{"id":2271,"date":"2011-06-19T08:52:01","date_gmt":"2011-06-19T06:52:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=2271"},"modified":"2011-06-19T08:52:01","modified_gmt":"2011-06-19T06:52:01","slug":"letzte-erstseindrucke-vor-der-autobahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2011\/06\/19\/2271\/","title":{"rendered":"Letzte Erstseindr\u00fccke vor der Autobahn"},"content":{"rendered":"<p>Demn\u00e4chst trete ich einen langen Urlaub an. Ich werde auch weiter bloggen, nur weniger regelm\u00e4\u00dfig und weniger p\u00fcnktlich. Insbesondere werde ich versuchen einigerma\u00dfen zeitnah zur SdJ-Pr\u00e4mierung was einigerma\u00dfen koh\u00e4rentes zu schreiben. Und am kommenden Mittwoch gibts ne neue Verlagsvorstellung\u00a0 (da bin ich aber auch noch nicht im Urlaub).<\/p>\n<p>Quasi als Einstimmung in die Urlaubszeit gibt es ein paar sommerliche Ersteindr\u00fccke!<\/p>\n<p><strong>Perpetual-Motion Machine:<\/strong> Ein kleines Spiel, hier wohl schwer zu bekommen (hab meines in England bestellt): Wer an der Reihe ist, zieht entweder Karten (wie viele h\u00e4ngt von seiner &#8220;Maschine&#8221; ab), wandelt einzelne Karten in W\u00fcrfel um (wie viele h\u00e4ngt von der &#8220;Maschine&#8221; ab) oder spielt Pokerkombinationen um W\u00fcrfel auf die eigene Maschine abzulegen und diese so zu verbessern. Wer als erstes alle W\u00fcrfel auf der Maschine abgelegt hat, gewinnt. Ein sch\u00f6nes minimalistisches &#8220;Engine&#8221;-Spiel! Die Hauptentscheidungen sind: Auf welche Kombinationen gehe ich (und damit: Welche Bereiche m\u00f6chte ich verbessern? Handkartenlimit, Anzahl zu ziehender Karten oder Umwandlungsratio?) und spiele ich lieber etwas runter, um weiter zu kommen, oder versuche ich mein Blatt zu optimieren, auch wenn ich dadurch etwas l\u00e4nger brauche? Nette Entscheidungen, allerdings kaum interaktiv. Daher aber gut zweit! Meine einzige Bef\u00fcrchtung ist, dass sich die einzelnen Partien eventuell zu sehr \u00e4hneln k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Pastiche<\/strong>: In einer Schachtel, die so stabil ist, dass man damit N\u00e4gel in die Wand h\u00e4mmern kann, kommt einer der Mensa-Gewinner des laufendes Jahres, das wundersch\u00f6n gestaltete <em>Pastiche<\/em>, das den gr\u00f6\u00dften absolut \u00fcberfl\u00fcssigen Spielplan meiner Sammlung aufweist.\u00a0 Im Prinzip geht es darum Farbkombinationen zu sammeln, um damit Gem\u00e4lde zu malen (Die Farbkarten liegen in Stapel auf besagtem Spielplan, dessen Zweck damit auch schon vollst\u00e4ndig dargelegt wurde!). Um Farbkarten zu bekommen, legt man sechseckige Pl\u00e4ttchen an die Auslage an. Dann darf man entweder die Grundfarbe nehmen, die in der Mitte des Pl\u00e4ttchens aufgedruckt steht oder man nimmt die Mischfarben, die durch benachbarte R\u00e4nder gebildet werden (Die R\u00e4nder der Pl\u00e4ttchen zeigen jeweils eine Grundfarbe). Anschlie\u00dfend darf noch eine Farbe nach etwas komplizierten Regeln getauscht werden. Wer dann ein Gem\u00e4lde fertig bekommt, macht das in der Regel. Der Mechanismus ist nichts bahnbrechend neues, aber ich mag Legespiele und das hier ist ganz nett. Allerdings muss man sehr viel im Kopf haben, sonst wird es sehr un\u00fcbersichtlich: Welche Farben ergeben gemischt welche anderen Farben? Welche Farben brauche ich f\u00fcr die Gem\u00e4lde? Wenn man ersteres erst einmal wei\u00df\u00a0 (Was ergibt 2x rot und 1x blau?)