{"id":16203,"date":"2016-12-04T11:24:44","date_gmt":"2016-12-04T09:24:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=16203"},"modified":"2016-12-04T11:24:45","modified_gmt":"2016-12-04T09:24:45","slug":"lasst-die-fernsehspiele-beginnen-und-bonus-p-s-weil-weihnachten-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2016\/12\/04\/16203\/","title":{"rendered":"Lasst die Fernsehspiele beginnen! (Und Bonus P.S. Weil Weihnachten ist)"},"content":{"rendered":"<p>Wer <a href=\"https:\/\/www.shutupandsitdown.com\/\">Shut up and sit Down<\/a> kennt, der kennt mittlerweile auch <em>The Genius<\/em> &#8211; eine koreanische Spielshow, die diese Bezeichnung verdient. 13 Leute spielen jede Folge ein Spiel, dass man getrost als &#8220;Gro\u00dfgruppenspiel&#8221; bezeichnen kann. Der Gewinner ist automatisch weiter, der Verlierer sucht sich einen Mitspieler aus (au\u00dfer dem oder den Gewinnern), der mit ihm gegen das Ausscheiden ein weiteres Spiel spielen muss. Ich bin gerade in der zweiten Staffel, denn mir gef\u00e4llt das Konzept sehr. Und ich m\u00f6chte hier ein bisschen meinen Raum nutzen, zu erkl\u00e4ren, was diese Show richtig macht und warum sie deutlich besser funktioniert als so ziemlich alle Spielshows im deutschen Fernsehen und insbesondere auch besser als <em>Das uns\u00e4gliche Spiel beginnt<\/em>. Nebenbei kommen wir dann auch dazu, zu erkl\u00e4ren, wie Spiele im Fernsehen pr\u00e4sentiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es durchaus kulturelle Unterschiede: In Korea werden Computerspielturniere im Fernsehen \u00fcbertragen, das hei\u00dft, man ist schon etwas komplexeres gewohnt. Aber schon das Grundkonzept ist anders als bei den meisten Spielshows in Deutschland:<\/p>\n<p>Erstens geht es hier tats\u00e4chlich um geschicktes Spielen und nicht -wie oft bei Ausscheidungsspiele im Fernsehen &#8211; um Sympathie. Entsprechend werden hier auch keine Dramen erzeugt, keine Charakterisierung aufgrund von Schnitten. Das Spiel steht im Vordergrund.<\/p>\n<p>Zweitens will <em>The Genius<\/em> keine Talkshow sein. Bei <em>Das Spiel beginnt<\/em>, wollen die Promis zwischendurch immer noch einmal \u00fcber ihr Leben reden und es m\u00fcssen Leute auftreten und Werbung f\u00fcr ihr Merchandising machen. Selbst bei Prominenten-losen Shows werden die Leute vorgestellt und befragt und d\u00fcrfen aus ihrem Leben erz\u00e4hlen &#8211; siehe 1. All das fehlt hier. Und damit konnte man auch einen Moderator sparen. Im Gegenzug sind es nicht nur S\u00e4nger und Schauspieler, die bei <em>The Genius<\/em> mitmachen, sondern auch Progamer, Billard- und Gospieler und vor allem auch weniger Prominente (nehme ich an), die aber z.B. Mensa-Mitglieder sind oder Hacker oder erfolgreiche Gesch\u00e4ftsleute. Dadurch ist &#8211; verzeihung liebe S\u00e4nger und Schauspieler &#8211; auch das Niveau schon ein bisschen h\u00f6her. Auch wenn ich mich wiederhole: Das Spiel steht im Vordergrund und eben die Spieler und deren Herangehensweisen und Taktiken. Und das ist durchaus spannend &#8211; denn jetzt kommen wir zu den Spielen:<\/p>\n<p>Wie oben erw\u00e4hnt sind es quasi &#8220;Gro\u00dfgruppenspiele&#8221;, also keine klassischen Brettspiele. Daf\u00fcr sind die Spiele extra daf\u00fcr entworfen wurden, dass sie viel Raum f\u00fcr Verhandlungen haben und das die Spieler sich austauschen und helfen, aber auch betr\u00fcgen k\u00f6nnen. Einige Spiele w\u00fcrden au\u00dferhalb des Formats nicht richtig funktionieren, aber gerade dadurch, dass der Verlierer jemanden mitrei\u00dfen kann und der Gewinner gesch\u00fctzt ist (und ein einzelner Gewinner jemanden mitsch\u00fctzen kann) gibt es viel Verhandlungsmasse (Zudem gibt es eine W\u00e4hrung, die gesammelt und f\u00fcr diverse Vorteile genutzt werden kann). Und vielleicht liegt hier der Schl\u00fcssel und der wesentliche Unterschied:<\/p>\n<p>Bei herk\u00f6mlichen Spielen zuzusehen ist oft langweilig, au\u00dfer es sind sehr aktive Spiele, wie Geschicklichkeits- oder Bauspiele. Aber auch die werden schnell langweilig, reine Strategiespiele sogar noch schneller. Verhandlungsspiele dagegen sind wie f\u00fcr das Fernsehen gemacht, da sie Interaktion pur bieten, gut nachvollziehbar sind und Spannung garantieren. Bei<em> The Genius<\/em> gibt es verschiedene R\u00e4ume, in denen sich die Spieler absprechen k\u00f6nnen und nat\u00fcrlich gibt es Vertrauen und Verrat &#8211; Genau das was man sehen will! <em>The Genius<\/em> zeigt dabei manchmal auch R\u00fcckblenden, die bestimmte \u00dcberraschungen und Wendungen erkl\u00e4ren. Das hat schon fast narrativen Charakter!