{"id":17904,"date":"2018-11-23T12:00:42","date_gmt":"2018-11-23T10:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=17904"},"modified":"2018-11-20T21:16:01","modified_gmt":"2018-11-20T19:16:01","slug":"interview-skellig-games","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/11\/23\/17904\/","title":{"rendered":"Interview Skellig Games"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Das sch\u00f6ne an Essen ist sicherlich auch, dass man all die Verlage sieht, von denen man zuvor nichts geh\u00f6rt hat. Einer dieser Verlage ist <a href=\"https:\/\/www.skellig-games.de\/\">Skellig Games<\/a>, die ein spa\u00dfig aussehendes Dirigierspiel gezeigt haben. Da ich neugierig war, verabredete ich ein Interview, das ihr hier nachlesen k\u00f6nnt. Da Uwe so freundlich war mir ein Rezensionsexemplar zur Verf\u00fcgung zu stellen, k\u00f6nnt ihr im Anschluss auch meine Eindr\u00fccke zum Spiel lesen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte stelle Dich und deinen Verlag kurz vor!<\/strong><\/p>\n<p>Mein Name ist Uwe Bursik, ich bin 48 Jahre alt und wohne im sch\u00f6nen Mittelhessen. Von Haus aus bin ich Software-Entwickler, nachdem ich vor unendlich vielen Jahren mal Physik studiert habe. Die Wissenschaft und ich haben uns aber geeinigt, dass ich weniger Schaden anrichte, wenn ich mich beruflich anders orientiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte erz\u00e4hle uns kurz etwas zur Entstehungsgeschichte zu <em>Concerto<\/em>!<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang stand der Gedanke, dass mich nicht nur die Entwicklung eines Spiels, sondern auch das ganze Drumherum eines eigenen Spieleverlags reizen w\u00fcrde. Also wurde <em>Skellig Games<\/em> gegr\u00fcndet, ein guter Freund ins Boot geholt, und ein erstes Spiel musste her.<\/p>\n<p><em>Concerto<\/em> ist dann im Rahmen einer Ideen-Offensive entstanden, bei der ich mir \u00fcber einige Wochen das Ziel gesetzt hatte, zehn Spielideen bis zu einem gewissen Punkt auszubr\u00fcten und weiter zu denken. Von diesen zehn Ideen sind dann drei \u00fcbrig geblieben, und <em>Concerto<\/em> hat sich letztendlich durchgesetzt, weil es beim Testen am rundesten wirkte und den Testern auch am besten gefallen hat. Da es unser erstes Spiel ist, wollten wir nat\u00fcrlich bei den Kosten nicht zu viel riskieren, so dass auch eine Materialschlacht keinen Sinn gemacht h\u00e4tte. Insofern war <em>Concerto<\/em> am besten geeignet und ist unser erstes &#8220;Baby&#8221; geworden.<\/p>\n<p>Die Idee zu <em>Concerto<\/em> selber ist ganz profan beim Autofahren aufgekommen, als sch\u00f6ne Musik lief und ich \u00fcberlegt habe, was man mit diesem Thema so anfangen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Was habt ihr f\u00fcr die Zukunft geplant?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind mit dem Start von <em>Concerto<\/em> bis jetzt sehr zufrieden, und die ganze Verlagsarbeit macht uns total Spa\u00df. Insofern haben wir Blut geleckt und bereiten schon die n\u00e4chste Ver\u00f6ffentlichung vor. Das Thema steht noch nicht ganz fest, aber es gibt ein paar hei\u00dfe Kandidaten. Ziel ist auf jeden Fall,<em> Skellig Games<\/em> als Verlag zu etablieren, und dann auch irgendwann Spiele von anderen Autoren zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Habt ihr ein bestimmtes &#8220;Profil&#8221; f\u00fcr euren Verlag im Auge oder wollt ihr erst einmal abwarten, was sich entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, wir haben kein spezielles Profil im Auge und schauen einfach mal, wohin uns die n\u00e4chsten Ideen so treiben. Wir wollen uns da ganz bewusst nicht festlegen und dann gerne auch mal \u00fcberraschen. Das haben wir uns bei mir abgeschaut: einfach ein bisschen in die Breite gehen ;-)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Wie w\u00fcrdet ihr Euer Messefazit ziehen?<\/strong><\/p>\n<p>Da es unsere erste Messe war, ist ein Vergleich nat\u00fcrlich schwierig. Unser pers\u00f6nliches Empfinden war gro\u00dfartig. Es war spannend, lehrreich, interessant, lustig und total positiv. Wir hatten fast die ganze Zeit \u00fcber die Tische voll und hatten den Eindruck, dass <em>Concerto<\/em> bei den meisten sehr gut angekommen ist. Und das gibt einem dann schon eine Menge zur\u00fcck. Au\u00dferdem haben wir eine Menge neue Kontakte in allen Richtungen gekn\u00fcpft. Was sich da im Einzelnen ergibt, wird sich zeigen. Wir sind da sehr zuversichtlich. Es soll keine Drohung sein, aber: wir kommen wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/imagepage\/img\/PJbP8gg_d0YDgwWn5i6XOwxGL4g=\/fit-in\/900x600\/filters:no_upscale()\/pic4289271.