{"id":16975,"date":"2018-01-14T11:51:45","date_gmt":"2018-01-14T09:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=16975"},"modified":"2018-01-15T15:01:59","modified_gmt":"2018-01-15T13:01:59","slug":"edition-perlhuhn-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2018\/01\/14\/16975\/","title":{"rendered":"Edition Perlhuhn &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Die Fortsetzung <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2017\/12\/17\/16959\">vom letzten Post \u00fcber die Edition Perlhuhn<\/a>. Um das nicht unendlich weiter auszudehnen hier gleich der ganze Rest vom Sch\u00fctzenfest!<\/p>\n<p><strong>Die Mittleren Jahre<\/strong><\/p>\n<p>Die Edition Perlhuhn scheint gut eingeschlagen zu haben! Zahlreiche Spiele erschienen in den Folgejahren mit sehr wechselnder Qualit\u00e4t und vor allem wechselnden Autoren.<\/p>\n<p>Verwirrung gibt es bez\u00fcglich des Kinderspieles <em>Ranina<\/em>. Bei Luding ist es als Edition Perlhuhn gelistet, aber ich halte das f\u00fcr falsch: Zwar hat die Schachtel das kleine, quadratische Format, aber es fehlt die Feder, die alle Spiele der Perlhuhn-Reihe auszeichnet, ebenso der Schriftzug &#8220;Edition Perlhuhn&#8221;. Tats\u00e4chlich steht auf meiner Ausgabe nicht einmal &#8220;Spiele-Galerie&#8221;, wie auf den sp\u00e4teren Nicht-Perlhuhn-Titeln der Reihe. Au\u00dferdem passt ein Kinderspiel genaugenommen auch nicht zur Ausrichtung der Reihe. Ich nehme an, man hat das Spiel bei Franckh daher bewusst nicht in die Reihe aufgenommen, sondern im Rahmen des &#8220;normalen&#8221; Verlagsprogramm ver\u00f6ffentlicht. Da es aber zeitgleich erschien, dasselbe Format hatte und von Wittig war (und im Perlhuhn-Verlag als Spiel in der Rolle erschien), ist der Fehler verst\u00e4ndlich. Ich lasse es hier aber weg.<\/p>\n<p><strong>Cubus<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic122908.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><em>Cubus<\/em> funktioniert im Prinzip wie <em>Arbora<\/em>, als dass man eine Karte anlegen muss um zu punkten und jemand anderes punktet, wenn man eine M\u00f6glichkeit \u00fcbersieht. Allerdings basiert es auf einen sehr coolen optischen Trick:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic78626_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Optisch funktioniert das Spiel sehr gut und ist ein echter Hingucker &#8211; Da man beliebig umsortieren kann (au\u00dfer offene Kisten), darf gepuzzelt werden, um die Anzahl der Kisten zu erh\u00f6hen (Wenn man im Bild den Deckel mit der Puppe nimmt und die oben anliegenden W\u00e4nde nach unten stellt und den Deckel nach oben, kann man eine neue Kiste generieren, ohne eine Karte zu verwenden). . Das Problem ist, dass der Kniff nicht tr\u00e4gt, der Rest des Spieles ist zu gl\u00fccksabh\u00e4ngig und daf\u00fcr zu gr\u00fcblerisch um 30 Minuten zu unterhalten. Mit dem Material von <em>Cubus<\/em> k\u00f6nnte ein kreativer Autor aber vielleicht was wirklich originelles schaffen&#8230; Mir fehlen dazu aber die Ideen.<\/p>\n<p><strong>Forum Romanum<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic181086_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr<em> Forum Romanum,<\/em> <em>Janus<\/em> und <em>Ronda Magica<\/em> bekam\u00a0 die Edition Perlhuhn auch von Vielspielern Applaus, sie galten als so die Highlights der Reihe. Um so beeindruckender, dass diese Spiele alle im selben Jahr (1988) erschienen sind &#8211; die Edition Perlhuhn war auf dem H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p><em>Forum Romanum<\/em> von Kramer war dabei ein Einsetzspiel, eine Art zweidimensionales El Grande, irgendwo zwischen Mehrheitenspiel und M\u00fchle. Jedenfalls setzt man seine (viel zu wenigen) Steine ein bzw. um und immer wenn eine Reihe\/Spalte\/Bereich voll war, gabs dort eine Wertung wo die zahlreich vertretenen belohnt und die nicht vertretenden bestraft worden. Das war knackig und zumindest bei niedrigerer Spieleranzahl auch taktisch (je mehr, desto eher lief das Spiel an einem vorbei) &#8211; aus heutiger Sicht wirkt das Spiel aber doch \u00fcberholt. Das Prinzip hat man mittlerweile zu oft gesehen, es wurde oft auch deutlich verbessert. Aber <em>Forum Romanum<\/em> war sowas wir der Pionier und das muss man anerkennen.