{"id":21084,"date":"2020-11-29T12:00:00","date_gmt":"2020-11-29T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=21084"},"modified":"2020-11-30T17:57:40","modified_gmt":"2020-11-30T15:57:40","slug":"spielen-im-iran-ueberblick-und-spieleeindruecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2020\/11\/29\/21084\/","title":{"rendered":"Spielen im Iran &#8211; \u00dcberblick und Spieleeindr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Vorbereitung auf die Spiel Digital habe ich mich mit Vertretern von <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/spiel-digital2020\/spiel-2020-roomizgames\/\">Roomiz<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/spiel-digital2020\/spiel-2020-reality-game\/\">Reality Games<\/a> unterhalten. Ich dachte ich schreibe mal ein bisschen etwas was ich dabei gelernt habe, denn das ist ja eine Spielkultur \u00fcber die man nicht so viel mitbekommt. Der Hauptteil des Artikels sind meine Eindr\u00fccke von den vier Iranischen Spielen, die ich bereits spielen konnte.<\/p>\n<p><em>Backgammon<\/em> war nat\u00fcrlich lange das Iranische Spiel schlechthin &#8211; Seit etwa einer Dekade kennt man im Iran auch deren Enkel. Etwa 2013 wurde in Shiraz das erste Iranische Brettspielcafe gegr\u00fcndet, zwei Jahre sp\u00e4ter wurde das erste in der Hauptstadt Teheran er\u00f6ffnet. Mittlerweile gibt es wohl rund 300 Spielecafes im Iran, etwa 50 davon in der Hauptstadt. Daran sieht man schon: Brettspiele boomen. In der Anfangsphase wurden haupts\u00e4chlich Importe gespielt, dann kam eine Persische Version von <em>Dixit<\/em> auf den Markt. 2016 erschien dann vermutlich die erste Iranische Eigenentwicklung: <em>Divan<\/em> basiert auf <em>Mafia\/Werwolf<\/em> ist thematisch aber in der Persischen Mythologie verortet. 2018 erschien dann mit <em>Zaar<\/em> das erste Iranische Autorenspiel, finanziert via Crowdfunding. Wer die Messeschau gelesen hat, wei\u00df: Dieses Spiel erschien bei <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/spiel-digital2020\/spiel-2020-reality-game\/\">Reality Games<\/a>, der eigentlich <em><span class=\"css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0\">Farbood Engareh Vagheiat Khial<\/span><\/em> (Etwa: Das Spiel der Reality mit der Vorstellungskraft) hei\u00dft und 2016 gegr\u00fcndet wurde. 2019 brachte Reality Games dann <em>King Thief Minister<\/em> auf den Markt, vermutlich deren erfolgreichstes Spiel. F\u00fcr dieses Spiel holten sich die Entwickler Expertise bei Memory-Coaches ein. Eine Zweipersonen-Version soll die Tage erscheinen. Mittlerweile gibt es auch Kontakte zu Internationalen Spieleautoren, die dann Spiel in Iran ver\u00f6ffentlichen werden &#8211; einer der ersten ist Martin Nedergaard Andersen. Auch eine Partnerschaft mit <em><a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/04\/06\/17220\/\">Helvetiq<\/a><\/em> wird den Verlag sicherlich auch bei uns bekannter machen.<\/p>\n<p>Wie in vielen aufstrebenden Spieleszenen entstammt also auch die Iranische einer Kombination aus Spielecafes, die sozusagen das Spielen unter die Leute brachten und einer Online-Community. Hier ist vor allem <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/spiel-digital2020\/spiel-2020-roomizgames\/\">Roomiz<\/a> zu nennen, die wohl als Medienseite begannen, mittlerweile aber auch Spiele lokalisieren und auch selbst Spiele herausbringen. Hausautor Amir Salamati hat beim Hippodice Spieleautorenwettbewerb einen guten Dritten Platz gemacht und sicherlich auch so daf\u00fcr gesorgt, das Land bei einigen Redakteuren auf die Landkarte zu setzen.