{"id":98,"date":"2006-06-10T10:50:36","date_gmt":"2006-06-10T09:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/expedition\/"},"modified":"2010-09-23T17:09:59","modified_gmt":"2010-09-23T15:09:59","slug":"expedition","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/expedition\/","title":{"rendered":"Expedition"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/expedition.jpg\" align=\"left\" hspace=\"10\"\/>Verlag: Queen Games<br \/>\nAutor: Wolfgang Kramer<br \/>\nSpieler: 3-6<br \/>\nAlter: ab 10 Jahren<br \/>\nSpieldauer: 90 Minuten<\/p>\n<p>Als sogenannter Vielspieler bildet man sich ja manchmal ganz gerne ein, ein Spiel durch blo\u00dfes Lesen der Anleitung einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Nachdem ich mir vor einigen Jahren das hier besprochene Expedition gekauft und mir die Anleitung zu Gem\u00fcte gef\u00fchrt hatte, erlag ich demselben Irrglauben. \u201eEin Legespiel f\u00fcr bis zu 6 Personen? Das macht bestimmt am meisten in einer gro\u00dfen, nicht allzu taktisch gepr\u00e4gten Runde Spa\u00df\u201c. Mit dieser Einsch\u00e4tzung verblieb es erst einmal im Schrank.<\/p>\n<p>Dann kam Trans America \u2013 ein Spiel da\u00df in unseren Spielrunden ausgezeichnet ankommt. Und wieder gr\u00fcbelte ich \u00fcber Expedition: \u201eEine Legespiel mit verdeckt zu erreichenden Zielen? Das ist bestimmt so \u00e4hnlich wie TA. Brauch ich wirklich noch eines von der Sorte?\u201c<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise kam es kurz darauf zu organisatorischen Problemen und die Spielrunde bestand aus der ungl\u00fccklichsten Anzahl von Mitspielern \u2013 n\u00e4mlich 3 (OK. 7 ist vielleicht noch ung\u00fcnstiger). Und einer meinte \u201eExpedition \u2013 der Name klingt interessant. La\u00df uns das doch einmal spielen\u201c. Oh wie habe ich diesen Moment seither gepriesen, denn er hat mir die Augen ge\u00f6ffnet!<\/p>\n<p>Doch alles der Reihe nach. Wir holten das Spiel hervor. Wichtigster Bestandteil ist nat\u00fcrlich der Spielplan, der eine Weltkarte zeigt. Diese ist \u00fcberzogen von einem Gitternetz aus Linien, deren Kreuzungspunkte entweder gr\u00fcn oder rot sind oder ein Expeditionsziel darstellen. Diese Ziele finden sich in Expeditionskarten wieder, f\u00fcr deren Design es ein Extralob gibt: Zum einen gibt es zu jedem Ziel einen kleinen Text, bei dem einiges \u00fcber das Ziel gelernt werden kann (spieltechnisch nicht relevant, aber sehr lesenswert), zum anderen gibt die Hintergrundfarbe einen Hinweis auf den Kontinent \u2013 das Erleichtert das Suchen. Neben einigen offenen Auftr\u00e4gen (die jeder zwischendurch erledigen kann, um Extrapunkte zu machen), bekommt jeder eine (spielerzahlabh\u00e4ngige) Anzahl von geheimen Auftr\u00e4gen. Sind all diese Ziele besucht, ist das Spiel beendet. Ganz geheim sind allerdings nicht alle Auftr\u00e4ge \u2013 vier St\u00fcck mu\u00df jeder der \u00d6ffentlichkeit preisgeben.<\/p>\n<p>Womit wir bereits beim Spiel w\u00e4ren. Egal wieviele Mitspieler teilnehmen, es gibt immer nur drei Expeditionen, im Spiel dargestellt durch Pfeile (die logischerweise eine von drei Farben haben). Da es Pfeile sind, vermutet der aufmerksame Leser zu recht, da\u00df diese auf die Linien des Spielplanes gelegt werden und da\u00df jeder weitere Pfeil an den vorhergehenden angelegt werden mu\u00df. Wer an der Reihe ist, legt also genau einen Pfeil an einen entsprechenden &#8211; Abzweigungen sind nicht erlaubt, so da\u00df pro Expedition etwa 2-3 Richtungsoptionen gegeben sind. Klingt nicht viel, doch die Taktik