{"id":1318,"date":"2010-02-25T15:12:13","date_gmt":"2010-02-25T13:12:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1318"},"modified":"2010-03-05T17:26:06","modified_gmt":"2010-03-05T15:26:06","slug":"operation-am-offenem-drachenherzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/02\/25\/1318\/","title":{"rendered":"Operation am offenem Drachenherzen"},"content":{"rendered":"<p>Es kommt nicht oft vor, dass ich versuche an einem fertigem Spiel herumzupfuschen. Ich hab genug damit zu tun, an meinen eigenen Prototypen herumzupfuschen. Und wenn ich ein Spiel nicht mag, dann werde ich nicht meine Zeit verschwenden zu retten, was nicht zu retten ist und lieber was spielen, was mir gef\u00e4llt. Ganz besonders gilt das, wenn ich das fragliche Spiel nicht einmal besitze \u2013 wie sollte ich dann entsprechende \u00c4nderungen testen?<\/p>\n<p>Aber es gibt Ausnahmen. Sehr, sehr selten zwar, aber es gibt sie. Eine solche Ausnahme ist <strong>Drachenherz<\/strong> von R\u00fcdiger Dorn.<\/p>\n<p>Drachenherz hat einen ebenso einfachen wie faszinierenden Grundmechanismus: Beide Spieler haben einen identischen Kartensatz, von dem sie jede Runde eine Karte spielen. 5 Handkarten stehen jeweils zur Auswahl, nach dem Spielen wird also nachgezogen. Das Prinzip ist also so einfach wie bei Lost Cities. Das war das Einfache, jetzt das Faszinierende: Jeder Katentyp hat eine spezielle Ablagefl\u00e4che auf dem Spielplan. Und abgelegte Karten beeinflussen bereits liegende Karten. Ein Troll z.B. erlaubt es alle Karten vom Prinzesinnenstapel zu nehmen. Eine dort abgelegte Karte erlaubt das Nehmen der abgelegten Drachen- oder der abgelegten Schatzkarten. Manchmal sind mehrere Karten notwendig: So werden drei Bogensch\u00fctzen ben\u00f6tigt, um einen Flugdrachen zu erlegen. Daher ist es m\u00f6glich beliebig viele gleiche Karten abzuspielen und entsprechend nachzuziehen. Nat\u00fcrlich z\u00e4hlen abger\u00e4umte Karten Punkte (je nach Wert). Im prinzip wars das am Mechanismus, wobei einige Stapel etwas anders funktionieren: Krieger und Bogenshc\u00fctzen gehen etwa nach Gebrauch in ein gemeinsames Deck (die anderen Karten bleiben ja liegen, bis sie abger\u00e4umt werden) und k\u00f6nnen mit dem dritten ausliegenden Schiff genommen werden. Zwerge beeinflussen gar nichts: Die vierte Zwergenkarte nimmt alle Zwergenkarten auf.<\/p>\n<p>Das nette ist, dass man ja immer eine Karte spielen MUSS, auch wenn man nichts hat, um etwas abzur\u00e4umen. Da man auch nicht wei\u00df, was der Gegner auf der Hand h\u00e4lt muss man abw\u00e4gen: Spiele ich jetzt den Schatz (um ihn loszuwerden) und hole ich ihn mir n\u00e4chste Runde wieder? Dann riskier ich, dass der Gegner ihn vor mir nimmt. Aber er hat ja schon den Drachen nicht genommen, wird also keine Prinzessin haben. Oder ich spiele einen Bogensch\u00fctzen, dann braucht er immer noch zwei f\u00fcr den Flugdrachen. Wenn er die aber hat? Dann ist das eine Vorlage. Hmmm&#8230;<\/p>\n<p>Das ist ein interessantes Dilemma. Und f\u00fcr ein solche lockeres Kartenspiel auch durchaus schmackhaft. Leider gibt es ein Problem: Der Gl\u00fccksfaktor ist enorm. Alle \u00dcberlegungen sind im Prinzip nur subtiles Stochern im Nebel. Wer keine passenden Karten zieht, wird verlieren, ebenso wer immer nur Schatz- und Drachenkarten zieht, denn die beeinflussen keine anderen Karten. Au\u00dferdem ist durch das vorzeitige Ende \u00fcber die Schiffe keineswegs gew\u00e4hrleistet, dass beide Spieler dieselben Karten ziehen \u2013 es kann durchaus sein, dass ein Spieler, die Schatzkarten nicht spielen muss, weil sie unten im Stapel liegen.