{"id":23104,"date":"2022-04-24T11:18:47","date_gmt":"2022-04-24T09:18:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=23104"},"modified":"2022-04-27T15:46:12","modified_gmt":"2022-04-27T13:46:12","slug":"die-lieblingsconquistadoren-der-weinbauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2022\/04\/24\/23104\/","title":{"rendered":"Die Lieblingsconquistadoren der Weinbauern"},"content":{"rendered":"<p>Man plant ja so ein bisschen vorraus &#8230; und dann poppt ein Ereignis auf, das man nicht ignorieren kann. Wir sind ja nun keine Spielenews-Seite aber aktuelle Diskussionen m\u00f6chte ich dann doch ab und an mal behandeln, insbesondere wenn ich die Besch\u00e4ftigung mit der Thematik f\u00fcr wichtig erachte.<\/p>\n<p>Stonemaier Games hat eine neue Erweiterung f\u00fcr deren erfolgreiches Spiel <em>Viticulture<\/em> angek\u00fcndigt: <em>Viticulture World<\/em>, bei der es um den Weinanbau in der ganzen Welt geht. Es gab einige Vorabexemplare f\u00fcr ausgesuchte Rezensenten. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCrns3NfXKLNfllpJsObooDA\">ThinkerThemer<\/a> haben nun <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bIxYdLEW__w\">ein sehr emotionales Video<\/a> ver\u00f6ffentlicht, warum sie diese Erweiterung vorerst nicht rezensieren werden. Die Zusammenfassung: Eine der beiden Rezensentinnen hat sich besonders auf das Spiel gefreut, weil sie selbst aus Venezuela stammt und gehofft hat, ihre Heimat repr\u00e4sentiert zu sehen.\u00a0 Doch wie das geschieht, ist doch sehr fragw\u00fcrdig: Es gibt eine Warnung im Spiel, dass man die Handlungen der historischen Pers\u00f6nlichkeiten nicht guthei\u00dft, aber es ist ja nun einmal Geschichte, was soll man machen?. Die &#8220;historischen Pers\u00f6nlichkeiten&#8221; im Spiel werden im Video nicht genannt, aber die Rezensentin sprach von den beiden schlimmsten Unterdr\u00fcckern der spanischen Kolonisierung &#8211; und mir ist fast der Unterkiefer runtergefallen: &#8220;Die haben nicht wirklich Pizaro und Cortez in einem Spiel \u00fcber Weinanbau verwendet???&#8221;. Doch genau, das haben sie. Ich erz\u00e4hle das \u00fcbrigens nicht, um zu zeigen, wie unglaublich belesen ich bin, sondern um deutlich zu machen: Man h\u00e4tte wortw\u00f6rtlich keine schlechtere Wahl treffen k\u00f6nnen, was die S\u00fcdamerikanischen Repr\u00e4sentanten\u00a0 betrifft. Nun hat Jamey Stegmaier sofort reagiert und wird die entsprechenden Karten aus dem Spiel nehmen. Das Video hatte also durchaus einen positiven Effekt. Ich m\u00f6chte diesen Fall unabh\u00e4ngig davon aber nutzen, um auf die Frage einzugehen, warum das \u00fcberhaupt schlimm ist,\u00a0 zu untersuchen wieso es \u00fcberhaupt soweit kam und ein paar M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zukunft aufzeigen. Mir ist bewusst, dass ich vergleichbares hier schon h\u00e4ufiger diskutiert habe, aber ich versuche ein paar neue Aspekte anzuschneiden. Davon ab ist die ganze Geschichte auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Problematik eben doch noch nicht so vielen Leuten bewusst ist.