{"id":1259,"date":"2010-01-16T15:20:02","date_gmt":"2010-01-16T13:20:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1259"},"modified":"2010-01-16T15:23:37","modified_gmt":"2010-01-16T13:23:37","slug":"no-sports","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2010\/01\/16\/1259\/","title":{"rendered":"No Sports?"},"content":{"rendered":"<p>Die Olympischen Winterspiele und ein Fussballturnier in S\u00fcdafrika erwarten uns dieses Jahr. Das bedeutet, dass Sportspiele ihren Marktanteil von, \u00e4h,  0,00% auf 0,0000001% steigern werden (Nur zur Information: 27,35% aller Statistiken in Blogbeitr\u00e4gen sind frei erfunden).<br \/>\nEs gibt kaum ein Produkt, f\u00fcr das es keine &#8220;Sportausgabe&#8221; gibt. Sportspiele geh\u00f6ren f\u00fcr Videospielfirmen oft zu den Standbeinen im Programm. Warum ist das bei Brettspielen anders?<\/p>\n<p>Fangen wir mit der Verlagsseite an: Die Verlage erz\u00e4hlen uns immer, Sportspiele gehen nicht! Und wenn man auch nicht alles glauben sollte, was Verlage so erz\u00e4hlen (hehe), ist diese Aussage kaum verkehrt:<br \/>\nZum einen ist die Zielgruppe eingeschr\u00e4nkt: Sie muss sich f\u00fcr Spiele und die jeweilige Sportart interessieren. Zwar gibt es Spiele, die auch f\u00fcr die Nichtsportler interessant sind (z.B.<em> En Garde<\/em>), aber in erster Linie will ein Sportspiel ja den Sport simulieren und richtet sich dadurch explizit an Fans. Das wird dadurch verst\u00e4rkt, als dass eine Simulation eine doppelte Einstiegsh\u00fcrde besitzt: Neben den Regeln des Spieles m\u00fcssen ggf. auch die Regeln des Sports selbst erkl\u00e4rt werden. Das merkt man vor allem bei Simulationen wie Affentennis oder Trixkick: Die Regeln des Sports werden zwar erkl\u00e4rt, ich bezweifle aber, dass jemand ohne Kentnisse von Tennis bzw. Fu\u00dfball, sie Regeln versteht&#8230;<br \/>\nEin weiteres Problem sind dann nat\u00fcrlich oft Lizenzrechte, die bei Sport sehr hoch sind. Die Bundesliga ist ein besonderes Problem, da die Rechte offenbar nicht zentral verwaltet werden (wie bei der Premierleage oder der franz\u00f6sischen Liga), sondern von jedem Club seperat. Kein Spieleverlag hat die Zeit &#8211; geschweige denn das Geld- um da passende Lizenzen zu erwerben. &#8220;Echte&#8221; Namen verg\u00f6r\u00dfern aber die Zielgruppe.<br \/>\nUnd nat\u00fcrlich gibt es Videospiele und in Punkto Simulation kann da kein Brettspiel mithalten. <\/p>\n<p>Aber es gibt auch gr\u00f6\u00dfere Designtechnische H\u00fcrden: Sport ist deswegen spannend, weil es eben nicht vorhersehbar ist. Und es ist aufgrund der Unw\u00e4gbarkeit der menschlichen Leistungsgrenzen unvorhersehbar: Kann der Sportler seine besten Leistungen abrufen oder nicht? Kann er sie vielleicht sogar \u00fcbertreffen? Diese sportlichen Leistungen sind nun aber gerade der Teil, der beim Brettspiel zwangsl\u00e4ufig wegf\u00e4llt und durch etwas anderes ersetzt oder ganz weggelassen werden muss.<br \/>\nDamit k\u00f6nnen Sportarten, bei denen es zu 100% um &#8220;K\u00f6nnen&#8221; geht nicht vern\u00fcnftig simuliert werden und k\u00f6nnen bestenfalls als Kulisse dienen &#8211; Beispiele sind 100m Lauf oder Gewichtheben. Je taktischer ein Sport ist, desto eher umsetzbar ist er dagegen, da die Taktik zu 100% erhalten bleibt.