{"id":1080,"date":"2009-10-10T12:05:08","date_gmt":"2009-10-10T10:05:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1080"},"modified":"2009-10-10T13:01:58","modified_gmt":"2009-10-10T11:01:58","slug":"games-unlimited","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/10\/10\/1080\/","title":{"rendered":"Games unlimited"},"content":{"rendered":"<p>Erinnert sich irgendjemand noch an <em>Scarab<\/em>? Kleiner Tipp: Es war das Erstlingswerk (und meines Wissens einziges Spiel) des Verlages Silberberg Spiele. Und es ist historisch interessant. Denn IIRC war es eines der ersten Spiele, das in Essen damit warb, dass die Auflage limitiert war und dass es keine Zweitauflage geben sollte (Ich mag mich irren, aber so habe ich es in Erinnerung). Das war 2002 und in dem Jahr kam mit <em>Fundst\u00fccke <\/em>(2F) noch ein weiteres &#8220;Essen only&#8221;-Spiel raus. Die <a href=\"http:\/\/www.spielbox.de\/phorum4\/read.php4?f=1&amp;i=50149&amp;t=50050&amp;\">Diskussionen <\/a>um limitierte Spiele hatten in dem Jahr folgerichtig so etwas wie einen kleinen H\u00f6hepunkt erreicht (Zumal es das Jahr nach dem <em>Carccassonne-Fluss<\/em> war).<\/p>\n<p>Mittlerweile wird zwar immer noch vorbestellt, aber Spiele sind nicht mehr per se beliebt, nur weil sie limitiert sind (Es war zweifelsfrei gute Werbung f\u00fcr <em>Scarab<\/em>, auch wenn das Spiel letztlich bestenfalls Durchschnitt war). Das hat einen einfachen Grund: Wenn ein Spiel wirklich gut einschl\u00e4gt, wird es in aller Regel fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von einem anderen Verlag \u00fcbernommen. Mittlerweile ist die Szene so international geworden, dass sich in der Regel schon ein Verlag findet, der einen &#8220;Insidertipp&#8221; wieder verf\u00fcgbar macht &#8211; wenn nicht gerade die Rechtelage vertrackt ist (wie bei einigen AH-Spielen), Lizenzen ben\u00f6tigt werden (<em>Dune<\/em>) oder die Autoren untereinander zerstritten (<em>Supergang<\/em>) oder gar nicht bekannt (<em>McMulti<\/em>) sind. Und wer warten kann, muss sich nicht um die Restexemplare eines <em>Automobile <\/em>pr\u00fcgeln&#8230;<\/p>\n<p>Das haben auch die (Klein-)verlage erkannt: Werbung mit Limitierungen ist selten geworden (\u00fcbrigens ist jede Auflage limitiert &#8211; die Frage ist, ob eine Zweitauflage denkbar ist). Stattdessen gibt es mehr &#8220;Give-Aways&#8221; denn je zuvor.<\/p>\n<p>Und jetzt wirds schr\u00e4g: Die Idee eines Give-Aways ist es in der Regel entweder Werbung f\u00fcr ein Spiel zu machen oder sich bei bestimmten K\u00e4ufergruppen zu bedanken &#8211; z.B. f\u00fcr die K\u00e4ufer eines Luxusausgabe, f\u00fcr den Kauf von einer bestimmten Menge von Spielen oder f\u00fcr den Besuch bei einer Veranstaltung. Z.B. der der Essener Spielemesse.<\/p>\n<p>Nun sind diese Giveaways meistens spielerisch zwar nicht essentiell, aber dennoch wollen Sammler und Fans des Grundspieles darauf nicht verzichten. Und wollen auch eines haben, auch wenn sie nicht die Luxusausgabe haben, nicht die Menge Spiele abkaufen wollen oder nicht nach Essen fahren. Mit anderen Worten: Sie wollen das Dankesch\u00f6n haben, ohne das Bittesch\u00f6n geben zu m\u00fcssen. Und wenn sie es nicht kriegen, ist der Verlag, der einigen Kunden was schenkt, kundenunfreundlich. Der Umkehrschluss w\u00e4re, dass ein Verlag der seinen Kunden nichts schenkt, kundenfreundlicher ist,\u00a0 als einer, der nicht daf\u00fcr Sorge tr\u00e4gt, dass ALLE potentiellen Kunden etwas bekommen. Verkehrte Welt!<\/p>\n<p>Die beiden Haupt-Argumente der &#8220;Give-Aways-F\u00fcr alle, sonst gibts Krawalle!