{"id":16760,"date":"2017-10-05T12:00:38","date_gmt":"2017-10-05T10:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=16760"},"modified":"2017-10-05T17:11:14","modified_gmt":"2017-10-05T15:11:14","slug":"verlagsvorstellung-hollandspiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2017\/10\/05\/16760\/","title":{"rendered":"Verlagsvorstellung: Hollandspiele"},"content":{"rendered":"<p>Wargames sind nicht so mein Ding, insofern habe ich <a href=\"https:\/\/hollandspiele.com\/pages\/about-us\">Hollandspiele <\/a>lange nicht weiter beachtet. Aber neben Wargames widmen sie sich -in kleinen Auflagen &#8211; auch sehr ungew\u00f6hnlichen und kontroversen Themen. Und wer die Spielbar kennt, wei\u00df, dass ich da immer aufhorche, auch wenn ich vielleicht nicht direkt zur Zielgruppe geh\u00f6re. Das folgende Interview ist vermutlich das l\u00e4ngste, dass ich bislang f\u00fcr die Spielbar gef\u00fchrt habe &#8211; aber vermutlich auch das Interessanteste!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte stellt euch doch kurz vor!<\/strong><\/p>\n<p><em>Hollandspiele<\/em> ist ein kleiner Verlag, der in gemeinsamer Arbeit von Mary Holland-Russell und ihrem Ehemann Tom Russell gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte erz\u00e4hlt doch ein bisschen \u00fcber Eure Spiele!<\/strong><\/p>\n<p>Unser Programm zerf\u00e4llt in zwei Teile: Kriegsspiele und merkw\u00fcrdige Spiele, wobei manches Spiel auch sowohl als auch ist. So ist z.B. <em>Supply Lines of the American Revolution: The Northern Theater, 1775-1777<\/em> ein Wargame (man bewegt sich und k\u00e4mpft), aber auch ein bisschen merkw\u00fcrdig, weil es als\u00a0 etwas trockenes Logistikspiel sehr &#8220;nerdy&#8221; ist. Unser bekanntestes Spiel ist ist vermutlich Cole Wehrles A<em>n Infamous Traffic<\/em>, \u00fcber Opiumschmuggel in China, wobei eigentlich geht es um Engl\u00e4nder, die sich mit dem Reichtum aus ihrem fragw\u00fcrdigem Gesch\u00e4ft, daheim Respekt, Sozialen Status und schicke H\u00fcte gekauft haben<\/p>\n<p><em>(Anm. des. \u00dcbersetzers: Einen sch\u00f6nen Artikel \u00fcber das Spiel<a href=\"https:\/\/muwins.ch\/2017\/09\/04\/infamous-traffic\/\"> gibt es bei den Kollegen von Muwins<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Das andere Ding, was man \u00fcber unsere Spiele sagen kann, ist, dass es eine Menge davon gibt. Wir poduzieren Nischenspiele in Kleinstauflagen, die man \u00fcber unsere <a href=\"https:\/\/hollandspiele.com\/collections\/all\">Webseite <\/a>bestellen kann. Weil die Auflagen klein sind, m\u00fcssen wir etwas 20 Spiele pro Jahr ver\u00f6ffentlichen, um davon leben zu k\u00f6nnen. Wir haben in unserem ersten Jahr 17 geschafft. Wir versuchen ein breites Spektrum abzudecken, so dass innerhalb unserer Nischen immer etwas f\u00fcr alle dabei ist.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic3273988_md.jpg\" alt=\"\" width=\"368\" height=\"286\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Was habt ihr f\u00fcr die Zukunft geplant?<\/strong><\/p>\n<p>2018 wird ein gro\u00dfes Jahr f\u00fcr uns! Wir haben eine Reihe von Solospielen geplant; Solospiele sind bei unseren Wargamerkunden sehr gefragt. Der Trick f\u00fcr ein gutes Solospiel ist es, sicher zu stellen, dass die Entscheidungen auch Auswirkungen haben und der Spieler nicht schlechten W\u00fcrfeln oder guten Karten ausgeliefert ist. 2016 hatten wir ein Solospiel herausgebracht, <em>Agricola, Master of Britain<\/em> und die Resonanz war ausgesprochen positiv. Ein weiteres Solospiel kommt im November, <em>Charlemagne, Master of Europe<\/em> und das wird vermutlich ein starker Seller. Also macht es nat\u00fcrlich sinn, diese Reihe fortzusetzen.