<\/p>\n<p>Wie gesagt habe ich das Thema &#8220;Kolonialismus im Brettspiel&#8221; schon h\u00e4ufig besprochen und will jetzt nicht alles wiederholen. F\u00fcr den konkreten Fall scheint es mir aber relevant ein paar Sachen klarzustellen: Als erstes m\u00f6gen die Geschehnisse mittlerweile 500 Jahre her sein, aber die Schatten sind lang. Da die eingeschleppten (sic) Krankheiten Gelbfieber und Malaria massive Opfer unter den Kolonialherren forderten, wurde eine enorme Anzahl von Sklaven aus Afrika verschleppt. So viele, dass das Verh\u00e4ltnis von Sklaven zu Spaniern irgendwas in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 2000:1 war. Sklaverei war nie wieder so massiv wie in der Zeit. Nat\u00fcrlich &#8220;kompensierten&#8221; die Sklaventreiber ihre niedrige Anzahl mit hoher Brutalit\u00e4t. Dennoch konnten zahlreiche Sklaven entkommen, vor allem in die Berge oder Regenw\u00e4lder. Dort versteckten sie sich mit Indios und gr\u00fcndeten Siedlungen, die z.T. bis heute existieren. Und <strong>bis heute<\/strong> wird in Teilen S\u00fcdamerikas \u00fcber den Status der heute noch bewohnten Siedlungen, die aus den damaligen Sklaven-Indio-Verstecken hervorgingen, gestritten. Insbesondere wurde immer wieder Land verkauft, auf dessen Grund diese Siedlungen standen und die K\u00e4ufer wollten diese Siedlungen abrei\u00dfen lassen, weil diese ja der Boden &#8220;nicht geh\u00f6re&#8221;. Um es noch einmal zu betonen: Diese Konflikte gibt es immer noch! Brasiliens aktueller Pr\u00e4sident z.B. hat einige bereits getroffene Vereinbarungen wieder aufgek\u00fcndigt (und auch in Venezuela sind diese Siedlungen immer noch ein Thema in der Tagespolitik). Diese Konflikte lassen sich zu einem gro\u00dfen Teil eben auch direkt auf Pizaro und Cortez zur\u00fcckf\u00fchren &#8211; so wie sich der Holocaust zu einem gro\u00dfen Teil auf Hitler zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst, auch wenn er nat\u00fcrlich nicht der einzige Organisator war.<\/p>\n<p>Die zweite Klarstellung ist, dass Cortez und Pizaro -abgesehen von dem Disclaimer &#8211; im Spiel eine rein positive Rolle haben. Sie bringen bei Aktivierung einen Vorteil &#8211; man will das tun! &#8220;Aktiviere mal den Cortez, wir brauchen seine Effizienz&#8221; ist eine normale, spielerische \u00dcberlegung und es gibt im Spiel keinerlei Kontext, die anzeigt, was das eigentlich bedeutet. Niemand lernt etwas \u00fcber die beiden, niemand kann etwas reflektieren und es gibt somit auch keinerlei Grund, warum dies Karten diese Namen tragen.<\/p>\n<p>Drittens -und hier beziehe ich mich ausdr\u00fccklich auf Kommentatoren, die meinten, die beiden sind nun einmal historische Realit\u00e4t und ein Spiel wie <em>Through the Ages<\/em> h\u00e4tte ja auch C\u00e4sar oder Dschinghis Khan &#8211; ist <em>Viticulture<\/em> ein Spiel \u00fcber <em><strong>Weinanbau<\/strong><\/em>. Das einzige was Cortez und Pizaro in dieser Hinsicht geleistet haben, ist Trauben nach S\u00fcdamerika zu bringen und dort anzupflanzen, um Wein f\u00fcr die Messe (!) zu haben. Das ist aber nicht wirklich Weinabau. Ich wei\u00df nun wenig \u00fcber s\u00fcdamerikanische (oder \u00fcberhaupt irgendwelche) Weine, aber mich w\u00fcrde es wundern, wenn es in den letzten 500 Jahren nicht andere Menschen gegeben h\u00e4tte, die tats\u00e4chlich etwas f\u00fcr den s\u00fcdamerikanischen Weinanbau im modernen Sinne geleistet haben. Ich kenne Viticulture World ja nicht aus eigener Anschauung, aber ich wage einmal die Vermutung, dass die Australischen Weinpers\u00f6nlichkeiten <em>nicht <\/em>ebenfalls diejenigen waren, die lediglich wesrtmals Wein dorthin brachten. Auch hier zeigt sich, deutlich subtiler, eine fragw\u00fcrdige Perspektive: Das einzige was S\u00fcdamerika in 500 Jahren geleistet hat, ist Sklaven