{"id":1587,"date":"2010-09-09T20:39:21","date_gmt":"2010-09-09T18:39:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1587"},"modified":"2010-09-10T13:09:47","modified_gmt":"2010-09-10T11:09:47","slug":"verlagsvorstellung-strothmann-spiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/09\/09\/1587\/","title":{"rendered":"Verlagsvorstellung Strothmann-Spiele"},"content":{"rendered":"<p>Zur Abwechslung m\u00f6chte ich wieder einmal einen heimischen Verlag vorstellen: <a href=\"http:\/\/www.strothmann-spiele.de\/\">Strothmann-Spiele<\/a> bringen zur Messe in Essen ihr erstes Spiel heraus und der Mechanismus ist wirklich neuartig: Lochkarten! Das einzige, was ich in der Hinsicht kenne (au\u00dfer Computern) ist die vage Erinnerung an einen Artikel von Martin Gardner, der eine Lochkartenrechenmaschine zum selberbasteln beschrieb. Im Spielebereich d\u00fcrfte das Neuland darstellen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Bitte stelle dich und deinen Verlag unseren Lesern vor!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Um das Spiel &#8220;i9n&#8221; zur diesj\u00e4hrigen Spielemesse in Essen auf den Markt zu bringen, haben wir in diesem Jahr den Strothmann-Spiele Verlag gegr\u00fcndet. &#8220;Wir&#8221; sind: Dirk Strothmann (Dipl. Mathematiker), 41 Jahre, selbstst\u00e4ndiger Software Entwickler im Bereich Geoinformatik\/ Webanwendungen und meine Familie: Ehefrau Antje (41), Lehrerin (Bio, Sport -Sek I, Sek II) und T\u00f6chter Lisa(8) &amp; Sarah(5) sowie Bruder J\u00f6rn(37). Wir sind bislang noch keine Vielspieler, da wir in unserer Freizeit eher sportlich unterwegs sind (Laufen + Radfahren) und in den letzten Jahren viel als Leistungssportler (Duathlon) in der Welt herumgekommen sind.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sind wir also ein reiner &#8220;Ein-Spiel-Eigenverlag&#8221;, was sich aber in Zukunft durchaus \u00e4ndern kann, je nach Erfolg des Unternehmens.<\/p>\n<p>Wir haben in der Firma Ludofact einen sehr kompetenten Spieleproduzenten gefunden, ohne deren M\u00f6glichkeiten die professionelle \u00a0Realisierung eines technisch derart aufwendigen Spiels f\u00fcr uns nicht m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Erz\u00e4hl uns mehr \u00fcber dein erstes Spiel!<\/strong><\/p>\n<p>Das Name des Spiels &#8220;i9n&#8221; ist eine abk\u00fcrzende Schreibweise f\u00fcr &#8220;Information&#8221;, ein &#8220;i&#8221; gefolgt von 9 Buchstaben und einem &#8220;n&#8221;- gesprochen &#8220;ineun&#8221;, eine besonders in Informatikerkreisen beliebte Weise, Abk\u00fcrzungen zu bilden. i9n ist ein strategisches Suchspiel. Wir nennen es ein<br \/>\n&#8220;elektronikfreies Computer-Brettspiel&#8221;, da es einen Mechanismus besitzt, der es erlaubt, Informationen unter den Spielern zu verteilen und Antworten zu kombinierten Informationen zu erhalten, wie es sonst nur durch einen (allwissenden) Spielleiter oder einen Computer m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Konkret ausgedr\u00fcckt: Die Spieler erhalten unterschiedliche Informationen \u00fcber Eigenschaften von \u00d6lvorkommen und versuchen mit diesen Informationen die im Laufe des Spiels immer knapper werdenden \u00d6lvorkommen zu finden. Aus Erfolgen und Misserfolgen bei \u00d6lbohrungen ziehen sie weitere R\u00fcckschl\u00fcsse auf die kompletten Eigenschaften der \u00d6lvorkommen. Gewonnen hat, wer am Ende des Spiels (nachdem die letzte verbliebene \u00d6lquelle gefunden worden ist) die ertragreichsten \u00d6lf\u00f6rdert\u00fcrme besitzt, die er im Laufe des Spiels durch erfolgreiche \u00d6lbohrungen errichten konnte.