{"id":17081,"date":"2018-02-02T15:05:18","date_gmt":"2018-02-02T13:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=17081"},"modified":"2018-02-02T16:04:51","modified_gmt":"2018-02-02T14:04:51","slug":"verlagsvorstellung-elephant-laboratories","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/02\/02\/17081\/","title":{"rendered":"Verlagsvorstellung: Elephant Laboratories"},"content":{"rendered":"<p>In Essen kommen sehr viele Spiele raus und selbst bei\u00a0 meiner Minimalliste schaffe ich nicht alle. Eines der Spiele, die ich mir ansehen wollte, aber es einfach nicht geschafft habe war <em>Sol: Last Days of a star<\/em>. Als ich nach der Messe dann gelesen habe, dass es ein sehr ungew\u00f6hnliches Spiel sei, wurde ich sogar noch neugieriger. Ich habe mich mit Ryan Spangler von <a href=\"https:\/\/elephantlaboratories.com\/\">Elephant Labratories<\/a> unterhalten und da er so freundlich war, mir ein Reziexemplar zu schenken, kann ich im Anschluss auch meine Eindr\u00fccke kundtun!<\/p>\n<div style=\"text-align: center\"><strong>Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!<\/strong><i><br \/>\n<\/i><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Hallo! Wir sind\u00a0<em>Elephant Laboratories<\/em> . Das bedeutet im Moment die Gebr\u00fcder Spangler, Ryan und Sean, und unsere Redakteurin\u00a0 Jodi Sweetman. Das Konzept von <em>Elephant Laboratories <\/em>entstand bereits in unserer Kindheit, wo Sean und ich in einer sehr kreativen Umgebung viel gespielt und allen m\u00f6glichen Kram hergestellt haben. Unser Vater ist ein begeisteter Brettspieler und hat immer noch eine gro\u00dfe Sammlung von Avalon Hill War Games in seinem Haus. Meine fr\u00fchesten Erinnerungen sind, wie ich bei Vaters langen Wargame-Kampagnen immer genau die Zahlen gew\u00fcrfelt habe, die mein Vater wollte &#8211; sehr zum Leidwesen seiner Mitspieler und wie ich Dinge mit meinem Bruder gebastelt habe.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><em>Elephant Laboratories<\/em> ist sozusagen eine Fortsetzung dieser famili\u00e4ren Beziehung, Realit\u00e4t geworden dank der Hilfe durch die Meisterin aller Dinge, Jodi Sweetman.<\/div>\n<div><\/div>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte erz\u00e4hle uns doch ein bisschen etwas \u00fcber euer Spiel!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div><em>Sol: Last Days of a Star\u00a0<\/em>ist ein Spiel \u00fcber die Zerst\u00f6rung der Sonne und anschlie\u00dfender Rettung.\u00a0 Wir alle sind Repr\u00e4sentanten von Planeten, die zusammen eine Utopie leben, deren Sonne aber kollabiert &#8211; was das Ende aller bedeutet. Wir haben seid Jahrhunderten Energie der Sonne abgezweigt und in diesen letzten Z\u00fcgen m\u00fcssen wir tragischerweise uns erneut dieser Energiequelle bedienen um zu entkommen &#8211; Unserer Sonne, unserem Leben.<\/div>\n<div>In Sol spielen alle gegeneinander, aber dabei schafft man Vorteile f\u00fcr alle. Alle gebauten Strukturen k\u00f6nnen von allen Spielern genutzt werden und der urspr\u00fcngliche Erbauer bekommt einen Bonus. Es gibt eine Balanze zwischen Geben und Nehmen, die man einhalten sollte, wenn man erfolgreich sein m\u00f6chte. Au\u00dferdem gibt es einen subtilen Timing-Mechanismus: Das eigene Mutterschiff kreist in einer Umlaufbahn um die Sonne und so bewegt man sich st\u00e4ndig von den eigenen Strukturen weg und hin zu denen der anderen Spieler.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Au\u00dferdem destabiliziert das Bauen und Verwenden der Struktur die Sonne. W\u00e4hrend man spielt werden Instabilit\u00e4tskarten gezogen und wenn die 13. Sonneneruption gezogen wurde, endet das Spiel in einer gro\u00dfen Supernova. Die Ungewissheit, wann dies geschieht, baut immer mehr Spannung auf, bis das Spiel in einem spektakul\u00e4ren H\u00f6hepunkt endet.<\/div>\n<div>Insgesamt ist das Spiel sehr beeindruckend!<\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center\"><strong>Was habt ihr f\u00fcr die Zukunft geplant?