{"id":1009,"date":"2009-08-23T10:06:45","date_gmt":"2009-08-23T08:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=1009"},"modified":"2009-08-19T10:59:26","modified_gmt":"2009-08-19T08:59:26","slug":"das-wahre-spiel-der-spiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2009\/08\/23\/1009\/","title":{"rendered":"Das wahre Spiel der Spiele?"},"content":{"rendered":"<p>Der \u00d6sterreichische Spielepreis, <a href=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2007\/08\/25\/233\">f\u00fcr seine \u00dcberraschungen bekannt<\/a>, hat sich auch dieses Jahr wieder etwas besonderes einfallen lassen: Das Spiel der Spiele ist: <em>Ramses Pyramid<\/em> aus der LEGO-Serie vom Reiner Knizia. Nun, die Jury ist nicht verpflichtet Spiele zu pr\u00e4mieren, die mir -oder \u00fcberhaupt jemanden &#8211; gefallen (und mit <em>Bakong <\/em>als Spiele-Hit f\u00fcr Familien haben sie sich eine der gr\u00f6\u00dften Graupen der letzten 12 Monate ausgesucht), aber dennoch m\u00f6chte ich hier mal kommentieren &#8211; da es anscheinend ja sonst niemand tut (Wird das SdJ \u00fcberall zahlreich kommentiert und diskutiert, liest man \u00fcber das Spiel der Spiele wenig &#8211; das d\u00fcrfte nur partiell am Sommerloch liegen).<\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung f\u00fcr die Preisvergabe best\u00e4tigt im wesentlichen das, was ich schon l\u00e4nger vermutet habe: &#8220;(&#8230;)<span><span> Und dennoch handelt es sich um ein echtes und noch dazu <strong>prima funktionierendes Brettspiel, das optisch wie regeltechnisch alle Anspr\u00fcche erf\u00fcllt<\/strong>. Innovativ ist dabei nicht nur der neuartige W\u00fcrfel, mit dem gespielt wird, sondern das ganze <strong>Konzept<\/strong>. (&#8230;)\u00a0 Wir meinen, dass das qualit\u00e4tsvolle Engagement von Lego f\u00fcr die gesamte Brettspiel-Branche auf jeden Fall ein fantastischer Impuls ist.(&#8230;)&#8221; (Hervorhebung von mir).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Das Brettspiel funktioniert also (sogar &#8220;prima&#8221;), was wohl mehr ist, als man sonst von Brettspiel-Spinoffs bekannter Produkte erwartet (siehe <a href=\"http:\/\/www.boardgamegeek.com\/boardgame\/24344\">Bionicle<\/a>). Wichtig ist aber das Konzept \u00fcber Lego neue spielerische Zielgruppen zu erreichen. Und da sind wir beim Kernpunkt: Bei <em>King Arthur<\/em> ging es (imho) um das spielerische Konzept eines elektronischen Brettspieles. Bei A<em>ctivity Extrem<\/em> ging es um das Konzept, ein altbekanntes Brettspiel Fernsehtauglich zu machen. Und bei <em>Rames Pyramid <\/em>ging es um das Konzept \u00fcber Lego neue Zielgruppen zu erreichen. Damit versteht sich der Preis &#8220;Spiel der Spiele&#8221; aber anscheinend nicht als Preis f\u00fcr das &#8220;beste&#8221; Spiel (in welchem Sinne auch immer), sondern als eine Art &#8220;Innovation Award&#8221; f\u00fcr neuartige Brettspielkonzepte. Das ist legitim und ein solcher Preis h\u00e4tte wohl auch eine gewisse Berechtigung &#8211; Neue Konzepte um die Brettspielerei weiter zu verbreiten sind sicherlich nicht verkehrt &#8211; aber alleine der Titel &#8220;Spiel der Spiele&#8221; weckt v\u00f6llig andere Erwartungen. Auch wenn <em>Ramses Pyramid <\/em>regeltechnisch funktioniert, ist es kaum das Spiel, das Familien am meisten zu fesseln vermag &#8211; ohne das Lego-Drumrum w\u00e4re es zu Recht v\u00f6llig untergegangen. Hier wird den Familien signalisiert: &#8220;Was besseres ist heutzutage nicht zu bekommen!&#8221; Eine Aussage die sicherlich von den wenigsten Mitgliedern der Zielgruppe unterschrieben werden w\u00fcrde. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Doch auch in anderen Punkten hat die \u00d6sterreichische Jury Kommunikationsschwierigkeiten: Die Teillisten sind &#8220;Spiele f\u00fcr Familien&#8221;, &#8220;Spiele f\u00fcr Freunde&#8221; und &#8220;Spiele f\u00fcr Vielspieler&#8221;. Es dr\u00e4ngt sich die Frage auf, in welchen Bereich jetzt der Hauptpreis f\u00e4llt (In diesem Fall in die Familienkategorie) &#8211; Warum Kategorien, wenn der Hauptpreis eh \u00fcbergreifend zu verstehen ist? Hei\u00dft das nicht, dass alle drei Gruppen mit dem Hauptpreis etwas anfangen k\u00f6nnen? Wohl kaum, wenn man den diesj\u00e4hrigen Kandidaten sieht &#8211; was ebenfalls f\u00fcr die Innovations-Preis-Theorie spricht. Auch frage ich mich, ob Vielspieler keine Freunde haben&#8230;Und wo der Sinn ist ,Vielspieler auf ein Spiel aufmerksam zu machen, was sie aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso kennen (Obwohl <em>Battlestar Galactica<\/em> vielleicht nicht jedem bekannt ist)<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Dass die Namen der Unterkategorien nichts weiter sind als Schall und Rauch, sieht man aber besonders eindrucksvoll an der Nennung von <em>Greenrock Village: Tatort Theater<\/em> als &#8220;Spiel mit Freunden&#8221;.\u00a0 <em>Tatort Theater<\/em> soll ein gutes Spiel sein (ich habs noch nicht gespielt), aber es ist ein Solospiel. Man spielt es alleine. Nicht mit Freunden. Wer das Spiel kauft, um es mit seinen Kumpels zu spielen, weil es dazu ja so gut geeignet sein soll, muss sich ver***** vorkommen &#8211; einer spielt, der Rest guckt zu! Wie bitteschon kam es zu dieser sehr &#8230;ah&#8230;<em>ungew\u00f6hnlichen <\/em>Empfehlung? Nun ich denke hinter den Namen verbirgt sich nichts anderes als eine Komplexit\u00e4tseinordnung: Wenig komplexe Spiele sind &#8220;Familienspiele&#8221;, Spiele mit mittlerem Schwierigkeitsgrad kommen in die &#8220;Spiele mit Freunden&#8221; und die mit hohen Schwierigkeitsgrad in die Vielspieler-Ecke. Das w\u00e4re vielleicht sogar eine sinnvolle Ma\u00dfnahme, aber gerade die \u00dcberschrift &#8220;F\u00fcr Freunde&#8221; signalisiert etwas anderes. Statt Klarheit ist Verwirrung die Folge und das ist f\u00fcr einen Preis, der Kaufentscheidung sein soll t\u00f6dlich. Auch bezweifle ich, dass es Familien per se nicht m\u00f6glich sein soll Spiele der mittleren Komplexit\u00e4t zu kapieren (zumal in der Vergangenheit Spiele wie <em>S\u00e4ulen von Venedig<\/em>, <em>Wie verhext<\/em> oder <em>Jenseits von Theben<\/em> empfohlen wurden).<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>Die Intention der Verantworlichen ist sicherlich aller Ehren wert. Aber sie sollten ihr bisheriges Konzept \u00fcberdenken und sich \u00fcberlegen ob sie ihre Intention nicht besser nach au\u00dfen kommunizieren k\u00f6nnen. Weiso nicht drei Preise &#8211; f\u00fcr jede Kategorie einen vergebn plus einen Sonderpreis f\u00fcr besonders innovative Konzepte? Die Kategorien sollte man vielleicht ebenfalls umbennen oder \u00fcberarbeiten (Immerhin haben sie die Anzahl der Kategorien seit 2007 zusammengestrichen). Das sollte schnell geschehen, denn ein Preis, der von der Zielgruppe nicht verstanden wird, wird im Ansehen und damit auch an Aussagekraft verlieren. Wenn die Zielgruppe von den Preistr\u00e4gern entt\u00e4uscht ist, wird sie dem Preis keine Beachtung mehr schenken. Und das d\u00fcrfte kaum der Sinn des ganzen sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>ciao<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span>peer<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00d6sterreichische Spielepreis, f\u00fcr seine \u00dcberraschungen bekannt, hat sich auch dieses Jahr wieder etwas besonderes einfallen lassen: Das Spiel der Spiele ist: Ramses Pyramid aus der LEGO-Serie vom Reiner Knizia. 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