\u00a0 geht es bedeutend schneller aber auch dann ists ein ziemliches Gegucke, um alle Optionen abw\u00e4gen zu k\u00f6nnen. Und wenn man nicht selbst dran ist, kann man D\u00e4umchen drehen. Nicht schlecht, aber f\u00fcr mich auch nix dolles.<\/p>\n<p><strong>King of Tokio<\/strong>: Eine positive \u00dcberraschung! Dieses Spiel ist hoffnungslos \u00fcberproduziert, macht aber selbst zu zweit Spa\u00df! Im Prinzip spielt jeder ein Monster und haut aufeinander ein. Es gewinnt, wer als erstes 20 Siegpunkte gesammelt hat oder am Ende noch steht, wenns alle anderen geschmissen hat. Wer dran ist w\u00fcrfelt. Da kann er direkt ein paar Siegpunkte bekommen oder er kann Heilungssymbole sammeln und sich so erholen oder er bekommt quasi Geld, mit denen er sein Monster verbessern kann. Am wichtigsten sind aber die Pr\u00fcgelsymbole: Damit greift man an und hier kommt der geniale Mechanismus zu tragen: Ist man in Tokio greift man alle anderen Monster an UND bekommt Siegpunkte, wenn man dort ausharrt. Ist man nicht in Tokio greift man das Monster in Tokio an! Ein sch\u00f6nes Dilemma: Bleibe ich ein Runde, bekomme ich Siegpunkte und kann allen Mitspielern auf einmal schaden &#8211; bin aber auch das Ziel von jedem Angriff und das kann wehtun! Insbesondere darf man in Tokio nicht heilen, sollte also einigerma\u00dfen gesund die Stadt betreten. Noch besser: Wird man angegriffen, kann man nach dem Einstecken des Schadens beschlie\u00dfen, Tokio zu verlassen. Dann kommt der Spieler, der das Monster vertrieben hat seinerseits nach Tokio &#8211; auch wenn der gar nicht will. Ein Angriff will also wohl\u00fcberlegt sein! Ein rundes, launiges Pr\u00fcgelspiel mit gen\u00fcgend Entscheidungsspielraum, als dass man sich nicht den W\u00fcrfeln ausgeliefert f\u00fchlt. Und so interaktiv, dass Wartezeiten ertr\u00e4glich sind.<\/p>\n<p><strong>Battlestar Galactica<\/strong>: Ich werde mal ein Experiment machen und versuchen diesen Absatz zu verfassen, ohne ein Wort \u00fcber die Regeln zu verlieren. BG ist ein typisches Fantasy Flight Game: Recht hohe Einstiegsh\u00fcrde (auch wegen der wie \u00fcblich &#8230;ach, vergesst es), zumindest bei der ersten Partie lange Spieldauer und viel, viel Thema (Ein Mitspieler meinte bei der Regelerkl\u00e4rung: &#8220;OK, ab jetzt sage ich zu jedem Satz \u00b4&#8230;wie in der Serie!\u00b4&#8221;). Dabei ist es aber auch nicht dramatisch, wenn man nie die Vorlage gesehen hat. Wichtig ist nur: Die Mannschaft der Battlestar Galactica versucht den st\u00e4ndigen Angriffen und anderen Krisen lang genug auszuweichen, dass sie in sicheres Gebiet kommen. Das Problem: Die Mannschaft ist von Zylonen (die B\u00f6sen) unterwandert, die versuchen alles zu unterminieren. Das geschieht in wesentlichen dadurch, dass bei Krisen quasi geheim abgestimmt wird und die Zylonen hier negative Karten einwerfen k\u00f6nnen. Dabei hat das Spiel einen sch\u00f6nen Spannungsbogen: Bei unserer 5er-Partie gab es am Anfang nur einen Zylonen und entsprechend gut lief es. Beim