<\/p>\n<p><strong>Ayanu<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic171582_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Als ich noch versuchte die letzten Spiele zusammenzuklauben, sah ich ein <em>Ayanu<\/em> bei einem Kommitonen &#8211; es war dessen einziges Spiel. Er meinte: &#8220;Das ist besser als <em>Schach<\/em>! Das gebe ich nicht her!&#8221; . Ich denke tats\u00e4chlich ist <em>Ayanu<\/em> das beste Spiel der Edition Perlhuhn, nicht zuletzt, weil es keinen Zufallsfaktor hat. Es ist ein rein abstraktes Zweipersonenstrategiespiel:<\/p>\n<p>Die Spielfiguren bestehen aus zwei Teilen: Kopf und Rumpf. Wer an der Reihe ist, zieht mit einem Stein, die Bewegungsm\u00f6glichkeit sind durch den Kopf vorgegeben. Anschliessend tauscht man den Kopf der bewegten Figur mit dem einer anderen Figur. Ziel ist es ein bestimmtes Feld zu erreichen oder den Gegner zu zwingen, den Kopf, der nicht bewegt werden kann, in eines der markierten Felder zu ziehen. <em>Ayanu<\/em> ist ein verdammt verzwicktes Spiel mit einer sehr originellen Idee! Um so \u00fcberraschender, dass es das einzige bei Luding gelistete Spiel von Harald Germer ist.<\/p>\n<p><strong>Janus<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic192720_md.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Janus<\/em> wirft mich vor ein paar Probleme. Ich habe es zwei oder dreimal gespielt, kann mich aber kaum noch daran erinnern.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df noch, dass der Spielplan mit Pl\u00e4ttchen bedeckt wurde, die mehrere Richtungen vorgaben und man sicch eine davon aussuchen konnte. Verliess man ein Feld, bekam man das Pl\u00e4ttchen. So leert sich der Spielpan nach und nach. Setzen kann man auf dem &#8220;nackten&#8221; Plan nat\u00fcrlich auch, allerdings nur 1 Feld pro Zug. Jeweils vier Felder bilden ein Quadrat. Wird das letzte Pl\u00e4ttchen eines Quadrates entfernt, so darf der entfernende Spieler dort eine M\u00fcnze platzieren und es so in Besitz nehmen. D.h. andere Spieler die dorthin ziehen, m\u00fcssen Zoll zahlen. Ziel ist es viele Quadrate in Besitz zu nehmen und vie Zoll zu kassieren.<\/p>\n<p>Das spielte sich wie bei Hoffmann \u00fcblich recht flott runter und war vor allem weder zu trivial noch zu gl\u00fccksabh\u00e4ngig und auch einigerma\u00dfen originell. Aber wie gut ich es jetzt wirklich fand, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Gespielt habe ich es vielleicht 2-3 Mal (ich habs mir erst auf dem Flohmarkt zugelegt), also wird es nicht der Obergeheimtipp sein, aber ich habe es freiwillig mehr als einmal gespielt und das kann man nicht von allen Perlhuhnspielen behaupten&#8230;<\/p>\n<p><strong><br \/>\nMaritim<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic457098_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><em>Maritim<\/em> erschien (wie eine ganze Reihe egemaliger Perlhuhn-Rollen-Spiele) bei Blatz als &#8220;Auf Kurs&#8221;. Als solches wurde es a) g\u00fcnstig bei Karstadt verramscht und fiel zudem b) in meine Seglerphase. Leider war die Entt\u00e4uschung gro\u00df, dass das Thema nicht nur aufgesetzt war (Das Spiel ist rein abstrakt) sondern sogar regelrecht albern ist &#8211; Man darf Leuchtt\u00fcrme versetzen, damit man sein Segelboot vorw\u00e4rts bekommt, denn das darf nur auf Kreuzungspunkten zweier Lichtstrahlen gesetzt