{"id":189,"date":"2007-03-19T15:00:02","date_gmt":"2007-03-19T13:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/03\/19\/189"},"modified":"2007-03-19T15:00:02","modified_gmt":"2007-03-19T13:00:02","slug":"ich-zeig-euch-mal-was-schlecht-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/03\/19\/189\/","title":{"rendered":"Ich zeig euch mal was schlecht ist!"},"content":{"rendered":"<p>Im Spielbox-Forum gabs vor kurzem -mal wieder &#8211; die Frage nach der pers\u00f6nlichen Flop-10. Die Diskussion um Sinn und Unsinn einer solchen Liste erspar ich mir hier mal. Was mir aber aufgefallen ist: Ein Poster nannte sowohl Tic-Tac-Toe als auch El Grande. Pers\u00f6nliche Meinung oder nicht &#8211; das macht keinen Sinn! Ersteres funktioniert nicht wirklich als Spiel, weil gleichstarke Spieler immer unentschieden spielen. Letzteres ist ein vollwertiges Spiel, das funktioniert. Die gleich zu bewerten ist Unsinn.<br \/>\n\u00dcberhaupt ist der Begriff &#8220;schlechtes Spiel&#8221; doppeldeutig: Ist es ein Spiel, das nicht richtig funktioniert? Das keinen Spa\u00df macht? Das mir nicht gef\u00e4llt, aber anderen durchaus? Das mich entt\u00e4uscht hat?<br \/>\n&#8220;Bluff&#8221; ist ein sch\u00f6nes Beispiel: Es gef\u00e4llt mir \u00fcberhaupt nicht UND es hat mich entt\u00e4uscht &#8211; Von einem Spiel des Jahres erwarte ich mehr als eine Meier-Variante, die zudem (imho) schlechter funktioniert als das Original. Dennoch w\u00fcrde ich es nicht als &#8220;schlechtes Spiel&#8221; bezeichnen &#8211; nur als eines, das mir nicht gef\u00e4llt.<br \/>\nAber spa\u00dfeshalber wollte ich jetzt hier ein paar <em><strong>wirklich <\/strong><\/em>schlechte Spiele aus dem Horrorkabinett der Spieleentwicklung hervorholen und vorstellen.<br \/>\nBei Boardgamegeek sind \u00fcbrigens die am schlechtesten bewerteten Spiele Krieg und Frieden (3522), Snakes &amp; Ladders (3523), Bingo (3524) und &#8230; Tic-Tac-Toe (3525). Klassische Spiele kommen in meiner Vorstellung aber nicht vor, genausowenig wie die Nachkommen des G\u00e4nsespieles, die man auch heutzutage noch in Zeitungen und Zeitschriften findet (Wobei es noch in den 80er Jahren solche Spiele bei namhaften Verlagen im Programm waren , z.B: eine Reisespielreihe mit den Titeln Paris, London und Rom).<\/p>\n<p>Als ich meine Eltern nach dem schlechtesten Spiel gefargt habe, waren sie einhellig der Meinung: <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/game\/23294\">Das rote Nashorn<\/a>. Bei diesem Kleinod aus den 70ern wird \u00fcber ein Brett gew\u00fcrfelt &#8211; Im Prinzip wie bei dem G\u00e4nsespiel, aber mit einigen Abzweigungen und alternativen Roten &#8211; um auf bestimmten Feldern bestimmte Ringe einzusammeln. Wer alle Tiere gefangen (= alle Ringe eingesammelt) hat, darf sich auf den Nachhauseweg machen. Aber halt! Da ist ja das rote Nashorn! Und das besetzt 3 Felder auf dem Nachhauseweg und wer da landet, verliert alle Ringe und darf noch einmal von vorne anfangen! Ja, das ist Spannung: Das Spiel ist bis zuletzt offen! Jeder kann kurz vorm Ziel noch einmal hoffnungslos zur\u00fcckgeworfen werden, weil er keine 4 oder h\u00f6her werfen konnte! Spannung pur &#8211; Vor allem die Spannung, ob das Spiel nun endlich zu Ende ist oder sich noch l\u00e4nger hinzieht.