{"id":207,"date":"2007-05-27T19:50:10","date_gmt":"2007-05-27T17:50:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/05\/27\/207"},"modified":"2008-03-24T10:29:39","modified_gmt":"2008-03-24T09:29:39","slug":"genug-davon-interviewen-wir-lieber-jemanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/05\/27\/207\/","title":{"rendered":"Genug davon! Interviewen wir lieber jemanden!"},"content":{"rendered":"<p>So, die Diskussionen im Spielboxforum drehen sich wie \u00fcblich um dieselben Themen. Ich muss mal dran denken meine Argumente als Wordfileabzulegen und dann jedes Jahr cut&amp;Paste zu benutzen. Ich kanns nicht mehr wirklich sehen. Jedes Jahr dieselben Argumente, die letztlich darauf hinauslaufen &#8220;Mein Lieblingsspiel ist gar nicht zu kompliziert&#8221;!  Und deswegen lasse ich die Diskussion wo sie hingeh\u00f6rt und spreche \u00fcber etwas anderes.<\/p>\n<p>N\u00e4mlich \u00fcber eggertspiele.<\/p>\n<p>Eggertspiele gibt es ja schon ziemlich lange: 1996 wurde der Verlag gegr\u00fcndet und war ein regelm\u00e4\u00dfiger Aussteller bei der Essener Spielemesse. In den Fokus der Szene kam er aber so richtig erst, als Peter Eggert erstmals das Spiel eines Fremdautoren -Golbal Powers  ver\u00f6ffentlichte. Es folgten Neuland und Power Soccer, Dolmeng\u00f6tter und schlie\u00dflich Antike, mit dem eggertspiele schlagartig bekannt wurde. Seitdem sind noch John Silver, Space Dealer, Imperial und Guatemala Cafe hinzugekommen. Imperial schaffte es dabei \u00fcberaschend auf die Empfehlungsliste der Spiel-des-Jahres-Jury. Ein super Erfolg, bedenkt man doch Spieldauer, Anspruch und Thema!<br \/>\nIch kenne Peter Eggert von den <a href=\"http:\/\/www.pfeffersaecke.de\">Pfeffers\u00e4cken<\/a>, einem Spieleclub in Hamburg. Dort h\u00e4tte ich auch fast einen fr\u00fchen Prototypen von Global Powers gespielt (nur fast, au\u00dfer mir und Peter wollten alle lieber Rheinl\u00e4nder spielen, was wir dann auch taten). Naja, jedenfalls nutze ich diese Bekanntschaft schamlos aus, um dieses Blog mal mit einem Interview zu bereichern:<\/p>\n<p>&gt; Danke f\u00fcr das Interview! Stelle Dich doch einmal kurz vor!<\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>:  Ich bin Peter Eggert 48 Jahre alt verheiratet und habe zwei Kinder. Geboren bin ich in Hamburg und lebe da auch schon die ganze Zeit. Fr\u00fcher habe ich mal Brauer und M\u00e4lzer gelernt und dann meinen Diplom Oecotropologen gemacht, ist aber auch schon lange her. Vor gut 10 Jahren habe ich mein erstes Spiel das &#8220;Duhner Wattrennen&#8221; im Eigenverlag herausgebracht. <\/p>\n<p>&gt; Lange Zeit blieb eggertspiele ja ein Eigenverlag. Mit Global Powers hast du erstmals ein Spiel eines anderen Autoren ver\u00f6ffentlicht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? <\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Ich war mal wieder auf einem Spieleautoren Workshop in Dr\u00fcbbern und wollte dort meine vermeintliche Herbstneuheit einem H\u00e4rtetest unterziehen. Leider oder zum Gl\u00fcck habe ich wesentliche Teile davon zu Hause vergessen. Ich habe dann mit Leif seinen Prototyp &#8220;Weltm\u00e4chte&#8221; getestet und fand den besser als mein Spiel, von der Dauer, Komplexit\u00e4t