{"id":15897,"date":"2016-04-25T20:38:27","date_gmt":"2016-04-25T18:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=15897"},"modified":"2016-05-01T11:06:59","modified_gmt":"2016-05-01T09:06:59","slug":"draften-ist-wenn-ein-spiel-um-ein-spiel-bereichert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2016\/04\/25\/15897\/","title":{"rendered":"Draften ist, wenn ein Spiel um ein Spiel bereichert wird"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man Draften sagt, kennen die meisten Brettspieler <em>7 Wonders<\/em>. Das Aussuchen von Karten und diese dem n\u00e4chsten Spieler zur Auswahl zu geben ist dabei so einfach und schnell aufgenommen worden, dass es nat\u00fcrlicherweise schon in anderen Spielen aufgenommen wurde. Es gab aber auch schon ein paar Spiele, die vorher einen Draft verwendet hatten. Spiele wie in <em>Fairy Tale<\/em>, <em>Notre Dame, San Marco<\/em> oder auch <em>Agricola<\/em>. Sp\u00e4ter wurde dies auch in spanenden Versionen variiert wie etwa in Ginkgopolis oder <em>7 Wonders Duell<\/em>.<\/p>\n<p>Der Sinn des Draftens ist dabei auf der einen Seite dem Spieler das Gl\u00fcck zu minimieren, welches durch einfaches zuteilen der Karten kommen w\u00fcrde. Auf der anderen Seite sollen aber auch andere Elemente im Spiel dazukommen. Es geht um Kommunikation. Ich erfahre etwas \u00fcber die Optionen meines Mitspielers, welche er nicht genommen hat und welche er vielleicht genommen hat. Vor allem wenn die Karte nicht sofort gespielt wird wie bei <em>7 Wonders<\/em>, sondern erstmal gesammelt bevor diese dann ausgespielt wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr Magic-Spieler ist Draften eine T\u00e4tigkeit die in gro\u00dfer Menge den meisten Spielern bekannt ist, seit bei einer der fr\u00fchen Pro-Tour Events 1996 (zweite oder dritte) dieses Format genommen wurde. Damals mussten es die meisten noch erlernen. Inzwischen kennen es die meisten aus entsprechenden kleinen Turnieren in ihrem Laden und neue Spieler werden schon fr\u00fch damit konfrontiert. Dabei gibt es bei Magic noch etliche andere Draft Formate, als nur das <em>7 Wonders<\/em>-\u00c4hnliche Booster-Draft. Ich will mal ein paar bekanntere Formate hier vorstellen.<\/p>\n<p><strong>Rochester Draft<\/strong><\/p>\n<p>Dies war mal das anspruchsvollere Format unter den Magic-Spielern. Hier liegen alle Karen eines P\u00e4ckchens auf dem Tisch. Reihum nimmt sich jeder eine Karte bis jeder einer hat und dann nimmt sich jeder wieder in umgekehrter Reihenfolge eine Karte bis alle weg sind. Die Kommunikation ist hier offen, weil jeder sieht wer welche Karten nimmt. Verbunden mit der Tatsache, zu wissen, wer am Tisch der Gegner ist in der ersten Runde, kommen auch entsprechen Informationen an.<\/p>\n<p>Der Vergleich der am ehesten dazu passt w\u00e4re <em>Agricola<\/em>, bzw Workerplacement Spiele dieser Art. Jeder nimmt sich eine der ausliegenden Aktionen reihum. Action-Drafting w\u00fcrde also auch passen. Die Spielreihenfolge wechselt zwischendurch nicht, sonder l\u00e4uft einfach weiter rum und die Aktionen sin auch nicht jede Runde neu, sondern werden nur um Optionen erg\u00e4nzt, aber der Vergleich d\u00fcrfte schon passen.<\/p>\n<p><strong>Rotisserie Draft<\/strong><\/p>\n<p>Das ist ein System, wo viel Tischfl\u00e4che ben\u00f6tigt wird und, was sich aber nicht jeder leisten kann, alle Karten eines Sets\/Blocks. Diese liegen liegen exakt einmal aus und dann werden die Karten wie im Rochester Draft verteilt. Dadurch, dass hier die Gewissheit ist, keine Kare wird doppelt auftauchen, liegt\u00a0der Schwerpunkt nicht auf den H\u00e4ufigen Karten. Auch zu wissen wie die Decks der Mitspieler sich langsam bilden, fordern ganz andere Entscheidungen.<\/p>\n<p><strong>Auction Draft<\/strong><\/p>\n<p>Hier werden die Karten aus den Packs zusammengemischt und jeder erh\u00e4lt 100 M\u00fcnzen zum bieten. Der Startbieter deckt die obersten drei Karten auf und versteigert diese mit einem Startgebot von 0. Reihum d\u00fcrfen nun alle bieten oder passen, bis einer den Zuschlag erh\u00e4lt. Geld geht immer in die Bank. Dann geht der Startbietermarker einen Spieler nach links und\u00a0die n\u00e4chsten drei Karten werden aufgedeckt.\u00a0Da hier immer auf eine Kombination geboten wird, kommen manchmal spannende K\u00e4mpfe um gute Karten auf. Gegen Ende kann es auch passieren, dass mehrere\u00a0Spieler dann kein Geld mehr haben und hoffen m\u00fcssen, das die anderen auch kein Geld mehr haben.<\/p>\n<p>In diesem Format existiert auch eine Variante, wo jeder einen Charakter mit eigenen Regeln hat f\u00fcr die Auktion. So erhalten manche mehr oder weniger Geld und d\u00fcrfen aber nicht \u00fcber einen bestimmte Summe bieten, oder bekommen einen Rabatt, wenn bestimmte Karten angeboten werden.