&#8221;- Fraktion klingen dabei in erster Instanz schl\u00fcssig:<br \/>\n1)\u00a0 Der Verlag weckt Begehrlichkeiten und darf sich daher nicht \u00fcber Kritik wundern.<\/p>\n<p>2) Es ist Ungerecht, wenn Kunden, die nicht nach Essen fahren k\u00f6nnen (etwa aus beruflichen oder gesundheitlichen Gr\u00fcnden) benachteiligt werden.<\/p>\n<p>Hier werden aber aus Entt\u00e4uschung zwei Denkfehler gemacht:<\/p>\n<p>1.) Die Welt ist nun einmal ungerecht. Jemand der nicht viel Geld hat, kann sich nicht so viele Spiele leisten, wie er m\u00f6chte, w\u00e4hrend andere Leute alles bekommen, was sie wollen. Ist das gerecht? M\u00fcssen die Verlage daf\u00fcr sorge tragen, dass alle Spieler, die ihre Spiele wollen, diese auch erwerben k\u00f6nnen? M\u00fcsste man Spiele wie <em>Die Abtei der wandernden B\u00fccher<\/em>, die nur von einer priviligierten Minderheit bezahlt werden kann, verbieten? Nat\u00fcrlich nicht! Und wenn ich ein Spiel in den USA bestelle, muss ich mehr Porto zahlen, als ein Amerikaner. Manches (z.B. <em>Mindflex<\/em>) kann ich hierzulande gar nicht bekommen, Das ist nun einmal so. Bedauerlich, aber das ist der Lauf der Welt. Wenn ich meinen Kumpels aus der Autorenrunde Freiexemplare meiner Spiele mitbringe leitet sich daraus kein Anspruch f\u00fcr alle anderen Spieler ab, ebenfalls frei Exemplare zu bekommen (Per vollst\u00e4ndiger Induktion kann nun bewiesen werden, dass aus keiner Geschenkemenge jedweder Gr\u00f6\u00dfe ein Anspruch f\u00fcr den Rest der Bev\u00f6lkerung abzuleiten ist)<\/p>\n<p>2) Argument 1 l\u00e4uft darauf hinaus, dass Verlage keine Begehrlichkeiten wecken sollen &#8211; das bedeutet aber nichts anderes, als dass es nur die beiden M\u00f6glickeiten gibt: a) Keine Giveaways f\u00fcr iregendwen &#8211; nicht mal Presseexemplare wie <em>Risk: Black Op<\/em>s und b) was immer er abgibt muss er an alle tun. Ersteres w\u00e4re eine Radikall\u00f6ssung, die wohl nur von missg\u00fcnstigen Spielern gewollt w\u00e4re. Letzteres widerspricht aber gerade der Idee des Give-Aways: Dem Bedanken f\u00fcr etwas. Wenn es eine Skat-Promokarte f\u00fcr Besucher des Uszbekischen Spielefests gibt, so soll ja gerade die Karte einen Anreiz f\u00fcr den Besuch des Festes geben &#8211; wenn es die Karte eh gibt, f\u00e4llt dieser Anreiz flach. Nat\u00fcrlich finde ich es Schade, dass ich eine Karte nicht bekommen kann, aber ich poche auch nicht drauf. Ist mir die Karte wirklich\u00a0 wichtig, g\u00e4be es ja eine M\u00f6glichkeit sie zu bekommen &#8211; n\u00e4mlich hinzufahren. Ist mir das die Karte nicht wert, darf ich mich auch nicht beschweren. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Bekomme ich das Promo-Material ohne die Promo mitzumachen, dann sind diejenigen, die wegen der Karte nach Uzbekistan gereist sind \/ sich eine teure Luxusausgabe geleistet haben \/ mit einer M\u00fcllt\u00fcte \u00fcberm Kopf nakt durch die Messehallen gelaufen sind zu Recht vergr\u00e4zt: Sie h\u00e4tten ihre Leistung nicht erbringen m\u00fcssen, um die Verlagsleistung zu bekommen. Was solls also?<\/p>\n<p>In diesem Sinne gibt es bei der Spielbar dieses Jahr -wie eigentlich jedes Jahr &#8211; keine Promos.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df damit!<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n<p>P.S: Die letzte Rezi vor Essen: <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/saigo-no-kane\">Saigo no Kane<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnert sich irgendjemand noch an Scarab? Kleiner Tipp: Es war das Erstlingswerk (und meines Wissens einziges Spiel) des Verlages Silberberg Spiele. Und es ist historisch interessant. 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