<\/p>\n<p>2019 wollten dann drei Iranische Verlage erstmalig nach Essen, was aber aufgrund von Visaschwierigkeiten torpediert wurde, auch wenn Freunde zumindest eine partielle Standpr\u00e4senz erm\u00f6glichten. Neben <em>Roomiz<\/em> Und <em>Reality Game<\/em>s war <em>Dorkehami<\/em> <em>Games<\/em> der dritte im Bunde, ein Verlag mit Spielen f\u00fcr viele Leute, \u00fcber den <a href=\"https:\/\/lidude.net\/dubistdran\/dubistdran\/2020\/10\/06\/vorschau-zur-spiel-digital-dorehami-games-iran\/\">Hilko ein paar lesenswerte S\u00e4tze geschrieben hat<\/a>. Zwei weitere gr\u00f6\u00dfere Iranische Verlage sind <a href=\"https:\/\/hoopagames.ir\/\">Hoopa <\/a>und <a href=\"http:\/\/bahamzi.com\/\">Bahamzi<\/a>. Leider habe ich dort bislang keinen Kontakt und kann keine Infos beisteuern. Ich hoffe das \u00e4ndert sich noch, denn &#8211; so viel sei vorweggenommen &#8211; ich bin schon einigerma\u00dfen begeistert, wie eigenst\u00e4ndig die Iranischen Spiele sind, die ich bislang spielen konnte.<\/p>\n<p>Und damit zu meinen Eindr\u00fccken &#8211; alle hier vorgestellten Spiele sind spielbar, wenn man englisch kann. Zu\u00a0 beziehen sind sie grunds\u00e4tzlich \u00fcber die Verlagsseiten, im Rahmen der Spiel digital gibt es eventuell auch hier und da ein paar Exemplare bei Europ\u00e4ischen Versendern.<\/p>\n<p><strong>Zaar<\/strong> (Reality Game): Auf der einen Seite k\u00f6nnte man <em>Zaar<\/em> in der Tradition von westlichen Dungeon Crawlern \u00e1 la <em>HeroQuest<\/em> sehen: Fantasy, hoher Gl\u00fccksfaktor, das Spielerlebnis (nicht das gezielte Spielen auf Sieg) steht im Mittelpunkt, umwerfendes Material. Auf der anderen Seite ist dieses Spiel so tief in der Iranischen (Spiele-)Kultur verortet, dass eigentlich keines der Elemente im Spiel irgendwelche Wurzeln in klassischen Dungeon Crawlern hat. Selbst das Material ist komplett anders umwerfend als die Miniaturenschlachten, die man hierzulanden kennt. Die Spielfiguren sind als Stahlfiguren vielleicht noch das Element, dass am ehesten an herk\u00f6mliche Crawler erinnert. Dar\u00fcberhinaus sind echte M\u00fcnzen im Spiel, ein Stoffplan und ein W\u00fcrfelapparat, in dem 4 &#8220;W\u00fcrfel&#8221; wie in einer Perlenschnur aufgebahr sind. Hinzu kommt eine Doppelseitige (!) Drehscheibe mit gegeneinanderlaufenen R\u00e4dern.<\/p>\n<p>Thematisch machen sich die Spieler auf einen D\u00e4mon zu bannen. Dabei ist das Spiel in mehrere Akte unterteilt: In den ersten beiden Akten erkunden die Spieler das Geb\u00e4ude, das hei\u00dft, dass Hexfelder angelegt werden k\u00f6nnen und die Spieler im Geb\u00e4ude herumlaufen. Beim Anlegen k\u00f6nnen bestimmte Raumkombinationen erreicht werden, die dann Extram\u00fcnzen geben (M\u00fcnzen stehen je nach Sorte f\u00fcr Bewegungsreichweite und Kampfkraft, dienen aber auch zum Erwerb von Gegenst\u00e4nden und sind bei Spielende gar Siegpunkte). Auch wenn sich das kaum gezielt steuern l\u00e4sst, eine interessante Verbindung aus Lege- und Fantasyspiel. Haupts\u00e4chlich geht es aber darum, den D\u00e4mon zu hauen. Das ist nur mit etwas Gl\u00fcck \u00fcberhaupt m\u00f6glich, gelingt es gibt es Boni. Gleichzeitig nimmt die Anzahld er R\u00e4ume, in denen der D\u00e4mon sein kann ab. Gibt es nur noch einen Raum, in dem der D\u00e4mon sein kann und wird dieser betreten, tritt