<\/p>\n<p><strong>Spiel zu zweit<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt aber auch zu zwei den Wunsch zu draften. Das ist bei den gro\u00dfen bekannten Verfahren bisher eher langweilig, auch wenn <em>Tides of Time<\/em> bewiesen hat, das dies sehr gut funktionieren kann. Das bleibt aber die Ausnahme. Bei diesen Formaten, werden meist die Karten von mehrere P\u00e4ckchen zusammengemischt und dann versucht das Beste daraus zu machen.<\/p>\n<p><strong>Grid Draft<\/strong><\/p>\n<p>In diesem System werden immer 9 Karten auf dem Tisch in einem 3 x 3 Raster ausgelegt und ein Spieler nimmt eine Reihe oder Spalte und der andere eine andere Reihe oder Spalte. Die Absch\u00e4tzung ob es lieber mehr Karten sein sollen, oder weniger, weil der Mitspieler schon die dritte Karte einer Reihe genommen hat, macht einen gro\u00dfen Reiz aus.\u00a0Umgesetzt wurde so etwas bei <em>Die S\u00e4ulen der Erde: Duell der Baumeister<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Solomon Draft<\/strong><\/p>\n<p>Solomon ist bekannt f\u00fcr seine gerechte Teilung von Babys. Wir kennen das als die\u00a0bekannte Kuchenteilmechanik.\u00a0Ein Spieler deckt\u00a05 Karten auf und verteilt sie in 2 Stapel, aus denen dann der andere ausw\u00e4hlen kann. Hier gibt es \u00f6fter mal spannende Entscheidungen, wo gerne sinnvoll\u00a04:1 geteilt wird, und die einzelne Karte immer noch st\u00e4rker ist als die anderen 4 zusammen. <em>Dynasties<\/em> baut dies gerade auf vielf\u00e4ltige Weise in ein Spiel ein, aber auch <em>San Marco<\/em> von Alan Moon zeigte schon solche Strategien in einem Brettspiel.<\/p>\n<p><strong>Winston Draft<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Draft ist tats\u00e4chlich der spannendste. Zuerst werden drei Karten verdeckt ausgelegt. Der erste Spieler schaut sich die erste Karte an und entscheidet ob er diese nehmen will. Wenn er diese nimmt, ist er gl\u00fccklich und sieht die anderen Stapel nicht. Wenn nicht bleibt sie liegen und eine weitere Karte vom Stapel wird dazu gelegt und er darf sich den n\u00e4chsten Stapel ansehen, bei welchem er wieder entscheiden kann. Sollte er auch den dritten Stapel nicht nehmen, erh\u00e4lt er die oberste Karte vom Nachziehstapel. Dann ist der andere Spieler dran.<\/p>\n<p>Das ist ein Format wo einiges an non-verbaler Kommunikation aufkommt, da man rund die H\u00e4lfte der Karten kennt, die der andere Spieler nimmt, aber eben nur die H\u00e4lfte. Ein klassisches Gesellschaftsspiel mit solchem einem Draft stell ich mir besonders spannend vor. W\u00e4re aber wohl ein reines 2er-Spiel.<\/p>\n<p><em><strong>Edit<\/strong><\/em>:\u00a0Den von Thygra erw\u00e4hnten <strong>Point System Draft<\/strong> will ich hier noch nachreichen. Danke an Thygra f\u00fcr die Infos.<\/p>\n<p>es gibt in der Mitte 8 Pl\u00e4tze, welche mit den Kosten 6 bis\u00a0-1 versehen sind. Jeder Spieler startet\u00a060 Punkten f\u00fcr den gesamten Draft, mit denen er die Karten \u201ebezahlt\u201c.\u00a0Reihum ist jeder Spieler an der Reihe, eine Karte zu draften. Dazu wird zuerst die oberste Karte des Stapels aufgedeckt und auf den Draftplatz 6 gelegt. Sollte dieser Platz schon mit einer Karte besetzt sein, so wird diese um einen Platz nach unten auf die 5 verschoben. Ist Platz 5 auch besetzt, wird die dort befindliche Karte ebenfalls einen Platz nach unten verschoben usw. Eine Karte wird nur dann verschoben, wenn sie von oben verdr\u00e4ngt wird. Nach dieser Prozedur wird eine Karte gedraftet: Sollte der Platz -1 noch nicht besetzt sein,\u00a0<u>darf<\/u>\u00a0der an der Reihe befindliche Spieler eine Karte draften, er darf aber auch passen. Sobald der Platz -1 besetzt ist,\u00a0<u>mu\u00df<\/u>\u00a0jeder Spieler immer eine Karte draften, wenn er an der Reihe ist. Draftet ein Spieler eine Karte auf den Pl\u00e4tzen 6-1, so werden ihm daf\u00fcr von seinem Punktekonto entsprechend viele Punkte abgezogen. Hat der Spieler nicht mehr genug Punkte auf seinem Konto, so kann er diese Karte nicht nehmen. Die Karte auf Platz 0 ist kostenlos, w\u00e4hrend durch einen Pick der Karte auf dem Platz -1 dem Spieler wieder ein Punkt zu seinem Konto hinzuaddiert wird.<\/p>\n<p>Spiele die solch ein \u00e4hnliches System verwenden sind Fungi und Firenze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man Draften sagt, kennen die meisten Brettspieler 7 Wonders. Das Aussuchen von Karten und diese dem n\u00e4chsten Spieler zur Auswahl zu geben ist dabei so einfach und schnell aufgenommen worden, dass es nat\u00fcrlicherweise schon in anderen Spielen aufgenommen wurde. Es gab aber auch schon ein paar Spiele, die vorher einen Draft verwendet hatten. 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