ein paar Trauben einbuddeln zu lassen. Das aber war dann der Verdienst der Sklaventreiber, die den Sklaven gesagt haben, wo sie zu buddeln haben&#8230;<\/p>\n<p><em><strong>Wie h\u00e4tte sich das Fiasko vermeiden lassen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das Wort &#8220;Fiasko&#8221; ist mit Bedacht gew\u00e4hlt: Es besteht keinen Zweifel daran, dass die Geschichte Stonemaier Games viel Geld kosten wird; sowohl das Drucken der Karten, als auch der Effekt, die diese Geschichte auf die Wahrnehmung von Stonemaier Games haben wird. Nat\u00fcrlich wird es positiv aufgenommen, dass Jamey Stegmaier so schnell und konpromisslos reagiert hat, aber gerade in Kreisen von Minderheiten gilt er schon als jemand, der in der Vergangenheit schon h\u00e4ufiger durch \u00e4hnliche Fettn\u00e4pchen aufgefallen ist. Es ist nicht so, dass man ihm B\u00f6swilligkeit unterstellt, sondern eher, dass er sich seines wei\u00dfen Privilegs \u00fcberhaupt nicht bewusst ist und kultursensitive Dinge schlicht nicht wahrnimmt.<\/p>\n<p>Um so wichtiger ist es, dass man jemanden hat, der einem genau auf diese Dinge hinweist. Es ist nun einmal so, dass man Probleme, die einen nicht selbst betreffen, schwer einsch\u00e4tzen kann und daher neigt diese runterzuspielen oder f\u00fcr weniger wichtig zu erachten. Anders ausgedr\u00fcckt: Wieviel Alltagsrassismus es in Deutschland gibt, wei\u00df ich erst, seit ich mit einer Migrantin verheiratet bin. Genau aus diesem Grund gibt es ja kulturelle Berater. Nur muss man eben auch auf diese h\u00f6ren &#8211; und die m\u00fcssen sich auch darauf verlassen k\u00f6nnen, dass ihre Vorschl\u00e4ge auch \u00fcbernommen werden und dass Kritik willkommen ist.<em> Stonemaier Games<\/em> hatten nun eine kulturelle Beraterin, die daraufhinwies, Besatzer\/Kolonisatoren\/Sklavenhalter nicht in einem positiven Kontext zu setzen, dann und nur dann, k\u00f6nne man darauf verzichten, diese Karten aus dem Spiel zu nehmen (was vermutlich die beste L\u00f6sung gewesen w\u00e4re, was aber eben Kosten und potentiell Entwicklungszeit verursacht h\u00e4tte). Soweit sich das nachtr\u00e4glich bestimmen l\u00e4sst, wurde das &#8220;nicht in positives Licht setzen&#8221; so interpretiert, dass ein Disclaimer ausgereichen w\u00fcrde. Leider ist ein Disclaimer nun einmal v\u00f6llig irrelevant f\u00fcr das eigentliche Spiel, ja,\u00a0 f\u00fcr die Art und Weise wie das Medium &#8220;Spiel&#8221;\u00a0 kommuniziert. Dadurch wirkt der Disclaimer wie ein Lippenbekenntis, ein B\u00f6hze-Onkelz-sind-nicht-mehr-rechts (au\u00dfer f\u00fcr unsere Fans)-Statement. Oder um mal einen Hitler-Vergleich zu bem\u00fchen: Wenn ich in meinem Kunstauktionsspiel Hitler bringe, weil der ja auch gemalt hat, mit einem Effekt wie &#8220;+3 auf die M\u00fcncher Szene&#8221;, dann kl\u00e4rt ein Text wie &#8220;Ja, der hat viele b\u00f6se Sachen gemacht, die wir keinesfalls guthei\u00dfen und uns ausdr\u00fccklich davon distanzieren&#8221; nicht die Frage, was der zur H\u00f6lle in dem Spiel zu suchen hat.