werden. Thematischer Unsinn also. Spielerisch eine chaotische\u00a0 &#8220;Finde den optimalen Zug wenn du dran bist&#8221;- Orgie. Besser als so manche W\u00fcrfelei der Reihe, aber auch keines das ich heute auf den Spieltisch legen w\u00fcrde &#8211; schon allein, weil man zwischen den Z\u00fcgen den Mitspielern ausgeliefert ist. Das <em>Auf Kurs<\/em> habe ich verkauft, obwohl der Spielplan tats\u00e4chlich h\u00fcbscher und \u00fcbersichtlicher ist als die Perlhuhnausgabe:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic1661435_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Edition Perlhuhn (aber Skai!)<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic1979093_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>Blatz (Pappe und ne Nummer kleiner und wirklich tolles Titelbild)<\/em><\/p>\n<p><strong>Ronda Magica<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic1056960_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><em>Rona Magica<\/em> von Tom Schoeps (\u00fcbrigens ein Biolehrer der an der Schule unterrichtet hat, an der &#8220;meine&#8221; Schule wegen Asbests ausgelagert war &#8211; ich hatte ihn aber nie im Unterricht &#8211; und der bis Ende der 90er\u00a0 Jahre ein recht aktiver Autor war &#8211; und gerade 2017 ein neues Spiel bei moses. ver\u00f6ffentlicht hat &#8211; <em>Fieber<\/em>) war zwischendurch ein sehr gesuchtes Spiel. Ich vermute es war aus irgendwelchen Gr\u00fcnden etwas seltener als die anderen Spiele der Reihe und Komplettsammler trieben den Preis hoch (zwischendurch wurden dreistellige Betr\u00e4ge bezahlt &#8211; ich habe meines g\u00fcnstig\u00a0 beim <em>Das-Spiel-<\/em>Rausverkauf bekommen, allerdings fehlten zwei Figuren, die sich jedoch gut ersetzen lassen). Au\u00dferdem galt es als eines der besten der Reihe.<\/p>\n<p>Es ist ein &#8220;Auftragserf\u00fcllungsspiel&#8221; &#8211; Man versucht die Farbigen Steine in ein vorgegebenes Muster zu stellen. Und ja, das hat alle Probleme, die man mit dieser Art von Spielen assoziiert: Wenig langfristig planbar, Abh\u00e4ngig von den Mitspielern, Gl\u00fcck bei den Auftr\u00e4gen&#8230; Ja, es wird ein bisschen langweilig immer zu betonen, dass die Spiele damals gut und originell waren, aber nach 30 Jahren nicht mehr unbedingt. Aber was solls, das zeigt, dass Spiele tats\u00e4chlich immer besser werden und wir Kritiker das nicht einfach so behaupten ;-)<\/p>\n<p><strong>Seer\u00e4uber GmbH<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic14038_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Es scheint Ausgaben zu geben, bei denen <em>Seer\u00e4uber GmbH<\/em> der Haupttitel ist und<em> Pirate INC<\/em> der Untertitel. Jedenfalls wird dieses Spiel unter Luding als &#8220;Seer\u00e4uber GmbH&#8221; gelistet. Bei meiner Ausgabe ist <em>Pirate INC<\/em> aber der Titel der an den Seiten steht. Anf\u00e4nglich kennen beide Spieler eine der beiden ben\u00f6tigten Schatzkoordinaten und wollen nat\u00fcrlich die andere Kennenlernen und den Schatz finden. Dazu setzen sie erst einmal ihre Spielsteine auf freie Felder. Anschliessend k\u00f6nnen die Steine auch gesetzt und gestapelt werden &#8211; auf andere Spielsteine, um diese zu blockieren oder auf eigene um einen Dreierturm zu bilden. Das erlaubt n\u00e4mlich den Gegner zu fragen, ob der Turm in der Schatzreihe steht. Auf dem Schatzfeld selbst muss man dann noch ebenfalls einen Dreierturm bauen, um den Schatz zu heben und zu gewinnen. Die kleinen Steine werden gebraucht um die Variante -eigentlich ein v\u00f6llig anderes Spiel &#8211; zu spielen. Dieses Spiel ist ein logisches Kinderspiel und erschien als <em>Wolf im Schafspelz<\/em> bereits bei Perlhuhn.