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"368\" \/><\/p>\n<p>Wie gesagt, war Uwe so freundlich mir ein Rezensionsexemplar zur Verf\u00fcgung zu stellen, so dass ich <em>Concerto<\/em> hier besprechend kann :-)<\/p>\n<p>Die grunds\u00e4tzliche Spielidee ist schnell erfasst: Man m\u00f6chte \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge (=Musikst\u00fccke) erf\u00fcllen. Dazu werden je nach Schwierigkeitsgrad verschiedene Instrumentkarten ben\u00f6tigt. Diese wiederrum werden in erster Linie blind gezogen und dann ausgelegt. Jetzt kommt der Gag des Spieles: Wer eine Instrumentenkarte auslegt, bekommt einen Stein mit einer Dirigentenanweisung, schaut ihn sich an und legt ihn so vor sich ab, dass die anderen Spieler die Anweisung sehen, man selbst aber nicht. Wer einen Auftrag erf\u00fcllen (also ein St\u00fcck spielen) will, muss nicht nur die ben\u00f6tigten Instrumentenkarten ausliegen haben, sondern auch die dazugeh\u00f6rigen Anweisungen fehlerfrei aus dem Kopf nachspielen. Das ist originell, denn auch wenn es viele Ged\u00e4chtnisspiele gibt, ist die Verkn\u00fcpfung mit der Taktstockbewegung witzig und spielt sich frisch. Da Steine abgeworfen werden und verschiedene Auftr\u00e4ge verschiedene Instrumente ben\u00f6tigen, muss man sich immer wieder mal was neues merken. Auch thematisch ist dieser Kern von <em>Concerto<\/em> passend &#8211; auch weil die Auftr\u00e4ge reale St\u00fccke sind.<\/p>\n<p>Der Kern ist aber in meinen Augen noch nicht ganz perfekt herausgearbeitet, zum Teil muss man doch auf passende Karten warten. Legt man unpassende Karten in die Auslage muss man sich viel merken, und darf nur eine Karte nachziehen&#8230; Das ist aber kein gro\u00dfer Nachteil, <em>Concerto<\/em> macht durchaus Spa\u00df&#8230; aber man sieht hier und da auch den Kleinverlag. Das ist nicht nur die Graphik, die zum Teil nicht vorhanden ist (Die Aktionskarten sind rein textbasiert), das ist auch eine Punkteleiste die etwas zu klein f\u00fcr die Meeple ist und das ist auch eine etwas ung\u00fcnstige Spielendepartie: Das Spiel endet nach einer fixen Menge Siegpunkte. Das ist nicht nur etwas wenig thematisch, das bedeutet auch, dass sich das Spiel hinten raus ziehen kann: Wenn ich nicht mehr alle meine Steine genau wei\u00df, mache ich Fehler, bekomme keine Punkte und muss einen Stein abwerfen.\u00a0 Dadurch komme ich eher noch mehr durcheinander, auf jeden Fall bekomme ich keine weiteren Informationen, so dass ich ggf. das n\u00e4chste St\u00fcck auch nicht mehr spielen kann&#8230; Wenn das allen so geht, endet das Spiel erst, wenn jemand seine Auslage wieder in Griff hat. Eine andere Endebedingung w\u00e4re hier besser gewesen oder eine (stark restriktive) M\u00f6glichkeit sich einzelne Steine anzusehen (einige Sonderkarten erlauben dies, aber die muss man erstmal haben). Zum Gl\u00fcck gibt es einen einfachen Fix: Einfach die notwendige Siegpunktzahl etwas senken.<\/p>\n<p>Insgesamt ist <em>Concerto<\/em> trotz einiger kleiner Ungenauigkeiten ein durchaus gelungenes Erstlingswerk. Ich bin selbst nicht absolut begeistert, aber wohl auch nicht unbedingt die Zielgruppe und ich sehe die Originalit\u00e4t durchaus. Was ein Vorteil ist: Ich kann das Spiel (durch weglassen der Aktionskarten) durchaus auch mit meiner j\u00fcngsten spielen, auch wenn es einige Anpassungen in Punkto Spiell\u00e4nge bedarf. Wie gesagt, man h\u00e4tte das Spiel m.E. noch etwas mehr auf den Kern zuschneiden k\u00f6nnen (die taktischeren Aspekte ums Kartensammeln z\u00fcnden nicht so und lenken vom dirigieren ab &#8211; und das ist ja, was man eigentlich will). Aber im Gro\u00dfen und Ganzen ein rundes Ding!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sch\u00f6ne an Essen ist sicherlich auch, dass man all die Verlage sieht, von denen man zuvor nichts geh\u00f6rt hat. Einer dieser Verlage ist Skellig Games, die ein spa\u00dfig aussehendes Dirigierspiel gezeigt haben. Da ich neugierig war, verabredete ich ein Interview, das ihr hier nachlesen k\u00f6nnt. 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