<\/p>\n<p>Die Idee zum Spiel kam mir schon vor knapp 20 Jahren w\u00e4hrend meines Studiums. Hintergrund ist es, Positionen auf einer Weltkarte durch Eigenschaften in Form von gestanzten Pappkarten zu beschreiben: Eine Pappkarte, die die Nordhalbkugel repr\u00e4sentiert war in der oberen H\u00e4lfte ausgestanzt und unten geschlossen, w\u00e4hrend die Pappkarte f\u00fcr den S\u00fcden im unteren Bereich ausgestanzt und oben geschlossen war. Entsprechende Karten gab es f\u00fcr den Westen (links offen, rechts geschlossen) und den Osten. Legte man nun die Karten f\u00fcr Norden und Westen \u00fcbereinander, so blieb nur noch im Nord-Westen eine Aussparung \u00fcbrig- eben genau entsprechend der Information der Karten. Mit 2 Karten kann man also 4 Positionen darstellen (Nord-West, Nord-Ost, S\u00fcd-West, S\u00fcd-Ost). F\u00fcr ein Spiel sollte es mehr als 4 Felder geben, \u00a0so dass ich die Welt in 6 Kriterien (Norden\/S\u00fcden, Westen\/Osten, Polargebiet\/\u00c4quator, Atlantischer Bereich\/Pazifischer Bereich, Land\/Meer, Sonne\/Nebel) eingeteilt habe, um auf 2^6=2*2*2*2*2*2=64 Positionen zu kommen.<\/p>\n<p>Schiebt man nun 6 Karten verschiedener Kriterien \u00fcbereinander, so bleibt genau eine von 64 Positionen frei, die den 6 zugeh\u00f6rigen Eigenschaften entspricht. Liegen nur 5 von 6 Karten \u00fcbereinander, so sind 2 Positionen frei, bei 4 Karten 4 Positionen, bei 3 Karten 8 Positionen, bei 2 Karten 16 Positionen und bei einer Karte 32 Positionen. Durch Bohren von oben mit einem Stab kann man \u00fcberpr\u00fcfen, ob man den Kriterien entsprechende &#8220;richtige&#8221; Positionen gefunden hat oder nicht. Zwar liegen die Karten beim &#8220;Bohren&#8221; in einer Black Box, trotzdem waren die ersten Lochkarten f\u00fcr den Spielbetrieb ungeeignet, \u00a0denn durch ihr \u00c4u\u00dferes verrieten sie sofort die enthaltene Information. Deshalb habe ich einen zweiten Satz Pappkarten entwickelt, die jeweils 32 L\u00f6cher an vertauschten Positionen enthalten um ein m\u00f6glichst einheitliches Aussehen zu erhalten.<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Regelwerk war leider etwas komplex- zu viel Drumherum, was vom Kern ablenkte- , so dass das Spiel im Regal verstaubte, abgesehen von sporadischen Verbesserungsversuchen in der Weihnachtszeit . Im letzten Jahr hat unsere Tochter Lisa das Spiel wiederentdeckt, und wir haben die Regeln &#8220;kindgerechter&#8221; gemacht. Der wirkliche Durchbruch kam aber erst mit Lisas Idee, wie man aus dem &#8220;gro\u00dfen&#8221; i9n auch f\u00fcr unsere kleine Sarah (5 Jahre) ein Kinderspiel bauen kann. Das Kinderspiel ist im Kern identisch aber ansonsten in jeder Hinsicht vereinfacht- und zur Zeit streng geheim, da es derzeit von einem bekannten Verlag getestet wird.<\/p>\n<p>Wir haben einen Gro\u00dfteil des Kinderspiels in der &#8220;gro\u00dfen&#8221; i9n-\u00d6lsuche \u00fcbernommen und um einen Aktienhandel erweitert. Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>Die Lochkarten mit den Informationen werden gemischt und nach einem einfachen Schema werden 6 Karten mit 6 verschiedenen Kriterien herausgenommen. Jeder Spieler darf sich verdeckt zwei Lochkarten mit Informationen ansehen(z.B. S\u00fcden und Polargebiet). Zum Spielbeginn kommt eine Karte in den &#8220;Prozessor&#8221; &#8211; unter eine Abdeckplatte mit 64 L\u00f6chern, durch die man an allen 64 Positionen nach \u00d6l bohren kann. Am Anfang mit einer Karte im Prozessor sind noch \u00d6lquellen vorhanden bzw. L\u00f6cher frei, mit jeder weiteren Karte, die im Verlauf des Spiels hinzukommt \u00a0halbiert sich diese Zahl auf 16,8,4,2,1. Durch W\u00fcrfeln erh\u00e4lt man Punkte, die man zum Weiterziehen seiner 2 Forscher auf der Weltkarte, zum Bohren nach \u00d6l oder zum Erwerb von Aktien einsetzen kann.<\/p>\n<p>Zu jeder Information gibt es 3 Aktien, deren Preis mit abnehmender Zahl steigt (selten=teuer, h\u00e4ufig=billig). \u00a0F\u00fcr eine \u00d6lbohrung muss man eine geeignete Aktie abgeben (also z.b. eine Norden Aktie f\u00fcr eine Bohrung im Norden), so dass Aktien mit der &#8220;richtigen&#8221; Information begehrter und damit teurer werden, aber auch durch Bluffen oder Unwissenheit der Preis steigen oder fallen kann. F\u00fcr erfolgreiche Bohrungen erh\u00e4lt man F\u00f6rdert\u00fcrme, deren Werte im Laufe des Spiels mit steigender Anzahl von Informationen im Prozessor steigen. Positionen von Misserfolgen werden markiert. Am Ende entscheidet die Summe der F\u00f6rderturmwerte und der &#8220;richtigen&#8221; Aktien \u00fcber den Sieg.<\/p>\n<p>Das Spiel erfordert ein minimales Verst\u00e4ndnis elementarer Mengenlehre und ein wenig logisches Kalk\u00fcl. \u00a0Unterschiedliche Strategien (z.B. fr\u00fcher Erfolg durch schnelle \u00d6lbohrungen, abwartender Beginn, Mitspieler t\u00e4uschen) k\u00f6nnen sich mal als gut und mal als \u00a0schlecht erweisen. Wird anfangs schnell viel \u00d6l gefunden wird es am Ende oft schwerer und umgekehrt. Da es allein 46080 verschiedene Variationen gibt, in der die Lochkarten in den &#8220;Prozessor&#8221; kommen k\u00f6nnen ist die Anzahl unterschiedlicher Spielverl\u00e4ufe quasi unersch\u00f6pflich (ganz abgesehen vom unterschiedlichen Spielerverhalten).<\/p>\n<p>Am Ende hat nicht nur uns sondern diversen Testspielern das Spiel so gut gefallen, dass sich nur noch die Frage stellte, es im Eigenverlag zu versuchen oder auch hier auf einen renommierten Verleger zu setzen. Den Ausschlag gab dann das Angebot der Firma Ludofact f\u00fcr die professionelle Produktion \u00a0des gesamten Spiels, ohne das der Verlag nicht realisierbar gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Was hast du f\u00fcr die Zukunft geplant?<\/strong><\/p>\n<p>Der Lochkartenmechanismus kann gut auf andere Spiele angewandt werden. So sind mir in letzter Zeit diverse &#8220;T\u00e4ter&#8221; (oder \u00e4hnliches)-Suchspiele aufgefallen, die man mit dem i9n-Prinzip ihrer manchmal unmotivierten Zufallskomponente entledigen k\u00f6nnte. Wer sich damit ermuntert sieht, bestehende Spiele umzustricken und vielleicht mit einem Lochkartenmechanismus auszustatten sollte am besten \u00a0mit uns in Kontakt treten, denn der Mechanismus selbst ist gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wir haben andere Spiele mit \u00e4hnlichem Gundprinzip aber ganz anderen Themen und Spielvarianten angedacht, aber letztlich h\u00e4ngt alles vom Erfolg des Erstlings bzw. auch des &#8220;Kinderspiels&#8221; ab.