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung lag so nahe: Auf die Beraterin h\u00f6ren, die Karten zu ersetzen, wie es jetzt nachtr\u00e4glich geschehen ist. Kulturelle Berater eben nicht als Leute begreifen, die einem ein &#8220;Approved&#8221;-Siegel auf die Schachtel bappen, sondern als Spezialisten, auf die man besser h\u00f6ren sollte. Und wenn es nur ist, um Skandale und negative Presse zu vermeiden. M\u00f6glichst sollten kulturelle Berater schon vorzeitig im Entwicklungsprozess eingeschaltet werden, um Probleme g\u00e4nzlich zu vermeiden, statt gemacht Fehler irgendwie noch zu fixen, m\u00f6glichst ohne das Design als solches zu beeinflussen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberlegungen f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem, indes, liegt tiefer<\/p>\n<p>Idealerweise m\u00fcssten kulturelle Berater von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Das funktioniert in der Praxis aufgrund der Hobbydesignerstrukturen in der Spieleszene aber oft nicht &#8211; min. 90% meiner Ideen werden zum Beispiel niemals eine Ver\u00f6ffentlichung erleben. Da ist es weder m\u00f6glich noch sinnvoll, jede Idee gleich von Anfang mit einem beratenden Person abzusprechen. Nat\u00fcrlich kann ich viele Fallstricke von vornerein auch durch eine gute Recherche vermeiden &#8211; aber das wird meine eigenen &#8220;blind spots&#8221; nicht verhindern.<\/p>\n<p>Daher ein paar Ideen, wie man das Problem von vornerein umgehen k\u00f6nnte:<\/p>\n<p>Als erstes einmal: Ein Thema, ein Setting ist <em><strong>niemals<\/strong> <\/em>nur das Benennen von Spielmaterialien und Erm\u00f6glichen von Graphiken. Diese Aussage ist unabh\u00e4ngig von der &#8220;thematischen Tiefe&#8221; des Spieles wahr. Ich glaube nicht, dass das allen bewusst ist! Gerade Eurogames haben ja den Ruf, dass es dort nur um die Mechanismen geht, das Thema prinzipiell egal ist. Nun ist auch <em>Viticulture<\/em> ein Eurogame. So ist<em> Bruxelles 1897,<\/em> wo es die Macher f\u00fcr eine gute Idee hielten Leopold II eine Promokarte zu spendieren (der belgische K\u00f6nig stach in Sachen Brutalit\u00e4t im Kongo selbst aus den anderen Europ\u00e4ischen Kolonisatoren hervor). Karten und Symbole haben eine Wirkung. Man k\u00f6nnte <em>Burgen von Burgund<\/em> auch mit Panzern auf den Markern spielen und das Spielgef\u00fchl wird ein anderes sein, ohne Mechanismen ge\u00e4ndert zu haben. Also: Thema und Mechanismen als Einheit begreifen, auch bei mechanisch orientierten, als &#8220;abstrakt&#8221; wahrgenommenen Spielen. Und beides und deren Zusammenwirkung hinterfragen.<\/p>\n<p>Zweitens: &#8220;Write what you know&#8221; &#8211; ich verstehe den Impuls, sein Spiel in anderen L\u00e4ndern und Kulturen einzusetzen. Aber warum? Ich f\u00fcr mich habe beschlossen mich erst einmal auf Europ\u00e4ische Themen (erg\u00e4nzt um die Philippinen, die Heimat meiner Frau) zu kontrollieren, weil ich mich hier sicherer f\u00fchle, was das Thema betrifft. Es ist doch so: Man blickt auf die Spielewelt und denkt: &#8220;Das spielt ja alles in Europa!&#8221; aber ist das wirklich so? Wie viele Spiele besch\u00e4ftigen sich <em>tats\u00e4chlich<\/em> mit der hiesigen Kultur, dem hiesigen Essen, der hiesigen Geschichte? Wie viel spielt merkbar in der DDR? In Berlin? In Hamburg? In der sorbischen Kultur? In der rheinischen? in der badischen? Ich glaube viele Themen spielen deswegen in fremden L\u00e4ndern und Kulturen, weil die einem als erstes einfallen. Interessanterweise besch\u00e4ftigen sich Spiele aus Iran in erster Linie mit Iranischer Kultur, und auch die meisten Asiatischen Spiele befassen sich mit der jeweils eigenen Kultur. Hier im Westen sind wir da vereinnahmender. Ist das so, weil wir die eigene Kultur nicht wahrnehmen oder nicht sch\u00e4tzen oder weil nur wir denken, dass wir