{"id":15094,"date":"2015-01-24T12:33:26","date_gmt":"2015-01-24T10:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=15094"},"modified":"2015-01-25T10:33:13","modified_gmt":"2015-01-25T08:33:13","slug":"jenseits-vom-tellerrand-das-baby-mit-dem-tablet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2015\/01\/24\/15094\/","title":{"rendered":"Jenseits vom Tellerrand: Das Baby mit dem Tablet"},"content":{"rendered":"<p>Ganz richtig: Heute geht es mal nicht um Brettspiele. Sondern um Babys. Und Tablet-PCs. Ravensburger haben mir (und damit irgendwie auch meiner Tochter) &#8220;Mein allerersten Tablet&#8221; geschenkt. Es ist jetzt nicht so, dass Spieleverlage, die mir etwas schenken, damit den Inhalt der Spielbar bestimmen aber <del>es hilft<\/del> das Thema ist interessant. Was viele nicht wissen (Woher auch?): ich habe meine Examensarbeit in Medienp\u00e4dagogik geschrieben und auch wenn mich das nun wirklich nicht zum Experten oder so macht, f\u00fchle ich mich doch einigerma\u00dfen berufen, etwas Licht in <a href=\"http:\/\/spielbox.de\/phorum4\/read.php4?f=8&amp;i=1604&amp;t=1604&amp;\">die Diskussion<\/a> zu bringen: <em>Muss denn das sein?<\/em><\/p>\n<p>Nun w\u00e4re es mit <em>diesem<\/em> Tablet recht einfach sich vor der Verantwortung zu dr\u00fccken und die implizierte Frage unbeantwortet zu lassen. Denn dieses Tablet ist in etwa so viel &#8220;I-Pad&#8221; wie &#8220;Mein erster Computer&#8221; ein Computer ist. Es ist vielmehr eine Kreuzung aus Tiptoi und diesen Ger\u00e4uschek\u00e4sten, die man Babys ans Bett h\u00e4ngt. Es gibt 6 &#8220;Apps&#8221; die man ausw\u00e4hlen kann, wobei die erste die &#8220;Ger\u00e4usche-App&#8221; ist. Damit macht das Tier, auf dass das Kind dr\u00fcckt ein passendes Ger\u00e4usch. Die Alternativen sind &#8220;Lerne etwas \u00fcber das Tier&#8221;, &#8220;Suche das Tier mit diesem Ger\u00e4usch&#8221; , &#8220;Bestimme wo es blinkt&#8221; und zwei Musikprogramme, die losgel\u00f6st vom Bild Pingping machen oder Musik spielen. Dabei darf das Kind nicht irgendwo hindr\u00fccken, sondern muss einen kleinen Kreis treffen. Und das schafft kein Kind mit 9 Monaten &#8211; Ravensburger hat die Altersangabe (<em>mal wieder<\/em> muss ich leider sagen) viel zu niedrig angesetzt. Auch das ist ein Grund, warum es einfach w\u00e4re, die Frage zu umgehen, ob Babys unter einem Jahr schon mit Tablets spielen sollten &#8211; zumindest mit dem allersten Tablet k\u00f6nnen sie es schlicht nicht! Davon abgesehen liefert das allererste Tablet s\u00fc\u00dfe Tierstimmen, sch\u00f6ne (unbewegliche) Bilder, gute Haptik und generell alles, was zumindest meine Kinder erst einmal in die Hand nehmen wollen. Sie spielen damit, sie m\u00f6gen die Ger\u00e4usche, ja ich kann sogar mal das Zimmer verlassen, weil die J\u00fcngere das Schwein grunzen l\u00e4sst oder den Traktor sucht oder das Licht blinken l\u00e4sst. Bin ich jetzt ein schlechter Vater?<\/p>\n<p>Nein. Und das sage ich nicht nur, weil es bei der rhetorischen Frage um mich ging. Pauschal ist die Frage eh nicht zu beantworten, weil die Antwort von vielen Faktoren abh\u00e4ngt, aber ein paar Eckpfeiler:<\/p>\n<p>Man ist sich in der P\u00e4dagogik einigerma\u00dfen einig, dass Kinder durchaus so etwas wie Medienkompetenzen erwerben m\u00fcssen (darunter f\u00e4llt nicht nur die Bedienung, sondern vor allem solche Dinge, wie &#8220;den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Film erkennen&#8221;). Umstritten ist nur, wann dies anfangen soll. Beim leidigen Fernsehen ist man so bei 3 Jahren, allerh\u00f6chsten 2,5 Jahren, unter dem man nicht mit Fernsehkonsum anfangen sollte. Ein zu junges Einstiegsalter (oder zu hoher Konsum) steht im starken Verdacht ASHS zu erzeugen. Viel sp\u00e4ter sollte in Ma\u00dfen (!) aber auch nicht begonnen werden &#8211; Ein generelles Fernsehverbot bis zur Vorschule z.B. (wie es in meinem Bekanntenkreis durchaus praktiziert wird) ist kontraproduktiv zur Entwicklung.