{"id":1815,"date":"2010-10-16T08:49:37","date_gmt":"2010-10-16T06:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1815"},"modified":"2010-10-16T08:51:41","modified_gmt":"2010-10-16T06:51:41","slug":"gastkommentar-zu-unrecht-verkannt-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/10\/16\/1815\/","title":{"rendered":"Gastkommentar: Zu Unrecht verkannt II"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\"><em>Kurze Einmischung von mir: Hier der neue Gastkommentar von Ralf Gringmuth. Ich poste erst wieder am Dienstag vor dem gro\u00dfen Spieleabend in Essen &#8211; inkl. Wasserstandsmeldung was &#8220;Discover India&#8221; betrifft und einer Beschriebung meiner diesj\u00e4hrigen HiKu-Neuheit.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>( I ) Jens-Peter Schliemann oder Die dritte Chance<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Nachdem ich mich nun beinahe zwei Monate lang mit einigen Kinderspielen des Jahres besch\u00e4ftigt habe, immer wieder die Regeln las und in unterschiedlichster Besetzung spielte, glaube ich endlich herausgefunden zu haben, was letztlich den Ausschlag gab, wieder einmal ein Dunkelspiel nicht zu k\u00fcren. Denn \u201eVampire der Nacht\u201c wurde 2010 nicht Kinderspiel des Jahres. Und das ist sehr bedauerlich.<br \/>\nDenn Jens-Peter Schliemann ist ein nahezu genial zu nennender Spieleautor, der mit grossem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen intuitiv bzw. durch Kontakt mit Kindern erkennt, was diese zu spielen w\u00fcnschen. \u2013 Warum aber wurde er dann (endlich, endlich!) diesmal nicht mit dem ber\u00fchmten blauen P\u00f6ppel ausgezeichnet?<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Nach meinem Erachten sind drei der f\u00fcnf nominierten Spiele, die ich kenne und gespielt habe (\u201eVampire der Nacht\u201c von Jens-Peter Schliemann und Kirsten Becker, \u201eKraken-Alarm\u201c von Oliver Igelhaut und \u201eDiego Drachenzahn\u201c von Manfred Ludwig) etwa gleich gut, wenn auch v\u00f6llig unterschiedlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die beiden anderen nominierten Spiele, \u201ePanic Tower\u201c und \u201eTuri-Tour\u201c konnte ich nicht selbst spielen und lasse sie darum hier gr\u00f6\u00dftenteils au\u00dfen vor. Lediglich bei dem Cover-Vergleich kommen sie mit vor, denn eine Schachtelgestaltung kann man auch beurteilen, wenn man die Spiele nicht kennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In unterschiedlichen Testrunden fanden wir heraus, dass Diego am leichtesten zug\u00e4nglich ist und die freundlichsten Farben in der Gestaltung hat. \u201eKraken-Alarm\u201c fordert durchs Material am ehesten zum Spielen auf, doch der Wiederspielreiz ist nicht ganz so hoch wie bei Diego. (Wenigstens in meinen Testrunden). \u201eVampire der Nacht\u201c kombiniert auf wunderbare Weise die Vorteile eines klassischen Dunkelspiels mit dem Abstossungsmechanismus zweier unterschiedlicher gepolter Magnete. Besonders sch\u00f6n ist die thematische Einbettung des Spiels durch die Rahmenhandlung: denn dann, wenn die Knoblauchknollen, die der  Vampirj\u00e4ger Knobelzobel aus der Luft abgeworfen hat, durch das morsche Geb\u00e4lk in die Schlafgruft der Kinder fallen, ist\u2019s zu sp\u00e4t: dann verbreiten sie dort f\u00fcrchterlichen Gestank, den kleine Vampire kaum ertragen k\u00f6nnen\u2026 Diese Idee mit dem morschen Geb\u00e4lk korrespondiert wunderbar mit den L\u00f6chern im Spielplan, durch den Knoblauch nicht fallen soll, aber zur Freude der Mitspieler des \u00f6fteren f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Aber dann fragt man sich nat\u00fcrlich: warum wird solch eine wunderbare Geschichte, technisch vom Verlag sch\u00f6n umgesetzt, nicht ausgezeichnet? Warum gibt es wieder mal Frust f\u00fcr das Autorenduo, das bereits 2006 mit \u201eNacht der Magier\u201c auf die Pl\u00e4tze verwiesen wurden\u2026 hinter \u201eDer Schwarze Pirat\u201c, welches seinerzeit Kinderspiel des Jahres wurde.