her und der Spielerzahl waren die beiden identisch und da habe ich mich entschlossen das Spiel mit ihm zusammen weiter zu entwickeln, da noch vieles zu ver\u00e4ndern war. <\/p>\n<p>&gt; Seitdem hast du nur noch Spiele anderer Autoren ver\u00f6ffentlicht &#8211; Warum? <\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Die Zusammenarbeit mit Leif gefiel mir sehr gut und beim n\u00e4chsten Autorentreffen habe ich Tobias mit seinem <em>Neuland <\/em>kennen gelernt und das fand ich auch gut aber auch dort mu\u00dfte noch vieles ver\u00e4ndert werden aber ich hatte einen weiteren sehr netten und kompetenten Partner gefunden. Zusammen macht mir die Arbeit halt mehr Spa\u00df und so geht das jetzt schon eine ganze Weile weiter und es kommen immer mehr dazu<\/p>\n<p>&gt; Wirst du auch wieder eigene Spiele machen oder konzentrierst du dich jetzt auf redaktionelle Arbeit?<\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Bei all den tollen Prottotypen die ich bekomme, teste und weiter mit bearbeite bleibt mir aktuell keine Zeit an eigenen Spielen zu arbeiten, Ideen h\u00e4tte ich aber schon. <\/p>\n<p>&gt; &#8220;Antike&#8221; gilt so ein bisschen als Durchbruch f\u00fcr eggertspiele. Was hat sich seitdem ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Mit Antike kam ein weiterer toller Autor (Mac) mit ins Boot und brachte auch gleich noch einen kompetenten Freund (Peter D\u00f6rsam), Tester und Finanzier mit. Damit hatten wir jetzt die M\u00f6glichkeit sehr viele Testrunden zu gestalten und so das Spiel ordentlich weiter zu Entwickeln. Zum ersten Mal hatte eggertspiele damit auch die M\u00f6glichkeit Spiele in gr\u00f6\u00dferer St\u00fcckzahl zu produzieren um gut ausgestatte Spiel zu marktf\u00e4higen Preisen auf den Markt zu bringen. <\/p>\n<p>&gt; Bei dieser Gelegenheit einen herzlichen Gl\u00fcckwunsch: Imperial hat es auf die Empfehlungsliste geschafft! Hast du mit einer Erw\u00e4hnung eines deiner Spiele gerechnet? Was glaubst du wird die Erw\u00e4hnung f\u00fcr Auswirkungen haben?<\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Ich freue mich nat\u00fcrlich, das wir zum ersten Mal mit einem Spiel eine Empfehlung der Jury bekommen. Gerechnet habe ich damit nicht, da unsere Spiele nicht zur Erlangung des &#8220;Spiel des Jahres&#8221; gemacht werden. Schaden wird das sicherlich nicht, da unsere Bekanntheit dadurch weiter steigen sollte. Da unsere Spiele \u00fcberwiegend von Fans und Freaks gekauft werden glaube ich nicht, das sich der Verkauf deutlich erh\u00f6hen wird, aber Wissen tu ich das nat\u00fcrlich auch nicht.<\/p>\n<p>&gt; In einem vergangenen <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/04\/22\/197\">Post  <\/a>hab ich eggertspiele als positives Beispiel erw\u00e4hnt, als einen Verlag der Spiele abseits des Mainstreams ver\u00f6ffentlicht. Siehst du das \u00e4hnlich? Suchst du speziell entsprechende Spiele oder hat sich das so ergeben?