Mittelspiel kam dann noch ein zweiter &#8220;Schl\u00e4fer&#8221; dazu und dann wurde es echt spannend. Einerseits waren die Menschen schon recht weit, andererseits konnten jetzt zwei Leute st\u00f6ren. Das Spiel war so spannend, dass ein Mitspieler bei mir \u00fcbernachtete, weil er seine letzte Bahn nach Hause nicht nehmen wollte, da er das Spiel nicht abbrechen wollte. Absolute Empfehlung! Es ist auch noch besser als Resistance, wobei hier imho keine Konkurrenz ist: Resistance funktioniert erst richtig ab 6 Spielern, BG geht maximal zu 6. Und Resistance ist ein eher kurzes Spiel, wo BG eine abendf\u00fcllende Veranstaltung ist.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens gewannen die Zylonen. Nicht zuletzt weil der Pr\u00e4sident ein Zylon war. Der sa\u00df am Ende zwar in der Brigg, aber die Menschen hatten einfach keine Zeit mehr, das Kommando zu verschieben. Hier half die Regel (neuer Absatz!!!), denn wir wussten nicht, wie m\u00e4chtig die Zw\u00f6lferratskarten waren und so fiel deren sehr sparsamer Einsatz (eine Karte) nicht weiter auf.<\/p>\n<p><strong>Strasbourgh<\/strong>: Hat mich gleich angesprochen. Auf dem Brett passiert altbew\u00e4hrtes: Einsetzen, Auftr\u00e4ge erf\u00fcllen und so. Aber: Der Versteigerungsmechanismus! *Schw\u00e4rm* Sehr sch\u00f6n! Man sucht sich vor jeder Runde raus, wie viele Karten man verbraten will und baut damit Stapel. Bei einer konkreten Versteigerung sucht man sich jetzt reihum einen Stapel aus und deckt die Karten davon auf. So noch die dagewesen und definitiv kein Blind Bidding, da man ja mehrere Stapel zur Auswahl hat. Dadurch kommt richtiges Poker-Feeling auf: Nehme ich den Stapel A oder B? Vor allem wenn man vorlegen muss, muss man spekulieren. Hinzu kommt noch, dass man f\u00fcr die verschiedenen Spielplanbereiche jeweils nur 3 Versuche hat, was aufs Brett bringen zu k\u00f6nnen. Nach einer Partie bislang auf meiner Sylvester-Shortlist (Und noch vor dem ebenfalls guten Burgen vom Bund).<\/p>\n<p><strong>Pantheon: <\/strong>Ich wiederhole an dieser Stelle: Das hier hier sind Ersteindr\u00fccke! Eine Partie! Und die reicht im Falle von Pantheon f\u00fcr mich nicht zur Meinungsbildung aus. Es ist vom Verlauf her ein ungew\u00f6hnliches Spiel: Kleine Entscheidungen und kleine Ver\u00e4nderungen durch gl\u00fcckliches Ziehen k\u00f6nnen exponentielle Wirkungen haben. Irgendwie ist es da so wie St.Petersburg: Wer am Anfang nicht optimal gespielt hat, aber noch irgendwie mithalten konnte, kann das nun am Ende nicht mehr und wird erbarmungslos abgeh\u00e4ngt- nur dass hier der Gl\u00fccksfaktor h\u00f6her ist. Wieviel h\u00f6her vermag ich nicht zu sagen, aber der einzige am Tisch, der das Spiel kannte, gewann mit einer Umrundung Vorsprung. Ob ich das alles mag oder eher nicht wei\u00df ich noch nicht, um das zu entscheiden m\u00fcsste ich das Spiel erstmal besser erfassen. Aus Autorensicht lobe ich aber den unkonventionellen &#8220;In your Face&#8221;-Ansatz, der sich von anderen, &#8220;braveren&#8221; Aufbauspielen abhebt.