<br \/>\nAllerdings gibt es neben der Taktik eben auch die Dynamik, also die Schnelligkeit eines Sports: Abseitig von Echtzeit-Geschicklichkeitsspielen kann der Spieler beliebig lang \u00fcber Taktik nachdenken &#8211; Fussball wird zum Rasenschach. Ein Sport wird daher umso besser umsetzbar je taktischer er ist, desto weniger Zuf\u00e4lligkeiten es gibt und je weniger dynamisch er ist. Daher gibt es funktionierende Fussball- aber (soweit mir bekannt) keine guten Basketball- oder Handballspiele (bei letzterem ist zudem die Verbreitung des Sports wohl zu klein).<br \/>\nGut funktionieren dagegen Fahrrad- oder Autorennspiele, denn da kann man sich gut auf die taktischen Seiten konzentrieren, ohne dass etwas Wesentliches fehlt. <\/p>\n<p>Noch einmal zur Dynamik: Fussballspiele sind hier sch\u00f6n exemplarisch, denn sie zeigen gut die M\u00f6glichkeiten bei der Umsetzung eines Sports:<br \/>\n&#8211; durch Reduzierung auf das taktische (Schaumermal)<br \/>\n&#8211; durch Taktik gepaart mit W\u00fcrfelei (Streetsoccer)<br \/>\n&#8211; durch Bluff \/ Kartenspiel (Unw\u00e4gbarkeit durch Karten) &#8211; (Finale)<br \/>\n&#8211; durch Geschicklichkeit (Weykick)<\/p>\n<p>Nur Sportarten, die sich durch diese M\u00f6glichkeiten simulieren lassen, k\u00f6nnen simuliert werden. Biathlon z.B. w\u00e4re durchaus als Mischung aus Rennspiel (z.B. Karten) mit einer Geschicklichkeitskomponente denkbar, w\u00e4hrend Skispringen kaum simulierbar ist (auch weil Otto-Normalspieler kaum wissen d\u00fcrfte was genau die Sprungweite beeinflusst)<\/p>\n<p>Allerdings kann ein Sportsthema durchaus als Aufh\u00e4nger f\u00fcr ein Spiel dienen, dass keine Simulation versucht: <em>BasketBoss <\/em>z.B. ist eigentlich ein Wirtschaftsspiel und Basketball wird gar nicht simuliert &#8211; nur der Transfermarkt. Das genannte <em>En Garde<\/em> simuliert nicht die einzelnen Schwertbewegungen, sondern nur die Bewegung des Sportlers auf der Fechtbahn. F\u00fcr eine Kniffelvariante hab ich auch schon ein Zehnkampfthema (ja es gibt da auch ein Spiel auf dem Markt&#8230;)verwendet etc. Allerdings ist das i.A. als Autor eine schlechte Strategie, denn Verlage m\u00f6gen ja keine Sportthemen. Allenfalls der Massensport Fussball wird ab und an mal umgesetzt, wohl weil jeder die Regeln kennt und die Zielgruppe gro\u00df genug ist.<br \/>\nDenkbar ist aber eine Kleinauflage, die direkt f\u00fcr einen Sportvereinigung produziert wird. Ich wei\u00df z.B. von einem Segelfliegeverein der mal an der Produktion eines Segelfliegespieles Interesse gezeigt hat (wurde aber wieder verworfen). Allerdings ist hier wieder das Problem, dass Sportler nicht unbedingt auch Spieler sind und einerseits keine komplizierten Spiele m\u00f6gen, andererseits aber nat\u00fcrlich thematische Schw\u00e4chen wenig tolerieren&#8230;<\/p>\n<p>Insofern wird die Brettspiellandschaft wohl weiter eine eher Sportspielarme Zone bleiben (von Rennspielen mal ab) &#8230; Was Schade ist, als Autor, der die Herausforderungen liebt, h\u00e4tte die Umsetzung einer interessanten Sportart tats\u00e4chlich mal einen ganz besonderen Reiz. Aber ein Spiel so v\u00f6llig ohne Marktchancen zu entwickeln ist andererseits doch etwas demotivierend..<\/p>\n<p>ciao<br \/>\npeer (der mal ein Segelspiel namens &#8220;Rund F\u00fcnen&#8221; gemacht, aber nie einem Verlag vorgestellt hat)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Olympischen Winterspiele und ein Fussballturnier in S\u00fcdafrika erwarten uns dieses Jahr. Das bedeutet, dass Sportspiele ihren Marktanteil von, \u00e4h, 0,00% auf 0,0000001% steigern werden (Nur zur Information: 27,35% aller Statistiken in Blogbeitr\u00e4gen sind frei erfunden). Es gibt kaum ein Produkt, f\u00fcr das es keine &#8220;Sportausgabe&#8221; gibt. 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