<\/p>\n<p>Ebenso setzen wir unsere erfolgreiche Reihe S<em>upply Lines of the American Revolution<\/em> fort, diesmal an den S\u00fcdlichen Kampfpl\u00e4tzen. Auch kommen Erweiterungen f\u00fcr die <em>Table Battles<\/em> heraus.<em> Table Battles<\/em> ist ein sehr, sehr einfaches, sehr abstraktes Wargame\u00e4hnliches Absackerspiel, mit einer Spieldauer von f\u00fcnfzehn oder zwanzig Minuten. Die erste Auflage war innerhalb eines Tages ausverkauft. Das Spiel ben\u00f6tigt Holzteile, die wir aus Deutschland bestellen und die waren schlicht alle und wir mussten nachbestellen! Im Moment bereiten wir die n\u00e4chste Auflage vor, also k\u00f6nnen Spielbar-Leser vermutlich das Spiel wieder bestellen, wenn sie diese Zeilen lesen &#8211; au\u00dfer wir sind schon wieder ausverkauft! F\u00fcr das Spielprinzip bieten sich Erweiterungen geradezu an und wir geben den Leuten nat\u00fcrlich gerne, was sie sich w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Tom ist der Autor vieler unserer Spiele, aber n\u00e4chstes Jahr werden auch verst\u00e4rkt andere Autoren bei uns ver\u00f6ffentlichen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Hermann Luttmann und Fred Manzo. Zwei Spiele der beiden erscheinen in B\u00e4lde und weitere sp\u00e4ter. Dies ist \u00fcbrigens nicht das erste Mal, dass Mary mit den beiden arbeitet; sie hat schon einmal ein Science Fiction Spiel der beiden f\u00fcr einen anderen Verlag betreut. Sie hat das Thema f\u00fcr das zweite Spiel vorgeschlagen, basierend auf ihrer Liebe zum alten Riesenameisenfilm <em>Them<\/em>! (Sie ist ein gro\u00dfer SF fan und eines unserer Ziele f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr ist es zu sehen, wie wir auf unsere Art, mit unserem Budget mehr in dieser Richtung machen k\u00f6nnen).<\/p>\n<p>Auch freuen wir uns auf die Porduktion von <em>At All Costs!<\/em>von Tim Taylor, die Fortsetzung zu seinem 1-Weltkriegsspiel<em> To the Last Man!<\/em> Da unserer Verlag im letzten Jahr doch gewachsen ist, glauben wir jetzt auch gr\u00f6\u00dfere Projekte mit mehr kommerzieller Nachfrage stemmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber wir schielen nicht nur nach der Nachfrage. Ein Grund warum wir diesen Verlag gegr\u00fcndet haben ist, dass wir auch versuchen wollen uns Spielen mit &#8220;nicht kommerziellen&#8221; Themen zu widmen. Zum Gl\u00fcck funktionierte das bislang ganz gut. Wir wissen nicht, wie viele Verlage ein Spiel zum Thema Opiumschmuggel produziert h\u00e4tten, aber wie gesagt, A<em>n Infamous Traffic<\/em> kam bislang sehr gut an und verkauft sich gut. Richard Berg hatte Probleme ein zuhause f\u00fcr <em>Dynasty<\/em> zu finden, weil die Leute ihm gesagt haben, dass sich ein Spiel \u00fcber das alte China nicht verkaufen w\u00fcrde. Aber wir sahen nur, dass es ein tolles Spiel ist und machten es einfach! Vor der Gr\u00fcndung von Hollandspiele versuchte Tom verzweifelt <em>Supply Lines<\/em> irgendwo unter zu bekommen, aber niemand sah dessen Reiz. N\u00e4chstes Jahr bringen wir ein Spiel raus, dass so trocken und speziell ist, wie es nur sein kann, \u00fcber den Handel mit W\u00e4hrungen am Devisenmarkt. Kein anderer Verlag wollte das anfassen. Selbst ein <em>18xx<\/em>-Verlag meinte, dass es sich niemals verkaufen w\u00fcrde! Aber die ersten Eindr\u00fccke sind sehr, sehr positiv und wir denken, es wird seinen Weg gehen. Manchmal klappt es nat\u00fcrlich nicht, aber generell finden uns Leute, die etwas besonderes suchen und in sofern hat es sich f\u00fcr uns ausgezahlt, in diese Richtung zu gehen.