dem Alltag nur entfliehen k\u00f6nnen, wenn wir ins Aztekenreich oder Japan fliehen? Ich glaube jedenfalls, dass viele Spiele,\u00a0 die z.Z. irgendwo in Asien oder S\u00fcdamerika spielen, viel besser nach Europa passen w\u00fcrden. Die Schablonen, die wir nutzen, um ein Thema zu verstehen, w\u00fcrden viel seltener auf Vorurteilen basieren. \u00dcbrigens meine ich mit &#8220;Europa&#8221; ganz ausdr\u00fccklich nicht &#8220;Das generische Mittelalter&#8221;. Europa ist dann doch noch ein bisschen mehr als Schl\u00f6sser und Kirchen und Turmbau in Italien.<\/p>\n<p>Und wer nun partout die heimischen Gefilde verlassen m\u00f6chte: Es gibt auch die Zukunft, Fantasy, die Tierwelt etc. Nicht umsonst sind gerade &#8220;Die Natur&#8221; und &#8220;Nahrungsmittel&#8221; thematisch h\u00e4ufig vertreten. Das sind sch\u00f6ne Themen, f\u00fcr das Bedrucken von Karten, ganz ohne Kulturellen Imperialismus. Wohlgemerkt: Ich &#8220;verbiete&#8221; niemanden Spiele in anderen Kulturen spielen zu lassen, ich pl\u00e4diere nur daf\u00fcr, sich genau zu \u00fcberlegen, warum eigentlich. &#8220;Das bietet sch\u00f6ne Graphikm\u00f6glichkeiten&#8221; , &#8220;<a href=\"https:\/\/twtext.com\/article\/1387671390887763969\">Deren Kultur hat 5 unterschiedliche Elemente und ich brauchte f\u00fcnf mystisch aussehende Dinge f\u00fcr mein Spiel<\/a>&#8221; oder &#8220;Ich war da mal im Urlaub und es war sch\u00f6n da&#8221; halte ich nicht f\u00fcr ausreichende Gr\u00fcnde (Ich war \u00fcbrigens auch mal in der Mecklenburgischen Seenplatte im Urlaub. Ist sch\u00f6n da!)<\/p>\n<p>Doch wenn man etwas von anderen Kulturen \u00fcbernimmt: Warum dann immer nur die Symboliken? In meinem Artikel \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2020\/10\/04\/20844\/\">Kapitalismus in Spielen<\/a> schrieb ich schon, dass die westliche Sichtweise was Effizienz etc. bedeutet in Spielen vorherscht. Es ist aber nicht die einzige Sichtweise. Es gibt gen\u00fcgend Kulturen, f\u00fcr die z.B. Landbesitz und\/oder effiziente Ausbeutung desselben ein g\u00e4nzlich fremdes Konzept darstellt (<span id=\"page106R_mcid1\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Jean<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2010<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Jacques<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Rousseau<\/span><\/span> gef\u00e4llt das). Warum nicht diese Sichtweisen in das Zentrum eines Spieles stecken, statt kultureller Elemente. Das h\u00e4tte zudem den Vorteil, dass die Handlungen in der Spielnarrative st\u00e4rker schwingen, als die erz\u00e4hlten Elemente.<\/p>\n<p><em>Eine Handvoll Karten in Viticulture und der Peer stellt gleich alles in Frage &#8211; ist das nicht \u00fcbertrieben?<\/em> Nein. Die Karten sind ja nur Symptome. Damit meine ich nicht, dass die Spieleszene krank w\u00e4re. Aber nat\u00fcrlich kann auch sie sich verbessern und wachsen und sich weiter verbessern. Diese Dinge zu untersuchen ist mein Job als Content-Kreatur und als Autor.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man plant ja so ein bisschen vorraus &#8230; und dann poppt ein Ereignis auf, das man nicht ignorieren kann. Wir sind ja nun keine Spielenews-Seite aber aktuelle Diskussionen m\u00f6chte ich dann doch ab und an mal behandeln, insbesondere wenn ich die Besch\u00e4ftigung mit der Thematik f\u00fcr wichtig erachte. 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