<br \/>\nWarum also gewinnt Jens-Peter Schliemann schon wieder nicht, so sehr der Preis endlich mal f\u00fcr ihn und Kirsten Becker anst\u00fcnde?<\/p>\n<p>Von Jury-\u00dcberschneidungen und dem Kaufverhalten von Grossm\u00fcttern<br \/>\nEine Zeitlang nahm ich an, die Jury w\u00e4re befangen, weil der K\u00f6lner Spieleautor selbst in einer anderen Spiel-des-Jahres-Jury sitzt: er geh\u00f6rt zu den (in aller Regel) drei Jurymitgliedern f\u00fcr das Spieleautoren-Stipendium, das jedes Jahr in G\u00f6ttingen vergeben wird.<\/p>\n<p>Nein, dieser Gedanke ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Mit n\u00fcchterner Logik l\u00e4sst sich dieser \u201aHinderungsgrund\u2019 sicher verneinen. Doch bei Auszeichnungen geht\u2019s ja manchmal auch um das, was eine Jury f\u00fchlt\u2026 und sie ist da subjektiv oft ganz woanders zuhause als die Mehrheit der Spieler \u2013 wie man schon bei der Auszeichnung des Erwachsenenspiels in diesem Jahr beobachten konnte.<br \/>\nIch k\u00f6nnte mir vorstellen, dass solch atmosph\u00e4rischen Dinge keine gro\u00dfe Rolle bei Entscheidungen spielen, bei denen es um Spiele und nicht um Autoren geht. \u2013 Steht es allerdings Spitz auf Knopf, dann kann durchaus ein Autorenfaktor durchschlagen\u2026 negativ wie positiv.<\/p>\n<p>Warum wurde dann schon wieder ein Dunkelspiel nicht ausgezeichnet? Das Drachenspiel ist im Gegensatz dazu in helleren Farben gehalten, aber das trifft ja auch auf andere Nominierte zu. Da\u00df Diego Drachenzahn ein relativ einfaches Geschicklichkeitsspiel ist, k\u00f6nnte schon eher den Ausschlag gegeben haben\u2026 bei Beppo, der Bock galten wahrscheinlich \u00e4hnliche Findungskriterien.<br \/>\nUnd: Diego Drachenzahn ist ein ganz klassisches Spiel. Leicht erlernbar, simpel; das, was eine Oma ihren Enkeln kauft, wenn sie in den Spieleladen kommt. Und zwar, das m\u00f6chte ich hinzuf\u00fcgen, was sie ihnen auch kauft, wenn das Spiel keine Auszeichnung hat. Es ist einfach ein Spiel, das in seiner Optik und Anmutung (auch das R\u00fcckencover mit dem sehr gro\u00dfen Foto eines spielenden kleinen M\u00e4dchens ist geschickt placiert) diese Zielgruppe \u00e4lterer Erwachsener geradezu zum Zugreifen auffordert.<br \/>\nNicht unbedingt der Hingreifer f\u00fcr die \u00e4ltere Generation ist das Cover von Panic Tower. Ich nehme an, das Spiel wurde auch mehr wegen seiner \u201ainneren Werte\u2019 nominiert als wegen dieser f\u00fcrs Auge etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Computer-Graphik. Grossmutterfaktor: eindeutig unter Null.<br \/>\n\u201eTuri-Tour:\u201c Cover nicht so doll, \u00fcberzeugt mich nicht. Gro\u00dfmutterfaktor: ?<br \/>\n\u201eVampire der Nacht:\u201c Cover d\u00fcster, Gro\u00dfmutterfaktor eher negativ.<br \/>\n\u201eKraken-Alarm:\u201c freundliches Cover, trotz der eher dunkel anmutenden Blaut\u00f6ne. Und der Gro\u00dfmutterfaktor: eher verwirrend durch das Spielger\u00e4t.