<\/p>\n<p>Es ist der Erfolg dieser ungew\u00f6hnlichen Spiele, der Tom inspiriert hat an <em>This Guilty Land<\/em> zu arbeiten, sein Spiel \u00fcber die Politik der Sklaverei, die im Amerikanischen B\u00fcrgerkrieg m\u00fcndete und zum Teilen auf seinem <em>Optimates et Populares<\/em> basiert. Nicht nur dass das Thema alle anderen Verlage abschrecken w\u00fcrde, auch wir h\u00e4tten es noch vor sechs Monaten nicht angefasst. Aber es ist sehr ermutigend, dein eigenes Ding zu machen und zu sehen, dass andere darauf positiv reagieren &#8211; Das befl\u00fcgelt mehr und mehr in die eigene Richtung zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Die ungew\u00f6hnlichen Spiele sind zweifellos ein Aush\u00e4ngeschild eures Verlages. Haltet Ihr es f\u00fcr wichtig, dass die Spieleszene die ausgetretenen Pfade verl\u00e4sst oder ist das eher etwas, an dem ihr pers\u00f6nlich interessiert seid?<\/strong><\/p>\n<p>Eher etwas, an dem wir pers\u00f6nlich interessiert sind. Brettspiele k\u00f6nnten mehr sein, als sie bislang sind, aber wir sind nicht sicher, dass sie jetzt superwichtig im Gro\u00dfen Ganzen sind. Wir machen merkw\u00fcrdige Spiele und wir spielen ungew\u00f6hnliche Spiele aber nicht immer und jederzeit. Es m\u00fcssen nicht immer Chaoseffekte sein und nicht alles muss schwer und wichtig sein. Manchmal reicht ein einfaches Spa\u00dfspiel wie <em>Sushi Go<\/em> oder <em>Cribbage<\/em> auch v\u00f6llig aus. Oder, was Warganes betrifft, m\u00f6chte man manchmal einfach nur Counter hin- und herschieben. Das gilt f\u00fcr Spiele wie f\u00fcr alles andere auch. Manche Filme sind neuartig und ungew\u00f6hnlich und verst\u00f6rend und manchmal ist man in der Stimmung daf\u00fcr und manchmal m\u00f6chte man vielleicht etwas anderes sehen als ein Schwarzwei\u00dfe Halluzinationen in einem siebenst\u00fcndigen Ungarischen Film \u00fcber Brandy.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Themen wie Sklaverei oder Opiumschmuggel sind nicht ganz ohne und haben das Potential beleidigend oder verletztend zu wirken. Wie geht ihr damit um?<\/strong><\/p>\n<p>Wir denken ein Thema allein kann nicht verletztend sein, insbesondere ein historisches Thema. Ein Thema wird erst durch den Umgang damit problematisch &#8211; wie das Thema behandelt wird, in welcher Tonalit\u00e4t das Spiel das Thema darstellt und welche Meinung der Autor zu dem Thema einnimmt. Um <em>An Infamous Traffic<\/em> als Beispiel zu nutzen: Wenn es nur darum gehen w\u00fcrde Opium zu schmuggeln und die Bev\u00f6lkerung auszunutze, h\u00e4tten wir es vermutlich nicht angefasst. Aber das Spiel geht ja dar\u00fcber hinaus: Es geht um Geld, um Status und Sozialen Aufstieg und ist daher ziemlich brutal und schwarzhumorig; eine bei\u00dfende Satire aus Holzw\u00fcrfeln, Countern und einem Pappspielplan. Das Spiel bietet eine geistige Tiefe und Gr\u00fcndlichkeit, f\u00fcr die Cole Wehrle bekannt ist.<\/p>\n<p>Und wei\u00dft Du was? Als das Spiel herauskam, hat es nicht viel Wind gemacht. Es gab Leute die das Spiel nicht gekauft haben, weil es mindestens drei Spieler brauchte, andere haben es nicht gekauft weil es ein sehr fieses und gemeines und auch sehr fragiles Spiel ist und es gab Leute, die haben es nicht gekauft, weil ihnen die Portokosten nach, sagen wir mal, Europa zu hoch war. Aber bislang hat uns noch keiner gesagt, sie w\u00fcrden das Spiel wegen des <em>Themas<\/em> nicht kaufen. Vielleicht auch, weil sich das Thema so weit weg anf\u00fchlt, zumindest f\u00fcr westliche Spieler.<\/p>\n<p>Vergleiche dies mit <em>This Guilty Land!