<\/p>\n<p>Allerdings wagen die Genius-Macher auch etwas mit den Spielen &#8211; manche Erkl\u00e4rungen sind durchaus komplex und einige Spieler verstehen erst nach und nach die Regeln &#8211; da ist die lange Spielzeit im Endeffekt durchaus wieder ein Plus. Auch der Zuschauer bekommt neben der Regelzusammenfassung auch immer wieder Erkl\u00e4rungen und Hinweise eingeblendet &#8211; und sogar die eine oder andere Strategie erkl\u00e4rt. Auch so\u00a0 wird das Medium gut ausgenutzt. Das erm\u00f6glicht recht komplexe Spiele &#8211; das erste Spiel der zweiten Staffel hat so viele verschiedene Siegbedingungen (fast pro Rolle eine), dass die Spieler eine Zusammenfassung bekommen haben. In Deutschland w\u00fcrde sich das keiner trauen. Aber warum eigentlich nicht? Wie gesagt, werden die Regeln immer wieder eingeblendet, so dass man gut folgen kann, ohne alles gleich verstanden zu haben. Setzt man hierzulande eher auf spektakul\u00e4re Action &#8211; Riesenausgaben von <em>Looping Louie<\/em> oder BMX-Tennis (oder so) bei <em>Schlag dem Raab<\/em> &#8211; wird hier auf Interaktion gesetzt. Das Publikum kann sich an Strategien erfreuen und wird nicht nur unterhalten, sondern auch geistig nicht f\u00fcr dumm verkauft. Bedenkt man die Beliebtheit von Quizshows hierzulande, vielleicht nicht so mutig, wie es klingt.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass sich die Fernsehlandschaft \u00e4ndern wird, was Spiele betrifft. Aber ich glaube, sie k\u00f6nnte sich \u00e4ndern, wenn sie wollte und <em>The Genius<\/em> hat gezeigt wie das geht. Es hat auch gezeigt, dass all die Sache, die angeblich nicht gehen -wie komplexere Regeln oder Fokussierung auf Strategien &#8211; durchaus gehen, wenn man denn will. Aber das deutsche Fernsehen ist notorisch konservativ (wie mir vermutlich jeder Seriendrehbuchautor best\u00e4tigen wird) und wir sich wohl noch einige Jahrhunderte auf Verflixte-Sieben-, Wer-wird-Million\u00e4r-\u00a0 und Big-Brother-Verschnitte konzentrieren&#8230;.<\/p>\n<p>Wer <em>The Genius<\/em> englisch untertitelt sehen will, findet <a href=\"http:\/\/bxrme.tumblr.com\/tagged\/the-genius\">hier <\/a>alle Folgen. Und ein Tipp: Eingach mal <em>The Genius Cheat shee<\/em>t googlen, um eine \u00dcbersicht der Personen zu bekommen. Dann kann man sich besser merken, wer wer war&#8230;<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n<p>P.S.\u00a0 Gerade wird viel off- und online \u00fcber Patreon und andere Bezahlm\u00f6glichkeiten diskutiert. Mein Problem : Ich blogge hier, weil ich ein elender Selbstdarsteller bin und ich mich gut hier selbst darstellen kann. Meine Meinung vertreten. Vielleicht Einfluss nehmen. Schreiben \u00fcben. Meine Meinung artikulieren Vielleicht bewundert werden. Bin halt Narzist. Und ich f\u00e4nde es komisch mich f\u00fcr diese sehr egoistischen Motive auch noch bezahlen lassen. Ich wei\u00df auch noch nicht was ich von dem allgegenwertigem Fundraising-Trend halten soll. Sicherlich, gro\u00dfe Seiten wie Boardgamegeek lassen sich nicht anders finanzieren und bestimmte Dinge sind nur m\u00f6glich, wenn auch Geld flie\u00dft &#8211;\u00a0 aber wenn die eine H\u00e4lfte der Blogs Geld eintreibt, wei\u00df ich nicht, ob die andere da nicht mitziehen muss, um noch gelesen zu werden. Keine Ahnung. Wie gesagt: Meine Meinung ist noch in der Findungsphase. Allerdings sind mir interessante Kommentare und gelegentliches Lob im Moment wichtiger als ein paar Markf\u00fcnfzig (schon weil wir ja jetzt den Euro haben).<\/p>\n<p>TBS: J\u00fcrgen zahlt den Serverbetrieb und die Domain aus eigener Tasche. Ist nicht viel, aber wenn ihm jemand Geld geben w\u00fcrde, w\u00fcrde mich das durchaus freuen. Paypald einfach die Email im <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/standards\/impressum\">Impressum<\/a>.<\/p>\n<p>Und wer mir trotz all dem gesagten ein Weihnachtsgeschenk machen will, der findet <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/registry\/wishlist\/1RIE2FL0PLDZ5\/ref=cm_sw_r_tw_ws_x_v9TqybW2VGRHS\">hier <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/registry\/wishlist\/21TFHZSSYLU8L\/ref=cm_sw_r_tw_ws_h-Tqyb3WPFGRS\">hier <\/a>meine Amazon-Wunschlisten\u00a0 :-)<\/p>\n<p>Matthias kann man bei den <a href=\"http:\/\/bretterwisser.de\/\">Bretterwissern <\/a>unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Shut up and sit Down kennt, der kennt mittlerweile auch The Genius &#8211; eine koreanische Spielshow, die diese Bezeichnung verdient. 13 Leute spielen jede Folge ein Spiel, dass man getrost als &#8220;Gro\u00dfgruppenspiel&#8221; bezeichnen kann. 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