{"id":1289,"date":"2010-02-07T11:20:57","date_gmt":"2010-02-07T09:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1289"},"modified":"2010-02-07T13:30:10","modified_gmt":"2010-02-07T11:30:10","slug":"mehr-erstere-eindrueckere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/02\/07\/1289\/","title":{"rendered":"Mehr! Erstere! Am Geeindrucksten!"},"content":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut&#8230; und wenn er wieder zur\u00fcckkommt darf er waschen, Emails beantworten, aufr\u00e4umen, Mami anrufen, dass nichts passiert ist und einen Blogeintrag schreiben, damit die Leserschaft nicht auf die andere Strassenseite zum viel sch\u00f6neren, neueren und gepflegteren Blog wechselt. Und wenn ich auch ein sch\u00f6nes Thema im Kopf habe, werde ich mich auf Ersteindr\u00fccke beschr\u00e4nken (ich muss f\u00fcr den anderen noch eine Kleinigkeit recherchieren). Dabei habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, denn eine echte Graupe ist jetzt nicht dabei und <a href=\"http:\/\/spielekritik.blogspot.com\/2010\/01\/das-ende-aller-verrisse.html\">Wolfgang Friebe hat gerade das Fehlen echter Verrisse <\/a>moniert &#8211; aber so ist das eben und ein Spiel nun nur zu verrei\u00dfen, damit man mal wieder einen Verriss anbieten kann ist ja nun auch nicht der Sinn der Sache (wobei ich auch Gl\u00fcck hatte &#8211; das Piratenspiel von Faidutti hab ich bei einer Spielrunde knapp verpasst). Naja, hier die Eindr\u00fccke:<\/p>\n<p><strong>J\u00e4ger &amp; Sammler<\/strong>: &#8220;Knizia macht aus aus <em>Packeis am Pol<\/em> ein abendf\u00fcllendes Familienspiel!&#8221; k\u00f6nnte die Titelzeile der Bild-Spielezeitschrift sein. Die Wahrheit ist nat\u00fcrlich diffiziler:\u00a0 Zwar wird tats\u00e4chlich der &#8220;Bewegen und Feld wegnehmen&#8221;-Mechanismus verwendet, aber in einer v\u00f6llig neuen Art, wobei das wichtigste ist, dass nur 2 Felder weit gesetzt werden kann. Zudem gibt es H\u00f6hlen und festbleibende Wege und zwei Spielphasen und -wer h\u00e4tte es bei einem Knizia-Spiel gedacht? &#8211; eine vielschichtigere Wertung. Unterm Strich kein Br\u00fcller, dazu ist die Downtime etwas zu lang und die Wertung zu viel Gerechne. Aber es ist ein wirklich solides Familienspiel, dass man guten Gewissens zum Familienspieleabend mitbringen kann und das -dank des schwachen Familienspieljahrgangs &#8211; wohl auch Jurybeachtung finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Thunderstone<\/strong>: Thunderstone ist Dominion mit funktionierendem Thema, ohne Goldstrategie (dank zweier &#8220;W\u00e4hrungen&#8221;: Gold und Kampfst\u00e4rke) und l\u00e4ngerer Spieldauer. Wo Dominion durch Klarheit als Absacker\/Zwischendurchspiel gl\u00e4nzen kann, bietet sich Thunderstone als abendf\u00fcllendes Vielspielerspiel an. Nachteilig ist aber das viele Gerechne (Kann ich das Monster besiegen? Nein. Das vielleicht? Nein. Das? Nein. Gut, was kann ich mir kaufen?) und zumindest das Einstiegsspiel ist auch recht interaktionsarm. Ich mags aber und werds \u00f6fter spielen &#8211; oft genug f\u00fcr eine Rezension, denke ich.<\/p>\n<p><strong>Tricky Trek<\/strong>: Das ist das Cwali-Spiel mit den netten Porzellan-Figuren, von denen es einige nicht unfallfrei nach Berlin schafften. Eigebtlich ist es auch kein Spiel, sondern ein Beutel mit niedlichen Porzellanfiguren (einige kaputt) und einem Mechanismus, den sich der gute Corn\u00e9 vermutlich in der Mittagspause ausgedacht hat: Man entscheidet gleichzeitig wie weit man seinen L\u00f6wen setzt, gibt das entsprechende Tier ab, setzt vor und nimmt ein neues Tier. Es funktioniert. Es istz kurz. Ich spiele lieber was anderes. Die Figuren sind niedlich. In der n\u00e4chsten Mittagspause denke ich mir was f\u00fcr die niedlichen Radiergummis aus, die ich gerade beim Schreibwarenladen um die Ecke gesehen habe.