<\/p>\n<p>Ich fasse also zusammen. Was mich z.B. bei dem Krakenspiel so anzieht, diese wunderbare bewegliche Krake, ist vielleicht f\u00fcr eine Generation, die mir noch zwanzig oder drei\u00dfig Jahre im Alter voraus hat, zu ungewohnt zum Kaufen.<br \/>\nWas mich auf der mechanischen und Umsetzungsebene bei den Vampiren reizt, kommt bei dieser anderen Zielgruppe vielleicht weniger zum Tragen. Die Verbindung von Spielgeschichte und besonderer Gestaltung der Vampire zieht wahrscheinlich die K\u00e4ufer(innen) im Grossmutteralter m\u00f6glicherweise etwas weniger an als mich und die Gruppe der ca. vierzigj\u00e4hrigen Spieler.<br \/>\nUnd Panic Tower ist schon rein gar nichts f\u00fcr die konventionelle Gro\u00dfmutter, so wie ich sie mir vorstelle. Dieses M\u00fctterchen ist allerdings eine Mischung aus meiner eigenen Oma und der Gro\u00dfmutter vom Kasperl; ich gebe gern zu, dass es Anno 2010 modernere Gro\u00dfm\u00fctter geben kann, als ich sie mir denke\u2026<\/p>\n<p>Emotionaler Gleichstand in der Jury: was nun? Was tun?<br \/>\nUnterstelle ich einmal, dass sich eine Jury nicht ganz leicht entscheiden kann \u2013 sei es hier beim Kinderspiel, sei es bei anderen Auszeichnungen -, so wird sie wahrscheinlich versuchen, objektive Kriterien heranzuziehen: Wiederspielreiz, die Verkn\u00fcpfung der Mechanismen und die Spielgeschichte, so reizvoll sie sind, werden dann sekund\u00e4r.<br \/>\nIn diesem Augenblick geht es dann darum: wie spricht das Spiel die Menschen an? Ist es leicht und schnell zug\u00e4nglich f\u00fcr die Zielgruppe? Wie gut ist sein Material?<br \/>\nAll diese Kriterien kann ich in Hinsicht auf die Jury Spiel des Jahres und deren Bewertung nicht \u00fcberpr\u00fcfen. Was ich aber \u2013 ebenso wie jeder Leser dieses Beitrages \u2013 \u00fcberpr\u00fcfen kann, ist der wichtigste Zugang zum Spiel: die Regel.<\/p>\n<p>Ich denke, bei einem Unentschieden in einer Jury kann hin und wieder die bessere Spielregel den Ausschlag geben. Besser heisst hier in meinen Augen f\u00fcrs Kinderspiel: klare, einfache Formulierungen. Kurze Regeln. \u00dcberschaubarkeit. Bilder und \/ oder Photos als Hinweis.<\/p>\n<p>Um zu meiner Schlussthese zu kommen, mu\u00df ich ein paar Jahre in die Vergangenheit zur\u00fcckgehen: in der Spielesaison 2005 \/ 2006 erschien \u201eNacht der Magier\u201c, das erste Dunkelspiel von Jens-Peter Schliemann und Kirsten Becker im Verlag Drei Magier Spiele. In der gleichen Saison erschien \u201eDer schwarze Pirat\u201c von Guido Hoffmann bei Haba.<\/p>\n<p>Beide Spiele wurden ausgezeichnet: \u201eNacht der Magier\u201c erhielt die \u201eEssener Feder\u201c f\u00fcr die beste Spielregel, \u201eDer schwarze Pirat\u201c wurde Kinderspiel des Jahres. Als ich Spiel von Guido Hoffmann einige Zeit sp\u00e4ter kennenlernen konnte und Kinder auf der Gro\u00dfveranstaltung \u201eM\u00fcnchner Spielwiesn\u201c beobachtete, merkte ich, dass die Jury keinen Unw\u00fcrdigen ausgezeichnet hatte: dieser Mechanismus ist wirklich sehr innovativ. Mit Blaseb\u00e4lgen werden Schiffe vorangetrieben und Hindernisse umfahren.<\/p>\n<p>Was ich aber erst jetzt, 2010, sehe, da es mich damals nicht interessierte: die Regel vom \u201eSchwarzen Piraten\u201c ist fast so leicht zug\u00e4nglich wie die von \u201eDiego Drachenzahn\u201c \u2013 ein bisschen l\u00e4nger vielleicht, und mit ein paar mehr Illustrationen versehen. Ich ahne jetzt, warum \u2013 auch aus spielp\u00e4dagogischer Hinsicht, die ja bei der Jury immer mitschwingt \u2013 nicht nur das Piratenspiel seinerzeit ausgezeichnet wurde, sondern indirekt auch die sehr gute und \u00fcberschaubare Regel.