{"id":14600,"date":"2013-11-23T10:44:20","date_gmt":"2013-11-23T08:44:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=14600"},"modified":"2013-11-23T10:44:20","modified_gmt":"2013-11-23T08:44:20","slug":"lesen-wie-andere-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/11\/23\/14600\/","title":{"rendered":"Lesen wie andere spielen"},"content":{"rendered":"<p>B\u00fccher \u00fcber Brettspiele habe ich in der Vergangenheit schon ab und an besprochen. <em>Romane<\/em> \u00fcber Brettspiele gibt es aber sehr wenig. Und \u00fcber <em>moderne<\/em> Brettspiele schon gleich zweimal nicht. Als Ausnahme mag Roberto Bolanos <em>Das dritte Reich<\/em> gelten, dass ich aber (noch) nicht gelesen habe (es steht auf <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/registry\/wishlist\/1RIE2FL0PLDZ5\">meiner Amazon Wunschliste<\/a>, wer mir also was Gutes tun m\u00f6chte ;-) ). Auch habe ich von einem Krimi geh\u00f6rt, der auf der Gen-Con spielen soll, wei\u00df aber weder Titel noch Autor (und es ist m.W.\u00a0 ein reines E-Book) Brettspiele eignen sich wohl nur begrenzt als Handlung f\u00fcr B\u00fccher.<\/p>\n<p>Bei Rollenspielen ist das ein bisschen anders. Da es bei RPGs ja per Defintion um Handlung geht, k\u00f6nnen die auch eher als Grundlage f\u00fcr einen Roman dienen. Nicht umsonst gibt es ellenlange Regalmeter mit <em>Battletech<\/em>, <em>Schwarze Auge<\/em> oder <em>Shadowrun<\/em>-Romanen.<\/p>\n<p>Vier B\u00fccher m\u00f6chte ich im folgenden vorstellen, die noch einen Schritt weiter gehen: Sie befassen sich mit dem Rollenspielen an sich:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Die-Welt-Meisters-H%C3%BCter-Flamme\/dp\/3404200926\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1385023703&amp;sr=8-2&amp;keywords=joel+rosenberg\"><br \/>\nJoel Rosenberg: Die Welt des Meisters<\/a>: Wer meint bei dem Titel denkt, beim Buch handelt es sich um eine Fortsetzung zu S<em>hades of Grey<\/em>, der liegt v\u00f6llig falsch. Vielmehr geht es um eine Rollenspielrunde, die nichtsahnend beim Spielen pl\u00f6tzlich in die Spielwelt versetzt wird &#8211; der Spielleiter hat ein Ritual ausgef\u00fchrt, dass es ihm erm\u00f6glicht, andere in die Fantasywelt zu versetzen. Und mehr noch: Die Spieler, sind nicht mehr sie selbst, sondern ihre Charaktere! Ja, diese Pr\u00e4misse muss man schlucken, dann funktioniert das Buch. Es ist ein Gedankenexperiment: Wie w\u00fcrden sich Rollenspieler verhalten, wenn sie wirklich betroffen w\u00e4ren? Damit ist es eigentlich Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr alle Rollenspieler. Viele kleine Details sorgen f\u00fcr Unterhaltung &#8211; etwa dass nicht alle Charaktere lesen k\u00f6nnen (obwohl sie ja &#8220;eigentlich&#8221; wissen wie das gehen m\u00fcsste) oder wenn der Zwerg nicht wei\u00df, wie er zum Berserker wird (Im Spiel muss man einmal w\u00fcrfeln und verdoppelt dann St\u00e4rke und Angriff und halbiert Verteidigung. Aber wie <em>mache<\/em> ich das in Wirklichkeit?). Die Story selbst ist nichts gro\u00dfartiges, steht der eigentlichen Idee auch nicht im Wege. Sicherlich keine gro\u00dfe Literatur, aber nette Unterhaltung, gut f\u00fcr die U-Bahn zur Arbeit. \u00dcbrigens ist dies der erste Band einer Reihe, aber ab Band 2 wird die Pr\u00e4misse (fast) vollst\u00e4ndig fallen gelassen &#8211; die anderen B\u00e4nde sind normale Sword&amp;Fantasy und da auch bestenfalls Durchschnitt. Ich habe die Reihe nicht beendet. Der erste Band ist aber wie gesagt eigentlich Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr Rollenspieler.