<\/p>\n<p><strong>Peeper<\/strong>: Wieder ein Vergleich (Sorry!): <em>Peeper <\/em>ist <em>Tichu<\/em>. Ohne Punkte. Ohne Partner. Ohne Karten (daf\u00fcr mit Mah-Yongg-\u00e4hnlichen Steinen). Trotzdem macht es Spa\u00df. Es ist nat\u00fcrlich nicht <em>Tichu<\/em>, was die Taktik oder so betrifft. Hier ist es mehr Romm\u00e9, aber als solches nicht ohne Reiz. Es geht fix -sogar sehr (5 Minuten pro Partie) und mit Punkte-Regel, bei der ein Backgammon-\u00e4hnliches Ansageprinzip hinzukommt ist es sogar etwas anspruchsvoller. Nat\u00fcrlich eher ein Familienspiel f\u00fcr m\u00fcde Familien, die nicht denken m\u00f6gen, aber sehr unterhaltsam.Zumindest glaube ich das alles, denn die Regel ist das schlechteste, was ich in den letzten 10 Jahren zu interpretieren versuchte.<\/p>\n<p><strong>Hansa Teutonica<\/strong>: Ich muss mich &#8220;leider&#8221; der allgemeinen Begeisterung anschlie\u00dfen: Ein Klassespiel! Nun das ist nicht \u00fcberraschend, denn HT hat genau das was ich an einem Spiel sch\u00e4tze: Die Grundstruktur ist einfach, es kommt ohne regeltechnischen Firlefanz und unn\u00f6tiges Gerechne aus und es spielt sich spannend. Und es bietet Platz f\u00fcr sehr unterschiedliche Strategien. Es ist schon merkw\u00fcrdig: Viele Zufallsfaktoren gibt es nicht, verlaufen die Partien (wohl &#8211; viele habe ich noch nicht gespielt) recht unterschiedlich. Vielleicht ein Beleg f\u00fcr die Chaostheorie (Kleine Unterschiede\u00a0 addieren sich zu was komplett Unvorhersehbarem)? Jedenfalls ein sauberes Einsetzspiel, allenfalls auf den ersten Metern etwas unintuitiv, da die Zugweise &#8220;Einsetzen &#8211; Abbauen und DANN erst ein Effekt&#8221; ungew\u00f6hnlich ist.<\/p>\n<p><strong>Firebulls<\/strong>: Ich hatte schon einen Satz bei meinem Artikel \u00fcber Taiwan geschrieben. Hier sind noch ein paar mehr: Man sammelt Karten und schl\u00e4gt damit Karten aus der Auslage, die Siegpunkte bringen, Soweit nichts neues. Allerdings kann man nur Karten schlagen, die in derselben Reihe liegen, wie der eigene Stein oder aus der Nachbarreihe. Also wird getauscht. Das funktioniert mit vielen Spielen nicht richtig (da immer nur hin- und hergetauscht wird) und ist mit wenigen nervig. Das Element ist nicht ganz ausgereift. Ansonsten passiert das, was immer passiert, wenn man Karten sammelt und damit kurz vor dem Gegner die Auslage, die der abr\u00e4umen wollte, abr\u00e4umt: Man sammelt, man hat etwas Spa\u00df, man hat das Gef\u00fchl, dass man das Spiel kennt, wird aber gut unterhalten. Bei Spielende wirds spannend, welche Siegbedingung noch eintrifft (das hat Auswirkungen auf die Punkte). Nichts weltbewegendes, aber einen Blick wert.<\/p>\n<p><strong>Vasco da Gama<\/strong>: Gutes Spiel. Origineller Mechanismus: Hohe Zahl nehmen und sp\u00e4ter dransein oder niedrige Zahl nehmen und Risiko eingehen, dass man bezahlen muss. Alle Einsetzm\u00f6glichkeiten sind wichtig und man hat st\u00e4ndig das Gef\u00fchl als h\u00e4tte man nur Daumen an den H\u00e4nden &#8211; alles dauert zu lange, ist zu umst\u00e4ndlich &#8211; ARRGH! Das ist nett. Allerdings l\u00e4dt das Spiel dazu ein, bl\u00f6de Fehler zu machen und wer solche vermeiden kann wird auch ohne gro\u00dfe Strategie bestimmt nicht letzter. Und das Thema ist zwar so lala umgesetzt, wird aber alle entt\u00e4uschen, die tats\u00e4chlich ein Entdeckungsspiel erwarten. Insgesamt ist der Eindruck aber so positiv, dass ich weitere Partien spielen will.<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut&#8230; und wenn er wieder zur\u00fcckkommt darf er waschen, Emails beantworten, aufr\u00e4umen, Mami anrufen, dass nichts passiert ist und einen Blogeintrag schreiben, damit die Leserschaft nicht auf die andere Strassenseite zum viel sch\u00f6neren, neueren und gepflegteren Blog wechselt. 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