<\/strong><i><br \/>\n<\/i><\/div>\n<div><i>\u00a0<\/i><\/div>\n<div>Wir haben einige Spiele in der Mache und Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Art <em>Sol<\/em>-Trilogie, wobei die Fortsetzungen die Suche nach einer neuen Heimat und die finale Besiedelung des Sternensystems werden sollen. Da <em>Sol<\/em> unser erstes Spiel ist, haben wir auf dem Weg vom ersten Konzept bis zum fertigen Produkt viel gelernt. Eines davon war, wie viel Energie udn Herzblut in ein Projekt geht und so nehmen wir unsere Projekte sehr ernst. Wir produzieren nur dann ein neues Spiel, wenn wir es absolut lieben und es mit unserer Umgebung teilen wollen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Was ich sehr beeindruckend fand war die mehrseitige Kurzgeschichte in der Schachtel &#8211; Wie kam die zustande?<\/strong><\/p>\n<p>Die Hintergrundgeschichte zum Spiel war von Beginn an sehr wichtig. Wir wollten ein Spiel \u00fcber die Sonne machen und der Grundgedanke der drohenden Zerst\u00f6rung steuerte jede Entscheidung bei der Entwicklung.<\/p>\n<p>Allerdings hatten wir nicht geplant, die tats\u00e4chlich auszuformulieren und dem Spiel beizulegen &#8211; dies geschah erst im Laufe der Kickstarterkampagne. Als wir da mittendrin waren, bekamen wir deutlich mehr Unterst\u00fctzung als erwartet und uns gingen die Ideen f\u00fcr Stretch Goals aus. Die ersten Strech Goals waren klar: Holzmarker f\u00fcr die Effekte, bessere Qualit\u00e4t f\u00fcr die Karten, unterschiedliche Miniaturen f\u00fcr die Mutterschiffe usw. Irgendwann waren die Ideen, die wir uns vor der Kampagne \u00fcberlegt haben, aber verbraucht. Die Hintergrundgeschiche &#8211; das &#8220;Mythos Book&#8221; &#8211; war etwas, von dem wir immer getr\u00e4umt haben, aber da es praktisch ein eigenst\u00e4ndiges Projekt ist, haben wir es als h\u00f6chstes Stretch Goal eingestellt &#8211; weil wir dann sicher waren, dass das niemals erreicht werden w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich lagen wir da falsch&#8230;<\/p>\n<p>Also fing ich sofort an zu schreiben. Mein Schreibstil ist ziemlich speziell\u00a0 und surrealistisch und daher war ich etwas unsicher, ob das was werden w\u00fcrde. Zu der Zeit schickte uns ein Backer, die auf der &#8220;Benenne einen Planeten&#8221;-Stufe gebacken hatte ihren Planetennamen (Sideralis) zusammen mit einem kleinen Text, wie das Leben dort wohl w\u00e4re. Der Text war super! Der Text war so gut, dass wir sie sofort gefragt haben, ob sie nicht unseren Mythos schreiben wollte. Es stellte sich heraus, dass sie Autorin ist und sie war begeistert von diesem Vorschlag. Ich habe mich ein paar mal mit ihr getroffen und wir haben \u00fcber den Hintergrund gesproche\u00a0 und den Charakter der f\u00fcnf Welten und sie hat dann diese F\u00e4den aufgenommen und mit meinen Aufzeichnungen zu einer tiefen Geschichte f\u00fcr jede Welt versponnen. CJ Hallowell ist eine wahre Heldin!<\/p>\n<p>Wir haben auch einen K\u00fcnstler (Ben Flores) angeschrieben und er hat alle Bilder in dem Mythos Book gemacht und ein Freund aus der Szene (Adam Murdoch)hat das Layout gemacht. Insgesamt hat das fertige Buch unsere Erwartungen weit \u00fcbertroffen und es wurde zum erf\u00fcllensten Teil des Projektes.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bei dem Thema h\u00e4tte ich ein kooperatives Spiel erwartet &#8211; Ist das etwas, dass ihr \u00fcberlegt habt?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, es gibt auch eine kooperative Variante, die mittlerweile Seans (mein Bruder) favoristierte Variante ist [<em>Anm. d.\u00dc. Ja, ich habe die Frage gestellt, bevor ich die Regeln gelesen habe&#8230;<\/em>] Nat\u00fcrlich macht Kooperation von der Geschichte her mehr sinn, aber es funktioniert meines Erachtens auch kompetitiv. Grunds\u00e4tzlich hindert man sich ja gegenseitig nicht, das System zu verlassen, es ist mehr so, dass jeder versucht erst einmal sich selbst zu retten und nicht auf den anderen schaut. Auch basiert das Spiel auf dem Prinzip des &#8220;Beidseitigem Nutzens&#8221; (im Gegensatz zu &#8220;beidseitigem Schaden&#8221; &#8211; wie bei Kriegsspielen), so dass wir uns auf eine indirekte Art gegenseitig helfen. Und wie die Story impliziert \u00fcberlebt der\u00a0 Spieler mit den gr\u00f6\u00dften Anschub am Ende nicht unbedingt &#8211; wir nennen ihn nur Gewinner, weil er die gr\u00f6\u00dften \u00dcberlebenschancen hat. Bei aller Wahrscheinlichkeit sterben wir eh alle in der Leere des interstellaren Raumes&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Werdet Ihr Euch auf Eigenkreationen konzentrieren oder auch Spiele von anderen Autoren machen?