<\/em> Zumindest in Amerika ist das Thema <em>Sklaverei<\/em> gar nicht weit weg. Obwohl es eine Sache der Vergangenheit ist, sind die Auswirkungen bis heute sp\u00fcrbar. Es ist eine Wunde, die noch nicht v\u00f6llig geheilt ist. In Folge dessen gibt es neben denjenigen, die es f\u00fcr ein interessantes Thema oder auch ein mutiges Thema halten, auch eine Handvoll Spieler, die sehr negativ auf die Ank\u00fcndogung reagierten oder sich besorgt dar\u00fcber \u00e4u\u00dferten, wie das Spiel wohl behandelt werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/pbs.twimg.com\/media\/DJdVAKUUEAAK8rX.jpg:large\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"290\" \/><\/p>\n<p>Ein Grund ist auch, weil es noch wenig Informationen zum Spiel gibt und die Reaktion sich nur auf das Cover beziehen. Sie kennen den Titel, das Cover und vielleicht Toms fr\u00fchere Spiele. Nicht alle k\u00f6nnen den Titel richtig einordnen: Es ist ein Zitat des Sklavereigegners<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Brown_(Abolitionist)\"> John Brown<\/a>. Brown hatte ein Waffenlager angegriffen, mit dem Ziel Waffen zu erbeuten und damit Sklaven zu befreien. Er wurde des Verrats, Mordes und Anzettelung eines Sklavenaufstandes zum Tode verurteilt. Er gab dem Henker eine schriftliche Notiz, nach der &#8220;the crimes of this guilty land can never be purged away but by blood.&#8221; (Etwa: <em>Die Verbrechen dieses schuldigen Landes k\u00f6nnen niemals mit etwas anderem als Blut ges\u00fchnt werden<\/em>) und damit meinte er, dass eine friedliche L\u00f6sung des Sklavereiproblemes unm\u00f6glich war. Historisch gesehen brachte tats\u00e4chlich erst ein langer, blutiger Krieg das Ende der Sklaverei. Das Spiel beginnt mit diesem Gedanken, dass Krieg unausweichlich ist. Damit sind Browns Worte eine Art Grundgedanke des Spieles und die drei Worte, die den Titel ausmachen, sind die Zusammenfassung dieses Gedankens.<\/p>\n<p>Das Cover ist konfrontativ, vielleicht auch provokant. Aber wir denken nicht, dass es hier irgendwie Sinn machen w\u00fcrde, um das Thema herumzudrucksen oder es zu verschleiern. Wir glauben auch nicht, dass ein entsch\u00e4rftes oder euphemistisches Cover dem Spiel oder dem Thema gerecht werden w\u00fcrde. Das Cover zeigt um was es geht. Das Photo ist ein ber\u00fchmtes Bild, dass auch in Zeitungen ver\u00f6ffentlicht wurde und die Stimmung im Lande damals beeinflusste. Dass dieses Foto immer noch Reaktionen bei einigen hervorruft, zeigt wie kraftvoll das Foto ist und ist gleichfalls ein zeichen f\u00fcr die ungebrochene W\u00fcrde des Mannes, der dareauf zu sehen ist.<\/p>\n<p>Einige Leute haben dar\u00fcber spekuliert, dass <em>This guilty land<\/em> sowas w\u00e4re\u00a0 wie <em>Twilight Struggle<\/em> oder<em> 1960: Making of the President<\/em>.Und nein, es ist \u00fcberhaupt nicht wie diese Spiele. Tats\u00e4chlich w\u00fcrden wir uns nicht sehr wohlf\u00fchlen, wenn wir ein Spiel herausbr\u00e4chten, dass sich wie eine Bearbeitung dieser Spiele anf\u00fchlen w\u00fcrde. So ein Spiele w\u00e4re zu oberfl\u00e4chlich. Damit sagen wir nicht, dass die erw\u00e4hnten Spiele selbst oberfl\u00e4chlich w\u00e4ren, aber es ist eben nich so, dass Tom irgendein Thema gew\u00e4hlt hat, um &#8220;seine&#8221; Version dieser Spiele herauszubringen. Und selbst wenn, w\u00e4re das nicht unbedingt etwas schlechtes, aber ein Spiel wie dieses, mit einem Thema wie diesem, ben\u00f6tigt eben eine ernsthaftige Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Das Spiel, dass <em>This Guilty Land<\/em> am n\u00e4hesten kommt ist Toms<em> Optimates et Populares<\/em>, bei dem es ebenfalls um zwei Seiten mit unvereinbaren Meinungen geht, n\u00e4mlich ob alle Menschen gleich sind. Nur in dem Spiel hing es eher um den sozialen Stand und Reichtum. Hier haben die Spieler anscheinend kein Problem