{"id":13392,"date":"2013-09-15T10:52:49","date_gmt":"2013-09-15T08:52:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=13392"},"modified":"2013-09-15T10:52:49","modified_gmt":"2013-09-15T08:52:49","slug":"ohne-worte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/09\/15\/13392\/","title":{"rendered":"Ohne Worte"},"content":{"rendered":"<p>Walter Sharrow macht Spiele zum Ausdrucken und hat sich ein interessantes Regelkonzept ausgedacht: Sein neues Legespiel gibt er eine Regel bei, die das Spiel nur \u00fcber Bilder erkl\u00e4ren soll. <a href=\"http:\/\/boardgamegeek.com\/thread\/1034140\/game-rules-without-words\">Hier <\/a>der Link.<\/p>\n<p>Das Konzept erscheint als erstes als gute Idee: Regeln ohne Worte m\u00fcssen nicht \u00fcbersetzt werden und sind universell. Und zumindest bei einfachen Spielen k\u00f6nnen Sachverhalte auch einfach dargestellt werden. Das Problem &#8220;Die Regel l\u00e4sst das Spiel komplizierter erscheinen, als es ist&#8221; wird umgangen.<\/p>\n<p>Allerdings sieht man auch schnell die Kehrseite des Ansatzes: Wer wasserdichte Gesetzestexte braucht, wird diese Regel hassen &#8211; ein Bild kann vielf\u00e4ltiger interpretiert werden, als das geschriebene Wort. Bei dem verlinkten Beispiel ist das Problem imho Bild Nummer 5: Ich h\u00e4tte gedacht, dass das nur bedeutet, dass man einen illegalen Zug zur\u00fccknehmen muss, anscheinend gibt es aber (wie aus der Diskussion deutlich wird) eine Abstimmungsregel. Bei komplexeren Spielen d\u00fcrfte es noch viel mehr Probleme geben und um die auszuschlie\u00dfen, wird die Regel eher komplizierter.<\/p>\n<p>Das zweite Problem ist, dass eine Bilderregel den Einstieg augenscheinlich nicht erleichtert, sondern ein R\u00e4tsel daraus macht. Das mag den einen oder anderen reizen oder gar als &#8220;Gimmick&#8221; dienen (ein bisschen wie bei &#8220;<a href=\"http:\/\/www.reich-der-spiele.de\/kritiken\/Eine-gegen-eine\">Eine gegen Eine<\/a>&#8220;), die Einstiegsh\u00fcrde senkt dieser Ansatz aber nicht.<\/p>\n<p>Was mir aber dennoch gef\u00e4llt: Es zwingt den Spieler davon auszugehen, dass alles wichtig ist und den Regelschreiber auf Redundanz zu verzichten. Was nicht erlaubt ist, ist verboten. H\u00e4tte ich diesen Grundsatz beherzigt, h\u00e4tte mir auffallen m\u00fcssen, dass Bild 5 zus\u00e4tzliche Informationen bietet &#8211; nur zu sagen, dass illegale Z\u00fcge nicht m\u00f6glich sind, h\u00e4tte ein Bild verschwendet. Dazu braucht man jedoch vertrauen zum Regelschreiber.<\/p>\n<p>Brauchbar ist das Konzept allerdings durchaus als Erg\u00e4nzung zu einer herk\u00f6mmlichen Regel. Manches kann durch ein Bild besser erkl\u00e4rt werden, als durch l\u00e4ngere Erkl\u00e4rungen &#8211; ein Spielaufbau etwa. Immerhin zwingt ein Bild den Spieler zum Mitdenken. <em>Pixelst\u00fccke<\/em> geht \u00fcbrigens den Weg das Spiel (weitestgehend) \u00fcber ein konkretes Beispiel zu erkl\u00e4ren &#8211; und das klappt sehr gut. Dasselbe Konzept ging dagegen bei <em>R\u00fcckkehr der Helden<\/em> eher in die Hose. Was ich mir w\u00fcnsche, ist , dass Verlage sich die Optionen herk\u00f6mmliche Regel, Beispielregel, Bildregel, Flowchart&#8230; auf ihr Pinnbrett kleben und dann f\u00fcr jede Regel und f\u00fcr jede Passage \u00fcberlegen, welche Methode f\u00fcr welchen Teil geeignet ist. Denn nicht immer ist das gedruckte Wort f\u00fcr einen Sachverhalt die didaktisch g\u00fcnstigte Methode.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walter Sharrow macht Spiele zum Ausdrucken und hat sich ein interessantes Regelkonzept ausgedacht: Sein neues Legespiel gibt er eine Regel bei, die das Spiel nur \u00fcber Bilder erkl\u00e4ren soll. Hier der Link. 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