{"id":17641,"date":"2018-08-20T17:18:45","date_gmt":"2018-08-20T15:18:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=17641"},"modified":"2019-01-28T21:45:52","modified_gmt":"2019-01-28T19:45:52","slug":"das-kulturgut-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/08\/20\/17641\/","title":{"rendered":"Das Kulturgut Spiel"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man Spiele als Kulturgut akzeptiert, und ich das setze ich hier mal ohne Diskussion voraus, dann muss man sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch die Frage stellen, welche man als besonders wertvoll versteht. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung, dass das alles subjektiv w\u00e4re und allein eine Frage des Geschmacks, kann man zumindest zwei Eigenschaften festmachen, die ein Kulturprodukt als wertvoll auszeichnen: es f\u00fchrt zu einer Form der Gemeinschaftlichkeit und es weckt ein Gef\u00fchl der Empathie.<\/p>\n<p>Schaut man sich Brettspiele unter diesen zwei Gesichtspunkten an, f\u00e4llt auf dass die Frage der Gemeinschaftlichkeit beinahe schon trivial ist. Selbstverst\u00e4ndlich dr\u00fcckt sich im Spiel eine Gemeinschaft aus. Selbst in Spielen in denen die Interaktion praktisch nicht vorhanden ist, und die mit dem Begriff \u201eMultiplayer Solitaire\u201c abgekanzelt werden, bildet sich durch die Gleichzeitigkeit und den indirekten Wettstreit eine Art Gemeinschaft. Dabei ist diese meist pr\u00e4senter und lebhafter als etwas das Publikum einer Kinovorstellung, deren Gemeinschaft l\u00e4ngst au\u00dfer Frage steht. Das Publikum im Kino erf\u00e4hrt den Film zusammen und lacht gemeinsam, fiebert mit den Figuren mit, weint um ihr Schicksal und so weiter. Mit Ende des Films l\u00f6st sich auch die Gemeinschaft auf, und auch hier l\u00e4sst sich eine Parallele zum Ende eines Spiels ziehen. Wobei sich die Frage stellt, ob das<\/p>\n<figure id=\"attachment_17642\" aria-describedby=\"caption-attachment-17642\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17642\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Kinopublikum-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17642\" class=\"wp-caption-text\">Damals wie heute sitzen wir alle in einem Boot<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kinopublikum nicht auch die eigene Gemeinschaft in Gefahr bringt, wenn manche Zuschauer an den falschen Steleln lachen oder schweigen. Br\u00f6ckelt auch die Gemeinschaft des Spiels, wenn andere spieler an den falschen Stellen z\u00f6gern und hadern, oder gedankenlos und un\u00fcberlegt entscheiden?<\/p>\n<p>Aber um die Gemeinschaft w\u00e4hrend des Spielens geht es heute nicht. Viel interessanter scheint mir die Frage zu sein wie Spiele die M\u00f6glichkeit liefern Empathie zu erfahren und auch zu erlernen. K\u00f6nnen sie das \u00fcberhaupt? Wenn ja, mit welchen Mitteln findet das statt? Und wie weit muss die Gruppe ihren Teil dazu beitragen, um eben dieses Empathiepotential zu entfalten?<\/p>\n<p>Anders als bei der Frage der Gemeinschaftlichkeit ist Empathie keine notwendige Bedingung, um das Spiel zu beginnen. Man kann kein Spiel spielen, ohne vorher klare Grenzen zwischen Spielenden und Nicht-Spielenden zu ziehen, und zwischen Spiel und Nicht-Spiel zu unterscheiden. Es ist aber durchaus m\u00f6glich ein Spiel g\u00e4nzlich ohne Empathie zu spielen. Ein Spiel ist nicht aus sich selbst heraus ein Mittel um Empathie zu nutzen.<\/p>\n<p>Hier unterscheiden sich Spiele auch nicht weiter von B\u00fcchern oder Filmen. Nicht jedes Buch oder jeder Film hat sich dem Anspruch verschrieben dem Publikum Empathie und Verst\u00e4ndnis zu vermitteln. Viele zielen darauf zu unterhalten und f\u00fcr gute Laune zu sorgen. In diesem Zusammenhang wird Mitgef\u00fchl und emotionales Investment als Technik und Erz\u00e4hlmittel genutzt, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Wenn ich mit Ethan Hunt mitf\u00fchle, so erlebe ich die Katharsis am Ende des Films umso intensiver und verlasse den Kinosaal mit dem Gef\u00fchl besser unterhalten worden zu sein als wenn ich das Spektakel mit deutlicher emotionaler Distanz zu den Figuren betrachte.