{"id":15982,"date":"2016-06-25T15:01:54","date_gmt":"2016-06-25T13:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=15982"},"modified":"2016-06-25T15:01:54","modified_gmt":"2016-06-25T13:01:54","slug":"welcome-to-north-american-railways","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2016\/06\/25\/15982\/","title":{"rendered":"Welcome to North American Railways"},"content":{"rendered":"<p>Montag ist Stichtag. Ab Montag kann <em>North American Railways <\/em>vorbestellt werden. Ich nehme an, alle meine Leser bestellen aus Heldenverehrung eh blind (jedenfalls sollten sie das, wenn sie mich <em>wirklich<\/em> lieben), aber vielleicht schreibe ich dennoch etwas dazu:<\/p>\n<p>Irgendwann habe ich etwas \u00fcber irgendein Spiel gelesen. Ja, das passiert \u00f6fter.<\/p>\n<p>In diesem Fall stand in der Beschreibung, dass es eine Art &#8220;18xx-Kartenspiel f\u00fcr zwei Spieler&#8221; sei. Nun, wie schon oft geschrieben, spiele ich selten zu zweit (wird gerade wieder etwas mehr), aber die Idee eines &#8220;18xx-Kartenspieles&#8221; fand ich interessant. Ich las dann nicht weiter, sondern \u00fcberlegte: Wie w\u00fcrde ich das umsetzen? Nat\u00fcrlich fehlt bei einem Kartenspiel die topologische Komponente des Streckenbaus. K\u00f6nnte man dennoch zumindest sehr rudiment\u00e4r etwas \u00e4hnliches auch mit Karten machen? Dazu muss man sich \u00fcberlegen, welchen Aspekt man abbilden will (alle kann man nicht abbilden, ohne genau dasselbe zu machen)\u00a0 und da nahm ich die Aspekte: &#8220;Anschlie\u00dfen von St\u00e4dten mit unterschiedlichem Ertrag und Kosten&#8221;, &#8220;Wegnehmen von guten Verbindungen&#8221; und &#8220;Mit dem Anschlie\u00dfen einer Stadt entstehen neue M\u00f6glichkeiten, um weitere St\u00e4dte anzuschlie\u00dfen&#8221;. Die Umsetzung erfolgte durch eine Auslage mit verschiedenen St\u00e4dtekarten, von denen immer nur die unterste Karte jeder Reihe zur Verf\u00fcgung steht. Wird die Karte genommen, wird eine neue Karte frei. Da die Karten unterschiedliche Kosten und Ertr\u00e4ge haben, gibt es bessere und schlechtere Auswahlen.<\/p>\n<p>Denselben Mechanismus verwendete ich dann auch f\u00fcr die Aktien &#8211; auch die liegen in einem Raster aus. Wie bei einem 18xx gibt es damit zwei Ebenen: Die Spielerebene und die AGs. Und damit auch zwei Kassen: Jeder Spieler hat Bargeld und jede AG hat ihre Kasse. Aus letzterer muss das Geld f\u00fcr die St\u00e4dtekarten stammen. Nur wie kommt es da rein? Nat\u00fcrlich bekommen die Gesellschaften Geld, wenn ein Spieler eine Aktie erwirbt, dazu sind Aktien ja da! Also nimmt erst jeder Spieler eine Aktie und dann handeln die Spieler f\u00fcr die Gesellschaften und bauen mit deren Kapital das Netz aus, bzw. erwerben St\u00e4dtekarten. Bei <em>North American Railway<\/em>s kann nun jeder Spieler f\u00fcr jede Gesellschaft agieren, von der er mindestens eine Aktie hat (statt nur der Direktor, wie bei den meisten Aktieneisenbahnspielen). Dadurch kann ein Minderheitenaktion\u00e4r auch mit Absicht eine schlechte Wahl treffen, damit der Direktor kein Geld mehr hat, das Optimum f\u00fcr die Gesellschaft herauszuholen. Oder er macht eine St\u00e4dtekarte f\u00fcr die Gesellschaft frei, f\u00fcr die er die Mehrheit h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Doch wie kommt das Geld in die Gewerkschaften? Das habe ich schon einmal gefragt! Ich wei\u00df! Aber ich habe es nicht beantwortet! Also tue ich das jetzt! Wenn man eine Aktie aus der Auslage nimmt (pro Runde erwirbt jeder im Uhrzeigersinn eine Aktie), dann gibt es drei M\u00f6glichkeiten: a) man ist der erste, der diese Aktie nimmt: In diesem Fall zahlt man so viel wie man will in die Gesellschaftskasse! b) Man ist Direktor der Gesellschaft &#8211; Dann zahlt man 500 an die Bank (Steuer) und 500 in die Gewerkschaft. c) Jemand anderes ist Direktor &#8211; jetzt macht man ein Angebot. Entweder der Direktor ist einverstanden , dann erwirbt man die Aktie und zahlt die H\u00e4lfte des Angebot in die Bank und die andere H\u00e4lfte in die Gesellschaftskasse. Oder der Direktor ist nicht einverstanden und kauft die Aktie selber, wobei der Spieler, der das Angebot gemacht hat, die H\u00e4lfte bekommt.