<\/p>\n<p>Anders als bei den &#8220;Fr\u00fcher war das OK&#8221; kann man hier sagen: &#8220;Das Spiel war fr\u00fcher schon kein Bringer&#8221;. Die erste Koordinate ist ziemlich spielentscheident, das Spiel hoffnungslos \u00fcberproduziert. Es flog daher damals schon ziemlich unterm Radar &#8211; jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, \u00fcberhaupt etwas \u00fcber das Spiel gelesen zu haben (und Luding listet nur eine Rezension &#8211; von <a href=\"http:\/\/sunsite.informatik.rwth-aachen.de\/keirat\/txt\/S\/Seeraeub.html\">Spielphase<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Timon<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic85172_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Und noch eines der &#8220;gef\u00fcrchteten&#8221; W\u00fcrfelspiele der Edition Perlhuhn. Hier ist der Kniff, dass man alle Steine bis auf seine eigene Farbe bewegt. Da man auch von jeder anderen Farbe einen Stein &#8220;nach Hause&#8221; bringen muss, ist der Begriff &#8220;eigene Farbe&#8221; eigentlich irref\u00fchrend, aber was solls. In der Praxis bestimmt der W\u00fcrfel, welche Farbe man setzen darf (wobei es zwei &#8220;freie Auswahl&#8221;-Seiten gibt: wei\u00df und die &#8220;eigene&#8221; Farbe) und der andere W\u00fcrfel wie weit. Man hat vielleicht etwas mehr Einfluss als bei<em> M\u00fcller &amp; Sohn<\/em> oder so, aber von einer launigen W\u00fcrfelei ist das Spiel dennoch ein St\u00fcck entfernt &#8211; vor allem dauert es schlicht zu lang, da die Steine zu oft an den eigenen Zielfeldern vorbeigezogen werden (was mangelns Schlagm\u00f6glichkeit auch der einzige \u00c4rgerfaktor ist).<\/p>\n<p>Der Spielplan ist zudem nicht aus Skai, sondern zusammengesetzt aus mehreren Pappteilen. Die Schachtel war dementsprechend nur halb so hoch wie die anderen Edition Perlhuhn &#8211; Titel und war au h etwas g\u00fcnstiger (ca. 30-40DM, sowie die quadratischen Titel). Das Format wurde erst nach dem Einstellen der <em>Edition Perlhuhn<\/em> von Frankh weiter verwendet (von <em>Locomotion<\/em> und <em>Bremer Stadtmusikanten<\/em>), was <em>Timons<\/em> Schachtel etwas aus der Reihe herausstechen l\u00e4sst. Ob der Handel dar\u00fcber erfreut war? Andererseits war man damals eh von Standardformaten weit entfernt &#8211; Schmidt Spiele hatte zum Teil fast f\u00fcr jedes Spiel eine eigene Schachtelgr\u00f6\u00dfe &#8211; also fiel es damals vielleicht gar nicht so auf.<\/p>\n<p><strong>Wabanti<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic1170834.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Als ich f\u00fcr diesen Beitrag noch einmal nachrecherchiert habe, war ich \u00fcberrascht, dass <em>Wabanti<\/em> anscheinend kein Teil der ersten Welle war &#8211; denn dies war so etwas wie das Aush\u00e4ngeschield der Edition Perlhuhn. Der Grund war das ungew\u00f6hnliche Spielmaterial: Dicke sechseckige Muttern, die gut zu dem (komplett aufgesetztem) Honigwabenthema passten. Hie galt es die eigene Grundseite mit einer Mutter zu bewegen. Dabei mussten alle Muttern immer zusammenh\u00e4ngen. Leider waren W\u00fcrfel der Hauptmotor und man wurde doppelt bestraft, wenn man schlecht gew\u00fcrfelt hatte (In der n\u00e4chsten Runde hatte man weniger W\u00fcrfel zur Verf\u00fcgung, wenn man nicht alle genutzt hat), so dass sich die ganze Angelegenheit passend zum Thema etwas ziehen konnte. Auch war das Spiel nicht f\u00fcr alle Mitspielerzahlen ausbalanziert. Daran merkt man eben das Alter <em>Wabantis<\/em>. Aber diese Ausgabe war bereits die vierte Version, eine weitere sollte folgen (Claus Voigt brachte eine sch\u00f6ne Holzausgabe im Eigenverlag seines Ladens<em> Das Spiel<\/em> heraus). Das spricht f\u00fcr die Beliebtheit des Spieles in jenen Jahren.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic832077_md.