{"id":1398,"date":"2010-05-01T21:38:30","date_gmt":"2010-05-01T19:38:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1398"},"modified":"2010-05-01T21:38:30","modified_gmt":"2010-05-01T19:38:30","slug":"neue-ersteindruecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/05\/01\/1398\/","title":{"rendered":"Neue Ersteindr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ja schon <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/02\/07\/1289\">wieder eine Weile her<\/a>, seit ich zum letzten Mal ein paar Ersteindr\u00fccke gepostet habe. Also tue ich das heut schon wieder :-)<\/p>\n<p>F\u00fcr Leute, die lieber was \u00fcber das Spiele erfinden lesen, als \u00fcber das Spiele spielen noch ein kleine Anekdote: Ich hatte mich mal wieder an mein &#8220;Oklahoma&#8221; gesetzt. Das war mein erster Prototyp \u00fcberhaupt und es sollte um den Grundgedanken gehen, dass die Siedler in neues Land ziehen. Dabei m\u00fcssen sie \u00fcberlegen, wie weit sie reisen wollen: Das Land wird immer fruchtbarer, je weiter es vom Start weg liegt. Es geht also ums Abw\u00e4gen: Lieber schnell recht wertloses Land nehmen (dass dann aber sehr oft Gewinn abwerfen kann) oder lieber weiter reisen und das gute Land nehmen, dass man dann aber mit etwas Pech nicht mehr abernten kann. Leider habe ich das nie so knackig in den Griff bekommen, wie ich gerne h\u00e4tte: Entweder es war zu abstrakt oder zu kompliziert oder es gab eine optimale Strategie. Meistens alles drei. Naja, jedenfalls hab ichs mir nochmal angeguckt, hatte ein paar Ideen und vor allem die Idee, ein Wertungssystem zu nutzen, dass ich mir f\u00fcr ein anderes (aufgegebenes) Projekt ausgedacht hat. Und nach etwas arbeiten habe ich auch etwas spielbares vorzuweisen (Obs gut ist, wird erst der Test am &#8220;Menschen&#8221; also mit Spielgruppe zeigen) &#8211; nur hat es wieder gar nichts mehr mit dem o.g. Dilemma zu tun, so dass mein erstes Spiel nach wie vor der z\u00fcndenen Idee harrt&#8230; Tja, Spieldesign ist ein unvorhersehbarer Prozess&#8230;<\/p>\n<p>So jetzt aber zu meinen Eindr\u00fccken:<\/p>\n<p><strong>Fresko<\/strong>: Hab ich gleich als erstes beschrieben, denn es ist ja das neue Lieblingskind der Vielspieler und Pfefferkuchelgewinner (wohl nicht zuletzt auch, weils gerade neu rauskam). Gespielt mit allen Modulen, die anderen hatten es zuvor mit 0, 1 und 2 Modulen ausprobiert kannten also alle Inkarnationen. Bin trotzdem Zweiter geworden ;-)<\/p>\n<p>Also, bei <em>Fresko <\/em>werden Farben gekauft, Farben gemischt und mit Farben Bilder fertig bemalt (= Kombinationen abgegeben). Dabei stehen einige Arbeiter zur Verf\u00fcgung, die auf die diversen Stationen verteilt werden k\u00f6nnen. Neben den eben erw\u00e4hnten gibts noch Geld und Sonderkarten zu erwerben und die Leute k\u00f6nnen im Theater motiviert werden. Wenn die n\u00e4mlich fr\u00fch aufstehen m\u00fcssen, werden die gnatschig und wenn sie zu gnatschig werden, geht einer nach Hause. Sinds aber alles Wonneproppen (also Langschl\u00e4fer), kommt sogar noch ein Freiwilliger dazu. Die Uhrzeit regelt nat\u00fcrlich die Reihenfolge, in der die Spieler zugreifen d\u00fcrfen, was vor allem beim Farbkauf und den Sondereigenschaften wichtig ist.