damit, die Seite zu spielen, welche die unteren St\u00e4nde unterdr\u00fcckt halten will. Zum Teil hat dies mit der zeitlichen Distanz zu tun, zum Teil damit, dass wir zwar heute Unterschiede und Ungerechtigkeiten zwischen den Klassen haben (zum Teil auch sehr gro\u00dfe), diese aber nicht gesetzlich so verankert sind, wie dies im R\u00f6mischen Reich oder im Frankreich vor der Franz\u00f6sischen Revolution der Fall war. Wir sind Unterschiede zwischen den Klassen gew\u00f6hnt, da diese praktisch seid Beginn Bestandteil der menshclichen Zivilisation sind. Mit anderen Worten: Wir sind daran gew\u00f6hnt und es keine gro\u00dfe Sache von jemanden zu verlangen die reiche Elite zu verk\u00f6rpern. Sozialer Stand ist normal.<\/p>\n<p>Aber in <em>This Guilty Land<\/em> hat nur ein Spieler das Ziel die Sklaverei abzuschaffen, w\u00e4hrend der andere daf\u00fcr k\u00e4mpft, die Sklaverei beizubehalten und sogar noch auszudehnen. Und weil 150 Jahre ein deutlich k\u00fcrzerer Zeitraum ist als ein paar Tausend Jahre zur\u00fcck und weil Sklaverei etwas so vollst\u00e4ndig und offensichtlich falsches ist, werden einige Spieler diese Rolle nicht verk\u00f6rpern wollen. Jemand dr\u00fcckte diese Bedenken auf Twitter aus und verglich das Spiel mit <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/freedom-the-underground-railroad\">Freedom: The Underground Railroad<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/11\/06\/14571\">Academy Games<\/a>, wo alle Spieler kooperativ an der Abschaffung der Sklaverei arbeiten [<em>Anm.d.\u00dc.: Das ist nicht ganz korrekt, es geht &#8220;nur&#8221; um das <\/em>Befreien<em> von Sklaven<\/em>]. Wir hatten leider noch nicht das Vergn\u00fcgen das Spiel auszuprobieren, aber es klingt nach einem optimistischen Spiel. Kooperative Spiele, selbst die absolut schwierigsten, sind inh\u00e4rent optimistisch, denn der Sieg basiert auf unserer F\u00e4higkeit zusammen zu arbeiten und uns zu koordinieren -unserer pr\u00e4genstens Eingeschaft als Menschen &#8211; um Dinge zu erreichen, die unm\u00f6glich erscheinen. Und wir sind selbst sehr optimistische Leute.<\/p>\n<p>Aber <em>This Guilty Land<\/em> ist kein optimistisches Spiel, denn ganz gleich wer wie gewinnt, der B\u00fcrgerkrieg bricht aus und es werden Hunbdertausende Menschen in den vier Jahren Krieg, die folgen, sterben. Und wie <em>Optimates et Populares<\/em> ist es ein Spiel \u00fcber Frustration und \u00fcber Pattsituationen, wo jeder Fortschritt minimal und shcnell r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht ist. Das sorgt f\u00fcr einen interessante Entscheidungsspielraum, aber nicht gerade f\u00fcr das psoitive Gef\u00fchl eines Triumpfes \u00fcber den Gegner, wie das in einem Kooperativen Spiel der Fall ist. Aus diesem Grunde und auch weil es diese Art von Spiel ist und dieses Thema simuliert, kann es nur ein Zweipersonenspiel sein und ein kompetatives dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Eine Letzte Frage: Akzeptiert ihr auch Prototypen von anderen Autoren und wenn ja, wie soll man euch am besten kontaktieren?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall! Am besten schreibt man uns eine Email oder eine Nachricht \u00fcber Facebook und dann sehen wir weiter!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/cf.geekdo-images.com\/images\/pic3135977_md.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wargames sind nicht so mein Ding, insofern habe ich Hollandspiele lange nicht weiter beachtet. Aber neben Wargames widmen sie sich -in kleinen Auflagen &#8211; auch sehr ungew\u00f6hnlichen und kontroversen Themen. 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