<\/p>\n<p>Bei Brettspielen ist das h\u00e4ufigste Werkzeug um emotionales Investment zu erreichen der Wettbewerb zwischen Spielern. Wir sind am Ausgang das Spiels interessiert, weil wir unsere Gegenspieler besiegen wollen. (Interessant auch hier, dass manche Spiele das Mittel zum Zweck machen und den Wettbewerb zur reinsten Form des Spiels erkl\u00e4ren, siehe Diplomacy-Fanboys).<\/p>\n<p>Aber so ironisch es auch klingen mag, selbst Wettbewerb kann dabei helfen Empathie beim Spieler zu wecken. Die F\u00e4higkeit sich in andere hineinzuversetzen, kann eine gro\u00dfe Hilfe sein um Strategien zu verfeinern und taktisch kl\u00fcge Z\u00fcge zu erkennen. Zumindest wenn es darum geht, den Spieler einzusch\u00e4tzen, statt die Situation auf dem Spielbrett mit Hilfe der vorhandenen Informationen fehlerfrei zu analysieren. Ich muss nicht auf Empathie zur\u00fcckgreifen, wenn es gen\u00fcgt die mathematischen Zusammenh\u00e4nge auf dem Spielbrett korrekt auszulesen. Muss ich jedoch die Denkweise meines Gegen\u00fcbers verstehen, mich hineinf\u00fchlen und abw\u00e4gen wie hoch die Risikobereitschaft wirklich ist, so greife ich auf die selbe F\u00e4higkeit und die selbe Art der emotionalen Intelligenz zur\u00fcck, die sich in Empathie ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17643\" aria-describedby=\"caption-attachment-17643\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17643\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/mind-meld-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17643\" class=\"wp-caption-text\">Hier wird bei The Mind noch nach alter Schule geschummelt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sehr viel schneller, da h\u00e4ufiger, kommt Empathie bei kooperativen und semi-kooperativen Spielen zum Einsatz, welche oft Aspekte ihrer spielerischen Herausforderungen in den Bereich des empathischen Handelns und Denkens legen. Oft ist es die Einschr\u00e4nkung der Kommunikation zwischen den Spielern, die einen zwingt andere Wege zu suchen, um seine Mitstreiter zu verstehen. Bei einem Spiel wie \u201e<a href=\"https:\/\/www.spiel-des-jahres.com\/de\/the-mind\">The Mind<\/a>\u201c hei\u00dft das, ich muss auf K\u00f6rpersprache, Mimik und sogenannte Mikroexpressionen ausweichen. Ein Spieler muss hier F\u00e4higkeiten \u00fcben und einsetzen, die in vielen anderen Spielen kaum bis \u00fcberhaupt nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Spiele, die dem Ganzen noch einen drauf setzen. So muss ein geheimer Spieler bei \u201e<a href=\"https:\/\/oinkgms.com\/de\/insider\">Insider<\/a>\u201c seine Mitspieler subtil auf die richtige F\u00e4hrte locken und so als Gruppe den richtigen Begriff erraten, ohne dass sie es bemerken. Aber auch der Rest der Gruppe muss ihre eigenen Gedankeng\u00e4nge und -spr\u00fcnge in Frage stellen. Wie kam ich eigentlich auf die Idee diese Frage zu stellen? Gleichzeitig muss man herausfinden, ob die Person, die einen zur richtigen Frage inspiriert hat, dies absichtlich oder zuf\u00e4llig getan hat? In diesem Spiel wird man gezwungen unterschiedliche, gedankliche Perspektiven einzunehmen und legt Empathie als geeignetes Mittel nahe, um seine Aufgabe zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Damit l\u00e4sst sich Empathie als taktisch einzusetzendes Instrument im Repertoire des erfahrenen Spielers verorten. Aber Empathie als Wirkung des Spiels ist damit nicht wirklich erreicht. Vielmehr macht man sich etwas zu Nutze, um einen anderes Ziel zu erreichen.<\/p>\n<p>Will man Empathie als Spielwirkung anstreben, so hat sich die Kombination zweier bestimmter Stilmittel als wirkungsvoll und verl\u00e4sslich erwiesen. Im Zusammenspiel erm\u00f6glichen sie Spielern eine tieferes Verst\u00e4ndnis und eventuell sogar eine Form des Mitgef\u00fchls f\u00fcr Andere. Diese Stilmittel sind Immersion und Identifikation.