<\/p>\n<p>Wie hats mir gefallen? Nicht schlecht, aber nach den ganzen Vorablorbeeren doch etwas entt\u00e4uschend. Insbesondere auch, weil vergleichbare Spiele des aktuellen Jahrganges (wie <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/vasco-da-gama\">Vasco da Gama<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/tore-der-welt\">Tore der Welt<\/a>) mir doch deutlich besser gefallen. Ich kann auch schlecht sagen, woran es konkret liegt. Ein paar M\u00f6glichkeiten: Richtig gemalt wird nicht, sondern nur Kl\u00f6tzchen gekauft, getauscht und wieder abgegeben. Bis auf das Aufstehen ist wenig Originelles im Spiel. Es dauert auch etwas zu lang f\u00fcr meinen Geschmack, zumal viel &#8220;Autopilot&#8221; im Spiel ist, besonders wenn man bei der Aufstehzeitwahl hinten sitzt und dann wom\u00f6glich auch noch sp\u00e4t aufsteht ist vieles vorherbestimmt: Das muss ich nehmen, das muss ich machen, hier kann ich nur das machen, und das Theater ist eh automatisch. Die echten Planungsm\u00f6glichkeiten nehmen mir da etwas zu wenig Raum ein. Die Aktionskarten sind imho nicht ganz austariert: &#8220;Sofort nach oben&#8221; erscheint mir wesentlich st\u00e4rker zu sein als &#8220;+1 Schritt nach oben&#8221; (&#8220;oben&#8221; bezieht sich aufs Theater). Bei uns kam die Karte in der ersten Runde: Also Fr\u00fch aufstehen, die nehmen und den Vorteil des Extraspielers und des ersten Zugriffst genie\u00dfen.\u00a0 Die Mitspieler meinten \u00fcbrigens, dass das dritte Modul (eine weitere Farbstufe) alles langatmiger und komplizierter macht, aber nicht besser. Das klingt f\u00fcr mich plausibel und 20 Minuten weniger w\u00fcrden dem Spiel gut tun. So ists sicherlich ein sauber designtes, gutes Spiel, dass mich unterm Strich aber nicht begeistern kann. Vielleicht ist die Konkurrenz dieses Jahr aber auch einfach zu stark.<\/p>\n<p><strong>Atlantis<\/strong>: Also, ich finde <em>Cartagena <\/em>ganz ordentlich, aber nicht begeisternd. <em>Atlantis <\/em>benutzt einen \u00e4hnlichen Zugmechanismus, ist aber etwas komplizierter, denn es will noch gesammelt werden. Und dabei l\u00f6st sich die Wegstrecke langsam auf. Und das ist auch das interessante dabei: Mit jedem Zug entstehen L\u00f6cher, L\u00f6cher zu \u00fcberpringen ist schwierig. &#8220;Lochmanagment &#8221; ist gefragt. Aus vielen L\u00f6chern k\u00f6nnen aber auch wieder wenig (oder eines) werden, wenn die Zwischenst\u00fccke wegbrechen. Das ist interessant, das ist dynamisch, das ist f\u00fcr ein paar spannende Momente gut und mehr will das Spiel auch nicht. Hoffe ich jedenfalls, denn es bietet auch nicht mehr. Solide Kost, kann von mir aus nominiert werden, zumal in der Familienspielparte sonst nicht viel brauchbares erschienen ist. Wirds icht nominiert ists in zwei Jahren wieder vergessen. <\/p>\n<p><strong>Mosaix<\/strong>: W\u00fcrfeln, Symbole anordnen und auf den eigenen Plan zeichnen und zwar m\u00f6glichst so, dass viele Fl\u00e4chen mit 5 nebeneinanderliegenden Symbolen entstehen. Insgesamt eine Mischung aus <em>Tetris <\/em>und <em>W\u00fcrfelbingo<\/em>. Gef\u00e4llt mir durchaus als Zwischendurchspiel. Allerdings muss man sich gegenseitig wohl \u00fcberpr\u00fcfen, denn die spiegelverkehrten werden gerne falsch eingezeichnet. Sehr nett und f\u00fcr den Preis ein gutes Mitbringsel!