<\/p>\n<p>Doch Pads und Computer sind eine ganz andere Nummer. Erstens sind diese Ger\u00e4te aktiv, nicht wie das Fernsehen passiv. Zweitens sind die Bilder i.A. nicht oder nur kaum bewegt und damit fehlt das stressige Verarbeiten der laufenden Bilder und schneller Schnitte, die f\u00fcr die negativen Auswirkungen (Stichwort ADHS) verantwortlich gemacht werden (Wer sich mal <em>Teletubbies<\/em> anschaut, der stellt fest, dass es dort sehr viel gem\u00e4chlicher zugeht, dass vieles wiederholt wird und die Folgen mit relativ wenigen Szenenwechseln auskommen). Tats\u00e4chlich werden Pads zum Beispiel auch in der Therapie oder Logop\u00e4die bereits bei kleineren Kindern eingesetzt &#8211; allerdings auch \u00fcberwiegend ab Zweiehnhalb Jahren und \u00e4lter.<\/p>\n<p>Insgesamt sind Kinderpads \/-computer ab 2,5 Jahren wirklich kein Problem &#8211; eher im Gegenteil, sie unterst\u00fctzen die Medienerziehung eher und die ist tats\u00e4chlich in den letzten Jahrzehnten sehr viel wichtiger geworden. Ich w\u00fcrde sogar soweit gehen, dass es &#8220;sch\u00e4dlicher&#8221; ist, sein Kind Computer &amp; Fernsehen bis (sagen wir mal) acht Jahren komplett vorzuenthalten, denn als es mit 2,5 Jahren bereits damit zu sozialisieren, da dann die erw\u00e4hnte Medienkompetenz erst sehr sp\u00e4t entwickelt werden kann (und wir sprechen hier \u00fcber z.T. relativ fundamentale Dinge). Das gilt nat\u00fcrlich nur, wenn es einigerma\u00dfen betreut geschieht, also zusammen mit den Eltern\/Gro\u00dfeltern\/gro\u00dfen Geschwistern \/Erziehern.<\/p>\n<p>Wie ist es jetzt mit Kindern unter Zweieinhalb Jahren? Schwer zu sagen, da das ja weitestgehend noch Neuland ist &#8211; die entsprechenden Technologien sind so jung, dass die Kinder, die mit ihnen aufwachsen, noch nicht sehr alt sind und daher fehlt es an Erkenntnissen. Ich denke mal, dass bestimmte Dinge beachtet werden sollten: Keine schnellen Bilder, keine Filmsequenzen etc., denn da greift das Fernsehprinzip. Immer in Ma\u00dfen und unter Betreuung. Und zudem: Je mehr ein solches Spielzeug (z.B.das Babytablet) dem herk\u00f6mmlichen Spielzeug \u00e4hnlich ist (wie eben das Babytablet, dass im Prinzip nichts anderes ist, als <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/BABY-WALZ-Activity-Tisch-Spielcenter-Motorikspielzeug-t%C3%BCrkis\/dp\/B0072GQP9A\/ref=sr_1_14?s=baby&amp;ie=UTF8&amp;qid=1420394270&amp;sr=1-14&amp;keywords=babyspielzeug\">so ein<\/a> Motorikspielzeug), desto weniger kann passieren. Letztlich ist es aus meiner Sicht ziemlich wuppe, ob das Kind auf einem Kasten rumhaut, der Ger\u00e4usche macht oder auf einem Babytablet rumdr\u00fcckt, das Ger\u00e4usche macht. N\u00fctzen tut letzteres sicherlich auch nicht. Aber schaden ebensowenig.<\/p>\n<p>N\u00e4chste Woche widmen wir uns aber wir unserem Teller &#8211; Versprochen!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n<p>P.S.: Die Regeln zu meinem Knobelspiel &#8220;Left &amp; Right&#8221; (war mal bei HiKu im Programm) sind <a href=\"https:\/\/www.boardgamegeek.com\/filepage\/112767\/german-rules\">online<\/a>. Der Nachbau ist leicht, wer also lust hat, ist eingeladen ;-)<br \/>\nUnd ich suche immer noch einen Ersatztball von Husarengolf&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz richtig: Heute geht es mal nicht um Brettspiele. Sondern um Babys. Und Tablet-PCs. Ravensburger haben mir (und damit irgendwie auch meiner Tochter) &#8220;Mein allerersten Tablet&#8221; geschenkt. Es ist jetzt nicht so, dass Spieleverlage, die mir etwas schenken, damit den Inhalt der Spielbar bestimmen aber es hilft das Thema ist interessant. 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