<\/p>\n<p>Der Begriff Immersion ist im Rahmen von Brettspielen leider nicht klar<\/p>\n<figure id=\"attachment_17644\" aria-describedby=\"caption-attachment-17644\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-17644\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-300x165.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-150x83.jpg 150w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion.jpg 768w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-700x386.jpg 700w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-370x204.jpg 370w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-270x149.jpg 270w, https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/immersion-740x408.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-17644\" class=\"wp-caption-text\">Immersion f\u00fcr Anf\u00e4nger<\/figcaption><\/figure>\n<p>umrissen, und wird oft mit Flow gleichgesetzt. Dem w\u00fcrde ich aber entschieden widersprechen. Flow beschreibt das Eintauchen in einen Arbeitsablauf, wie z.B. ein Spiel. Wenn ein Spieler durch die Komplexit\u00e4t und Tiefe eines Spiels ausreichend in Anspruch genommen wird, so dass er sich im Abarbeiten der einzelnen Schritte verliert, so kann man von einem Flow-Zustand im Spiel sprechen. Immersion muss damit jedoch nicht zwingend erreicht worden sein. Diese stellt n\u00e4mlich nicht den Spielablauf in den Mittelpunkt, sondern die fiktive Umwelt, in der das Spiel eingebettet ist.<\/p>\n<p>Dieses Eintauchen in die Spielwelt wird oft damit umschrieben, dass man sich so \u201ef\u00fchlt\u201c als w\u00fcrde man die Dinge wirklich tun, von der die Spielschachtel spricht. Wenn die eigenen Spielhandlungen, Illustrationen des Spiels und Folgen einzelner Entscheidungen einer schl\u00fcssigen Symbollogik folgen ebnet das den Weg f\u00fcr Immersion. Mit etwas Kreativit\u00e4t und Vorstellungskraft f\u00fchlt es sich dann so an als w\u00fcrde man wirklich Schiffe bauen, oder wirklich \u00fcber ein Imperium herrschen, oder wirklich ein Geheimdienstagent sein.<\/p>\n<p>Das S\u00e4chliche am Tisch wird in seine symbolische Funktion \u00fcbersetzt. Der schwarze Holzw\u00fcrfel wird zur Ladung Kohle. Das Pl\u00e4ttchen aus Pappe zu einem Trupp Soldaten. Eine Karte auf dem Tisch zu einem noch unkolonisierten Planeten. Der Moment wenn diese \u00dcbersetzung nicht mehr bewusst getan wird, sondern fast schon reflexartig stattfindet, zeichnet den Beginn der Immersion aus. Dabei wird das nat\u00fcrlich deutlich vereinfacht, wenn man sich des entsprechenden Wortschatzes bedient, statt auf das prosaische \u201eich kaufe 2 Gelb, 1 Schwarz und 4 Rot\u201c zur\u00fcckzufallen. Gerade f\u00fcr Vielspieler ist das unter anderem eine deutliche H\u00fcrde, eben da das Vokabular oft zwischen sperrig und austauschbar hin- und herpendelt. Das Zur\u00fcckfallen in oberfl\u00e4chliche Bezeichnungen ist da nur recht und billig. Im Gegenzug dazu werden Spiele, die mit Hilfe der implizierten Logik des Spielhintergrundes weitere Regeln einbringen und erl\u00e4utern, oft als thematisch dicht empfunden.<\/p>\n<p>Nun ist aber Immersion noch nicht gleichbedeutend mit Empathie. Immersion ist sehr hilfreich um komplexe Zusammenh\u00e4nge zu veranschaulichen, zu verinnerlichen oder auch nur zu verstehen. Ein Umstand der k\u00fcrzlich erst <a href=\"https:\/\/paxsims.wordpress.com\/2018\/08\/17\/drdc-investigating-wargaming-and-capability-based-planning\/\">an Hand von Wargames<\/a> (Kosims f\u00fcr die Alteingesessenen hier) erneut gezeigt wurde. Um mit Hilfe von Immersion an Empathie zu kommen, braucht es jedoch noch einen menschlichen (oder zumindest vermenschlichten) Fokus. Durch das Eintauchen in eine fremde Situation wird uns die Komplexit\u00e4t der Sache veranschaulicht. Aber erst wenn wir innerhalb dieser Situation auch eine neue Perspektive einnehmen m\u00fcssen, er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit zur Empathie.