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"402\" \/><\/p>\n<p><strong>White Lady<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic619240_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><em>White Lady<\/em> ist vermutlich das schlechteste Spiel, dass sich noch in meiner Sammlung befindet.<\/p>\n<p>Dabei ist der Mechanismus orginell, zumindest kenne ich kein anderes Spiel, wo eine neutrale Figur sich zuf\u00e4llig bewegt, w\u00e4hrend die Spieler zuschauen. Trifft die Figur auf eine (still stehende) eigene Figur, gibt es Strafpunkte. Wortw\u00f6rtlich schaut man hilflos zu, wie das Spiel den Sieger \u00fcber einen sehr langen Zufallsmechanismus bestimmt. Es kann vorkommen, dass ein Spieler im ganzen Spiel niemals Kontakt mit der &#8220;White Lady&#8221; hat &#8211; er gewinnt dann, nicht <em>obwohl<\/em>, sondern <em>weil<\/em> er nichts getan hat! Vermutlich soll das Spiel spannend sein (Trifft sie auf mich oder nicht?), aber das ging mal gr\u00fcndlich daneben.<\/p>\n<p>Aber! So schlecht das Spiel, so sch\u00f6n der Spielplan. Dieser hier gef\u00e4llt mir von allen Perlhuhn-Spielen am besten:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic23308_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Letzte Welle:<\/strong><br \/>\nIrgendwann endet jede Reihe und vielleicht war die spielerische Qualit\u00e4t zu schwankend f\u00fcr stabile Verkaufszahlen und das Material im Vergleich zu teuer &#8211; Jedenfalls war <em>Hotu Matua<\/em> das letzte Spiel mit Skai-Plan. Und damit neigte sich die<em> Edition Perlhuhn<\/em> dem Ende entgegen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Delfino<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic484670_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Hajo B\u00fccken hatte damals selbst einen Eigenverlag (&#8220;Arbeitsstelle f\u00fcr neues Spielen&#8221; und hatte damals einige sehr nette, einfache Spiele &#8211; insbesondere <em>Palaver<\/em> ist immer noch originell. <em>Delfino<\/em> ist dabei eher spielerische Hausmannskost: Die Delphinkarten bilden das Spielareal. Zu Beginn sind diese Karten noch in einem regelm\u00e4\u00dfigen 5&#215;5 Quadrat platziert und alle Delphine schauen in dieselbe Richtung. Dem Spieler, der an der Reihe ist, stehen 2-4 (je nach W\u00fcrfelwurf) Bewegungspunkte f\u00fcr seinen Zug zur Verf\u00fcgung. Er kann diese Punkte nutzen, um Delphinkarten zu drehen oder entsprechend viele Felder in eine beliebige Richtung zu setzen. Schafft man es vier quadratisch angeordnete Delphine so auszurichten, dass jeweils dasselbe K\u00f6rperteil (Schnauze, R\u00fccken, R\u00fccken- oder Schwanzflosse) in die gemeinsame Mitte zeigt, bekommt man einen Siegpunkt. Au\u00dferdem darf man noch eine Karte an einen anderen Platz stellen. Auch dabei kann man Punkte machen! Sowie f\u00fcr das Drehen, als auch f\u00fcr das Bewegen gilt: Besetzte Felder sind Tabu! (Sie d\u00fcrfen allerdings \u00fcbersprungen werden). Wer als erstes f\u00fcnf Siegpunkte beisammen hat, gewinnt.<\/p>\n<p>Das ist&#8230; Ok, w\u00fcrde ich sagen. Meine Tochter liebt Delphine, aber dennoch holen wir das nicht dauernd raus. Entt\u00e4uschend aber die Materialqualit\u00e4t, die zwar dem damaligen Standard entsprach, aber eben nicht den Level der anderen Spiele hatte:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic58648_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><strong>Heuchel &amp; Meuchel<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic384592_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Von Rudi Hoffmann ist folgende Anekdote \u00fcberliefert: Als ein paar Kritiker mit ihm <em>Heuchel &amp; Meuchel<\/em> spielten, machte der Autor einen illegalen Zug. Als jemand auf eine Regel hinwies, meinte Hoffmann: &#8220;Ach so wollt ihr das spielen! Ja, das macht bestimmt auch Spa\u00df&#8221;. Ja, Rudi Hoffmann nahm seine Regeln nicht so bierernst und auch seine Spiele nicht. <em>Heuchel &amp; Meuchel<\/em> ist folgerichtig auch gleichzeitig Satire (die verschiedenen Berufe sind witzig gezeichnet und passen zu den Aufstiegschancen des Charakters) und\u00a0 \u00c4rgerspiel. Ein lockeres, gemeines, unfaires &#8211; und damit irgendwo realistisches- sowie gl\u00fccksabh\u00e4ngiges \u00c4rgerspiel \u00fcbrigens. Dies ist wirklich kein Spiel was man ernst nehmen soll, sondern bei dem man sich dem Chaos hingeben muss. Sowas gibt es heute nicht mehr. Ob das gut ist oder schlecht ist Geschmackssache (Ich bin zu 55,128 % auf der &#8220;Gut&#8221;- Seite).<\/p>\n<p><strong>Hotu Matua<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic125110_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Zum Abschluss haut Reinhold Wittig noch einmal vielleicht sein bestes Spiel der Edition Perlhuhn raus! Zum einen ist das Spiel optisch eine Wucht (allein schon durch die Halbedelsteine) und ist f\u00fcr mich vom Material her eines, wenn nicht das sch\u00f6nste der Reihe. Spielerisch erinnert die Mischung aus Taktik und Gl\u00fcck an <em>Backgammon<\/em> &#8211; Man ist zwar vom W\u00fcrfelgl\u00fcck abh\u00e4ngig, aber dem Gl\u00fcck nicht ausgeliefert. Vielmehr kann man versuchen geschickt zu setzen, um mit jedem W\u00fcrfelergebnis etwas anfangen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf dem Skaiplan liegen 5 Inseln, die besiedelt werden wollen. Der Spieler, der als erstes drei davon besiedelt hat (und den Inselstein vom Plan genommen hat) gewinnt. Dazu muss man seine Schiffe aber erst einmal zu den Inseln hin bewegen. Und dazu wiederrum wirft man seine Wurfh\u00f6lzer. Die geworfenen Augen stellen jetzt allerdings nicht die Zugweite dar, sondern erlauben es, \u00fcberhaupt Schiffe \u00fcber Linien zu bewegen &#8211; Jede Grenze zwischen zwei Feldern zeigt n\u00e4mlich zwischen einen und 4 Punkten. Und zum \u00dcberqueren muss diese Zahl dem jeweiligen Schiff zugeordnet werden. Zum Gl\u00fcck kann man jedes Feld \u00fcber verschiedene Lnien verlassen. Mit jedem Holz kann nun ein Schiff bewegt werden (Man kann auch mehrere H\u00f6lzer demselben Schiff zuordnen). Kann oder will man nicht alle H\u00f6lzer benutzen, bekommt der Gegner die \u00fcberz\u00e4hligen Stabw\u00fcrfel und hat so mehr Auswahl (Ein Mechanismus der auch bei <em>Wabanti<\/em> benutzt wurde). Hat man ein Schiff an eine Insel gelegt und halten alle Schiffe miteinander Kontakt, so bekommt man den jeweiligen Inselstein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic527980_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Das ist durchaus spannend und ist eines der wenigen Spielen, dass man auch heute noch auf den Tisch bringen k\u00f6nnte, ohne sich sch\u00e4men zu m\u00fcssen. Zumindest ist es das Spiel, dass ich als letztes kennen gelernt habe und ich finde es ganz ordentlich (Bin aber auch kein Backgammonfan).<\/p>\n<p>Kleine Notiz am Rande: Die Altersangaben auf der Schachtel wiedersprechen sich &#8211; Bereits ein Zeichen f\u00fcr nachlassende Redaktionsarbeit?<\/p>\n<p><strong> Terra Turrium<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic1300_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Dieses Spiel hatte bei uns den Spitznamen &#8220;Wackelpuddingspiel&#8221;, weil das Material so schicke Wackelpuddingfarben hatte:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic233832_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Spielerisch ist dieser Kramer das anspruchsvollste Spiel der Reihe. Das Spielziel ist es, sechs verschieden hohe T\u00fcrme zu bauen und diese mit ihren Figuren zu besetzen. Dazu nehmen sie drei der Steine, aus denen das Territorium besteht und stapeln sie an anderer Stelle wieder auf. Damit das Spiel nicht ewig dauert, ist das Wegnehmen der Steine begrenzt: Aus jedem fremden Territorium darf maximal ein Stein