das Spiel in die Endkampfphase. Hierbei hat der Spieler, der den Raum zuerst betreten kann einen enormen Vorteil. so dass andere Spieler durchaus ein Interesse daran haben, dies herauszuz\u00f6gern, wenn m\u00f6glich. Das kann zu etwas langen Vor-Endspielen f\u00fchren. Ansonsten ist auch hier ein Element (M\u00f6gliche R\u00e4ume werden wie bei einem Deuduktionsspiel immer weiter ausgeschlossen), dass ich noch nie zuvor in einem Fantasyspiel gesehen habe enthalten. Wurde der D\u00e4mon schlie\u00dflich besiegt, folgt eine Art Nimspiel, bei dem die Spieler noch einmal M\u00fcnzen sammeln und sich gegenseitig den Weg abschneiden kann &#8211; eine Art Mini-<em>Hey thats my fish!<\/em> als Endspiel.<\/p>\n<p><em>Zaar<\/em> ist zweifellos etwas besonderes und lebt vom Material und dem ungewohnten Spielverlauf mit den vier Akten. Wer sich darauf einl\u00e4sst muss wissen, dass das Spiel einen enorm hohen Gl\u00fccksfaktor hat &#8211; eben wie <em>HeroQuest<\/em>, nur nicht kooperativ &#8211; und dass man schon so eine Partie braucht, um sich an die persischen Zahl- und Buchstabenzeichen zu gew\u00f6hnen. Alle Zeichen sind ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt und es gibt \u00dcbersichten, aber dennoch muss man erst einmal wissen, worauf man achten muss. Die M\u00fcnzen sind sogar extrem schwer auseinander zu halten, so dass ich mit dem Gedanken spiele, die einzelnen Sorten mit verschiedenen Klebepunkten zu versehen oder gleich einfach Holzscheiben zu verwenden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-21092\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201017_175746-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><strong>King Thief Minister<\/strong> (Reality Game): Selten hat mich ein Spiel so auf dem falschen Fuss erwischt wie<em> King Thief Minister<\/em>. Es gibt sechs verdeckte Rollen, f\u00fcr jedem Spieler eine &#8211; und bei weniger als sechs Spielern sind die verbleibenden Rollen dennoch im Spiel. Also war mein erster Gedanke &#8220;Social Deduction&#8221;. Das legt sich w\u00e4hrend der Regellekt\u00fcre zu einem gewissen Grad. Den prinzipiell kann jeder jede Rolle einfach durchf\u00fchren &#8211; Hegt niemand Einspruch, f\u00fchrt man die Rolle durch, egal wer man wirklich ist (was man \u00fcbrigens auch nicht immer wei\u00df). Wird Einspruch erhoben wird \u00fcberpr\u00fcft, wurde man erwischt, verliert man lediglich einen Zug. Der Anzweifler riskiert mehr: Liegt er falsch, verliert er eine M\u00fcnze und die entscheiden \u00fcber den Sieg (der reichste gewinnt). Das erinnert etwas an die E<em>rben von Hoax<\/em> und mit diesen Erwartungen ging ich in die erste Partie. Spoiler Alert: Es ist nicht <em>die Erben von Hoax, <\/em>denn das ist durch den hohen Einsatz (Wird man zu Unrecht angezweifelt gewinnt man) ein lupenreines lockeres Bluffspiel. Bei <em>King Thief Minister<\/em> dagegen geht es darum erst einmal herauszufinden wo am Tisch welche Rollen liegen. Da diese oft rotieren (im oder gegen den Uhrzeigersinn, um 1 oder 3 Pl\u00e4tze) ist dies mit mentaler Arbeit verbunden. Da die Positionen aber fast immer (es gibt eine Sonderf\u00e4higkeit die das aushebelt) relativ zueinander gleich bleiben ist dies keine unm\u00f6gliche Aufgabe. Sind die Pl\u00e4tze bekannt, kann man gezielt darauf spielen, sich die Rollen zuzuschustern, die man zum Sieg ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Als Resultat hat <em>King Thief