{"id":22211,"date":"2021-08-15T16:56:08","date_gmt":"2021-08-15T14:56:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=22211"},"modified":"2021-08-15T16:56:08","modified_gmt":"2021-08-15T14:56:08","slug":"herr-der-ringe-im-sand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2021\/08\/15\/22211\/","title":{"rendered":"Herr der Ringe im Sand?"},"content":{"rendered":"<p>Seit j\u00e4her gibt es Spiele zu Filmen. Doch als <em>Der Herr der Ringe<\/em> verfilmt wurde, wurde die IP-Verspielung gleich auf zweierlei Art auf ein ganz neues Level gehoben: Da war einmal die spielerische Qualit\u00e4t: Galt vorher das Credo &#8220;H\u00fcte dich vor Lizenzprodukten!&#8221; kamen pl\u00f6tzlich Lizenzspiele auf den Markt, die spielerisch mit&#8221;normalen&#8221; Spielen mithalten konnten. Ein Grund hie\u00df &#8220;Reiner Knizia&#8221;, der sich f\u00fcr eine ganze Reihe der Titel verantwortlich zeichnete. Statt schnell irgendwelche Spiele In-House zusammenzuwerfen, hatte man hier einen professionellen Spieleautoren beauftragt und ihm (zumindest gehe ich davon aus) auch gen\u00fcgend Zeit zum Entwickeln gegeben. Letzteres ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, wenn man sich so manches anderes Lizenzsprodukt -auch von namhaften Autoren- anschaut.<\/p>\n<p>Aber auchquantitativ wurden nie dagewesene H\u00f6hen erklommen. Nat\u00fcrlich hing das auch damit zusammen, dass Buch und Filme getrennt lizenzsiert werden konnten und jeder Film auch mindestens zwei Spiele bekam, was uns so sch\u00f6ne Titel wie &#8220;Der Herr der Ringe &#8211; Die zwei T\u00fcrme &#8211; Das Kartenspiel&#8221; beschwerte, die nun ja so gar nicht unhandlich sind&#8230; (\u00dcbrigens ist DhdR-DzT-DKs eine rechte gut Romm\u00e9-Variante die ich immer noch mein eigen nenne). <em>Star Wars<\/em> hat den <em>Herrn der Ringe<\/em> mittlerweile \u00fcberfl\u00fcgelt, aber ja auch immer wieder neue Fortsetzungen\/Prequels\/Spinoffs produziert, insofern ist der Vergleich nicht ganz fair. <em>Der Hobbit<\/em> hatte keinen so gro\u00dfen spielerischen Fu\u00dfabdruck mehr, ebenso wenig wie <em>Harry Potter<\/em>. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man anmerken, dass die wenigsten Herr-der-Ringe-FILMumsetzungen heute noch irgendwo gespielt werden d\u00fcrften, aber wie gesagt: Mit den Filmverspielungen gab es auch eine Reihe von Buchverspielungen, unter anderen das Zweipersonenspiel <em>Der Herr der Ringe: Die Entscheidung<\/em> und nat\u00fcrlich <em>Herr der Ringe<\/em>, das kooperative Spiel, dass den Weg bereitete f\u00fcr Spiele wie <em>Pandemie<\/em> (damals in der Spielbox war man nicht so sicher; dem Spiel wurde bescheinigt, dass es nie so spannend sein k\u00f6nne, wie ein Wettstreit zwischen Spielenden. Manche Aussagen altern eben schlechter als andere).<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr diese nie dagewesene (und -wenn man Star Wars als &#8220;Franchise&#8221; nicht mitz\u00e4hlt-\u00a0 auch\u00a0 bislang nie wiederholte) Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t in Sachen spielerischer IP-Umsetzungen sind nat\u00fcrlich einmal Autor Reiner Knizia und der Kosmos-Verlag, der die meisten dieser Spiele herausbrachte. Aber auch die Vorlage beg\u00fcnstigt spielerische Umsetzungen, da sie eine relativ gradlinige Abenteuergeschichte erz\u00e4hlt, inhaltlich durchaus vergleichbar mit der internen Narrative vieler Abenteuerspiele. Aus einem <em>Star Wars<\/em> werden eher die Raumschlachten gezogen und auch das\u00a0 MCU, wohl dem gr\u00f6\u00dften aller aktuellen IPs, dient vor allem Pr\u00fcgeleien zwischen Helden und B\u00f6sewichten als Vorlage. Sicher ein gro\u00dfer, aber auch