stammen und \u00fcberhaupt darf dort nur vom Rand weggenommen werden (Im eigenen Gebiet hat man freie Wahl). Besetzte Felder d\u00fcrfen weder ab- noch aufgebaut werden. Anschlie\u00dfend darf man noch seine sechs Figuren bewegen. Dazu hat man f\u00fcnf Bewegungspunkte zur Verf\u00fcgung, die man beliebig unter seinen Figuren aufteilen darf. Allerdings k\u00f6nnen die Turrianer (so hei\u00dfen die Bewohner dieses Spiels) keine H\u00f6henstufen von mehr als einem Stein \u00fcberwinden und d\u00fcrfen in fremden Territorien nur f\u00fcnfmal andere Figuren schlagen. Das kann durchaus dauern. Das wirklich schicke ist die Dynamik der sich st\u00e4ndig wandelnden Spielauslage. Mich erinnert das Heben und Senken immer an das Computerspiel <em>Magic Carpet<\/em>. Wirklich sch\u00f6n! Das Spiel ist zu viert auch ein gelungenes Hauen und Stechen (zu dritt hat der Mittelspiele keine Chance), dessen einziges Problem die Existenz \u00e4hnlicher, aber knackigerer Spiele ist (z.B. <em>Aufsteiger<\/em>, <em>Talon<\/em>, <em>Tumbauer<\/em>).<\/p>\n<p>Dieses Spiel ist eine Weiterentwicklung von <em>Burgenland<\/em>, aus dem u.a. auch das Spiel des jahres <em>Torres<\/em> entwickelt wurde. Die Verwandtschaft zu letzterem ist bei <em>Terra Turrium<\/em> aber nicht wirklich zu erkennen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Danach erschienen noch Titel in der &#8220;Spiele-Galerie&#8221; und im selben Format, aber nicht mehr mit der Feder auf dem Cover\u00a0 und nicht mehr als &#8220;Edition Perlhuhn&#8221;. Das deutet darauf hin, dass Reinhold Wittig nicht mehr f\u00fcr diese Spiele zust\u00e4ndig war. Nach 1993 erschienen dann zwar noch Spiele unter der Franckh-Marke, aber nicht mehr in dem charakteristischen Format.<\/p>\n<p>Muss man die Spiele aus heutiger Sicht kennen? Nein. Selbst die Highlights, die es zweifellos gab, sind keine &#8220;Must-Haves&#8221;. Gespielt habe ich schon lange keines mehr. Die Reihe ist aber ein St\u00fcck Spielegeschichte, insbesondere der Pr\u00e4-Siedler-\u00c4ra (vielleicht waren ja die Siedler der Grund, warum die Marke &#8220;Kosmos&#8221; immer mehr in den Vordergrund und &#8220;Franckh&#8221; immer mehr in den Hintergrund trat?). Qualitativ sind sie m.E. besser als die B\u00fctehornspiele, die gerne als die &#8220;Deutschen 3M&#8221;-Spiele bezeichnet wurden. 3M hatte einige Klassiker im Programm (<em>Twixt, Acquire<\/em>..), die fehlen bei der Edition Perlhuhn und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Reihe vollends vergessen wird und sich keiner mehr wirklich f\u00fcr die Spiele interessiert. Bis dahin aber darf man sich ruhig ein wenig erinnern &#8211; an den Duft von Skai-Pl\u00e4nen und den sch\u00f6nen Inlets der Edition Perlhuhn.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>Peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fortsetzung vom letzten Post \u00fcber die Edition Perlhuhn. Um das nicht unendlich weiter auszudehnen hier gleich der ganze Rest vom Sch\u00fctzenfest! Die Mittleren Jahre Die Edition Perlhuhn scheint gut eingeschlagen zu haben! Zahlreiche Spiele erschienen in den Folgejahren mit sehr wechselnder Qualit\u00e4t und vor allem wechselnden Autoren. Verwirrung gibt es bez\u00fcglich des Kinderspieles Ranina. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[537,539,538,540,449],"class_list":["post-16975","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1","tag-edition-perlhuhn","tag-perlhuhn","tag-retroperspektive","tag-skai-plan","tag-spielegeschichte"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16975"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16975\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17047,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16975\/revisions\/17047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}