{"id":1031,"date":"2009-08-30T13:53:35","date_gmt":"2009-08-30T11:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1031"},"modified":"2009-08-27T14:43:22","modified_gmt":"2009-08-27T12:43:22","slug":"sommerabschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/08\/30\/1031\/","title":{"rendered":"Sommerabschluss"},"content":{"rendered":"<p>Als erstes m\u00f6chte ich auf <a href=\"http:\/\/pulsiphergamedesign.blogspot.com\/2009\/08\/why-design-games.html\">diesen <\/a>hervorragenden Artikel zum Thema &#8220;Warum Spiele erfinden?&#8221; von Lewis Pulsipher hinweisen. Witzig finde ich die Aussage, dass wenn man die Zeit, die man zur Spieleentwicklung ben\u00f6tigt, Flaschenpfand auf der Stra\u00dfe sammeln w\u00fcrde, vermutlich \u00e4hnlich viel verdienen w\u00fcrde, wie mit dem Spiel.<\/p>\n<p>Dann habe ich zum Ferienende gleich drei Rezensionen fertig gestellt: In aufsteigender Reihenfolge meiner Wertung: <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/fondue\">Fondue <\/a>(Adrenaline Brush), <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/durchblick\">Durchblick! <\/a>(Interlude) und <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/krakow-1325-ad\">Krakow 1325 AD<\/a> (Geode Games).<\/p>\n<p>Jetzt wo Essen ruft habe ich zudem endlich (zu dritt) zwei weitere Spiele gespielt, die ich mir letztes Jahr mitgebracht habe: <em>Saigo No Kane <\/em>und <em>Steel Driver<\/em>. Zu beiden gleich mehr. Damit habe ich nun fast alle Spiele aus dem letzten Jahr gespielt, es fehlen nur noch <em>Elixir <\/em>(Adrenaline Brush) und <em>Impossum <\/em>(Biwo Spiele). Und <em>Third World debt<\/em>, aber das z\u00e4hlt nicht, war ja letztes Jahr keine Neuheit mehr. <em>Summit <\/em>(Adrenaline Brush) habe ich gespielt, aber da gab es zahlreiche Regelunklarheiten, nachdem ich die gekl\u00e4rt habe, w\u00fcrde ich es ausprobieren, obs jetzt besser ist (ich bezweifle es aber). Da der Verlag etwas patzig auf meine <em>Fondue<\/em>-Rezi reagiert hat, habe ichs jetzt auch nicht wirklich eilig, \u00fcber die Adrenaline-Brush-Spiele zu berichten&#8230; Sollen die doch sehen, wo sie Rezensenten herbekommen, die \u00fcberschwenglich positiv \u00fcber deren Spiele berichten. Oder \u00fcberhaupt.<br \/>\nJetzt aber zu meinen Ersteindr\u00fccken:<\/p>\n<p><em>Saigo No Kane <\/em>von Wolf-Fang hat mich thematisch nicht gerade angesprochen &#8211; was daran liegt, dass ich kein Manga-Fan bin. Es geht um die Wahl zum Schulsprecher in einer japanischen High School. Anders als die entsprechende Kartenspielreihe bei Japan Brand (<em>Trouble School, Magical School, Highschool Election<\/em>) ist <em>Saigo No Kane <\/em> anspruchsvolle Vielspielerkost, die auch f\u00fcr Nicht-Manga-Fans durchaus zu empfehlen ist (So zumindest mein Ersteindruck). Wie gesagt geht es darum, eine Wahl zu gewinnen und dazu sind Stimmen n\u00f6tig. Um Stimmen zu gewinnen, muss man Auftr\u00e4ge erf\u00fcllen (&#8220;Veranstaltungen&#8221;) und dazu sind wiederrum bestimmte Talente (Schauspielerei etc.) n\u00f6tig. Diese kann man \u00fcber Gegenst\u00e4nde oder \u00fcber Sch\u00fcler bekommen. Erstere kauft man mit Geld, letztere mit Popularit\u00e4t. Es gibt also zwei W\u00e4hrungen im Spiel. Die Gegenst\u00e4nde bringen ein regelm\u00e4\u00dfiges Talent-Einkommen, das gr\u00f6\u00dfer ist, wenn bestimmte Sch\u00fcler dabei sind. Die Sch\u00fclerbringen per se mal eine Stimme, mal ein Geld- oder Popularit\u00e4tseinkommen, aber vor allem k\u00f6nnen sie aktiviert werden und bringen dann einmalig viele Talente mit. Da diese nur begrenzt in die n\u00e4chste Runde mitgenommen werden k\u00f6nnen und der Einsatz der Sch\u00fcler begrenzt ist, ist Planung angesagt. