{"id":17492,"date":"2018-06-10T14:44:00","date_gmt":"2018-06-10T12:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=17492"},"modified":"2018-06-10T14:44:00","modified_gmt":"2018-06-10T12:44:00","slug":"die-kinderspiele-des-jahres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/06\/10\/17492\/","title":{"rendered":"Die Kinderspiele des Jahres"},"content":{"rendered":"<p>Die Wahl zum Kinderspiel des Jahres wurde hier traditionell etwas stiefm\u00fctterlich behandelt. Aber da am Montag die Preisverleihung ist und ich diesmal mehr oder weniger zuf\u00e4llig alle drei Nominierten mit meinen Kindern spielen konnte, bietet sich einmal an, die drei aus meiner Sicht hier ausf\u00fchrlich vorzustellen.<\/p>\n<p>Was mir vorher noch nicht aufgefallen ist: Der KSdJ hat gegen\u00fcber den anderen P\u00f6ppeln der Jury eine weitere H\u00fcrde zu nehmen. Ist es in Rot schon schwierig Spiele verschiedener Genres miteinander zu vergleichen (<em>Azul<\/em> oder <em>The Mind<\/em>?), m\u00fcssen hier auch Spiele f\u00fcr verschiedene Altersklassen miteinander verglichen werden. <em>Funkelschatz<\/em> richtet sich z.B. an eine andere Altersklasse als <em>Panic Mansion<\/em>. Ich merke das schon an meinen eigenen Kindern: Das eine wird von meiner F\u00fcnfj\u00e4hrigen geliebt, das andere von meiner Neunj\u00e4hrigen. Beide w\u00fcrden das jeweils andere Spiel niemals von sich aus vorschlagen. Emojiito geht mit beiden, ist aber jeweils unter den hier vorgestellen nur jeweiils zweite Wahl. Vielleicht die Kompromissl\u00f6sung morgen?<\/p>\n<p>\u00dcber <strong>Funkelschatz<\/strong> (von G\u00fcnter und Lena Burkhardt, erschienen bei Haba, 2-4Spieler, Spieldauer 10-15 Minuten, ab 5 Jahren) hat J\u00fcrgen bereits <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2017\/12\/06\/16954\/\">was <\/a>gesagt. Im Prinzip wird eine becher\u00e4hnliche Konstruktion verkleiner und die Spieler versuchen zu sch\u00e4tzen welche Edelsteinfarbe dabei haupts\u00e4chlich herausf\u00e4llt. Die Altersklasse ab 5 ist dabei traditionell schwierig: In diesem Alter wollen die Kinder schon \u00fcberall mitspielen, k\u00f6nnen aber meistens noch nicht lesen oder schreiben. Simpelspiele funktionieren nicht mehr unbedingt und das Thema muss stimmen. Das alles ist bei <em>Funkelschatz<\/em> der Fall. Vor allem ist es aber originell: Kinder haben realitische Siegchancen, ohne dass es einen Memory-Effekt gibt. Hier muss man sich nichts merken! Es geht ja um reines sch\u00e4tzen &#8211; und auch wenn ich Funkelschatz sicherlich nicht in einer Erwachsenenrunde auspacken w\u00fcrde, f\u00fchle ich mich beim spielen nicht genervt oder unterfordert. Die Kinder finden es spannend und freuen sich, dass sie hier gewinnen k\u00f6nnen. Zudem funktioniert <em>Funkelschatz<\/em> auch ohne Spa\u00dfverlust zu zweit, was ich ja recht <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/03\/11\/17161\/\">wichtig finde<\/a>. Aufgrund der Originalit\u00e4t und dem Spielspa\u00df f\u00fcr die Altersgruppe definitv ein guter Kandidat &#8211; aber es ist auch altersspezifisch. Kein Spiel f\u00fcr die ganze Familie. Ich wei\u00df nicht, ob das ein Kriterium beim KSdJ ist, aber vermutlich eher nicht &#8211; daf\u00fcr ist ja der Hauptpreis da!<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/luding.org\/luding\/press\/2017Funkelschatz.