{"id":1550,"date":"2010-08-22T10:56:59","date_gmt":"2010-08-22T08:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1550"},"modified":"2010-08-22T10:56:59","modified_gmt":"2010-08-22T08:56:59","slug":"wir-brauchen-mehr-bierdeckel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/08\/22\/1550\/","title":{"rendered":"Wir brauchen mehr Bierdeckel!"},"content":{"rendered":"<p>1988 kam es zu der mittlerweile ber\u00fchmten &#8220;Bierdeckel-Proklamation&#8221;: In G\u00f6ttingen schrieb Reinhold Wittig &#8220;Ich verpflichte mich kein Spiel an einen Verlag zu geben, der den Namen des Autoren nicht vorne auf der Schachtel nennt&#8221; auf einen Bierdeckel und setzte seinen Namen darunter. Zahlreiche Autoren taten es ihm nach. Wie gesagt: Das war 1988 und die Lage f\u00fcr Autoren d\u00fcrfte nicht gerade rosig gewesen sein. Es gab nur eine Handvoll Verlage und ein Selbstverlag kam eigentlich (ohne Internet, ohne Ludofakt &amp; co) nicht in Frage. Der Schritt war also durchaus mutig &#8211; und erfolgreich, denn heute ist die Nennung der Autoren Standard.<\/p>\n<p>Heute ist die Lage f\u00fcr Autoren eigentlich komfortabler geworden: Es gibt sehr viel mehr Verlage zur Auswahl &#8211; wenn man englisch kann, sogar vermutlich mehr als man kennt, Selbstver\u00f6ffentlichung ist immer noch keine angenehme Sache, aber sehr viel durchf\u00fchrbarer als vor 22 Jahren. Und ein Verlag wie z.B. Alea bietet nicht mehr automatisch h\u00f6here St\u00fcckzahlen als ein Kleinverlag wie Argentum oder Lookout. Dennoch habe ich das rein subjektive Gef\u00fchl &#8211; auch angeheizt durch die Diskussion von <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/08\/11\/1537\">letzter Woche<\/a> -dass sich Autoren immer mehr als Bittsteller f\u00fchlen, die alles tun m\u00fcssen, was der Verlag verlangt, nur um den Brosamen der Ver\u00f6ffentlichung aufsammeln zu k\u00f6nnen (Ich \u00fcbertreibe, ich wei\u00df). Dem ist nicht so!<br \/>\nLetzte Woche kam der Gedanke an eine &#8220;Selbstverpflichtung f\u00fcr Autoren&#8221; auf. Nette Idee, die ich unterst\u00fctze &#8211; unter der Vorraussetzung, dass es auch eine Selbstverpflichtung f\u00fcr Verlage geben wird. Die beinhaltet dann (alles bezieht sich auf <strong>angeforderte <\/strong>Prototypen):<\/p>\n<p>-Nur Prototypen anfordern, die dann auch innerhalb eines halben Jahres zumindest einmal gespielt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8211; Wenn dies nicht m\u00f6glich ist, die ausdr\u00fcckliche M\u00f6glichkeit des Autoren sein Spiel parallel woanders anzubieten.<br \/>\n&#8211; Kurze R\u00fcckmeldung (muss ja keine ausf\u00fchrliche Analyse sein), warum das Spiel abgelehnt wurde (sollte es soweit kommen)<br \/>\n&#8211; M\u00f6glichkeit des Autoren sich halbj\u00e4hrlich nachdem Stand seines Protos zu erkundigen.<br \/>\n-Prototypen sachgem\u00e4\u00df zu lagern (sollte eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein&#8230;sollte man meinen!)<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus h\u00e4lt die neue Spielelandschaft viele Fragen f\u00fcr Autoren und Verlage bereit. Es w\u00e4re gut, die einmal bilateral zu diskutieren, so dass beide Seiten eine gewisse Richtschnur haben, was f\u00fcr fair gehalten wird (\u00e4hnlich wie mittlerweile Konsens ist, dass die Autorengeh\u00e4lter nicht unter 5% fallen sollten).<br \/>\nHier einige dieser Punkte:<\/p>\n<p>&#8211; Beteiligungen an Videospielversionen \/ i-apps ?<br \/>\n&#8211; Lizenzprodukte und die damit verbundene Minderung des Autorengehalts<br \/>\n&#8211; Weiterlizensierung an andere (ausl\u00e4ndische) Verlage -Wieviel bekommt wer?<br \/>\n&#8211; Partnerschaften von kleinen und gro\u00dfen Verlagen -Was bekommt der Autor, was der kleine Verlag? (Kurze Erl\u00e4uterung: Es kommt mittlerweile h\u00e4ufiger vor, dass ein Spiel im Kleinverlag erscheint und dann ein gr\u00f6\u00dferer Verlag das Spiel lizensieren m\u00f6chte &#8211; F\u00fcr den Autoren ist das gut, aber wo bleibt der Kleinverlag?)<br \/>\n&#8211; Eine faire Agentur: Was sollte\/d\u00fcrfte die nehmen, was sollte vermieden werden? (Ich denke da z.B. dass Einsicht in die von der Agentur geschlossenen Vertr\u00e4ge ein Pflichtpunkt sein sollte!)<\/p>\n<p>Ich habe bestimmt noch einige Punkte vergessen &#8211; Insbesondere ist aber die Frage, wer und wie in der Lage ist, dies zu diskutieren. Eine M\u00f6glichkeit sollte aber gefunden werden &#8211; dann haben alle was davon! Autoren sollten sich nicht davor scheuen Forderungen zu stellen &#8211; die Verlage k\u00f6nnen nicht ohne sie. Das bedeutet nicht, dass wir Umn\u00f6gliches verlangen! Und umgekehrt k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch Verlage Forderungen stellen &#8211; nur sollte es eben einen Konsens geben, was man vom Gegen\u00fcber verlangen kann.<\/p>\n<p>Neues vom Rezistapel gibt es auch: <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/trixkick\">Trixkick<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/im-wandel-der-zeiten-das-wuerfelspiel\">Im Wandel der Zeiten: Das W\u00fcrfelspiel<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/saustall-kommissar-kluftinger-schwierigster-fall\">Saustall <\/a>warten auf den Leser!<\/p>\n<p>ciao<br \/>\nPeer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1988 kam es zu der mittlerweile ber\u00fchmten &#8220;Bierdeckel-Proklamation&#8221;: In G\u00f6ttingen schrieb Reinhold Wittig &#8220;Ich verpflichte mich kein Spiel an einen Verlag zu geben, der den Namen des Autoren nicht vorne auf der Schachtel nennt&#8221; auf einen Bierdeckel und setzte seinen Namen darunter. 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