{"id":1592,"date":"2010-09-25T08:30:50","date_gmt":"2010-09-25T06:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1592"},"modified":"2010-09-25T08:30:50","modified_gmt":"2010-09-25T06:30:50","slug":"fuer-eine-handvoll-noten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/09\/25\/1592\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine Handvoll Noten"},"content":{"rendered":"<p>Die Spielbox diskutiert wieder \u00fcber das ewige Thema &#8220;Noten&#8221; und schon gibts bei uns (wieder) die M\u00f6glichkeit eine Note abzugeben! Was f\u00fcr ein Zufall! (Einfach auf die entsprechende Rezi klicken)<\/p>\n<p>Ich mag Noten. Und ich mag sie auch wieder nicht. Das Gute an ihnen ist: Man bekommt schnell einen \u00dcberblick, wo die Reise hingeht. Und wenn mehrere Noten angegeben werden, sieht man auch, ob der Rezischreiber mit seiner Meinung eher abweicht oder eher den Geschmack der Allgemeinheit trifft.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite wird ihnen doch zu viel Bedeutung zugewiesen. Da wird hier und da um einen Punkt gestritten, da werden Durchschnittsnoten bei BGG als Argument f\u00fcr oder gegen den pers\u00f6nlichen (!) Spielspa\u00df ins Feld gef\u00fchrt, da wird mit subjektiven Noten verfahren, als w\u00e4ren es objektiv messbare Gr\u00f6\u00dfen und schlie\u00dflich werden Spiele mit v\u00f6llig unterschiedlicher Zielgruppe ins selbe Bewertungsschema gepresst, mit dem Erfolg, dass Murks herauskommt: Wer &#8220;Diego Drachenzahn&#8221; mit &#8220;18xx&#8221; vergleicht, d\u00fcrfte genauso Schwierigkeiten haben zu begr\u00fcnden, wenn er dieselbe Note vergibt wie wenn er unterschiedliche Noten vergibt.<\/p>\n<p>Das Problem mit Noten ist also der Umgang mit ihnen, nicht die Note selbst.<\/p>\n<p>Ganz notenfrei ein paar Ersteindr\u00fccke:<\/p>\n<p><strong>Illium<\/strong>: Das Spiel ist von Knizia und das merkt man auch. Und das im positiven Sinne. Es ist \u00fcbrigens schon etwas \u00e4lter und das ist bei Knizia eher ein gutes Zeichen, wenn man sich seine letzten Neuheiten so anschaut&#8230; Jedenfalls ist das Spiel regeltechnisch genial-einfach: Wer an der Reihe ist, deckt die oberste Karte seines pers\u00f6nlichen Stapels auf und stellt -je nachdem was die Karte zeigt &#8211; 1-3 eigene P\u00f6ppel auf EIN gemeinsames Feld auf dem Spielplan. Anschlie\u00dfend kann der Spieler noch eigene W\u00fcrfel auf leere Felder ablegen, aber das geht nur sehr begrenzt, denn viele hat er nicht. Der Sinn des ganzen: 3-5 Felder bilden einen Weg und wenn alle Felder des Weges besetzt sind, bekommt der Spieler mit der Mehrheit einen Preis: Der Weg verbindet zwei Orte, in beiden liegen Punktetafeln. Er darf sich aus den beiden obersten eine aussuchen. Die andere bekommt der Spieler, der den zweiten Platz gemacht hat, vorrausgesetzt er hat mindestens die Halb so viele Figuren wie der erste. Gibt es keinen solchen Spieler bekommt der erste Spieler beide Tafeln. ieht man von den kniziatypischen Wertungsdetails ab (Die Tafeln kommen in 5 Sorten, man muss Mehrheiten und Sets bilden und von einigen vorher die beste abgeben) wars das auch schon. Aber das Spiel hat es wahrlich in sich! Nur ein Feld zu belegen &#8211; da muss der Einsatz wahrlich \u00fcberlegt sein! Und dann noch die W\u00fcrfel (mit denen eine Wertung erzwungen werden kann &#8211; wann machen sie Sinn? Wann verpfeffer ich die zu fr\u00fch? Lohnt es sich hier noch einzusteigen? Aber wenn der andere 3 Steine platzieren darf, bekomme ich nix! Lieber hier den Weg langsam weiterbesetzen? Aber wenn jemand schmarotzt? Gleich dicht machen? Aber so interessant sind die Tafeln im Moment nicht&#8230; (Genialerweise werden die Wertungstafeln nach wert geortnet, so dass im Laufe des Spieles immer bessere Tafeln zur Verf\u00fcgung stehen &#8211; dadurch wird der Spannungsbogen ganz nat\u00fcrlich aufrechterhalten) Etc. Dabei wird das Spiel nicht zu gr\u00fcblerisch, denn man kann ja nur ein Feld besetzen. Mich erinnert es etwas an Durch die W\u00fcste &#8211; die Spannung beim Zug ist jedenfalls \u00e4hnlich. W\u00e4re es nicht bereits vor zwei Jahren erschienen, h\u00e4tte es dieses Jahr Chance aufs Treppchen beim Sylvester!