<\/p>\n<p>Wer schlecht zieht, kann nichts machen. Wer gut zieht, holt sich die Punkte ab. Einzig mittlere Bl\u00e4tter erlauben einen Hauch von Finesse. Das ist mir aber auf Dauer zu wenig Spielkontrolle und so verlier Drachenherz bei mir bereits nach wenigen Partien stark an Reiz \u2013 Es ist einfach demotivierend gegen einen solch gro\u00dfen Gl\u00fccksfaktor gegenan spielen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dennoch: Der Mechanismus (der \u00fcbrigens hervorragend durch die Spielplangestaltung unterst\u00fctzt wird) reizt mich. Und so hab ich mir einige \u00c4nderungsm\u00f6glichkeiten \u00fcberlegt, die aus Drachenherz vielleicht etwas mehr Substanz herauskitzeln k\u00f6nnten. Wohlgemerkt: Alles ungetestet! Kommentare sind willkommen und wem es so geht wie mir (aber das Spiel sein eigen nennt) kann ja mal ausprobieren \u2013 Die kurzen Partien laden ja durchaus dazu ein. (Und noch ein Disclaimer: Nat\u00fcrlich ist R\u00fcdiger Dorn ein guter Autor, der hier sicherlich das abgeliefert hat, was er erreichen wolte. Nur stehe ich an einem anderen Ziel und m\u00f6chte etwas anderes erreichen&#8230; :-) )<\/p>\n<p>Hier also meine Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>Erstens<\/strong>: Keine Hausregel sondern einfach etwas Material: Um \u00fcberhaupt planen zu k\u00f6nnen ist es Pflicht, zu wissen wie viele Karten jedem Typs im Deck sind. Das gilt besonders f\u00fcr Bogensch\u00fctzen (6) und Prinzessinen (4) und die Info h\u00e4tte auf den Spielplan geh\u00f6rt. Aber ein entsprechendes \u00dcbersichtsblatt ist schnell geschrieben<\/p>\n<p><strong>Zweitens<\/strong>: Wer Schatz- oder Drachenkarten ablegen muss wird doppelt bestraft: Nicht nur kann er damit keinesfalls etwas gewinnen, er liefert dem Gegner auch eine Vorlage. Daher mein Vorschlag: Wer Schatz oder Drachenkarte abr\u00e4umt bekommt nicht den ganzen Stapel, sondern nur die oberste Karte. Der Rest der Karten geht aus dem Spiel. Dadurch kann es sich lohnen gleich einen Schwung Schatzkarten zu spielen und so sein Deck schneller durchzuackern. Damit aber nun nicht immer die Vieren auf den Ablagestapel wandern, gibt es die M\u00f6glichkeit weitere Karten zu nehmen und zwar in dem man mehrere Karten ablegt. Wer z.B. zwei Prinzessinnen auf einmal spielt, darf auch die obersten beiden Karten des Drachen- oder Schatzstapels mitnehmen. Durch das Spiel der Dubletten wird das Spiel auch schneller und ein Spielende durch das Abspielen des Stapels wahrscheinlicher (was das Spiel etwas ausgleichen d\u00fcrfte)<\/p>\n<p><strong>Drittens<\/strong>: Klappt alles bis hierhin w\u00fcrde ich versuchen noch etwas an das Spiel anzubauen: Magische Gegenst\u00e4nde.<\/p>\n<p>Wer Sch\u00e4tze oder Drachen spielt, hat bislang nichts davon. Mit dieser \u00c4nderung \u00e4ndert sich das! Wer Schatz- bzw. Drachenkarten spielt kann f\u00fcr den kombinierten Wert magische Gegenst\u00e4nde erwerben. Daf\u00fcr stehen einige zur Auswahl, jeder Gegenstand kann nur einmal erworben werden (von irgendeinem Spieler) (eventuell braucht man Regel 2 dann nicht mehr, mal sehen).<\/p>\n<p>Also: Schatzkarten im Wert von z.B. 5 ablegen und Gegenstand mit Wert 5 oder kleiner nehmen und vor sich hinlegen. Als Beispiele f\u00fcr Gegenst\u00e4nde stelle ich vor:<\/p>\n<p><em>Bag of holding<\/em> (Kosten: Niedrig): Handkarten werden um 1 erg\u00e4nzt (also auf 7 mit Drachen!)<\/p>\n<p><em>Kristallkugel <\/em>(Kosten: Hoch): Es werden immer zwei Karten nachgezogen, von denen der Spieler eine beh\u00e4lt und die andere unter den Stapel schiebt.<\/p>\n<p><em>Juwelen <\/em>(Kosten: Mittel): Siegpunkte + 5<\/p>\n<p><em>Flammenschwert <\/em>(Kosten: Mittel): Erh\u00f6ht die Anzahl der Schatz\/Drachenkarten die nach Variante 2 genommen werden kann um 1 (oder 2)<\/p>\n<p><em>Rekruit <\/em>(Kosten: Niedrig): Kann als Joker benutzt werden<\/p>\n<p><em>Elfenr\u00fcstung<\/em>: (Kosten: Mittel): Erlaubt es einen Bogensch\u00fctzen als Krieger oder Prinzessin zu spielen<\/p>\n<p><strong>Viel Spa\u00df beim ausprobieren ;-)<\/strong><\/p>\n<p>Ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kommt nicht oft vor, dass ich versuche an einem fertigem Spiel herumzupfuschen. 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