<\/p>\n<p>Dabei ist Empathie selbst in hochwertigen und wertvollen Spielen alles Andere als zwingend oder selbstverst\u00e4ndlich. Wie auch in jedem anderen Medium m\u00fcssen die Teilnehmer daf\u00fcr empf\u00e4nglich sein, d.h. sich emotional daf\u00fcr \u00f6ffnen. Dabei gilt es auch den naheliegenden Fallen aus dem Weg zu gehen. Abstraktion ist dabei eines der vielen Mittel mit denen man das Potential zur Empathie in einem Spiel gezielt aush\u00f6hlen kann. Der Schritt in Richtung Abstraktion l\u00e4uft damit der symbolischen Lesart des Spielmaterials und des Spielablaufs direkt zuwider.<\/p>\n<p>Je abstrakter und damit reduktiver das Spiel wahrgenommen wird, desto schwieriger ist es Immersion und damit auch Empathie zu erm\u00f6glichen. Gerade durch Wettbewerb motivierte Spieler geraten hier schnell in einen inneren Konflikt, da es weit einfacher ist die Spielobjekte pragmatisch zu betrachten und auf ihre Funktion in Bezug auf den eigenen Spielsieg zu reduzieren. Der Spielstein, der wie eine menschliche Silhouette geformt ist, stellt dann nicht mehr einen Menschen, sondern ein Werkzeug f\u00fcr Siegpunkte dar.<\/p>\n<p>Abstraktion und \u201ecompartmentalization\u201c ist damit die Gegenbewegung zur im Spiel erfahrenen Empathie. Ein Punkt, den <a href=\"http:\/\/brenda.games\/train\/\">Brenda Romeros Train<\/a> immer wieder veranschaulicht, wenn Menschen auch nachdem ihnen erkl\u00e4rt wurde was sie tun, keine Schwierigkeiten damit hatten ihre Aufgabe weiterhin effizient zu verfolgen. Trotz Immersion und Identifikation ist es m\u00f6glich mit Hilfe der Abstraktion des eigenen Handelns und dessen Auswirkungen eine empathische Reaktion auf das Erlebte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eichmann_in_Jerusalem#Erste_Kontroverse:_Die_Banalit%C3%A4t_des_B%C3%B6sen\">vollst\u00e4ndig zu unterbinden.<\/a><\/p>\n<p>Um das Kulturgut im Spiel hervorzuholen muss man die Sache aus zwei Richtungen angehen. Zum einen muss das Spiel die M\u00f6glichkeit zur Immersion bieten. Durch ansprechende Pr\u00e4sentation, ausreichender Komplexit\u00e4t und einer in sich schl\u00fcssigen Symbollogik muss eine Spielwelt umrissen werden. Der Spieler muss innerhalb dieser Spielwelt eine Perspektive einnehmen k\u00f6nnen, die es ihm erlaubt die Ereignisse in einen bewertbaren und emotional zug\u00e4nglichen Kontext zu setzen. Es muss Dinge geben die gut sind und solche die schlecht sind. Vor allem m\u00fcssen sie sich auch so \u201eanf\u00fchlen\u201c.<\/p>\n<p>In diesem Sinne muss die Spielgruppe gleicherma\u00dfen gewillt sein Gef\u00fchle auch zu erlauben. Sie muss gewillt sein, die rationale und effektive Entscheidung nicht als die einzig \u201erichtige\u201c Vorgehensweise zu akzeptieren. Emotionale gef\u00e4llte Entscheidungen, die aus dem Spielerlebnis heraus entstehen, m\u00fcssen genauso zum Spielinhalt geh\u00f6ren, wie die strategisch fundierte Wahl. Zus\u00e4tzlich muss man die individuelle Neigung zur Abstraktion aufs N\u00f6tigste beschr\u00e4nken. Zumindest muss man sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass jeder Schritt in Richtung Abstraktion das Spielerlebnis effektiv\u2026 abstumpft.<\/p>\n<p>Der kulturelle Wert des Spiels er\u00f6ffnet sich eben nicht durch einfaches Zur\u00fccklehnen und Auf Sich Wirken lassen. Auch wenn ich der Sprache m\u00e4chtig war, musste ich doch erst lernen B\u00fccher zu lesen. Auch wenn ich seit Kindesbeinen Filme schaue, musste ich auch erst lernen Filmsprache zu verstehen. Warum sollten Spiele anders sein? Warum sollte Regelkenntnis und strategisches Denken ausreichen, um sich die gesamte Tiefe eines Spiels zu erschlie\u00dfen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man Spiele als Kulturgut akzeptiert, und ich das setze ich hier mal ohne Diskussion voraus, dann muss man sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch die Frage stellen, welche man als besonders wertvoll versteht. 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