Minister<\/em> trotz wirklich einfacher Regeln eine brutale Lernkurve. In den ersten Partien wei\u00df man noch nicht genau, was man eigentlich soll, erst bei wiederholtem Spiel bekommt man ein Gef\u00fchl f\u00fcr sinnvolles Handeln, f\u00fcr sinnvolles Aquirieren von Informationen, die hier das A und O sind &#8211; und gleichzeitig will man auch noch die Pl\u00e4ne der Mitspieler durchkreuzen. Dachte ich zuerst dies w\u00e4re eine lockerer Absacker, sch\u00e4tze ich <em>King Thief Ministe<\/em>r jetzt als originelle Gehirnmassage. Von den drei<em> Reality Games<\/em> gef\u00e4llt mir dieses hier am besten und ich habe es auch am h\u00e4ufigsten gespielt. Auf die Zweiervariante <em>King Thief Minister Duell<\/em> bin ich zumindest gespannt. Ged\u00e4chtnisbasierte Spiele sind sonst nicht so meines, aber irgendwie schafft es <em>King Thief Minister<\/em> den Focus so zu legen, dass es nicht als Ged\u00e4chtnis\u00fcbung, sondern als Taktikspiel wahrgenommen wird.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/imagepage\/img\/tkJkfDLQwP4zSKEQ4crVphl3_ZU=\/fit-in\/900x600\/filters:no_upscale():strip_icc()\/pic4843852.jpg\" alt=\"\" width=\"203\" height=\"191\" \/><\/p>\n<p><strong>Gendarmery<\/strong> (Reality Game): <em>Gendarmy<\/em> macht sehr vieles sehr richtig. Insbesondere ist die graphische und thematische Einbindung super. Thematisch suchen wir einen Verd\u00e4chtigen. Dazu m\u00fcssen Zeugen gefunden und befragt werden, die dann zu neuen Zeugen f\u00fchren usw. Das funktioniert aber nicht deduktiv, sondern als Sammelspiel. Jede Charakterkarte zeigt einige Symbole, die den Verd\u00e4chtigen charakterisieren: Staatsangestellter, Schmuck, Brille, etc. Die Spieler k\u00f6nnen nun Karten mit ein oder zwei dieser Charakteristiken aufnehmen &#8211; quasi Spuren oder Hinweise\u00a0 finden. Diese k\u00f6nnen sie aber auch wieder verschwinden lassen, wozu das Archiv dient &#8211; eigentlich nur vier verschiedene Ablagestapel, die jedoch als Schrank in der Spieleschachtel daherkommen, was cool ist. Mit seinen Spuren kann man n\u00e4mlich nur dann einen Zeugen\/Verd\u00e4chtigen verhaften (also eine Karte nehmen, was das individuelle Spielziel darstellt), wenn alle Handkarten zusammen auf genau eine Karte passen. Diese Karte darf man dann nehmen. Ist es gar die besonders hervorgehobene Karte, gibt es mehr Punkte. Das ist spielerisch schl\u00fcssig und sorgt auch f\u00fcr thematische Kommentare. Allerdings ist mir das Geschehen bei <em>Gendarmy<\/em> zu tempoarm &#8211; die Kartenhand \u00e4ndert sich nur marginal, das empfinde ich nicht als dynamisch genug. Auf der anderen Seite \u00e4ndert sich die Hand mit mehr als vier Spielern auch deutlich langsamer als die gemeinsame Auslage, aus der sich jeder bedient. Diese \u00e4ndert sich quasi wieder <em>zu<\/em> dynamisch. Dass das Archiv zudem nur mit einer 30%igen Erfolgschance angesteuert werden kann, kommt dieses Spielelement nicht so sehr zum tragen wie erhofft. Vielleicht ist <em>Gendarmys<\/em> Lernkurve noch steiler als die von<em> King Thief Minister<\/em>, aber von den drei Spielen ist dieses nach meinem pers\u00f6nlichen Geschmack das schw\u00e4chste. Was schade ist, denn wie erw\u00e4hnt ist das Spiel um den Zentralmechanismus sch\u00f6n thematisch und originell.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/imagepage\/img\/Ul6sznLsvfU988v6-yTfyeIDMd4=\/fit-in\/900x600\/filters:no_upscale():strip_icc()\/pic5455167.