<\/p>\n<p>Da wir das Ganze auch als sportliche Herausforderung betrachten, werden wir &#8211; nat\u00fcrlich auch zu Werbezwecken- bereits bei der Spiel 2010 eine i9n Weltmeisterschaft mit einem h\u00fcbschen Preisgeld organisieren und sind nat\u00fcrlich sehr gespannt, wie das angenommen wird.<\/p>\n<p><strong>Was hast du f\u00fcr Tipps f\u00fcr andere Autoren, die ihr Spiel im \u00a0Eigenverlag ver\u00f6ffentlichen wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Da die Messe noch vor uns liegt, kann ich das nur aus &#8220;Anf\u00e4ngersicht&#8221; beurteilen und hoffe nat\u00fcrlich dass der Erfolg uns recht geben wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal sollte man sich \u00fcberlegen, warum man den Weg \u00fcber den Eigenverlag gehen will. Allein die Gewissheit, dass man sonst wahrscheinlich keinen Verlag finden wird, der das Spiel verlegen will ist sicherlich keine g\u00fcnstige Voraussetzung, es sei denn man tut das f\u00fcr sein pers\u00f6nliches Ego. Dann sollte man sich aber h\u00fcten zu viel Geld hineinzustecken, denn sonst sind einige tausend Euro schnell sinnlos verpulvert.<\/p>\n<p>Das Produkt muss also stimmen (was man sich am besten auch von \u00e4u\u00dferst kritischen Zeitgenossen best\u00e4tigen lassen sollte) und das Ziel sollte ein wirtschaftlicher Erfolg sein- bleibt der n\u00e4mlich aus, f\u00e4llt auch der &#8220;Ruhm&#8221; den man ernten kann eher bescheiden aus. Und dann ist da nat\u00fcrlich noch die Frage der Produktion. Ein professionell aufgemachtes Spiel kann man nicht selbst zusammenbasteln, also muss man sich diese Leistung einkaufen. Ab 500 besser ab 1000 Exemplaren sind die St\u00fcckkosten bereits hinreichend niedrig um einen konkurrenzf\u00e4higen Preis anbieten zu k\u00f6nnen, wenn man den Einzehlhandel als Vermarktungsweg zun\u00e4chst mal ausklammert.<\/p>\n<p>Bereits bei diesen St\u00fcckzahlen gibts die von allen Seiten perfekt bedruckte Gro\u00dfspielschachtel unter 2 Euro und den einzelnen W\u00fcrfel unter 5 Cent-das ist im &#8220;normalen&#8221; Einkauf mit &#8220;gro\u00dfz\u00fcgigem&#8221; Mengenrabatt und mit selbstbeklebten Pappkartons kaum und schon gar nicht in dieser \u00a0Qualit\u00e4t hinzukriegen. Als Vermarktungswege bleiben f\u00fcr die kleinen bis mittleren Auflagen Messen und das Internet- f\u00fcr mehr m\u00fcssen die Auflagen und besonders die \u00a0Publicity rauf, da sollte man sich keinen gro\u00dfen Illusionen hingeben. \u00a0Auch wenn es vielleicht bedauerlich ist, dass immer mehr \u00fcbers Internet und immer weniger \u00fcber den Einzelhandel verkauft wird, \u00a0ist hier nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die ganz kleinen Verlage, die Ihr Produkt im Internet auf Augenh\u00f6he mit den &#8220;Gro\u00dfen&#8221; platzieren k\u00f6nnen, und dies vor allem recht kosteng\u00fcnstig!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.strothmann-spiele.de\/images_sspin\/web_deckel_a_tiny.jpg\" alt=\"null\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Abwechslung m\u00f6chte ich wieder einmal einen heimischen Verlag vorstellen: Strothmann-Spiele bringen zur Messe in Essen ihr erstes Spiel heraus und der Mechanismus ist wirklich neuartig: Lochkarten! 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