<br \/>\n<strong>Kino-\u00c4quivalent<\/strong>: <em>Attacke der Killertomaten<\/em>. Begr\u00fcndung: Absolut sinnloses Spiel mit einer absolut bekloppten Idee: Ein rotes Nashorn? Wieso rot? H\u00e4? Und wieso ist Wim Th\u00f6lke (ja, genau &#8220;Th\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6lke&#8221;) auf dem Cover? Der hat nix, aber auch gar nix mit dem Spiel zu tun.<\/p>\n<p>Seit den Herr der Ringe-Spielen und der Literaturreihe von Kosmos gibt es ja im Bereich Merchandising mittlerweile ganz ordentliche Sachen. Das war nicht immer so. Sicherlich, Donkey Kong z.B. bietet aus heutiger Sicht nicht gerade Spielerische Feinkost, aber mir hats als Kind gefallen. Das kann man nicht von &#8220;<strong>Hanni &amp; Nanni<\/strong>&#8221; (kein BGG-Eintrag) behaupten. Meine Schwester hat es damals zum Geburtstag bekommen und man was hat sie sich gefreut. Besonders als wir es gespielt haben und feststellten: Es funktioniert nicht richtig. Man m\u00f6ge mir verzeihen, wenn ich den Spielablauf nicht mehr zusammenbekomme &#8211; das Spiel ist mittlerweile verschwunden und ich konnte die Regeln nicht nachlesen &#8211; aber es ging wohl darum die stinkende Socke aus einem Zimmer des Internats herauszuholen (Na, das ist doch mal ein tolles Spielziel!) und man durfte (warum auch immer) nur in eine Richtung \u00fcber die G\u00e4nge laufen. Problem: Immer wenn jemand kurz vor dem Ziel war, verschwand es in die andere Richtung. Erst als wir die Beschr\u00e4nkung der Laufrichtung aufgehoben haben, war das Spiel zu beenden, einzupacken und auf nimmerwiedersehen im Boberger Baggersee zu versenken.<br \/>\nApropos Merchandising. Das erste Spiel, was ich mir von meinem Taschengeld gekauft habe war ausgerechnet <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/image\/113982\">Cats<\/a>. Ich wei\u00df nicht, ob wir die Regeln nicht richtig verstanden haben, aber wir haben es zweimal versucht zu spielen. Man versucht die eigene Karte mit dem geheimen, eigenen Gegenstand zusammenzubringen. Wie bei Heimlich &amp; Co kann jeder jede Katze bewegen und die eigene Katze wird geheim gehalten. Klingt ganz gut. In der ersten Partie wurden die Katzen und Gegenst\u00e4nde so wild mit Hilfe der Ereigniskarten durcheinandergeworfen, dass niemand auch nur eine Chance hatte sein Ziel zu erreichen. Wir brachen ab. Wir versuchten es erneut (ich glaube mit einer anderen Regelinterpretation). Mein Vater machte einen Zug und setzte eine Spezialkarte ein. Er hatte gewonnen. Niemand sonst war an der Reihe gewesen. Das Spiel wurde bei einer Tombola zugunsten der Klassenkasse der 6a an einen Ahnungslosen Passanten weitergegeben.<br \/>\n<strong>Kino\u00e4quivalent<\/strong>: <em>Hellboy<\/em>: Umsetzung eines Themas, das zwar viel hergeben w\u00fcrde, aber die so dilletantisch mit so vielen Fehlern fabriziert wurde, dass das Ergebnis sich der Vorlage sch\u00e4men sollte.