutschland vs. Japan"},"content":{"rendered":"<p>Anfangen m\u00f6chte ich mit der Meldung der Woche: Der Deutsche Spielepreis wurde gew\u00e4hlt. Die Top-5 war:<br \/>\n1) S\u00e4ulen der Erde<br \/>\n2) Notre Dame<br \/>\n3) Wikinger<br \/>\n4) Yspahan<br \/>\n5) Zooloretto<br \/>\nGratulation an die Beteiligten!<\/p>\n<p>Nun ist es kein gro\u00dfes Geheimnis, dass ich dem DSP keine allzu gro\u00dfe Bedeutung beimesse. Das hat nur sekund\u00e4r damit zu tun, dass er fast keine Auswirkungen auf den Spielemarkt hat. Der eigentliche Grund ist dreierlei:<br \/>\n1<em>) Mein altes &#8220;Was soll ein Preis eigentlich?&#8221;-Argument. <\/em><br \/>\nEin Preis soll zwei Dinge tun: Andere Spieler auf dieses Spiel aufmerksam machen und die Macher ehren. Nun Punkt eins scheidet beim DSP fast v\u00f6llig aus. Nur ein bekanntes Spiel kann \u00fcberhaupt gewinnen. Wenn ein Spiel schon so bekannt ist, dass es \u00fcberhaupt gew\u00e4hlt werden kann, ist es, nunja, schon sehr bekannt und kaum einer wird wohl durch die Wahl erst darauf aufmerksam.<br \/>\nBleibt der zweite Grund: Die Ehrung. Hiermit sind wir bei Punkt 2:<\/p>\n<p>2) <em>Was sagt der Preis eigentlich aus?<\/em><br \/>\nEs gibt keine &#8220;offizielle&#8221; Aussage, nach welchem Kriterien man abstimmen soll und daher hat der Preis auch keine Aussage f\u00fcr den, der ihn gewinnt &#8211; warum hat er nun genau gewonnen? Das &#8220;Spiel des Jahres&#8221; hat eine (mehr oder minder) klare Zielgruppe und auch eine Aussage. Es soll das Spiel gew\u00e4hlt werden, welches das &#8220;Kulturgut Spiel&#8221; am besten f\u00f6rdert (was immer darunter zu verstehen ist). Und der DSP? Soll es das beste &#8220;Vielspieler-Spiel&#8221; sein? Kaum. Und was hei\u00dft das beste? Das &#8220;subjektiv beste&#8221;, also mein Lieblingsspiel? Oder das Spiel, von dem ich denke, dass es am besten designed ist, egal was ich konkret davon halte? (Dieses Problem taucht auch bei vielen Meinungsumfragen auf &#8211; auch hier) Und was hei\u00dft &#8220;beste&#8221;? Und welche Zielgruppe? Alles ungekl\u00e4rte Fragen, die jeder f\u00fcr sich beantwortet. Aber es kommt noch schlimmer: Was steht eigentlich zur Wahl? K\u00f6nnen auch ausl\u00e4ndische Spiele gew\u00e4hlt werden? Neuauflagen? Spiele, die im September erschienen sind (also vor der Messe)? Im Zweifelsfall wird lieber nicht gew\u00e4hlt &#8211; das Spiel hat keine Chance. Zudem gilt<br \/>\n3) Gleiche Chancen f\u00fcr alle? Wohl kaum!<br \/>\nSiehe auch 1 &#8211; aber nicht nur das ein Spiel bekannt sein muss, es muss auch verbreitet sein. Kleinverlage haben bei der Wahl eigentlich nicht wirklich eine Chance. Und -so sehr &#8220;Spielerpreis&#8221; auch immer beim DSP mitschwingt &#8211; auch keine allzu langen Spiele. Oder allzu komplexe. Oder Spiele mit Lieferproblemen. Oder ung\u00fcnstigem Erscheinungstermin (siehe letzter Punkt). Nein, es kann nur die &#8220;breite Spielemasse&#8221; gewinnen, keine Randprodukte. Das kriegt sogar die Jury besser hin (Ich sag nur &#8220;Kaleidoskop classic&#8221;. )<\/p>\n<p>Letztlich liegt der Fehler im System. Der DSP ist eine Abstimmung, eine Spielerei, mehr nicht. So sehr &#8220;ernsthafte Spieler&#8221; den auch als &#8220;Rettung&#8221; vor dem SdJ sehen, so wenig aussagekr\u00e4ftig ist er in Wirklichkeit.<br \/>\nWill man einen Preis mit Aussage, muss man den Kreis der Abstimmenden beschr\u00e4nken und letztlich auch kontrollieren (mein n\u00e4chster Stimmzettel hat &#8220;K\u00f6nig von Siam&#8221; auf Platz 1 ;-) ). Es m\u00fcssen klare Abstimmungskriterien her. Dann -und nur dann- kommen auch mal \u00dcberraschungen zustande &#8211; Siehe Jury &#8211; aber die geben einem Preis auch Profil, Diskussion, Leben. Und das fehlt dem Deutschen Spielepreis nun einmal.