<\/p>\n<p><strong>Hanabi <\/strong>(Aus der Doppelpackung <em>Hanabi&amp;Ikebana<\/em>): Dieses Spiel wird wohl demn\u00e4chst einen etwas gr\u00f6\u00dferen Verlag finden und das ist gut so. Es ist ein kooperatives Spiel, aber ganz anders als alle anderen Koops: Zum einen wird hier nicht kommuniziert: Jeder hat eine Kartenhand, die er aber verkehrt herum h\u00e4lt: Man kennt also alle Karten, ausser den eigenen! Ziel ist es, die Karten nach Farben sortiert und in aufsteigender Reihenfolge auszulegen. Jeder Fehler verursacht einen roten Chip und nach drei Fehlern in Schlu\u00df. Das funkioniert nur, weil es die M\u00f6glichkeit gibt, jemanden alle Karten einer bestimmten Zahl oder einer bestimmten Farbe zu zeigen. Diese M\u00f6glichkeit ist aber nat\u00fcrlich begrenzt und so kommt es auch darauf an, was einem nicht gesagt wurde &#8211; Sehr subtil! Die andere Besonderheit ist, dass es im Falle eines Nicht-Scheitern eine Punktwertung gibt, im wesentlichen sagt die aus, wie viele Karten in einem Durchgang ausgelegt werden konnten. Mit anderen Worten: Man spielt auf den &#8220;Highscore&#8221;! Die Aufgabe selbst ist l\u00f6sbarer als andere Koops, so dass man hier durchaus Ambitionen haben sollte. Mir hats sehr gefallen, auch weils vom Spielgef\u00fchl her absolut einzigartig ist. Allein schon deswegen sollte man es zumindest mal ausprobiert haben!<\/p>\n<p><strong>Lancaster<\/strong>: Noch einmal die Erinnerung, dass dies hier Ersteindr\u00fccke sind. Mit Lancaster bewegt sich Queen Games in Bereiche, die sonst LudoArt und so vorbehalten sind: Viel hochwertiges Material, welches seinen Preis hat. Wer Spiele haben will, die so hochwertig ausgestattet sind, muss auch mit diesen Preisen leben k\u00f6nnen! So, das wollte ich mal loswerden. Zum Spiel: Im wesentlichen setzt man seine Ritter irgendwo ein, um Siegpunkte, mehr Ritter, bessere Ritter, Geld oder Knappen zu bekommen. Knappen werten Ritter tempor\u00e4r auf, gehen danach aber weinend nach Hause. Der Kniff: Wer auf der Englandkarte einsetzt, kann durch einen besseren Ritter (oder Ritter mit Knappenverst\u00e4rkung) vertrieben werden. Eingesetzt wird so lange, bis alle Ritter eingesetzt sind. Das bedeutet, wenn man einen Ritter vertreibt, darf der Spieler diesen woanders (oder aufgewertet an dieselbe Stelle) einsetzen &#8211; Im Prinzip Das Amun Re \/ Evo &#8211; Versteigerungsprinzip als Einsetzspiel. Dadurch gibt es eine interessante Dynamik, denn bis alle Ritter liegen kann sich durch Vertreibungsaktionen viel \u00e4ndern auf dem Brett.\u00a0 Das ist einerseits spannend, andererseits hats bei uns in den beiden letzten Runden leicht angefangen zu ziehen, weil st\u00e4ndig hin- und her vertrieben wurde (die letzte Runde dauerte inkl. Wertung 45 Minuten, was definitiv zu lang ist &#8211; auch wenns sicherlich ein Ausrei\u00dfer nach oben darstellte). Insgesamt ist das Spiel sauber designed und macht Spa\u00df, ein Spiel ohne Fehl und Tadel. Viel neues entdeckt man aber nicht und so aufsehen erregend ist das auch alles nicht. Die Nominierung zum Kennerspiel ist nachvollziehbar, aber die anderen beiden Nominierten gefallen mir um L\u00e4ngen besser.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demn\u00e4chst trete ich einen langen Urlaub an. Ich werde auch weiter bloggen, nur weniger regelm\u00e4\u00dfig und weniger p\u00fcnktlich. 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