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><strong>Panic Mansion<\/strong> (von Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen, erschienen bei Blue Orange\/Asmodee, 2-4 Spieler, Spieldauer 10-20 Minuten, ab 6 Jahren) k\u00f6nnte meine j\u00fcngere von den Regeln her auch spielen (und hat das auch getan). Nur hat sie noch nicht die Motorik ihrer \u00e4lteren Schwester oder ihrer Eltern und daher ist der Frustfaktor eher hoch. Panic Mansion ist n\u00e4mlich ein waschechtes Geschicklichkeitsspiel.<\/p>\n<p>Sie kennen vielleicht diese Geduldsspiele, bei denen man kleine Metallkugeln in noch kleine L\u00f6cher bugsieren muss, in dem man den Kasten bewegt? <em>Panic Mansion<\/em> ist im Prinzip dasselbe, nur hat man hier einen in R\u00e4ume unterteilten Kasten und man muss bestimmte Gegenst\u00e4nde in einen bestimmten Raum bugsieren. Und statt Kugeln ist alles m\u00f6gliche Zeugs drin, und verschiedene Dinge bewegen sich unterschiedlich: Die Kugeln sind von Natur aus sehr kugelig, w\u00e4hrend die Plastikspinnen mittlere Gewaltanwendung ben\u00f6tigen um aus dem Knick zu kommen. Ziel ist das Erledigen einer Auftragskarte und das ist v\u00f6llig in Ordnung, da es ein Geschwindigkeitsspiel ist: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Das ist aber eben auch das potentiell frustrierende f\u00fcr die j\u00fcngeren Geschwister &#8211; wer nie eine Karte abbekommt, ist schnell frustriert. Nach oben hin ist der Schwierigkeitsgrad aber mit Hilfe diverser Varianten skalierbar.<\/p>\n<p>Meine \u00e4ltere Tochter und deren Freunde m\u00f6gen <em>Panic Mansion<\/em> sehr, weil es schnell geht und eigentlich keine Erkl\u00e4rungen ben\u00f6tigt. Es sit herrlich frustrierend, wenn man nur&#8230;noch..diesen&#8230;Klotz&#8230;da rein..argg&#8230;jetzt&#8230;ist..die Schlange &#8230;im Weg&#8230; jetzt aber&#8230;nein der&#8230;Geist &#8230;ist &#8230;wieder&#8230;zur\u00fcck..mist, jemand anders ist fertig. Wie auch bei <em>Funkelschatz<\/em> musste ich mich auch hier spielerisch nicht zur\u00fccknehmen.<\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich bietet das Spiel nicht genug Wums, als dass ich es ohne Kinder auf den Tisch bringen w\u00fcrde. Letztlich ist es eben ein aufgebohrtes Geduldsspiel &#8211; es ist sehr gut aufgebohrt, vermutlich das Maximum, was man aus der Idee herausbohren kann (wegen der verschiedenen Figuren und Spielmodi), aber es ist eben auch eine Idee die nicht viel Tiefe bietet. Meine Lieblings-Geschicklichkeitsspiele bieten entweder noch einen Zungenschlag Taktik oder zumindest etwas Push-Your-Luck (wie z.B. <em>Looney Quest<\/em>). <em>Panic Mansion<\/em> fragt nur eine F\u00e4higkeit ab: Kleine Dinge m\u00f6glichst schnell von A nach B zu bewegen. Das ist im Rahmen dieser rezensions\u00e4hnlichen Besprechung von Belang &#8211; f\u00fcr die Preisvergabe morgen aber eher nicht. Da d\u00fcrfte es in erster Linie auf den Spielspa\u00df ankommen.<\/p>\n<p>Oder doch? Rein innerhalb der jeweils spezifizierten Altersgruppe kommen beide Spiele gut an, aber <em>Funkelschatz<\/em> ist f\u00fcr mich noch etwas origineller, besonderer. Wenn ich nach Empfehlungen gefragt werde, w\u00fcrde ich f\u00fcr die jeweilige Altersklasse immer Funkelschatz empfehlen, aber f\u00fcr die andere w\u00fcrden mir andere Spiele einfallen, bevor mir <em>Panic Mansion<\/em> einf\u00e4llt. <em>Panic Mansion<\/em> ist als Geschenk eine <em>gute<\/em> Wahl, aber es ist keine <em>herausragende<\/em> Wahl.