<br \/>\nMehr als Kopfnicken und &#8220;Hab ichs doch gewusst.&#8221; ist nicht drin. H\u00f6chstens ein Klopfen auf die eigene Schulter, wenn man sich wieder gezeigt hat: &#8220;Ich verstehe was von Spielen. Meine Lieblingsspiele werden ausgezeichnet.&#8221;<\/p>\n<p>&#8212;-<br \/>\nJaja, das Internet &#8211; Nun habe ich letzte Woche etwas \u00fcberschnell von Exklusivit\u00e4t geschrieben und wurde prompt darauf hingewiesen, dass die Spiele bereits in der <a href=\"http:\/\/www.spielbox.de\/spielarchiv\/sbmessen\/sp072tab.php4\">Spielbox-Messeliste <\/a>drin stehen. Naja, aber die kommende Beschreibung ist exklusiv. Zumindest bis eine Konkurrenzseite die abschreibt&#8230; (Kleiner Scherz :-) )<br \/>\n<em>Tosenkyo <\/em>ist ein traditionelles Spiel. Mit einem F\u00e4cher (!) wird auf ein Ziel geworfen. Dabei gilt nicht Zielgenauigkeit, sondern man punktet mit der Positionen von F\u00e4cher, Ziel und Box (auf der das Ziel steht). Hier ein <a href=\"http:\/\/jp.youtube.com\/watch?v=OvNF-vwM7_M\">Eindruck<\/a>. .<br \/>\n<em>Magical Athlete <\/em>ist eine Neuauflage und wurde einmal kurz in der Spielbox besprochen. Im Prinzip ist es ein simples W\u00fcrfelspiel. Doch jede Spielfigur (es gibt 20 oder so) hat unterschiedliche Eigenschaften. Vor dem Rennen findet eine kleine Versteigerung statt, bei der die Athleten versteigert werden. Kein allzu ernsthaftes Spiel, aber ne nette W\u00fcrfellei mit einem gewissen Pfiff.<br \/>\n<em>Master of Rules <\/em>ist das neue Spiel von meinem japanischen Lieblingsautoren Susumi Kawasaki (R-Eco, Traders of Cartage). Wieder ist es ein ungew\u00f6hnliches Kartenspiel. Im Prinzip iein Stichspiel, spielt hier jeder zwei Karten: Eine Zahlenkarte und eine Zielkarte. Sind die Karten gespielt, wird geguckt ob die Bedingung der Zielkarte (z.B. &#8220;Die Zahlkarte muss die h\u00f6chste Karte in der h\u00e4ufigsten Farbe sein&#8221;) gilt. Dann gibt es Punkte. Die Regeln lesen sich \u00e4u\u00dferst interessant und ich bin ganz gespannt auf das Spiel! (Ich mag aber auch Stichspiel)<br \/>\n<em>Goita <\/em>ist ein traditionelles japanisches Parterschaftskartenspiel. Die Regeln liegen mir nicht vor, aber der Presseinformation entnehme ich, dass es sich wohl nicht um ein normales Stichspiel handelt.<br \/>\n<em>Highschool election <\/em>vo Ayumu kitzaki erscheint bei Roll und ist der dritte Teil der &#8220;Highschool-Reihe&#8221; (Nach Trouble school und Magic School). Wie die Vorg\u00e4nger auch ist dieses Spiel wieder von einem bekannten Manga-Zeicher illustriert (Yasuyuki Tsurugi). Die ersten beiden Spiele waren spielerisch nicht die anspruchsvollsten (Die Zielgruppe lag aber wohl auch mehr im Uno-Klientel) und ich vermute daran hat sich nicht viel ge\u00e4ndert. Thematisch geht es nat\u00fcrlich darum, die Wahl zum Schulsprecher zu gewinnen.<br \/>\n\u00dcber <em>Festival <\/em>kan ich nicht viel sagen, ausser die Presseinformation weiterzugeben: es geht darum f\u00fcr ein Festival m\u00f6glichst punktetr\u00e4chtige Kombinationen aus K\u00fcnstlern zu sammeln. Das geschieht mit einem verdeckten Draft-Mechanismus, \u00e4hnlich dem aus Fairy Tale. Ich vermute der Spielreiz bezieht sich aus dem was man vom Nachbarn bekommt die Karte(n) rauszusuchen, die am besten in die Kombi passen. Das entspr\u00e4che einem verdeckten Fairy Tale. Ich werds im Auge behalten.<br \/>\nAuch \u00fcber <em>Ni-Shi-Ki <\/em>kann ich nicht viel vermelden, au\u00dfer dass es in zwei Editionen kommt (Standard und Reiseausgabe) und es sich um ein &#8220;schach\u00e4hnliches Spiel mit Karten&#8221; handelt. Geschlagen wird aber in Wargame-Manier: Die Karten haben unterschiedliche St\u00e4rke und entschieden wird per W\u00fcrfelwurf.