<\/p>\n<p><strong>Fussball-Ligretto<\/strong>: Das gabs f\u00fcr 50 Cent bei Karstadt und da hab ich mal zugegriffen. \u00c4hnlich wie bei <em>Ligretto <\/em>agieren alle gleichzeitig und stapeln Karten auf ihren Ablagestapeln. Anders als bei <em>Ligretto <\/em>gehts aber nicht darum alle Karten loszuwerden, sondern ein Tor zu schie\u00dfen (Ist ja auch Fussball). Dazu gibt es einen gemeinsamen Ablagestapel, auf den man legen kann. Allerdings muss man die Karte legen, die den Fussballer zeigt, den die oberste Karte des gemeinsamen Stapels anzeigt. Und wenn man Gl\u00fcck hat, ist dieser Fussballer St\u00fcrmer und man erzielt damit ein Tor.<\/p>\n<p>Funktioniert, aber nur bei einer geraden Anzahl von Spielern. Das Aufteilen der Kartenstapel bei ungeraden Spielern ist n\u00e4mlich kein Handicap, sondern ein Vorteil, da weniger Karten im Blick behalten werden m\u00fcssen. Resultat: Das kleinere Team hat kaum Chancen. Au\u00dferdem ist schnell mal eine falsche Karte gespielt und das merkt keiner rechtzeitig und wenn doch, kann man auch nichts machen &#8211; da brauchts eigentlich einen Schiedsrichter. Den Text (Namen des Fussballers) schnell zu erfassen ist schwieriger als die Ligretto-Zahl und vorlesen verwirrt nur. Und letztendlich ists mehr Gl\u00fcck als K\u00f6nnen, wenn man ne Torkarte spielen darf &#8211; das andere Team kann durchaus doppelt so viele Karten spielen, keine Torkarte, kein Tor! Sogar irgendwie realistisch, aber frustrierend. Also: Ligretto-Bearbeitung, bei der ich auf der interlektuellen Ebene die Leistung des Autoren &#8211; aus Ligretto ein thematisches, mechanisch sehr eigenst\u00e4ndiges Spiel zu machen &#8211; wirklich zu w\u00fcrdigen wei\u00df. Hut ab daf\u00fcr! Spielen muss ich es dennoch nicht noch einmal. <\/p>\n<p><strong>Thinx (Yvio)<\/strong>:Eigentlich ist <em>Thinx <\/em>kein Spiel, sondern ein R\u00e4tsel, das man zusammen (oder auch alleine, spielt keine Rolle) gemeinsam l\u00f6st. Jede Runde gilt es die Steine nach unbekannten Regeln zu platzieren. Dabei ert\u00f6nt immer ein Ger\u00e4usch, das als Hinweis dient (z.B. Elefantengebr\u00fcll). Ist echt ganz spa\u00dfig, wenn man erst einmal die Kindergartenlevel hinter sich gelassen hat. Nur bedarf es dazu keinem Spielbrett und \u00e4hnliches kann man auch am Computer finden. Und irgendwie wirkt es auch wie Kindergeburtstag, so von den Soundeffekten her. Dennoch: Nettes R\u00e4tsel. Aber eben kein Spiel.<\/p>\n<p><em>Freibeuter der Karibik<\/em> hatten wir \u00fcbrigens angefangen, aber da es schon 23.00 war und wir die st\u00e4ndig mitlaufenden Erkl\u00e4rungen nervig fanden und es etwas frustrierend war, Entscheidungen zu treffen, ohne zu wissen, was f\u00fcr Auswirkungen die haben (einige Regeln werden nicht erkl\u00e4rt, z.B. das man in weiter entfernte H\u00e4fen l\u00e4nger braucht. Andere erst nachdem es zu sp\u00e4t war &#8211; z.B. die Preise oder die Auswirkungen der Ausbauten), hatten wir recht schnell abgebrochen. Ich werds sicherlich nochmal probieren&#8230;<\/p>\n<p><strong>Taurus<\/strong>: Das ist ein Luxusspiel von Ludoart, das ich mir anl\u00e4sslich eines Vertragsabschlusses geg\u00f6nnt habe :-) Sieht toll aus (auch &#8220;in echt&#8221;) und ist echt schwer &#8211; vom Gewicht her. Die Regeln sind simpel: Der Spielplan zeigt mehrere unf\u00f6rmige Gebiete und auf jedem steckt ein Stier. Wer an der Reihe ist darf einen Pfosten setzen und diesem mit einem eigenen