<\/p>\n<p>Ich liebe Spiele, wo ich selber entscheiden kann, wieviel ich zahlen m\u00f6chte! Und vor allem liebe ich spiele, wo jemand anderes entscheiden muss, ob er den Preis annimmt (Ich bin -wenig \u00fcberraschend &#8211; auch ein Fan von Versteigerungsspielen) oder ob er selber kaufen will. In diesem Spiel gibt es dadurch eine sch\u00f6n einfache M\u00f6glichkeit, einerseits daf\u00fcr zu sorgen, dass die Spieler immer ein bisschen Bargeld haben sollten (da sie sonst keine Aktienk\u00e4ufe kontern k\u00f6nnen) und andererseits viele Strategien zu erm\u00f6glichen: Man kann viel in eine Gesellschaft einzahlen, um damit viele Stadtkarten kaufen zu k\u00f6nnen. Und man kann versuchen, eine Billiglinie zu erschaffen, die nur wenig St\u00e4dtekarten kaufen kann, aber eben auch nur wenig gekostet hat. Kein Preis ist wirklich zu 100% kalkulierbar, da alles von den Mitspielern abh\u00e4ngt, aber es ist eben ein bisschen kalkulierbar. Es ist eben ein echtes Investitionsspiel, nicht nur Buchhaltung. Die Auslage erlaubt zudem ebenfalls einen gewissen R\u00fcckschluss auf einen sinnvollen Preis: Liegen viele Aktien derselben AG unten, kann man eher darauf spekulieren, dass die anderen die Aktie erwerben und die Kasse auff\u00fcllen, als wenn alle Aktien der AG unerreichbar sind. Auch kann man eine Aktie f\u00fcr jemand anderen freischaufeln &#8211; oder eben auch nicht. Und man kann eine fremde Aktie nur deshalb nehmen, um darauf zu spekulieren, dass der Direktor die selbst kauft und man so wieder frisches Bargeld bekommt &#8211; sonst gibt es erst bei Rundende etwas (die St\u00e4dte geben unteschiedlich viel Geld aus, dass unter den Aktion\u00e4ren verteilt wird).<\/p>\n<p>Ich muss sagen, dass das Spiel von Anfang an so funktioniert hat, wie ich es erhofft hatte. Nur das Spielende kam zu sp\u00e4t &#8211; Urspr\u00fcnglich war das Spiel erst zu Ende, wenn niemand eine Stadt anschlie\u00dft, aber das passierte immer erst dann, wenn kein Geld mehr in den Gesellschaften war und das dauerte schlichtweg ein paar Runden zu lang. Mittlerweile gibt es alternative Endbedingungen, z.B. wenn keine Aktien mehr daliegen. Das macht das Ende etwas eleganter. Auch gab es Landschaftskarten, die den St\u00e4dteanschluss verteuerten. Aber die sorgten f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Regelballast, ohne wirklich viel zu bewirken. Stattdessen machte ich die St\u00e4dtekarten extremer. Und es gibt jetzt mit dem Kauf einer Aktie ein kleines Rundeneinkommen (eine Startstadt), so dass es unwahrscheinlicher ist, dass jemand pleite wird. Ach so, auf den Stadtkarten sind noch Symbole drauf, die den Wert der Aktie bei Spielende bestimmen. Diesen Wert habe ich etwas verringert, so dass es nicht immer nur besser ist, viele Aktien zu besitzen &#8211; man daf halt nicht zu viel Geld f\u00fcr die bezahlt haben. Das sind aber alles Feinjustierungen &#8211; das Spiel hat sich fundamental wenig ge\u00e4ndert. Und das ist gut so (denke ich), denn bereits bei der allerersten Partie war ein 18xx-Spieler zugegen, dem das Spiele bvereits gefiel. Und das ist ja die Zielgruppe, die es anzusprechen galt :-)<\/p>\n<p>Was sich auch ge\u00e4ndert hat, ist der Name: Von <em>North American Railroads<\/em> zu <em>North American Railways<\/em>. Wei\u00df aber nicht wieso, mir ist nur irgendwann aufgefallen, dass das Spiel jetzt wohl so\u00a0 hie\u00df.<\/p>\n<p>Ich hoffe es gef\u00e4llt! North American Railways kann man mit 2-5 Spielern Spielern spielen und dauert so 45-60 Minuten.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag ist Stichtag. 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