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die Verflechtungen sind vielf\u00e4ltig und wenn es hier nicht um eine Highschool ginge, sondern um das r\u00f6mische Reich und nicht um Talente, sondern um Waren, so st\u00e4nde <em>Saigo No Kane<\/em> vermutlich bei weitaus mehr Vielspielern im Regal. Es ist mit Sicherheit das beste Wolf-Fang-Spiel und es \u00e4rgert mich ein wenig, dass ich es erst jetzt auf den Tisch gebracht habe. Das Material ist aber noch verbesserungsw\u00fcrdig: Die Standf\u00fc\u00dfe passen nicht, einige Karten sind verdruckt und die deutsche Regel enth\u00e4lt zumindest einen dicken Fehler: Die Talente der Sch\u00fcler gibt es nicht jede Runde, wie bei der Materialbeschreibung zu lesen, sondern nur bei Aktivierung (so zumindest meine Interpretation nach der Konsultation der englsichen Regel und des Beispieles f\u00fcr ein Sch\u00fclereinkommen). Wer diese &#8220;Das hier kaufen, das hier nutzen, das hier erf\u00fcllen&#8221;-Spiele mag, dem sei <em>Saigo No Kane<\/em> zu empfehlen!<\/p>\n<p><em>Steel Driver<\/em> hat mir sogar noch ein klein bisschen besser gefallen, was daran liegt, dass ich Eisenbahnspiele mit Aktien einfach gerne mag. <em>Steel Driver<\/em> ist eigentlich ein recht einfaches Eisenbahnspiel: AGs werden versteigert, das Gebot kommt in den Pott der Gesellschaft, der Besitzer bekommt eine Aktie und darf das gebotene Geld nutzen um Strecken zu bauen und bekommt bei Zugende f\u00fcr jede angeschlossene Stadt Siegpunkte. Vom Spielablauf her recht intuitiv. Aber es gibt eine Abschlu\u00dfwertung, die es in sich hat: Nach den 5 regul\u00e4ren 5 Runden gibt es eine Spezialrunde. Hier d\u00fcrfen die Spieler mit den Aktienmehrheiten aus jeder angeschlossenen Stadt Waren entnehmen. Jede Stadt hat nur eine Ware und jede Ware bringt Siegpunkte. Dabei ist ein Warenmix aus geographisch auseinander liegenden St\u00e4dten wertvoller als dieselbe Anzahl Waren aus einer Region. Also nehmen sich die AGs gegenseitig Waren weg und steigern so ihren Aktienwert. Dieser Wert wird dann an die Aktion\u00e4re weitergegeben. Aktien sind also besonders wertvoll, wenn die AGs ein weit verzweigtes Netz\u00a0 mit m\u00f6glichst vielen &#8220;exklusiven&#8221; St\u00e4dten hat. Das aber l\u00e4sst sich bei der ersten Partie nicht \u00fcberblicken. Unsere Partie war sicherlich etwas ungew\u00f6hnlich: Nur eine AG startete im Westen der USA, so dass diese viele St\u00e4dte exklusiv hatte. Die anderen pr\u00fcgelten sich im Osten und nahmen sich gegenseitig Waren und Strecken weg. Resultat: Der Spieler, der zwei AGs exklusiv hatte, wurde letzter, weil ihm alle Waren weggenommen wurden. Der Spieler mit der Mehrheit in der Westlinie wurde erster &#8211; Das lag aber nicht nur an der Endwertung. Ich hatte mich in der letzten Runde verzockt, was zur Folge hatte, dass ich am Ende nur eine Mehrheit hatte &#8211; dennoch lag ich auf Rang zwei (allerdings recht knapp). Das besondere war, dass ich 3 Aktien weniger hatte, als jeder meine Mitstreiter. Ich hatte n\u00e4mlich die einmalige Sonderwertung exklusiv abstauben k\u00f6nnen &#8211; noch so eine Sache, die einem wohl nur in der ersten Partie gelingt.<\/p>\n<p>Unterm Strich gefielt mir <em>Steel Driver<\/em> wirklich gut. Es ist kein Spiel, dass man auf anhieb erfasst, aber es ist nicht so brutal wie <em>Chicago Express<\/em>, bei der man sich ja noch innerhalb der ersten drei Runden fast aus dem Spiel katapultieren kann. Zwar gef\u00e4llt mir <em>Chicago Express<\/em> noch etwas besser, aber <em>Steel Driver<\/em> k\u00f6nnte eine echte Alternative werden! Wenn da nicht das neue Wallace-Spiel w\u00e4re, was zu Essen rauskommt&#8230;<\/p>\n<p>ciao<\/p>\n<p>peer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als erstes m\u00f6chte ich auf diesen hervorragenden Artikel zum Thema &#8220;Warum Spiele erfinden?&#8221; von Lewis Pulsipher hinweisen. Witzig finde ich die Aussage, dass wenn man die Zeit, die man zur Spieleentwicklung ben\u00f6tigt, Flaschenpfand auf der Stra\u00dfe sammeln w\u00fcrde, vermutlich \u00e4hnlich viel verdienen w\u00fcrde, wie mit dem Spiel. 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