{"id":790,"date":"2009-02-22T20:59:40","date_gmt":"2009-02-22T19:59:40","guid":{"rendered":"308723413"},"modified":"2010-09-23T18:10:36","modified_gmt":"2010-09-23T16:10:36","slug":"yucatan","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/yucatan\/","title":{"rendered":"Yucat\u00e1n"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/yucatan.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Verlag: Wolf Fang<br \/>\n\u00a0Autoren: Malgorzata Majkoska und Tomasz Z. Majkowski<br \/>\n\u00a0Spieleranzahl: 2-4<br \/>\n\u00a0Alter: ab 12 Jahren<br \/>\n\u00a0Spieldauer: 60 Minuten<\/p>\n<p>Ich geb\u00b4s zu: Manchmal macht es Spa\u00df einen ordentlichen Verriss zu schreiben. Besonders wenn ein Gurkenspiel bei einem Verlag erscheint, der gerade meinen Prototypen abgelehnt hat. Haha! Den zeig ich\u00b4s!<br \/>\n(Disclaimer: Nat\u00fcrlich war das nur Spa\u00df. Die Spielbar ist eine ernsthafte Rezensionsseite. Ich bin ein professioneller Autor. Kann ich jetzt fortfahren?)<\/p>\n<p>Manchmal m\u00f6chte man aber eigentlich keinen Verriss schreiben. Dann n\u00e4mlich, wenn das Spiel vielversprechende Ans\u00e4tze gezeigt hat und bitte, bitte funktionieren soll! Und wenn das Spiel dann auch noch von einem ebenso vielversprechenden Kleinverlag stammt\u2026<\/p>\n<p>Yucat\u00e1n ist so ein Fall.<\/p>\n<p>Fangen wir mal mit der Hoffnung an: Optisch macht Yucat\u00e1n viel her. Sch\u00f6ne Holzsteine, tolle Graphik, alles sehr atmosph\u00e4risch. Allerdings braucht man sowohl gute Augen wie auch ausreichend Licht um die Hexfelder auf den gro\u00dfen Spielplanteilen zu erkennen. Da ist der Dschungel etwas zu dunkel geraten!<br \/>\nThematisch entf\u00fchrt uns Yucat\u00e1n nat\u00fcrlich nach Mittelamerika, aber anders als vergleichbare Spiele, dient die Welt der Maya hier nicht nur als Kulisse eines Standardaufbauspieles sondern hier geht\u2019s thematisch voll zu Sache: Die Spieler wollen eine Pyramide errichten und (ver-)brauchen dabei Sklaven. Die sie sich aus den umliegenden D\u00f6rfern besorgen. Also nichts f\u00fcr schwache Nerven! Oder?<br \/>\nGut, rein spielerisch betrachtet k\u00f6nnte es auch darum gehen \u00c4pfel in die heimatliche \u00c4pfelfabrik zu bringen, aber dennoch: Umgesetzt ist das Thema durchaus stimmig.<\/p>\n<p>Spielerisch bauen die Spieler D\u00f6rfer nur zu einem Zweck: Um Soldaten unterhalten zu k\u00f6nnen. Diese Soldaten durchforsten den Dschungel nach neutralen oder feindlichen D\u00f6rfern um dort einzufallen, die Bev\u00f6lkerung zu versklaven und zur eigenen Pyramide zu bringen. Das klingt etwas aufregender als es letztlich ist, denn ein Dorf k\u00e4mpft nicht, sondern wird lediglich verkleinert bzw. ganz ausgel\u00f6scht und der Kriegerstein bekommt einen Sklavenchip zum Abtransport. K\u00e4mpfen tun nur die Soldaten verschiedener Spieler und dies l\u00e4uft nach dem Papier-Schere-Stein-Prinzip ab. Und hier liegt das Problem.<\/p>\n<p>Theoretisch soll eine Partie Yucat\u00e1n wohl so ablaufen: Die Spieler sind st\u00e4ndig bem\u00fcht den richtigen Kompromiss aus wenig D\u00f6rfern (und damit wenig Kriegern) und viel D\u00f6rfern (und vielen Kriegern aber auch vielen Zielen f\u00fcr den Gegner) zu suchen. Man muss die Balance halten aus \u201eKrieger bewachen die eigenen D\u00f6rfer\u201c, \u201eKrieger greifen den Gegner an\u201c und \u201eKrieger schleppen Sklaven zur\u00fcck ins Basislager\u201c. Mit Bluff (ob Papier-Krieger, Stein-Mann oder Captain Schere sieht man nicht) und Taktik entwickelt sich ein interessantes Stellungsspiel mit viel Auf und Ab auf allen Seiten.<\/p>\n<p>Theoretisch funktioniert auch der Kommunismus.<\/p>\n<p>Praktisch stellen die Spieler n\u00e4mlich schnell fest: Die Chance, dass ein Angreifer den Kampf gegen einen unbekannten Gegner gewinnt ist 1:3 (Bei gleichem Symbol gewinnt der Verteidiger). Daher ist die beste Taktik abzuwarten, bis jemand anderes angreift und dann wie die Hy\u00e4nen auf den Sieger herzufallen (F\u00fcr einen gewonnen Kampf gegen einen Soldatentrupp gibt\u2019s ebenfalls Sklaven. Auch als Verteidiger). Die D\u00f6rfer werden also bewacht und man belauert sich. Und belauert sich. Und belauert sich. Wagt dann endlich jemand seinen Angriff (damit mal was passiert), fallen tats\u00e4chlich alle Spieler \u00fcber den einen Angreifer her, bzw. \u00fcber den Angreifer des Angreifers, bzw. \u00fcber den Angreifer des Angreifers des Angreifers. Das geht dann solange bis es jemand geschafft hat, seine Beute nach Hause zu retten und das Wartespiel beginnt von vorne. Und schlimmer noch: Selbst wenn es funktionieren w\u00fcrde (was es nicht wirklich tut), w\u00e4re das Spielvergn\u00fcgen immer noch recht eindimensional. Was dem Spiel fehlt ist eine zweite Ebene, eine Alternative zum Pl\u00fcndern der Mitspieler, mehr Platz zum Taktieren, zum \u00dcberraschen. Die neutralen D\u00f6rfer bieten diese Alternative nicht wirklich, denn die sind bald weg. Umso mehr als dass sie recht frei platziert werden d\u00fcrfen und daher in unmittelbarer Umgebung der Pyramide errichtet werden. Besonders zu viert r\u00e4umt jeder die D\u00f6rfer ab, die er selbst gebaut hat und beginnt dann das eigentliche Spiel. Das h\u00e4tte man sich auch sparen k\u00f6nnen! Nur zu zweit sind die D\u00f6rfer so weit \u00fcber den Plan verteilt, dass tats\u00e4chlich \u00fcberlegt werden muss, ob und wie man sich den Weg zu den abgelegeneren Vertretern w\u00e4hlt. Daf\u00fcr ist hier das Tauziehen um einen Sklavenchip noch weniger interessant, da ja nur zwei Spieler beteiligt sind.<\/p>\n<p>Mein Urteil f\u00e4llt klar aus: Yucat\u00e1n hat zweifellos eine gute Grundidee, die aber nicht vern\u00fcnftig entwickelt wurde. Daher erinnert mich das ganze an einen Spiel im Prototypenstatus, das gerade die erste Testrunde hinter sich hat. Nur die Graphik kann sich sehen lassen. Aber das ist wohl kaum genug.<\/p>\n<p>Schade!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Wolf Fang \u00a0Autoren: Malgorzata Majkoska und Tomasz Z. 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