{"id":14627,"date":"2013-12-14T14:00:45","date_gmt":"2013-12-14T12:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=14627"},"modified":"2013-12-14T14:00:45","modified_gmt":"2013-12-14T12:00:45","slug":"adventsschnipsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/12\/14\/14627\/","title":{"rendered":"Adventsschnipsel"},"content":{"rendered":"<p>Adventszeit, Weihnachtszeit&#8230; Stresszeit. Bei gef\u00fchlten 700 Weihnachtsfeiern (alle vor Weihnachten), Verwandtschaftsbesuchen und Waswei\u00dfich ist die Zeit knapp. Daher heute nur ein paar kleine Schnipsel zur festlichen Belustigung. Sozusagen liegen gebliebende Adventst\u00fcrchen. N\u00e4chste Woche dann der Quizspielvergleichstest und dann ist auch schon Weihnachten und (der) Sylvester&#8230;<\/p>\n<p>Schnipsel Nr. 1:\u00a0 In der GEW-Zeitschrift &#8220;Erziehung und Wissenschaft&#8221; 12\/2013 entdeckt: J\u00f6ran Muuss-Merholz definiert einige Eigenschaften von guten Spielen. Er nennt da <em>Selbstwirksamkeit<\/em> (Handeln hat erkennbare Auswirkungen), <em>Orientierung<\/em> (Ziel ist klar, Weg enth\u00e4lt erreichbare Etappen), <em>Optimismus<\/em> (Aussicht auf Erfolg), <em>Sozial Einbindung<\/em> (Gruppenerlebnis), <em>Freude<\/em> (Anforderungen steigen mit den Fortschritten), <em>Freiwilligkeit<\/em> (Ich spiele, weil ich will), <em>Planung<\/em> (es lohnt sich \u00fcber den Moment hinaus zu denken). Wie man an den Punkten &#8220;Soziale Einbindung&#8221; und &#8220;Optimismus&#8221; und auch &#8220;Freiwilligkeit&#8221; sieht, geht es eigentlich um Computerspiele. Dennoch sind die meisten Punkte auch f\u00fcr Brettspiele g\u00fcltig (zumindest f\u00fcr gute Taktik\/Strategiespiele). Interessant finde ich den Punkt &#8220;Freude&#8221; &#8211; Auf Brettspiele \u00fcbertragen hie\u00df das: Die ersten Punkte zu erreichen, ist leicht- aber wirklich gut zu werden, erfordert \u00dcbung. Da steckt ein &#8220;Leicht zu lernen, schwer zu meisten&#8221;-Konzept hinter, was ich tats\u00e4chlich durchaus als oft vergessene Tugend sehe. So manches Spiel erscheint mir eher schwer zu lernen, als zu meistern&#8230;<\/p>\n<p>Und wo wir gerade bei Computerspielen und Zeitschriften sind: In der aktuellen PowerPlay wird eher beil\u00e4ufig erw\u00e4hnt, dass in den ersten Atari-Jahren die Philosophie galt: &#8220;Jeder Spiel muss v\u00f6llig eigenst\u00e4ndig sein&#8221;. Brachte die Konkurrenz ein Pr\u00fcgelspiel heraus, war das Genre &#8220;verbrannt&#8221; &#8211; Atari &#8220;durfte&#8221; kein Pr\u00fcgelspiel mehr machen. Das war wohl hart f\u00fcr die entsprechenden Designer, sorgte aber f\u00fcr eine enorme Kreativit\u00e4t. Wenn ich meine alten Atarispiele ansehe (oder so tue als ob, ich besitze die nicht mehr), dann sind da so diffuse Titel wie <em>Dig Dug, Joust, Centipede <\/em>oder <em>Chrystal Castles<\/em>, von denen einige sich immer noch frisch spielen (rein von der Idee her, nicht von den technisches Aspekten versteht sich). W\u00e4re so etwas auch bei Brettspielen m\u00f6glich? Mal kein Deckbauspiel, Stichspiel oder Autorennen? Wenn Rennspiel dann etwas bislang noch nicht umgesetztes? Sicherlich ist &#8220;Etwas Neues&#8221; ein denhbarer Begriff und sicherlich ist Innovation nicht alles im Spielebereich, aber mehr kreative Herausforderungen tun uns sicherlich gut (Friedemann hat es vorgemacht)<em><\/em><\/p>\n<p>David Sirlins Designphilosophie ist da anders: Er nimmt sich ein bestimmtes Spiel vor und verbessert es dann (respektive, ver\u00e4ndert es so, dass es in seinen Augen besser wird): So wird aus Knizias <em>En Garde<\/em> <em>Flash Duel<\/em>l oder aus <em>Dominion<\/em> <em>Puzzle Strike<\/em>. Jetzt hat er sich <a href=\"http:\/\/www.eurogamer.net\/articles\/2013-11-03-chess-2-the-sequel-how-a-street-fightin-man-fixed-the-worlds-most-famous-game\">Schach vorgenommen<\/a>. So hat er (u.a.) eingef\u00fchrt, dass man sofort gewinnt, wenn der K\u00f6nig \u00fcber die Brettmitte hinaus gezogen wird, um das Spiel weniger defensiv zu machen. Nun es stimmt &#8211; Dem Schach m\u00f6gen besonders kreative Impulse fehlen. Selbst der Weltmeisterschaftskampf erinnerte stellenweise an ein Sandplatzduell zwischen Rafael Nadal und Roger Federer\u00a0 -sehr\u00a0 pr\u00e4zise, sehr sauber, sehr wenig Fehler und wenig H\u00f6hepunkte&#8230; Dennoch: Es ist ja nicht so, dass es keine Schachvarianten g\u00e4be. Das sich keine davon durchsetzt ist wohl ein Zeichen daf\u00fcr, dass sich Sirlin eine falsche Zielgruppe ausgesucht hat&#8230;<\/p>\n<p>Und apropos Schachvariante: Eine kleine Denkaufgabe:<\/p>\n<p>Schach geh\u00f6rt zu den Spielen ohne jegliches Zufallsmoment. Wenn es nun zwei perfekte Schachspieler g\u00e4be, die alle m\u00f6glichen Z\u00fcge vom ersten bis zum letzten \u00fcberblicken k\u00f6nnten und die keine Fehler machen, st\u00e4nde von vornherein fest, welcher von beiden gewinnt oder ob es zu einem Patt kommt.Nat\u00fcrlich ist Schach viel zu komplex, um derart analysiert zu werden. Ja, man wei\u00df noch nicht einmal, ob der erste oder der zweite Spieler bevorteilt ist.<\/p>\n<p>Interessanterweise ist die Sache bei einer Schachvariante anders: Dem Superschach. Beim Superschach machen beide Spieler, wenn sie dran sind, immer gleich zwei Z\u00fcge. Zwar hat man noch keine absolute Gewinnstrategie gefunden, aber man hat logisch gefolgert, dass der erste Spieler, wenn er denn perfekt spielt, gar nicht verlieren kann!<\/p>\n<p>Woraus kann man das folgern?<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adventszeit, Weihnachtszeit&#8230; Stresszeit. Bei gef\u00fchlten 700 Weihnachtsfeiern (alle vor Weihnachten), Verwandtschaftsbesuchen und Waswei\u00dfich ist die Zeit knapp. Daher heute nur ein paar kleine Schnipsel zur festlichen Belustigung. Sozusagen liegen gebliebende Adventst\u00fcrchen. 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