<br \/>\nF\u00fcr <em>Origin of Fallingwater <\/em>soll ich die Regeln \u00fcbersetzen, hab sie aber nicht rechtzeitig f\u00fcr dieses Post bekommen. Soweit ich wei\u00df wird es sich um ein originelles Stichspiel handeln, das quasi r\u00fcckw\u00e4rts gespielt wird: die Stiche werden erst komplett hingelegt und dann in umgekehrter Reihenfolge vergeben. Was das spielerisch bedeutet mag ich nicht absehen.<br \/>\nWenn ich die Presseinformationen richtig deute kann der durchschnittliche Europ\u00e4er <em>Word basket <\/em>getrost vergessen: Es ist ein Wortspiel mit japanischen Schriftzeichen. Na, wers kann&#8230;<br \/>\n&#8212;<br \/>\nIch habe ja ein Faibel f\u00fcr unbekannte Spiele und mir daher <em>Cherubim <\/em>von Dirk Henn (einem meiner Lieblingsautoren) besorgt. Das geht nur bei Missio, einer kirchlichen Orgaisation. Bei dem Spiel geht es darum gutes zu tun. Das tut man, in dem man &#8220;Projektsteine&#8221; auf einem von drei Spielbrettern platziet. Das wird etwas verkompliziert dadurch, dass die Farbe vom Stein zum Brett passen muss und vorgegebene Wege beschritten werden m\u00fcssen.<br \/>\nDas Spiel ist \u00fcberraschend pfiffig f\u00fcr ein Werbespiel, kommt aber optisch arg trocken daher. Dadurch wird auch der sehr abstrakte Grundmechanismus zu sehr hervorgehoben. Dennoch hat das Spiel Spa\u00df gemacht. Man kann geschickt taktieren, in dem man z.B. den Weg der Projektsteine an den punktetr\u00e4chtien Projekten vorbeif\u00fchrt, wenn man da partizipieren m\u00f6chte oder eben von denselben weglenkt, wenn man dort schon vertreten ist. Sehr nett. Leider zumindest zu viert mit 90 Minuten etwa 30 Minuten zu lang, aber vielleicht war die eine Partie auch untypisch. Ich werds gerne wieder spielen und kann es auch ob des g\u00fcnstigen Preises (15\u20ac plus Versand f\u00fcr ein gro\u00dfes Brettspiel mit vielen Holzsteinen) durchaus empfehlen. Auch weil die Philippinen drin vorkommen (die Heimat meiner Frau) und es da nicht allzu viele Spiele gibt&#8230; (Mir f\u00e4llt sonst nur <em>Manila <\/em>ein).<br \/>\n&#8212;<br \/>\nMeilenstein<br \/>\n&#8211; Der f\u00e4llt heute aus. Zugegeben nicht so gut, eine Serie gleich zu unterbrechen (*), aber ein langes Post wird einfach nicht so oft gelesen und dieses ist schon lang. N\u00e4chste Woche kommt aber einer, versprochen!<br \/>\n&#8212;<br \/>\nUnd zum Schlu\u00df noch ein Update zum <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/09\/01\/234\">Dune-Posting<\/a>: Wie der Autor auf Boardgamenews bekannt gibt, war das urspr\u00fcngliche Thema gar nicht der W\u00fcstenplanet, sondern das alte Rom. Insofern sieht er dem neuen Thema gelassen entgegen. Tja, wer h\u00e4tte das gedacht&#8230;<\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer<\/p>\n<p>(*) Als ich klein war erz\u00e4hlte ich meiner Tante mal &#8220;Ich sammel Pop-Up-B\u00fccher&#8221; &#8220;Und wie viele hast du schon?&#8221; &#8220;Noch gar keine. Aber ich m\u00f6chte welche. &#8221; Mit dieser Serie ist es \u00e4hnlich (Au\u00dferdem wollte ich diese Anekdote mal erz\u00e4hlen). <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfangen m\u00f6chte ich mit der Meldung der Woche: Der Deutsche Spielepreis wurde gew\u00e4hlt. Die Top-5 war: 1) S\u00e4ulen der Erde 2) Notre Dame 3) Wikinger 4) Yspahan 5) Zooloretto Gratulation an die Beteiligten! Nun ist es kein gro\u00dfes Geheimnis, dass ich dem DSP keine allzu gro\u00dfe Bedeutung beimesse. 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