{"id":2240,"date":"2011-06-05T13:50:25","date_gmt":"2011-06-05T11:50:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=2240"},"modified":"2011-06-05T13:50:25","modified_gmt":"2011-06-05T11:50:25","slug":"was-redakteure-konnen-konnen-nur-redakteure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2011\/06\/05\/2240\/","title":{"rendered":"Was Redakteure k\u00f6nnen, k\u00f6nnen nur Redakteure?"},"content":{"rendered":"<p>So, wo waren wir stehen geblieben, bevor wir von der Jury so j\u00e4h unterbrochen wurden? <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2011\/05\/15\/2218\">Ach ja<\/a>&#8230;<\/p>\n<p>Eines der Argumente gegen Kickstarter war ja, dass es dort keine Redakteure gibt, die ein Spiel erst so richtig gut machen. Ein f\u00fcr mich nachvollziehbares Argument, denn das ist einer der Gr\u00fcnde warum ich mir nichts bei The Gamecrafter bestelle (ein anderer sind die Portokosten). Andererseits gibt es zahlreiche gute Spiele die von ihren Autoren herausgebracht worden sind und erst danach den Weg zu einem gr\u00f6\u00dferen Verlag gefunden haben (oder gar nicht): Haste Bock\/Shear panic, Kahuna, Packeis am Pol, Linq, Puzzle Strike, Peloppones, The great Fire of London 1666 (jetzt mit <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/the-great-fire-of-london-1666\">neuer Rezi<\/a>)&#8230;<\/p>\n<p>Was macht ein Redakteur eigentlich? Nun, erstmal sucht er sich (oft) die Spiele aus, die er gerne produzieren m\u00f6chte. Hier hat er nat\u00fcrlich einen Vorteil gegen\u00fcber Kleinverlagen: N\u00e4mlich schlicht mehr Auswahl. Ein Autor hat nur ein begrenztes Portifolio an Spielen (seine eigenen), w\u00e4hrend ein etablierterer Verlag aus Hunderten von Spielen w\u00e4hlen kann. Allerdings wird Redakteur in seiner Wahl dadurch behindert, dass er sich in der Regel auf Spiele konzentrieren muss, die zum Verlag passen: Amigo wird vermutlich in absehbarer Zeit keine Vielspielerstrategiespiele auf den Markt bringen und Alea sicherlich nur ein sehr begrentes Kontingent an Stich- oder Geschicklichkeitsspielen.<\/p>\n<p>Der eigentliche Vorteil eines erfahrenen Redakteurs ist die Arbeit mit dem Spiel selbst: Auch wenn man keine halbfertigen Spiele an Verlage schicken sollte, finden die meisten Redakteure noch Dinge zum verbessern. Oder zumindest Dinge, die das Spiel mehr auf das Verlagsprogramm zuschneiden. Meine eigenen Erfahrungen sind da etwas gemischt; es h\u00e4ngt doch sehr an den F\u00e4higkeiten des Redakteurs und den Vorstellungen des Verlages, was aus einem Spiel, an dem die Redaktion herumdoktort, wird. Bernd Brunnhofer z.B. gilt als ausgezeichneter T\u00fcftler, der fast jedes Spiel, das er bearbeitet hat, noch etwas verbessern konnte (da kann ich nur aus zweiter Hand berichten, da ich selbst bislang noch nicht mit ihm zusammengearbeitet habe). Der Hauptvorteil liegt nat\u00fcrlich auf der Hand: Ein Redakteur hat zum einen eine gr\u00f6\u00dfere Distanz zum Spiel als ein Autor und daher weniger Skrupel entscheidene \u00c4nderungen vorzunehmen. Au\u00dferdem hat ein <strong><em>guter <\/em><\/strong>Redakteur die n\u00f6tige Erfahrung, um zu wissen, wie man noch kleinere Kanten abschleifen kann oder auf was man achten muss. Hier liegt der eigentliche Wert einer vern\u00fcnftigen Redaktionsarbeit (und hier unterscheiden sich auch die Verlage in ihren Erzeugnissen voneinander: Einige Redaktionen sind einfach besser als andere und damit auch die ver\u00f6ffentlichten Spiele).<\/p>\n<p>ABER: Ein professionell arbeitender Kleinverlag kann diese Redaktionsarbeit ebenfalls \u00fcbernehmen! Vorraussetzung ist freilich ein distanziertes Verh\u00e4ltnis zu den eigenen Spielen (=Den Willen auch etwas zu ver\u00e4ndern) und viele Testspiele nebst zugeh\u00f6riger Kritikf\u00e4higkeit. Ein Autor, der sein Spiel so gut findet, dass er es ver\u00f6ffentlichen will, muss es dennoch sehr viel testspielen und auch den Willen besitzen, das Spiel anzupassen. Alle oben genannten Spiele sind bei Kleinverlagen erschienen, die sehr gewissenhaft dieses oberste Credo verfolgen. Es ist also nicht so, dass ein Redakteur zwangsl\u00e4ufig notwendig ist. Er hilft allerdings schon.<\/p>\n<p>Wenn ich mir das erste Spiel eines Eigenverlages anschaue (etwa in Essen) gucke ich mir gar nicht unbedingt das Spiel selbst an &#8211; vielmehr versuche ich zu eruieren, ob der Autor wei\u00df was er tut: Habe ich den Eindruck er kommt aus der Spieleszene? Ist es vielleicht sogar ein Autor, der bereits Spiele ver\u00f6ffentlicht hat? Dann ist in der Regel auch das Spiel einen ersten Blick wert. Wenn nicht: Macht Spiel und Autor den Eindruck da ist Entwicklung eingeflossen? Bei einem Essenstand konnte der Autor einmal eine Regelfrage nicht beantworten, die mir bei der Erkl\u00e4rung in den Sinn kam (und das war nix exotisches) &#8211; da schrillten gleich Alarmglocken!<\/p>\n<p>Ein Punkt wo sich eine gute Redaktion \u00fcbrigens bemerkbar macht, ist bei den Regeln. Ich kenne kaum einen Kleinverlag mit wirklich gut formulierten Regeln. Aber deswegen w\u00fcrde ich Selbstver\u00f6ffentlichungen nicht per se ablehnen. Wie jeder, der meinen Blog liest, wohl auch wei\u00df.<\/p>\n<p>Redaktionen sind gut, keine Frage, aber sie sind nicht \u00fcberlebensnotwendig.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, wo waren wir stehen geblieben, bevor wir von der Jury so j\u00e4h unterbrochen wurden? Ach ja&#8230; Eines der Argumente gegen Kickstarter war ja, dass es dort keine Redakteure gibt, die ein Spiel erst so richtig gut machen. 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