<\/p>\n<p><strong>Inotaizu\/Kaigan<\/strong>: Ein japanisches Spiel, dass ich direkt beim Autor bestellt habe eine gef\u00fchlte Woche, bevor es ein obskurer amerikanischer Verlag f\u00fcr Essen angek\u00fcndigt hat&#8230; (dann erscheint es als Kaigan) Nunja, das Material ist f\u00fcr ein Eigenverlagsspiel absolut geeignet, Regel ist auch in Ordnung, also \u00e4rgere ich mich nicht. Es geht um Landvermessung, aber auf recht abstrakte Weise, also nur der Mechanismus: Der Kernmechanismus ist von Zooloretto inspiriert: Reihum legen die Spieler eine Aktionskarte auf das Spielbrett und d\u00fcrfen anschlie\u00dfend eine Reihe abgelegter Karten w\u00e4hlen, sind dann aber raus. Also muss man abw\u00e4gen: Wer eine Reihe unbedingt haben m\u00f6chte, greift zu, bevor sie voll ist, verzichtet also quasi auf Aktionen. Zudem werden die Aktionen spaltenweise abgehandelt, so dass u.U. auch eine Rolle spielt, wer fr\u00fcher dran kommt. Ein sch\u00f6ner Mechanismus! (Den ich bereits vorher in einem Prototypen eingebaut habe&#8230; Mal sehen was ich damit jetzt mache). Aktionen sind im Wesentlichen das Versetzen von Landvermessern gegen Geld und das Benutzen der Landvermessern auf dem Land, wo sie stehen gegen Geld. Oder man setzt auf einer von drei Leisten vor, die Leisten bringen Geld und\/oder Siegpunkte. Geld ist verdammt knapp! Das haben wir in unserer ersten Partie deutlich zu sp\u00fcen bekommen &#8211; sein Startkapital von 20 wird man nie auch nur ann\u00e4hernd erreichen&#8230; Insgesamt hat mir das Spiel wirklich gut gefallen. Es spielt sich angenehm flott, da jeder reihum ja nur eine Aktion durchf\u00fchrt \/ auf den Plan legt. Zwischendurch wird gewertet, auch das geht flott. Insgesamt haben wir ne Dreiviertelstunde gespielt und das ist f\u00fcr ein Spiel dieser G\u00fcte wirklich kurz. Zudem es scheinbar viele Strategien gibt: So kann man sich auf wenige, aber lukrative L\u00e4ndereien konzentrieren oder versuchen viel Kleinkram abzustauben und man kann sich auch sehr auf die Leisten konzentrieren. Gut gemacht, wirklich! Nur die Endwertung ist mir etwas unn\u00f6tig ausf\u00fchrlich. Bei einer zweiten Partie wars dann doch deutlich gr\u00fcblerischer was wohl an den Beteiligten lag ;-) Spa\u00df hats aber wieder gemacht &#8211; allerdings war wieder die Geldwertung am Ende entscheidend, was -sollte das h\u00e4ufiger vorkommen -vielleicht etwas eint\u00f6nig wird. Bislang aber auf meiner &#8220;Gerne Spielen!&#8221;-Liste<\/p>\n<p><strong>Armorica<\/strong>: Kartenspiel von <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/07\/09\/975\">Vainglorious Games<\/a>, Asara, Kamisado, das auch in Deutschland erh\u00e4ltlich ist. Wer an der Reihe ist, nimmt sich eine Karte aus der Auslage. Dabei bestimmt die Anzahl der Weizensymbole welche Karte er nehmen kann: Bei einem Weizen ist nur die erste Karte verf\u00fcgbar, bei 2 Weizensymbolen, kann auch das zweite Weizen genommen werden etc. Die Karten tragen au\u00dfer Weizensymbole noch andere Symbole und die kommen in der zweiten Phase zum tragen: Die funktioniert wie die erste, nur dass au\u00dfer Weizen oft andere Symbole gefragt sind. Und in der dritten Phase m\u00fcssen gen\u00fcgend Amphoren vorhanden sein, sonst muss man Karten abgeben. Am Ende gibt es Punkte f\u00fcr verschiedene Kartenfarben und Symbolmehrheiten. Man sammelt also Karten und versucht die Symbole so zu balanzieren, dass man m\u00f6glichst gro\u00dfe Auswahl hat (also flexibel bleibt), das Punktekonto aber nicht au\u00dfer acht l\u00e4sst. Das spielt sich flott runter, ist aber kein Br\u00fcller. Zu viele Kartensammelspiele kennt man schon und zu wenig neues oder geniales findet man in diesem Spiel. Ich w\u00fcrds nochmal spielen, auch um zu sehen, wie es sich mit mehreren spielt (bislang nur eine Dreierpartie), habs aber nicht eilig damit. \u00dcbrigens: Der Startspieler wechselt jeder Runde im Uhrzeigersinn. Wir habens in den Regeln nicht gefunden, ist aber dennoch so!