Weidezaun mit dem Nachbarpfosten (der auf demselben oder einem Nachbargebiet stehen muss) verbinden (man darf auch verbinden ohne einen Pfosten zu setzen, das kam in unserer Partie aber nicht vor, da es eigentlich immer von Vorteil ist, mit Pfosten zu arbeiten). Wird ein Gebiet abgez\u00e4unt, so werden die dort befindlichen Stiere verteilt. Und zwar geht es nach den Besitzern der Weidez\u00e4une, die das Gebiet abgegrenzt haben. Das funktioniert nach einem einfachen Prinzip, das aber schwer hier zu erkl\u00e4ren ist, also lass ich das und schlie\u00dfe mit: Funktioniert sehr gut &#8211; auch zu dritt, was bei abstrakten Spielen keine Selbstverst\u00e4ndlichkeitr ist. Es ist ein &#8220;Mach den besten Zug&#8221;-Spiel, bei dem man wohl nicht allzu weit vorrausplanen kann, aber ich mag solche Spiele und <em>Taurus <\/em>liegt ganz auf meiner Wellenl\u00e4nge. Hier stimmen Aussehen und Spielpass \u00fcberein!<\/p>\n<p><strong>Savannah Tails<\/strong>: Ein kurzes Strau\u00dfenrennen: Nach <em>Formula-De<\/em>-Manier (Gesetzt wird von vorne nach hinten) spielt jeder eine Handkarte aus dem eigenen Satz und setzt entsprechend. Die Farbe gibt an, in welcher Spur man seinen Zug beenden muss. Hin- und Hersetzen ist verboten, was man vor allem bei blockierten Spuren bemerkt. Beginnt und endet man seinen Zug auf derselben Spur, darf man noch mal. Spezialfelder sorgen f\u00fcr etwas Finesse, au\u00dferdem kann man noch ein paar Sonderf\u00e4higkeiten erwerben.<br \/>\n Schnelles, kurzweiliges Spiel. Wir hatten zu dritt einen einfachen Parcour gespielt und so war ein bisschen zu viel Platz auf dem Plan und der Zieleinlauf war recht knapp. Es wird sicherlich interessanter mit mehr Klimbim (H\u00e4ngebr\u00fccken, Krokodilen&#8230;) und Spielern. Aber auch so: Netter Absacker, kurzweilig, nett, schnell und erw\u00e4hnte ich schon kurzweilig? \u00dcbrigens zug\u00e4nglicher als <em>Snow Tails<\/em> (mit dem Schlitten hatten einige Gelegenheitsspieler Probleme), aber auch nicht so finessenreich.<\/p>\n<p><strong>Hexenflug<\/strong>: Ja, das Kartenspiel von Amigo. Ich hab schon alle Details vergessen, was das Spiel schon recht gut charakterisiert. Es hat einen Cant-Stop-Mechanismus, der recht originell und meines Wissens einzigartig ist, leider kommt der mit viel (wohl n\u00f6tigem) Regelballast daher. Zu viel, f\u00fcr ein Spiel dieses Kalibers, das doch eigentlich ein Gelegenheitspieler-Zwischendurchabsackerspielchen sein will&#8230;<\/p>\n<p>Und noch in eigener Sache: Ich suche noch eine M\u00f6glichkeit <em>The great Migration<\/em>, <em>Haggis<\/em>, <em>Polaris <\/em>und <em>Le March\u00e9 de Samarkand <\/em>zu beziehen. Oh und ich suche Aufnahmen von &#8220;Der Tierfreund erz\u00e4hlt&#8230;&#8221; (wer nicht wei\u00df, was das ist, kann mir eh nicht helfen). Wer was wei\u00df bitte kommentieren oder an peer at spielbar emailen. Danke!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja schon wieder eine Weile her, seit ich zum letzten Mal ein paar Ersteindr\u00fccke gepostet habe. Also tue ich das heut schon wieder :-) F\u00fcr Leute, die lieber was \u00fcber das Spiele erfinden lesen, als \u00fcber das Spiele spielen noch ein kleine Anekdote: Ich hatte mich mal wieder an mein &#8220;Oklahoma&#8221; gesetzt. 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