<\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>:  Ich pers\u00f6nlich liebe halt komlexere Spiele mit einfachen Regeln, m\u00f6glichst ohne G\u00fccksfaktor, die etwas besonderes haben, davon gibt es nicht soviel, deshalb kommen Autoren mit solchen Prototypen zu mir und das ver\u00f6ffentlichen wir dann auch gerne. Ich kann mir zur Zeit auch keinen anderen Verlag vorstellen der <em>Imperial <\/em>oder <em>Space Dealer <\/em>ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrde, insofern sind wir schon etwas abseits vom Mainstream, kommen da aber gut mit zurecht. <\/p>\n<p>&gt; Du hast ja das Logo von eggertspiele ge\u00e4ndert: Wer hatte die Idee zu dem Fuchs? Hat der eine besondere Bedeutung? <\/p>\n<p><strong>Eggert<\/strong>: Die Idee zu dem Fuchs hatte ich, da unsere Spiele alle so pfiffig wie der Fuchs sein sollen. Die Form des Logos entspricht immer noch der Form der Pferde von unserem ersten Spiel dem &#8220;Duhner Wattrennen&#8221;.<\/p>\n<p>&gt; Was kannst du uns \u00fcber die Zukunft von eggertspiele verraten? Welche Spiele k\u00f6nnen wir erwarten?&gt;  <\/p>\n<p>Im Herbst wir es nach gut 10 Jahren auch mal wieder ein Rennspiel geben, diesmal gewinnt jedoch derjenige dessen Pferd letzter ist wenn das erste Pferd durch Ziel geht. Der Arbeitstitel ist noch &#8220;Change Horses&#8221; und kommt nat\u00fcrlich ohne W\u00fcrfel und Ereigniskarten raus. Der Autor ist der Amerikaner &#8220;Bruce Whitehill&#8221;. Die Zweite Herbstneuheit kommt wieder von Mac Gerdts, wieder in Zusammenarbeit mit Peter D\u00f6rsam vom PD Verlag, Arbeitstitel &#8220;Civitas Hamburgum&#8221;. Es wird wieder ein Rondell geben, diesmal geht es allerdings um den Kirchenbau in Hamburg, also ohne Bewegung und K\u00e4mpfen aber mindestens genauso spannend. F\u00fcr die dritte Neuheit konnte ich dann Michael Rieneck und Stefan Stadtler gewinnen, mit denen wir &#8220;Cuba&#8221;(Arbeitstitel) herausbringen werden, ein Spiel um Handel, Bauen und Gesetze in Cuba, hier ist nicht nur wichtig was man macht sondern auch wann man es macht.<\/p>\n<p>&gt; Vielen Dank f\u00fcr das Interview! Und viel Erfolg mit deinen Spielen! Klingt ja alles sehr interessant. Vielleicht kommt ja auch mal eines von mir bei dir raus ;-)<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch ein paar der j\u00fcngeren eggertspiele vorstellen. Leider muss ich zugeben, dass ich nicht so super vorbereitet bin: Leider nenne ich Imperial, Dolmeng\u00f6tter und Guatemala Cafe nicht mein eigen und habe die auch nicht gespielt&#8230; Was sich aber sicherlich \u00e4ndern wird!<br \/>\nAber ein paar kenne ich dann doch:<br \/>\n<strong>Antike<\/strong>: Ein Mittelmeerpr\u00fcgelspiel und davon gibt es viele. Dieses hier ist immerhin so gut, dass ich nach dem Kauf mein Mare Nostrum verscherbelt habe. Der Grund: Es spielt sich deutlich einfacher und regeltechnisch schl\u00fcssiger. Das Rondell sorgt daf\u00fcr, dass jeder immer nur kurz dran ist &#8211; so halten sich selbst bei 6 Spielern Wartezeiten in sehr engen Grenzen. Zudem ist die Siegbedingung konstruktiv: Erreichte Ziele verliert man nicht, so dass auch die Spiell\u00e4nge \u00fcberschaubar bleibt. Wie bei vielen Spieler dieser Art gilt allerdings auch hier: Wenn sich zwei streiten freut sich oft der dritte. Angriffe sollten also \u00fcberlegt sein. Ist dies bei einem Mitspieler nicht der Fall, kann er nicht gewinnen- seine Opfer aber wohl auch nicht! Aber das ist in &#8220;vern\u00fcnftigen&#8221; Runden kein Problem. F\u00fcr mich das beste Pr\u00fcgelspiel seit Vinci. Letzteres ist f\u00fcr mich allerdings immer noch unerreicht.