{"id":15172,"date":"2015-02-01T10:39:33","date_gmt":"2015-02-01T08:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=15172"},"modified":"2015-02-01T10:39:33","modified_gmt":"2015-02-01T08:39:33","slug":"die-5-millionen-dollar-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2015\/02\/01\/15172\/","title":{"rendered":"Die 5- Millionen- Dollar- Katze"},"content":{"rendered":"<p>Was muss man machen, wenn man mit Spielen reich werden m\u00f6chte? Gl\u00fcck haben.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch eine andere M\u00f6glichkeit, zumindest wenn man &#8220;reich&#8221; optimistisch interpretiert: Ein <a href=\"https:\/\/www.kickstarter.com\/projects\/elanlee\/exploding-kittens?ref=card\">Kartenspiel \u00fcber Katzen ist gerade kurz davor, die 5-Millionen-$-Grenze bei Kickstarter zu durchbrechen<\/a>. Nun sind die 5 Mille nat\u00fcrlich kein Reingewinn, denn davon m\u00fcssen die Spiele ja produziert und ausgeliefert werden (was schon so <a href=\"http:\/\/qz.com\/94925\/this-man-lost-his-house-because-his-kickstarter-was-too-successful\/\">manch einen anderen Verlag in Probleme gebracht hat)<\/a>, aber dennoch: F\u00fcr ein Erstlingswerk, ist die erste Auflage ungew\u00f6hnlich hoch (um es mal \u00fcbervorsichtig auszudr\u00fccken).<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Prototyp w\u00e4re weniger geeignet gewesen, irgendjemand in Aufregung zu versetzen. Dass es jetzt zum Kickstarter-Overkill kam, ist mit zwei Worten zu erkl\u00e4ren: <em>The Oatmeal<\/em>.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/theoatmeal.com\/\">The Oatmeal<\/a> ist was man als &#8220;Kultseite&#8221; beschrieben k\u00f6nnte: Viel nerdiger Inhalt, insbesondere Comics. Und die <em>Exploding-Kitten<\/em>-Macher hatten die grandiose Idee, einen der Zeichner von dort f\u00fcr ihr Projekt zu gewinnen. Und dieser (Matthew Inman) wiederrum hatte die Idee, aus den Bomben des Prototypen Katzen zu machen. Katzen gehen im Internet immer, mag er sich gedacht haben. Oder er hat sich dunkel daran erinnert, dass sein Oatmeal-Buch &#8220;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/How-Tell-Your-Plotting-Kill\/dp\/1449410243\/ref=sr_1_7?ie=UTF8&amp;qid=1422710746&amp;sr=8-7&amp;keywords=oatmeal\">How to tell your cat is plotting to kill you<\/a>&#8221; ein internationaler Bestseller ist. Ebenfalls vor allem wohl deswegen, weil <em>The Oatmeal<\/em> eine gigantsiche Fanbase hat, die kr\u00e4ftrig &#8220;mitgebacken&#8221; haben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Man kann das ja bewerten wie man will, aber Tatsache ist, dass ein k\u00fcnstlerisches Produkt (egal ob Film, Buch, Musik oder Spiel) dann eine exponentiell gr\u00f6\u00dfere Chance hat, ein Erfolg zu werden, wenn es auf eine bereits bestehende Fanbase zur\u00fcckgreifen kann. Viele Fans eines Produktes (ob Marvel Comics, DSDS oder eben The Oatmeal) folgen ihr Produkt auch auf andere Medien und m\u00fcssen nicht mehr von den Qualit\u00e4ten des neuen Produktes \u00fcberzeugt werden. Wahrnehmung und \u00dcberzeugung sind aber die ersten beiden H\u00fcrden f\u00fcr einen potentiellen Erfolg (letztlich muss drittens nat\u00fcrlich auch die Zielgruppe \u00fcberhaupt gro\u00df genug sein). Das wissen Verlage nat\u00fcrlich und erwerben Lizenzen. Das besondere hier ist allerdings, dass &#8220;Kickstarter&#8221; nat\u00fcrlich fast besser zu einem Nerd-Culture-Produkt wie <em>The Oatmeal<\/em> passt, als ein herk\u00f6mnmlicher Vertriebsweg. Und da kann man schon sehen wie man sein eigenes Erfolgsspiel aufbaut: Einfach ein Spiel zu <a href=\"http:\/\/xkcd.com\/\">XKCD <\/a>gestalten und schon wird man die explodierenden K\u00e4tzchen hinter sich lassen&#8230; Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Randall Munroe durchaus auch Brettspieler ist, also vermutlich etwas gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrden in Bezug auf die Prototypenqualit\u00e4t aufstellt ;-)<\/p>\n<p>Als Macher lohnt es sich nicht, um \u00fcber diese &#8220;Ungerechtigkeit&#8221; zu meckern &#8211; es ist eben so. Wer mit k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeiten (wie Spiele erfinden) Geld verdienen will, dem muss klar sein, dass das nicht einfach ist und in den meisten F\u00e4llen nicht von besonders viel Erfolg\u00a0 gekr\u00f6hnt sein wird. Neid n\u00fctzt da nichts (und selbst die Entscheidung zwischen &#8220;Kunst&#8221; und &#8220;Kommerz&#8221; ist letztlich meistens keine wirkliche oder nur eine sehr viel kleinere als immer impliziert wird). Man kann sich aber damit tr\u00f6sten, dass solche Projekte zumindest das Potential haben, die Anzahl an Brettspielern zu erh\u00f6hen, was dann der gesamten Spieleszene zu gute kommt. Und damit irgendwann zumindest potentiell auch dem armen Spieleautoren hilft, der drau\u00dfen in der K\u00e4lte steht und keine K\u00e4tzchen mag.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n<p>P.S. <a href=\"http:\/\/www.reich-der-spiele.de\/specials\/Kuhspiele-Haste-Fladen-am-Fuss-haste-Fladen-am-Fuss\">Irgendwie<\/a> habe ich gerade das Bed\u00fcrfnis auf <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/09\/12\/1599\">diesen <\/a>Artikel hinzuweisen, in dem ich schrieb, was eine Zielgruppendefinition ist und damit auch was eine Zielgruppendefinition <strong><em>nicht<\/em> <\/strong>ist&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was muss man machen, wenn man mit Spielen reich werden m\u00f6chte? Gl\u00fcck haben. 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