<\/p>\n<p>Die anderen B\u00fccher sind in englischer Sprache:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Game-Night-Jonny-Nexus\/dp\/1906402019\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1385023292&amp;sr=8-1&amp;keywords=game+night\">Jonny Nexus: Game Night<\/a>: Hier spielen einige G\u00f6tter ein Rollenspielabenteuer und die G\u00f6tter sind mindestens so chaotisch und \u00fcbellaunig wie menschliche Rollenspieler. Der dramaturgische Kniff ist hier , dass sich Metakapitel \u00fcber die G\u00f6tter mit den Handkungen &#8220;vor Ort&#8221; also in der Rollenspielwelt abwechseln. Und die sind echt witzig, denn pl\u00f6tzlich nehmen die Spieler ihre Handlungen zur\u00fcck oder diskutieren Regelfragen aus und all das hat unmittelbar Auswirkungen. So stirbt ein Haustier&#8230;und lebt wieder&#8230;und stirbt&#8230;und lebt wieder&#8230; und wechselt die Farbe&#8230;und stirbt&#8230; w\u00e4hrend diverse Regelfragen und Tr\u00e4nke ausgetestet werden. Dieser Teil ist echt gut, quasi die Comedy-Variante vom Rosenberg-Buch. Zudem ist das Abenteuer hinreichend bescheuert und die Spieler klischeehaft genug, so dass man sich echt wiederfindet. Daf\u00fcr \u00fcbertreibt es Nexus mit der G\u00f6ttergeschichte, bei der er sichtlich versucht an Terry Pratchett heranzureichen, was ihm aber nicht gelingt. Der andere Teil macht dieses Manko aus meiner Sicht aber wieder wett.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/The-Order-Stick-Start-Darkness\/dp\/0976658046\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1385023739&amp;sr=8-1&amp;keywords=order+of+the+stick\">Order of the Stick<\/a>: Lustige Rollenspielanekdoten werden seit Jahren im Webcomic <a href=\"http:\/\/www.giantitp.com\/comics\/oots0932.html\">Order of the stick<\/a> erz\u00e4hlt. Das sch\u00f6ne an Webcomics ist ja, dass sich jeder selbst ein Bild machen kann. Ich pers\u00f6nlich finde die nett, mehr aber auch nicht. Zu viele Pointen werden mir zu sehr ausgewalzt und zu viele Gags sind eben die Witzchen, die man sich selbst gegenseitig am Spieltisch erz\u00e4hlt. Das Hauptproblem ist aber: Es gibt &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Knights-Dinner-Table-Tales-Vault\/dp\/1889182265\/ref=sr_1_12?ie=UTF8&amp;qid=1385023766&amp;sr=8-12&amp;keywords=knights+of+the+dinner+table\">Knights of the dinner table<\/a>: Und das ist f\u00fcr mich das deutlich witzigere Rollenspielcomic. Dabei muss man aber aufpassen: Die &#8220;Bundle of Trouble&#8221;-Heftchen sind eben &#8220;normale&#8221; Comics mit (zu) langen Geschichten, z.T. \u00fcber mehrere Ausgaben hinaus. Absolut Empfehlenswert aber die verlinkten <em>Tales of the Vault<\/em>. Die Comics gehen immer \u00fcber eine Seite und die L\u00e4nge ist perfekt f\u00fcr die Pointe. Hier geht es um die Spieler am Tisch (nicht um die Abenteuer wie bei Order of the stick) und die Klischeespieler sind perfekt getroffen &#8211; jeder Rollenspieler kennt sie (zumindest wenn er mal auf einem Con war). Und wie bei Loriot sind die Geschichten ein klein bisschen daneben, so dass man sich zwar wiederfindet, aber die Situation nat\u00fcrlich absolut \u00fcbertrieben ist (Der Heldenverschlei\u00df ist enorm). Ich habe mir f\u00fcr diesen Eintrag die Comics noch mal durchgesehen und konnte mich kaum stoppen. Ganz gro\u00dfe Empfehlung!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fccher \u00fcber Brettspiele habe ich in der Vergangenheit schon ab und an besprochen. Romane \u00fcber Brettspiele gibt es aber sehr wenig. Und \u00fcber moderne Brettspiele schon gleich zweimal nicht. 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