<\/p>\n<p><strong>Asara <\/strong>Ein neues Ravensburger-Spiel von Kramer\/Kiesling und es ist sicherlich das beste Ravensburger-Spieler seit den Baumeistern von Arkadia. Gut, dass hei\u00dft nicht viel, aber man merkt gleich, dass die beiden ihr Handwerk verstehen: Der Grundmechanismus ist wirklich gut und intuitiv: Wer eine Aktion machen will, legt eine Karte an die enstprechende Stelle. Wenn jemand anderes dasselbe machen m\u00f6chte, muss er eine Karte derselben Farbe dahinlegen (und der Platz muss frei sein). Hat er keine passende kann er stattdessen zwei beliebige Karten ablegen, um die Aktion trotzdem durchzuf\u00fchren. Aber das kostet defacto eine Aktion, denn in jeder Runde agiert man nur so lange wie man Karten spielen kann. Dieser einfache Kniff verst\u00e4rkt den ohnehin gro\u00dfen Druck eigentlich alles als erstes machen zu m\u00fcssen noch (Die Aktionen sind umso st\u00e4rker, desto fr\u00fcher sie durchgef\u00fchrt werden. Und der Platz ist begrenzt, so dass eine Aktion gegen Rundenende schlicht nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnte). Das ist wirklich gelungen. Leider ist das Spielthema und -ablauf selbst etwas abgelutscht: Man baut T\u00fcrme, die man aus zu kaufenden Einzelteilen zusammensetzen muss und bekommt Punkte f\u00fcr viele T\u00fcrme und f\u00fcr die h\u00f6chsten T\u00fcrme und f\u00fcr T\u00fcrme mit Bonuskrams. Das hat man im Prinzip schon oft gesehen und auch Asara bietet da nicht v\u00f6llig revolution\u00e4res. Aber das Spielprinzip ist gef\u00e4llig, die Runden durchaus spannnend. Die Baumeister von Arkadia (v\u00f6llig anderes Spiel, aber das letzte Ravensburger Highlight) waren viel besser, aber gut ist Asara allemal (viel besser als das eher langweilige Zeeland jedenfalls).<\/p>\n<p><strong>Kamisado<\/strong>: Regeltechnisch ist dieser Zweier obersimpel: Beliebig weit \u00fcber freie Felder vorw\u00e4rts ziehen. Das Feld auf dem man landet bestimmt, den Stein, den der Gegner bewegen darf. Wer die Grundlinie erreicht gewinnt (das Grundspiel). Einfach und in den ersten Z\u00fcge einer Partie kann und muss aus dem Bauch heraus gespielt werden. Dann wirds immer taktischer, dann strategischer, dann hat einer gewonnen und es sind kaum 20 Minuten vergangen &#8211; Super! Interessant, ohne gr\u00fcblerisch zu sein, intuitiv ohne banal zu sein. Mich erinnert es etwas an Sid Sacksons Netzwerk oder an das Agentenkomptor, da auch hier alleine das Stellungsspiel entscheident ist. Anders als bei den eben genannten kommt es bei <em>Kamisado <\/em>aber nicht vom ersten Zug auf fehlerfreies Spiel an und ist dadurch deutlich weniger anstrengend zu spielen. Kommt nicht an meinen Zweier-Primus <em>Hive <\/em>ran, ist aber ein echtes Highlight! Rezension folgt, sobald ich endlich mal Zeit f\u00fcr ein paar Partien mit den Erweiterungsregeln gefunden habe!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Spielbox diskutiert wieder \u00fcber das ewige Thema &#8220;Noten&#8221; und schon gibts bei uns (wieder) die M\u00f6glichkeit eine Note abzugeben! Was f\u00fcr ein Zufall! (Einfach auf die entsprechende Rezi klicken) Ich mag Noten. Und ich mag sie auch wieder nicht. Das Gute an ihnen ist: Man bekommt schnell einen \u00dcberblick, wo die Reise hingeht. 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