f\u00e4ngt erst an: Landet man mit dem frischen Pfeil an einem Expeditionsziel hat man es erledigt (sofern man es auf der Hand hat oder es ein \u00f6ffentlicher Auftrag ist). Doch was passiert bei gr\u00fcn und rot? Bei gr\u00fcn darf sofort noch einen weiterer Pfeil gesetzt werden, was nat\u00fcrlich die M\u00f6glichkeiten erh\u00f6ht. Bei rot bekommt man einen wichtigen \u201eReisegutschein\u201c von dem noch die Rede sein wird. Bildet man mit einer Expedition eine Schleife, so darf man ebenfalls nochmal und zwar darf man beliebig an der Expedition ankn\u00fcpfen, also irgendwo eine Weiche bauen! Das ist eines der wichtigsten taktischen Merkmale.<\/p>\n<p>Weitere Taktik bietet der Reisegutschein, von dem man am Anfang 3 besitzt. Maximal 2 darf man pro Zug abgeben um einen weiteren Zug zu machen: Den letzten Pfeil einer Expedition abzurei\u00dfen (um in eine andere Richtung zu bauen) oder um ein Reiseziel aus der Hand abzuwerfen (kam bei uns bislang nicht vor, vielleicht weil das Risiko zu gro\u00df ist, noch was bl\u00f6deres zu ziehen). Nat\u00fcrlich darf man keinen \u00f6ffentlichen Auftrag abwerfen.<\/p>\n<p>Mit Reisegutschein und Doppelzug \u00fcber gr\u00fcn und durch Schleifen potenzieren sich die M\u00f6glichkeiten pl\u00f6tzlich und ein Zug, der mit Beifall belohnt werden d\u00fcrfte, k\u00f6nnte in etwa so aussehen: Pfeil auf rot, Reisegutschein bekommen, gleich einsetzen, Pfeil auf gr\u00fcn, Kreis schlie\u00dfen, irgendwo anders rauskommen und auf rot ziehen, Reisegutschein bekommen und einsetzen und Expeditionsziel erledigen. Das sch\u00f6ne daran: Netto wurde keiner der wirklich wichtigen Reisegutscheine verbraucht. Nicht selten entscheidet das Haushalten mit den Scheinen das Spiel. Wer allerdings als letzte Auftragskarte ein \u00f6ffentliches Ziel beh\u00e4lt, der ist schon selber schuld (und hat hoffentlich viele Scheine).<\/p>\n<p>Ach ja, hat jemand alle Auftrage erledigt endet das Spiel. Da man Punkte f\u00fcr erledigte Auftr\u00e4ge und Minuspunkte f\u00fcr nicht erf\u00fcllte Ziele bekommt, gewinnt h\u00e4ufig der Spieler, der das Spiel beendet hat. Aber eben nicht immer &#8211; \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge k\u00f6nnen manch schlechte Kartenhand ausgleichen.<\/p>\n<p>Ich denke es ist deutlich geworden, da\u00df meine anf\u00e4ngliche Einsch\u00e4tzung v\u00f6llig falsch war; Expedition hat nur rudiment\u00e4re \u00c4hnlichkeit mit Trans-America. Viel eher ist es ein Zug-Optimierspiel in bester Kramermanier. Wer Spiele wie Tikal oder Torres mag, wird dieses lieben. Aber auch dar\u00fcber hinaus kann es Freunde finden, da die Regeln einfach, die Spieldauer absehbar und das ganze Spiel weniger trocken als z.B. Torres ist.<\/p>\n<p>Und noch einem Irrtum bin ich erlegen: Ich spiele Expedition am liebsten zu dritt oder viert. Mit steigender Spieleranzahl wird der eigene Einflu\u00df geringer, was den Gl\u00fccksfaktor erh\u00f6ht. Es wird dann zunehmend wichtiger leicht erreichbare Ziele auf der Hand zu haben. Dennoch ist es auch zu sechst noch ein gutes Spiel.<\/p>\n<p>Was bin ich froh, da\u00df mich der Mitspieler damals davor bewahrt hat, ein hervorragendes Spiel zu verschm\u00e4hen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Queen Games Autor: Wolfgang Kramer Spieler: 3-6 Alter: ab 10 Jahren Spieldauer: 90 Minuten Als sogenannter Vielspieler bildet man sich ja manchmal ganz gerne ein, ein Spiel durch blo\u00dfes Lesen der Anleitung einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. 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