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p><strong>Super Team<\/strong> (Roomiz): Dieses Spiel habe ich bislang nur einmal gespielt und das w\u00e4hrend der Spiel digital online &#8211; aber dass ich es mir danach gleich bestellt hat, soll schon einmal als Qualit\u00e4tsurteil gelten. Schon viele Autoren und Verlage haben sich an dem Thema &#8220;Fussball&#8221; abgearbeitet, mit wechselndem Erfolg. Ein Spiel \u00fcber ein Spiel zu machen ist eben nicht einfach, wenn man sich nicht in Regelstreitigkeiten verlieren will, aber dennoch das Geschehen auf dem Rasen ad\u00e4quat abgebildet werden soll. Amir Salamati macht dies mit einer cleveren Mischung aus Karten und W\u00fcrfeln. \u00c4hnlich wie bei Cwalis <em>Street Soccer<\/em> ist die Mannschaft verkleinert und das Spielgeschehen vereinfacht. Die W\u00fcrfel entscheiden \u00fcber gelungene P\u00e4sse, Torsch\u00fcsse und Tacklings, aber die Karten erm\u00f6glicheren taktische Spielz\u00fcge. Das System ist clever: Karten erm\u00f6glichen einerseits einfache Standardaktionen, vor allem aber auch geschickte Spielz\u00fcge \u00fcber mehrere Stationen. Dabei hat man eine besondere Motivation diese Spielz\u00fcge tats\u00e4chlich auch durchzuf\u00fchren, denn es gibt eine Belohnung in Form von Teamgeist. Der wiederrum kann eingesetzt werden, um zus\u00e4tzliche Spieler zu bewegen &#8211; etwa um Konter zu unterbinden, aber auch um seine W\u00fcrfelchancen zu erh\u00f6hen, was insbesondere beim Torschuss wichtig ist. Das Resultat f\u00fchlt sich trotz des Fehlens von Ecken und Elfern sehr thematisch an &#8211; unsere Partie erinnerte zwar eher an Pro Evolution Soccer \/Fifa als an ein echtes Spiel\u00a0 aber das ist v\u00f6llig in Ordnung; man spielt halt aggressiver als der durchschnittliche Bundesligaclub, will ja Tore schie\u00dfen. Dabei schafft das Spiel den Spagat zwischen Taktik und W\u00fcrfeln in meinen Augen besser als <em>Street Soccer<\/em>. Ich kaufe mir nicht oft Zweipersonenspiele, aber das war es durchaus wert &#8211; auch weil es verschiedene Teams mit verschiedenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und Taktiken gibt, was meine Neugierde weckt.<\/p>\n<p>(Update: Habe gerade erfahren, dass es wegen Cornoa wohl keine neglische Ausgabe geben wird. Der Persischen liegen dann \u00dcbersetzungsbl\u00e4tter f\u00fcr die 4 Karten pro Team, die nicht sprachneiztral sind, heraus und erscheint erst im Januar).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/superteam_box_01-300x300.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Bestellt habe ich mir \u00fcbrigens auch <em>Belaad: The land of Swords and quills<\/em>\u00a0 von Roomiz. Auch das klingt wieder extrem originell. Gut gestaltet sind die Spiele eh. Es ist schon bemerkenswert: Erst wenn man Spiele aus mit einem anderen kulturellen Background spielt, merkt man, wie festgefahren Gewohnheiten doch sind &#8211; das trifft auch auf Mechanismen und grpahische Gestaltungen von Spielen zu. Das galt vor zehn, 15 Jahren als S\u00fcdostasien die Brettspiele f\u00fcr sich entdeckte und es gilt jetzt auch f\u00fcr Iran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Vorbereitung auf die Spiel Digital habe ich mich mit Vertretern von Roomiz und Reality Games unterhalten. Ich dachte ich schreibe mal ein bisschen etwas was ich dabei gelernt habe, denn das ist ja eine Spielkultur \u00fcber die man nicht so viel mitbekommt. 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