<br \/>\n<strong>John Silver <\/strong>ist ein kleines Kartenspiel von Martin Schlegel. Der Clou ist, dass Karten in ein Raster abgelegt werden, bei dem jeder Spieler eine Reihe hat. Karten kann man aber \u00fcberall wo noch ein Platz frei ist, anlegen. Wenn eine Reihe voll ist, bekommt der Spieler mit der h\u00f6chsten Karte, diese und auch die zweith\u00f6chste. Die niedrigste und ggf. die zweitniedrigste Karte bekommt der Spieler mit der schw\u00e4chsten Karte. Die Karten z\u00e4hlen am Ende Plus- oder Minuspunkte. \u00c4pfel z\u00e4hlen f\u00fcr den Nachbarn! Das Resultat ist ein Spiel, bei dem man um-die-Ecke-denken muss. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man wirklich &#8220;gut&#8221; spielen kann, oder ob man lediglich nicht &#8220;schlecht&#8221; spielen kann. Ungew\u00f6hnlich ist es auf jeden Fall und auch recht flott. Kartenspielfreunde sollten es sich mal ansehen, d\u00fcrfen aber kein &#8220;Skat&#8221; erwarten!<br \/>\n<strong>Space Dealer <\/strong>hat ja in Essen die Fairplaywertung gerockt und das liegt an dem absolut innovativen Mechanismus, den sich der Tobias Stapelfeld (\u00fcbrigens ein Studienkollege von mir) ausgedacht hat: Das Spiel dauert exakt 30 Minuten &#8211; die Zeit wird durch eine CD gesteuert. W\u00e4hrend dieser Zeitspanne bauen die Spieler eine Raumstation aus und handeln mit Mitspielern. Auch das geschieht in Echtzeit, denn jede Aktion blockiert eine Sanduhr. Erst wenn die durchgelaufen ist, darf sie f\u00fcr eine andere Aktion benutzt werden. Anfangs sorgen die Sanduhren dadurch eher f\u00fcr Aktionslosigkeit als f\u00fcr Hektik, ist doch nichts zu tun, wenn beide Sanduhren, die dem Spieler zur Verf\u00fcgung stehen, blockiert sind. Im Laufe des Spieles gilt es aber immer mehr Entscheidungen zu treffen und Zeit verrinnt und w\u00e4hrend man sich nicht entscheiden kann, was man macht, stehen Sanduhren ungenutzt herum und die Echtzeit verinnt und man ger\u00e4t in Panik und&#8230;<br \/>\nKurz gesagt: Nichts f\u00fcr Denker. Wer seine Optionen lieber in Ruhe pr\u00fcft und seine Z\u00fcge \u00fcberdenkt sieht keinen Stich und wird an Space Dealer keine Freude haben. Auch Leute, die das Ungew\u00f6hnliche suchen m\u00fcssen damit Leben, dass das Spiel nicht allzu interaktiv ist, das Spielfehler nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnen (Regeln m\u00fcssen vor dem Spiel absolut klar sein!) und das der Spielreiz sich zu einem nicht gerade geringem Teil aus der originellen Grundidee speist und es daher kaum zu einer dreistelligen Partienanzahl kommt. Unterm Strich ist Space Dealer aber ein gutes Spiel &#8211; von diesen Dreien knapp hinter Antike &#8211; das jeder Spieler zumindest aber enmal gespielt haben sollte; Das geh\u00f6rt zum &#8220;spielerischen Allgemeinwissen&#8221; dazu!<\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, die Diskussionen im Spielboxforum drehen sich wie \u00fcblich um dieselben Themen. Ich muss mal dran denken meine Argumente als Wordfileabzulegen und dann jedes Jahr cut&amp;Paste zu benutzen. Ich kanns nicht mehr wirklich sehen. 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