<\/p>\n<p>Der Verlag Drei Magier Spiele macht sich selbst das Leben ein bisschen schwer, vergleicht man die Regeln mit den Konkurrenten von Haba: bei beiden Dunkelspielen gibt es leider nur einen winzigen Textblock zum Verst\u00e4ndnis, daf\u00fcr aber x andere Sprachen, die man als deutsches Kind (oder deutsche Mutter, die es erkl\u00e4rt), nicht braucht. Man muss umbl\u00e4ttern, und das \u00c4rgernis geht weiter: die wundersch\u00f6ne Rahmengeschichte und ihre Verbindung mit dem Spiel geht in zuviel internationalem Ged\u00f6ns \u2013 sag ich hier mal frech \u2013 und zu grossdimensionierten Zeichnungen unter. Was bei Haba 2006 oder 2010 wenige Zeilen in Anspruch nahm (in diesem Jahr passte es sogar auf eine kleinformatige Doppelseite), braucht bei Drei Magier sehr viele Seiten.<br \/>\nDas ist schade, denn beim Qu\u00e4len durch diese auch formatm\u00e4\u00dfig \u00fcberdimensionierte Regel vergeht die ganze Freude am Spiel. (Als ich es das erste Mal spielte, erkl\u00e4rte mir der Autor h\u00f6chstselbst in Essen die Regeln, und auf diese Weise bekam ich einen anderen Zugang). \u2013 Denn ich wehre mich dagegen, zu sagen: \u201eVampire der Nacht\u201c ist schlechter als \u201eDiego Drachenzahn\u201c, darum bekam es die Auszeichnung nicht.<br \/>\nAber man kann fremde Sprachen \u2013 wie Haba \u2013 nach hinten schieben oder \u2013 wie Kosmos \u2013 ganz weglassen. Beides erleichtert das Lesen.<br \/>\nSolche \u201aKleinigkeiten\u2019 wie ein gutes, \u00fcbersichtliches Regellayout, freundliche versus gedeckte Farben und \u00e4hnliche Punkte machen manchmal den Ausschlag. Auch Haba ist hier nicht vollkommen: wenn das Regelheft vom Drachenzahn ein bisschen gr\u00f6sser w\u00e4re, und die Schrift etwas fetter, w\u00e4r dies nicht der Untergang des Abendlandes.<\/p>\n<p>Wie schneidet hier Kandidat Nr. 3 ab, Oliver Igelhauts Krakenspiel: das \u00dcbersichtsblatt im klassisch-grossen Kosmos-Format ist in freundlichen Farben gehalten, was grunds\u00e4tzlich schon einmal anspricht. Aber das Layout \u2013 schwarzer Druck auf blauem Hintergrund \u2013 macht das Ganze nicht ganz so leicht lesbar. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re die eine oder andere Illustration in dieser sehr textlastigen Regel nicht von \u00dcbel gewesen. (F\u00fcrs Material dagegen hebt sich mein Daumen: die beiden Kraken sind mein liebstes Spielzeug des Jahres).<\/p>\n<p>Fazit<br \/>\nDa ich selbst ebenfalls Spiele entwickle, wei\u00df ich, wie wichtig eine gute Regel f\u00fcr ein Spiel ist. Denn der Autor springt ja \u2013 anders als bei manchen Tests \u2013 nicht aus der Schachtel und ruft: \u201eIch erkl\u00e4r\u2019s Euch!\u201c (Deswegen sch\u00e4tze ich auch Spieletests auch sehr, bei denen sich die Tester Zeit nehmen, das Spiel selbst zu erarbeiten\u2026 \u00fcber die Regel und \/ oder \u00fcber \u201aselbsterkl\u00e4rendes\u2019 Spielmaterial, wie es ein Kollege von mir nennt. Oder aber Ferntests, bei denen man pers\u00f6nlich gar nicht pr\u00e4sent ist und die Regel zu 100 Prozent allein wirken mu\u00df).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund der Regelbedeutung ein letzter kurzer Blick auf den wieder nicht gek\u00fcrten Autor Jens-Peter Schliemann und seinen Verlag Drei Magier Spiele. Wie machen sie\u2019s denn sonst beim Schreiben der Spielregeln?