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/medium\/img\/cU2XV7Hk2zIVOoDl39IVZe-gd3Q=\/fit-in\/500x500\/filters:no_upscale()\/pic4058999.jpg\" alt=\"\" width=\"356\" height=\"356\" \/><\/p>\n<p>Zu Beginn der Besprechung von <strong>Emojito!<\/strong> (von Urtis \u0160ulinskas, erschienen bei Desyllas\/Huch, 2-14 Spieler, Spieldauer ca 20-30 Minuten\u00a0 ab 7 Jahren) ein bisschen investigativer Journalismus: Die Aussprache des Titels <a href=\"https:\/\/youtu.be\/F3WaMPxeJGI?list=PLJYis2lq5k7ENcKT-IBJpbW0kf0JFnkXa\">richtet sich nach &#8220;Emoji&#8221;, nicht nach &#8220;Mohito&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>Die Idee bei<em> Emojito!<\/em> ist simpel: Mache das Gesicht nach, dass Du auf einer Karte siehst und die anderen m\u00fcssen die Karte identifizieren. Bereits vor zwei Jahren hatte meine Tochter ein Spiel mit dem Titel <em>Face Game<\/em>, dass aber leider komplett durchgefallen ist. <em>Emojito!<\/em> macht einiges besser als das damalige <em>Face Game<\/em>: Erst einmal sind die nach zu machenden Bilder keine Fotos, sondern witzig gezeichnete Bilder, meistens Tiere, manchmal auch unbelebte Objekte (wie Kaugummi) mit Gesichtern. Das ist deutlich lustiger und herausfordernder. Dann muss das Gesicht lediglich aus insgesamt 7 Karten herausidentifiziert werden (Bei <em>Face Game<\/em> waren immer alle Karten in der Auslage). Und drittens kann jeder mit Drehscheibe raten und punkten und je mehr Spieler das Gesicht erkennen, desto besser f\u00fcr den Grimassenschneider. Handwerklich ist aus meiner Sicht die Idee wirklich optimal herausgearbeitet worden. Das ist gut &#8211; denn die Idee ist so einfach, dass entgegen der Altersangabe auch meine F\u00fcnfj\u00e4hrige mitspielen kann. Umgekehrt hatten beim Beeple-Wochenende auch die Erwachsenen ihren Spa\u00df &#8211; um 2.00 morgens. Die perfekte Wahl?<\/p>\n<p>Nicht unbedingt.<\/p>\n<p>Ich kreide dem Spiel nicht an, dass es zu zweit eigentlich nicht gut\u00a0 funktioniert (dass es funktioniert liegt daran, dass man es auch kooperativ spielen kann) &#8211; das ist bei Partyspielen eben so. Der Grund warum das Spiel auch bei meinen Kindern -die beide mitspielen! &#8211; nicht erste Wahl ist, ist dass es zwar lustig sein kann, man aber in der richtigen Stimmung daf\u00fcr sein muss. Nicht immer ist das schneiden von Grimassen lustig. Manchmal ist die Wahl eindeutig, manchmal ist sie zu beliebig. Nicht alle Gesichter machen automatisch Spa\u00df. Bei <em>Face Cards<\/em> von Ravensburger (funktioniert anders, aber es geht auch um Gesichter), ergibt sich die Komik schneller von selbst und das Spiel bietet dar\u00fcber hinaus noch etwas mehr. Emojito! kann ein tolles, spassiges Erlebnis sein, es kann aber auch frustrieren (wenn derselbe Spieler immer danebenliegt) und es kann auch mal ein Karten abarbeiten sein &#8211; ich habe schon alle Spielverl\u00e4ufe miterlebt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.hutter-trade.com\/sites\/default\/files\/styles\/galleria\/public\/Presse\/emojito_b_cover_300dpi_0.jpg?itok=xtj27_6V\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>Objektiv betrachtet sind die drei Kandidaten vermutlich ziemlich gleich auf- und das auf einem hohen Niveau. Alle drei kann ich mir als Preistr\u00e4ger <em>vorstellen<\/em>. <em>W\u00fcnschen<\/em> w\u00fcrde ich mir aber <em>Funkelschatz<\/em>.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wahl zum Kinderspiel des Jahres wurde hier traditionell etwas stiefm\u00fctterlich behandelt. 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