<\/p>\n<p>Ein ganz anderes Kaliber ist Wackelturm (jedenfalls glaube ich, dass das so hie\u00df), ein Geschicklichkeitsspiel f\u00fcr Grobmotoriker. Theoretisch alles ganz gut: Reihum w\u00fcrfelt jeder und muss je nach Ergebnis 1-3 Scheiben auf einen Turm stellen. Allerdings sind nur so knapp \u00fcber 15 Scheiben im Spiel, so dass der Turm gar keine Chance hat zu kippen, wenn nicht gerade w\u00e4hrend eines Erdbebens der Stufe 6 gespielt wird. Das Spiel ist ein Kinderspiel, zugegeben, aber mir ist es bei diversen Gelegenheiten immer wieder untergekommen und in bestimmt 20 Partien (mitgespielt oder zugeguckt) ist der Turm nicht ein einziges Mal umgefallen. Die Chance dass der Tisch umf\u00e4llt erscheint mir gr\u00f6\u00dfer. Da freut sich der P\u00e4dagoge: Niemand muss traurig sein, dass er den Turm umgeworfen hat. Nachfolger war \u00fcbrigens die Jenga-Klebstoff-Variante.<br \/>\n<strong>Kino\u00e4quivalent<\/strong>: <em>Godzilla <\/em>von Emmerich: Im Prinzip eine gute Idee, aber niemand hat sich die M\u00fche gemacht, das fertige Produkt noch einmal anzusehen.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte noch stundenlang weitermachen &#8211; w\u00e4hrend ich dies Schreibe fallen mir mehr und mehr misslungene Spiele ein. Spiele die einfach schlecht sind, Spiele die gut h\u00e4tten sein k\u00f6nnen, aber durch eine Redaktion verunstaltet wurden (Mr. Diamond). Und Spiele die einfach abstrus sind (Zahlen-Denkfix, Wurf-Tic-Tac-Toe, Playboy-Kniffel und das unbekannte Spiel, das ich mal auf dem Flohmarkt gesehen -und leider nicht mitgenommen &#8211; habe, es hatte den Untertitel &#8220;500 Fragen aus dem Heizungsbau&#8221;). Aber ich nenne nur noch eines: <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/game\/2854\">Expedition<\/a>, 1971 bei Ravensburger erschienen. Ein Spiel in zwei Phasen: Monopoly und W\u00fcrfelspiel. Allerdings ein Monopoly bei dem es keine Grundst\u00fccke gibt sondern nur Ereigniskarten, die man Sammeln muss. Man muss n\u00e4mlich Sets von 3 Karten zusammenhaben, von dem f\u00fcr jeden Spieler genau eines drin ist. Handlimit: 3 Karten. Man muss eine Karte aufnehmen und eine andere abwerfen wenn man kann. Resultat: Wer nach den Regeln spielt, spielt nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung ca. 24 Jahre, bis er in die zweite Runde darf. Wer nicht ganz so viel Zeit hat, f\u00e4ngt irgendwann an zu schummeln und tauscht mit dem Nachbarn. Dann darf man in die zweite Runde, wo \u00fcber ein Spielbrett gew\u00fcrfelt wird, bis einer seine Ziele erreicht hat. Toll. Besonders witzig: Nicht einmal der Graphiker oder die Redaktion hatte lust das Spiel zu spielen. Anders kann ich mir nicht erkl\u00e4ren, dass es ein Ziel gibt, dass kein Spieler anlaufen darf.<br \/>\n<strong>Kino\u00e4quivalent<\/strong>: <em>The Core<\/em>: So uninteressant und langweilig, dass es niemanden interessiert, dass es nicht funktioniert. <\/p>\n<p>Das solls erst einmal gewesen sein. Der aktuellste Vertreter ist \u00fcbrigens wohl <a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/cgi-bin\/luding\/GameData.py?f=00w^E4f&amp;gameid=20045\">Zwischendurch<\/a> von der Ideenfnderin. Ein Spiel, bei der Zahlen gew\u00fcrfelt werden m\u00fcssen. Das erkl\u00e4rt man wenigstens schnell. <\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Spielbox-Forum gabs vor kurzem -mal wieder &#8211; die Frage nach der pers\u00f6nlichen Flop-10. Die Diskussion um Sinn und Unsinn einer solchen Liste erspar ich mir hier mal. Was mir aber aufgefallen ist: Ein Poster nannte sowohl Tic-Tac-Toe als auch El Grande. Pers\u00f6nliche Meinung oder nicht &#8211; das macht keinen Sinn! 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