<br \/>\nUm zu sehen, ob Schmidt Spiele (der Mutterverlag von Drei Magier) grunds\u00e4tzlich das m\u00fchsame mehrsprachige Format w\u00e4hlt, habe ich \u00fcbers Internet ein paar andere Regeln verglichen. &#8211; Und zwar wahllos, ohne dass ich vorher wusste, welche Regel als n\u00e4chstes kommen w\u00fcrde. Meine Klicks f\u00fchrten zu den Spielen \u201eM\u00e4usekarussell\u201c und \u201eWackelbr\u00fccke.\u201c Gerade letztere Regel ist eindeutig kinderfreudig, der Text ist klar strukturiert \u2013 und an einem St\u00fcck ohne Unterbrechungen. Ebenso geht es mir mit \u201eM\u00e4usekarussell\u201c, wo bei mir durch diese Regel sogar die Spiellust geweckt wurde. Von der Bildkomposition und dem Textfluss \u00e4hnelt sie etwas der Diego-Regel: kurz, leicht fassbar, gut zu lesen und kompakt. Das Text-Illustrations-Verh\u00e4ltnis ist ausgewogen.<\/p>\n<p>Und der Autor im Vergleich mit sich selbst? Da\u00df er es (meiner Meinung nach) besser kann*, hat er mit seiner fantastischen Regel zu \u201eBurg Appenzell\u201c bewiesen, die \u00fcbrigens mit dem  Comic-Stil der Regel von \u201eWackelbr\u00fccke\u201c etwas \u00e4hnelt. Der Comic-Stil hat den grossen Vorteil, dass man fast alles schon versteht, ohne lesen zu k\u00f6nnen: allein schon \u00fcber die Bilder. \u2013 \u201eBurg Appenzell\u201c hat vielleicht die sch\u00f6nste Kinderspielregel aller Zeiten, zumindest, was meiner Wahrnehmung nach Zug\u00e4nglichkeit, Lesefreundlichkeit und gut strukturierten Inhalt angeht.<br \/>\nJens-Peter Schliemann kann was, das steht au\u00dfer Frage.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche ihm, da\u00df die Jury Spiel des Jahres, aber auch er selbst und seine Verlage ihm die Chance geben, ein weiteres Mal nominiert zu werden \u2013 und bei der dritten Chance zu gewinnen.<\/p>\n<p>Verdient hat er\u2019s allemal, und es w\u00e4re eine Best\u00e4tigung f\u00fcr ihn in seiner Besch\u00e4ftigung als Spieleautor. So wie ihn seinerzeit das Spieleautorenstipendium vorangebracht hat, wird ganz sicher irgendwann die Auszeichnung zum Kinderspiel des Jahres f\u00fcr ihn kommen.<br \/>\nEs ist an der Zeit.<\/p>\n<p>*) \u201eBesser\u201c und \u201eschlechter\u201c sind nat\u00fcrlich relative Begriffe. \u201eSchlecht\u201c f\u00fcr mich ist hier ein ganz gewisser Anteil am Layout der Spielregel, nicht die Regel an sich und nat\u00fcrlich nicht das Spiel als solches.<\/p>\n<p>Kurzes Nachwort, nach diesem Text verfasst.<br \/>\nIn ihrer Brosch\u00fcre zu den ausgezeichneten Spielen schreibt der Koordinator der Jury zum Kinderspiel des Jahres, was sich eben diese Jury w\u00fcnscht: \u201eGut strukturierte eing\u00e4ngige Regeln (Diego Drachenzahn), eine ansprechende kindgerechte Gestaltung der Spiele (Kraken-Alarm) und innovatives Spielmaterial mit hohem Aufforderungscharakter. (Vampire der Nacht und Kraken-Alarm).\u201c<br \/>\nDie Beispiele in Klammern sind von mir. \u2013 Ohne die Entscheidungsprozesse der Kinderspieljury genauer zu kennen, merke ich daran, dass unsere kleinen Testrunden und ich in meiner Analyse gar nicht so falsch liegen, wenn sich diese Beschreibung und meine Bewertung einigerma\u00dfen decken. Und die Verlage muss man nicht mit der Nase draufsto\u00dfen, die wissen das ohnehin. Mal schauen, wie sie diese W\u00fcnsche in Zukunft umsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurze Einmischung von mir: Hier der neue Gastkommentar von Ralf Gringmuth. Ich poste erst wieder am Dienstag vor dem gro\u00dfen Spieleabend in Essen &#8211; inkl. Wasserstandsmeldung was &#8220;Discover India&#8221; betrifft und einer Beschriebung meiner diesj\u00e4hrigen HiKu-Neuheit. 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