{"id":14880,"date":"2014-07-05T19:10:38","date_gmt":"2014-07-05T17:10:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=14880"},"modified":"2014-07-05T19:10:38","modified_gmt":"2014-07-05T17:10:38","slug":"die-spielbar-buchecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2014\/07\/05\/14880\/","title":{"rendered":"Die Spielbar-Buchecke"},"content":{"rendered":"<p>Sommerzeit ist ja auch Lesezeit. Angeblich. Gute Gelegenheit vorm Urlaub etwas Spieleliteratur vorzustellen:<\/p>\n<p>Matt Forbecks <em>Dangerous Games: How we play<\/em> (Danke noch einmal an Matthias Nagy f\u00fcr den Titel!) ist der erste Band einer Triologie, deren B\u00e4nde aber abgeschlossen sind. Dieses (e-)Buch ist ein Krimi: Bei Gen-Con wurde ein Spieleautor ermordet und der Spieler, Spieleautor und angehender Polizist Liam Parker soll helfen den Fall zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Bevor ich meine Gedanken zum Buch hier kundtue, eine (etwas l\u00e4ngere) Anekdote aus meinem Leben: Als ich noch in Bangkok lebte, war eines der wenigen englischsprachigen B\u00fccher, die man dort \u00fcberhaupt lesen konnte das Buch &#8220;The Vampire of Siam&#8221; von einem freien Journalisten (den Namen wei\u00df ich nicht mehr). Dabei handelte es sich vordergr\u00fcndig um eine Vampirgeschichte, die im modernen Bangkok spielte. Eigentlich war es aber mehr eine Aufz\u00e4hlung aller Klischees, die dort lebende Westler an Thailand haben: Motorradunf\u00e4lle, Deutsche Touristen, korrupte Polizisten&#8230; Die Geschichte h\u00e4tte sich ohne dieses ganze Vehikel niemals verkauft, war das Buch doch voller Plotholes, flacher Charaktere und schlicht durch und durch unlogisch, literarisch auf dem &#8220;Der Landarzt&#8221;-Niveau (geholfen hat sicherlich auch, dass der Autor bei einer Zeitung arbeitete, die das Buch sehr positiv besproch)<\/p>\n<p><em>How we play<\/em> ist jetzt bei weitem nicht so schlimm, aber der eigentliche Kritikpunkt ist derselbe: Der Hintergrund (Gen Con) ist der eigentliche Vordergrund. Forbeck kennt sich aus, er beschreibt viele Details, viele gro\u00dfe Namen der (amerikanischen) Spieleszene tauchen auf (darunter er selbst) und da der Hauptdarsteller auch Autor ist, erf\u00e4hrt man, wie es ist Prototypen vorzustellen und es wird oft wiederholt, dass man mit dem Spiele erfinden nicht reich wird. Das erfreut den Spieler. Aber die Geschichte selbst ist in das Setting nicht wirklich eingebettet und bleibt weit hinter den &#8220;Seht mal her!&#8221;-Augenblicken zur\u00fcck; Die Charaktere sind eher flach und klischeehaft. Die Story ist bestenfalls Krimi-Alltagskost und nicht wirklich originell und wirkt eher wie ein Projekt in einer &#8220;Kreativ Schreiben&#8221;-Schule. Zudem ist Ende und Erkl\u00e4rung sehr vorhersehbar. Damit ist das Buch f\u00fcr mich doch sehr entt\u00e4uschend. Ich lese gerne coole Ideen, ich tauche gerne in eine Welt ein. Hier geschieht beides nicht. Schade drum.<\/p>\n<p>Eric Zimmerman, Katie Salen Tekinbas: <em>Game Design Fundamentals<\/em> habe ich noch nicht durchgelesen, aber da es hier passt, will ich es zumindest kurz vorstellen: Es ist, wie der Titel schon sagt, ein Buch \u00fcber die Spieleentwicklung und war meines Wissens das erste (oder zumindest eines der ersten) dieser Art. Nach eigener Aussage wollten die Autoren ein Fachbuch \u00fcber Spieldesign schreiben, denn sowas gab es damals noch nicht. Heutzutage ist das ein bisschen anders, denn mit dem Einrichten von Universit\u00e4tskursen f\u00fcr Computerspielentwicklung gibt es nat\u00fcrlich auch mehr Fachliteratur. <em>Game Design Fundamentals<\/em> beschr\u00e4nkt sich dabei nicht auf Computerspiele, eher im Gegenteil. Die Autoren machen klar, dass die fundamentalen Dinge f\u00fcr jedes Spiel gelten, unabh\u00e4ngig vom Medium.<\/p>\n<p>Das Buch ist nun -sagen wir mal &#8211; <em>sehr<\/em> fundamental. Viele Dinge, die angesprochen werden sind richtig, aber sie werden f\u00fcr meine Dinge auch etwas sehr gro\u00df ausgewalzt. Manchmal hat man den Eindruck, dass hier Leute angesprochen werden sollen, die noch nie versucht haben, ein Spiel zu designen oder auch nur dar\u00fcber nachgedacht haben, was ein Spiel ausmacht. Das liegt vermutlich an dem Ansatz, Grundlagen zu schaffen. Ich schwanke mit meiner Bewertung &#8211; Einerseits gef\u00e4llt mir der Ansatz und auch die Themen sind interessant. Andererseits nervt der ausufernde Stil immer wieder. Das interessanteste Kapitel (bislang) war f\u00fcr mich das vom Gastautor Reiner Knizia \u00fcber die Entwicklung von &#8220;Herr der Ringe&#8221;. Dabei lese ich &#8220;Designer Diaries&#8221; sonst gar nicht so furchtbar gerne (ich vermute hier liegt der Fall anders, weil ich das Spiel so gut kenne).\u00a0 Nur f\u00fcr dieses Kapitel mag ich es aber nicht empfehlen &#8211; denn das Buch ist teuer. Die physische Aufgabe \u00fcbrigens noch deutlich teurer, daf\u00fcr bekommt man da ein Spiel mitgeliefert (das bei der ebook-Ausgabe naturgem\u00e4\u00df fehlt und \u00fcber das ich daher nichts sagen kann).<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sommerzeit ist ja auch Lesezeit. Angeblich. Gute Gelegenheit vorm Urlaub etwas Spieleliteratur vorzustellen: Matt Forbecks Dangerous Games: How we play (Danke noch einmal an Matthias Nagy f\u00fcr den Titel!) ist der erste Band einer Triologie, deren B\u00e4nde aber abgeschlossen sind. 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