nicht der einzige Bestandteil der Filme und Serien. Allerdings eben der Part, der sich am einfachsten umsetzen l\u00e4sst. Und das schr\u00e4nkt die Zielgruppe durchaus ein, denn nicht jeder will nur pr\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Was viele IPs, die spielerisch umgesetzt werden gemein ist, dass sie aus dem Fantasy und Science Ficition- Bereich stammen. Das h\u00e4ngt vielleicht auch mit den Narrativen, die gut im Brettspiel bedient werden k\u00f6nnen, zusammen, aber eben auch mit einem gewissen Nerd-Faktor, den Brettspiele und diese Genres haben. Wer nicht zustimmt, mag mir vielleicht erkl\u00e4ren, warum The Wolf of Wallstreet oder <em>The Big Short<\/em> z.B. keine Brettspiele hervorgebracht haben, obwohl die Wirtschaftsthemen doch nun so fremd im Brettspielbereich nicht sind.<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor ist der Preis einer IP, der z.B. einen erheblichen Deckel auf\u00a0 viele m\u00f6gliche <em>Harry Potter<\/em>-Spiele gesetzt hat (bedenkt man die problematische Anti-Trans-Haltung der Autorin keine schlechte Sache). Ich vermute hier auch den Grund, warum so wenig Pixar-Titel vern\u00fcnftige Spiele bekommen haben (Ein <em>Zootopia<\/em>-Detektivspiel bietet sich ja geradezu an).<\/p>\n<p><em>Der Herr der Ringe<\/em> hat die Fantasy gepr\u00e4gt. Als <em>Dune<\/em> (bzw. &#8220;Der W\u00fcstenplanet&#8221;)\u00a0 erschien, war die SF bereits etabliert. Aber das Buch war (und ist ein Meilenstein in dieser Literaturgattung. \u00c4hnlich wie beim Herren der Ringe gab es schon Versuche einer filmischen Umsetzung, die jedoch unbefriedigend blieb &#8211; oder, wie man damals dachte, bleiben musste. Erst als sich Peter Jackson an einer gro\u00df angelegten Interpretation machte, gelang das Projekt. \u00c4hnliches wird jetzt Denis Villeneuve zugetraut. Eine hohe H\u00fcrde, denn <em>Dunes<\/em> Geschichte l\u00e4sst sich nicht so ohne weiteres auf ein Roadmovie herunterbrechen, die B\u00fccher leben viel vom ausgezeichnetem World Building und den internen Konflikten der Personen. Die &#8220;Action&#8221;, die man gemeinhin mit dem Setting verkn\u00fcpft, kommt im Buch nur langsam, in der zweiten Buchh\u00e4lfte. Es wird interessant sein zu sehen, ob und wie die Umsetzung gelingt und es wird vermutlich ein anspruchsvolleres Werk sein.<\/p>\n<p>Das spiegelt sich auch in den Verspielungen wieder. \u00c4hnlich wie bei <em>Herr der Ringe<\/em>, lassen sich Film und Buch getrennt lizensieren und das scheint auch zu geschehen. Auch sind die Spiele bislang deutlich anspruchsvoller, <em>Dune Imperium<\/em> ist eine andere Hausnummer als die <em>Herr-der-Ringe<\/em>-Versionen. Umgekehrt gibt es bislang keinen Hinweis auf etwas analoges zu <em>HdR-die Gef\u00e4hrten &#8211; Das Kartenspiel<\/em>. Zumindest noch spiegelt sich der erh\u00f6hte Nerdfaktor von Dune in einem erh\u00f6hten Nerdfaktor der Dune-Spiele wieder. Das ist gut f\u00fcr Nerds wie mich, Fans des Buches und Fans von involvierten, hochthematischen Brettspielen. Aber der Sprung \u00fcber die IP mehr Leute zum Brettspielen zu bewegen gelingt so eher nicht.<\/p>\n<p>Das Spice muss flie\u00dfen!<\/p>\n<p>Peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit j\u00e4her gibt es Spiele zu Filmen. Doch als Der Herr der Ringe verfilmt wurde, wurde die IP-Verspielung gleich auf zweierlei Art auf ein ganz neues Level gehoben: Da war einmal die spielerische Qualit\u00e4t: Galt vorher das Credo &#8220;H\u00fcte dich vor Lizenzprodukten!&#8221; kamen pl\u00f6tzlich Lizenzspiele auf den Markt, die spielerisch mit&#8221;normalen&#8221; Spielen mithalten konnten. 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