<\/strong><\/p>\n<p>Im Moment ist <em>Elephant Laboratories<\/em> eine M\u00f6glichkeit unsere eigenen Spiele zu ver\u00f6ffentlichen. Das hei\u00dft nicht, dass wenn wir interessante, beeindruckende Spiele sehen, die niemals machen w\u00fcrden &#8211; im Gegenteil. Ein Freund von mir hat ein Spiel, bei dem ich \u00fcberlege, es zu machen. Allerdings hat uns <em>Sol<\/em> gezeigt wieviel Arbeit in einem solchen Projekt steckt und das ist nichts, was wir mal eben so machen w\u00fcrden. Nur die besten Spiele geben uns die Motivation, sie mit der Welt so zu teilen, wie wir es bei <em>Sol<\/em> getan haben.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic2656553_md.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Ich schrieb in der Einleitung, dass <em>Sol<\/em> ein ungew\u00f6hnliches Spiel ist und das hat sich best\u00e4tigt. Prinzipiell baut man Krams, die einem entweder kleine Energiew\u00fcrfel bringen oder es erlauben jene W\u00fcrfel gegen kleine Schiffe oder gegen Siegpunkte (=Schubkraft) einzutauschen. Das klingt jetzt nicht so originell, aber die Art und Weise wie das geschieht f\u00fchlt sich schon anders an: Man braucht die kleinen Schiffe, um die Geb\u00e4ude zu errichten und zu aktivieren. Daher muss man mit denen hin und her fliegen. Dichter bei der Sonne gibt es bessere Umtauschkurse (au\u00dferdem kann man seine Schiffe direkt in Siegpunkte umwandeln, wenn man diese opfert und in den Kern fliegt), aber um dort hinzu gelangen ben\u00f6tigt man Gateways, die auch errichtet werden m\u00fcssen. Was dabei sehr ungew\u00f6hnlich ist, ist dass man sich hier nicht im Wege ist, sondern im Gegenteil: Alles Gebaute kann von allen genutzt werden, man <em>schafft<\/em> also Optionen f\u00fcr die Mitspieler, anstelle sie zu behindern. Da man als Erbauer auch eine Belohnung erh\u00e4lt, ist die richgige Platzierung der eigenen Strukturen wichtig &#8211; man sollte sie den anderen schon irgendwo anbieten. Das ist interessant.<\/p>\n<p><em>Sol <\/em>hat einen abstrakten Zungenschlag: Prinzipiell erinnern mich die einzelnen Zugoptionen an ein abstraktes Zweierspiel, auch weil es praktisch keinen Gl\u00fccksfaktor gibt (au\u00dfer dem Mitspielerchaos eigentlich nur das Karten ziehen). Aber innerhalb der Geschichte machen die eigentlich abstrakten Mechanismen allesamt sinn. Man merkt, dass Geschichte und Spiel gemeinsam entstanden sind. Einer der wenigen Gl\u00fccksmomente ist das Spielende &#8211; Es ist nicht ganz klar, wann dies eintritt und so ist das Finale tats\u00e4chlich spannend: Schaffe ich noch die gew\u00fcnschten Aktionen oder nicht? Allerdings verzeiht das Spiel vorher wenig Fehler und wer schon abgeh\u00e4ngt ist, der wird da eher frustriert sein, weil er wei\u00df, dass er nichts mehr erreichen kann. Auch empfinde ich die Anlaufphase des Spieles als zu lang &#8211; auch wenn diese sich mit einer Variante abk\u00fcrzen l\u00e4sst, bei der die Spieler schon mit ein paar Bauwerken beginnen.<\/p>\n<p><em>Sol<\/em> ist ein ungew\u00f6hnliches Spiel &#8211; nat\u00fcrlich nicht so ungew\u00f6hnlich wie <em>Fog of Love<\/em> oder so, aber schon anders als die \u00fcbliche Euro-Kost. Das ist gut, denn ist jetzt kein absolutes Spitzenspiel. Wer aber auf diese leicht abstrakten, gl\u00fcckslosen und interaktiven Spiele steht -und ich tue das! &#8211; der findet hier ein solides Spiel, dass zudem sehr abwechslungsreich ist, da sich die unterschiedlichen Mitspielerzahlen zum Teil recht unterschiedlich spielen und weil bei jeder Partie andere Sonderaktionen m\u00f6glich sind. Der Lang- und Wiederspielreiz stimmt also in meinen Augen.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Essen kommen sehr viele Spiele raus und selbst bei\u00a0 meiner Minimalliste schaffe ich nicht alle. Eines der Spiele, die ich mir ansehen wollte, aber es einfach nicht geschafft habe war Sol: Last Days of a star. 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