{"id":747,"date":"2009-01-21T12:13:05","date_gmt":"2009-01-21T11:13:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?page_id=747"},"modified":"2010-09-23T17:55:42","modified_gmt":"2010-09-23T15:55:42","slug":"municipium","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/rezensionen\/municipium\/","title":{"rendered":"Municipium"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/wp-content\/reviews\/municipium.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Verlag: Valley Games<br \/>\nAutor: Reiner Knizia<br \/>\nSpieleranzahl: 2-4<br \/>\nAlter: ab 12 Jahre<br \/>\nSpieldauer: 60 Minuten<\/p>\n<p>Es gibt Mechanismen da denkt man sofort: Das k\u00f6nnte mir gefallen! <em>Municipium<\/em> war so ein Fall und folgerichtig stand es auf meiner Essen-Liste sehr weit oben. Leider war es dort nicht verf\u00fcgbar \u2013 die Valley Games Lizenz f\u00fcr das Spiel erstreckte sich nicht auf den deutschen Raum! So blieb mir nichts anderes \u00fcbrig als das Spiel als teuren (40\u20ac) Import zu beziehen. Zum Gl\u00fcck hat sich der gute erste Eindruck best\u00e4tigt!<\/p>\n<p><strong>Das Thema<\/strong> ist kniziatypisch und das bedeutend: Beliebig. Irgendwelche Adelsfamilien (wir) bewegen ihre Familienmitglieder (die Spielsteine), um in bestimmten Orten B\u00fcrger (Meeples in 4 Farben) zu beeinflussen (in den eigenen Vorrat zu nehmen), um &#8230;\u00e4h&#8230; die zu verkaufen (Ein Figurensatz aus allen 4 Farben kann in eine Siegpunktm\u00fcnze umgewandelt werden). Wem das am schnellsten gelingt (wer zuerst 5 M\u00fcnzen hat) wird zum \u201eVerk\u00e4ufer des Monats\u201c in Rom gek\u00fcrt (gewinnt).<\/p>\n<p><strong>Das Interessante <\/strong>an dem Spiel ist das Mehrheitsprinzip: Es gibt 6 Orte. Wir bewegen bei jedem Zug maximal 2 eigene Figuren. Dadurch ergeben sich zwangsl\u00e4ufig st\u00e4ndig wechselnde Mehrheiten. Diese sind wichtig, um die Siegpunkt-B\u00fcrger zu bekommen und um die Sondereigenschaften der Geb\u00e4ude zu nutzen \u2013 doch bevor ich erkl\u00e4re wie das geht, kommen wir zum originellstem Mechanismus des Spieles.<\/p>\n<p><strong>Das Originelle<\/strong> an dem Spiel ist der Zugmechanismus: Wurden die eigenen Spielsteine bewegt, kann man entweder eine der drei eigenen Aktionen machen oder eine Zufallsaktion durchf\u00fchren. Ersteres sollte man nicht leichtfertig tun, denn man hat nur drei davon im ganzen Spiel! Daf\u00fcr sind diese Aktionen auch besonders stark und ihr richtiger Einsatz entscheidet \u00fcber Sieg oder Sibirien. Zwangsl\u00e4ufig wird man in seinem Zug \u00fcberwiegend die Zufallsaktion durchf\u00fchren. Das ist nicht so schlimm wie man denkt: Es gibt deren drei verschiedene und gesteuert werden sie \u00fcber einen kleinen Kartenstapel. Da die Anzahl der Karten bekannt ist, gibt es eine gewisse Berechenbarkeit. Die drei Aktionen sind im einzelnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Das Bewegen des Senators. Diese neutrale Figur bewegt sich zum n\u00e4chsten Geb\u00e4ude. Der Mehrheitsinhaber dort bekommt einen Jokerb\u00fcrger, der Spieler mit der zweitgr\u00f6\u00dften Anzahl einen normalen B\u00fcrger.<\/li>\n<li>Das Einsetzen neuer B\u00fcrger: JEDER Spieler zieht einen B\u00fcrger aus dem Beutel und platziert ihn auf einem beliebigen Geb\u00e4ude passender Farbe. Ist es der dritte B\u00fcrger dort, bekommt der Mehrheiteninhaber 2 seiner Wahl, der zweite bekommt den verbliebenden dritten B\u00fcrger<\/li>\n<li>Das Nutzen der Geb\u00e4ude: Je nach Karte kommen entweder alle Sonderf\u00e4higkeiten zum Einsatz oder jeder darf sich eine aussuchen. Verwenden darf man aber nur eine Sondereigenschaft wo man tats\u00e4chlich die Mehrheit h\u00e4lt. Diese Eigenschaften rangieren vom Umverteilen der eigenen oder fremder Figuren (wodurch sich nat\u00fcrlich neue Mehrheiten ergeben) bis hin zum Stehlen von B\u00fcrgern vom Mitspieler oder Rabatt beim Siegpunktkauf.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Der Reiz<\/strong> des Spiels liegt im Management der st\u00e4ndig wechselnden Mehrheiten und des Zufallseinflusses \u00fcber das Kartendeck. Wo muss ich eine Mehrheit erlangen? Soll ich mich hier auf einen Zweikampf einlassen oder weiterziehen? Die Chance ist gro\u00df, dass ich gleich den Senator bewegen kann, soll ich darauf hoffen? Oder soll ich mit meiner eigenen Aktion die Gebe\u00e4udeaktionen nutzen, um mich neu zu positionieren? Andererseits muss ich mich langsam auch mal um B\u00fcrger k\u00fcmmern! Welche Geb\u00e4udeaktion n\u00fctzt mir jetzt besonders? Fragen \u00fcber Fragen!<br \/>\nDie sich daraus ergebenen Dilemmas sind ausgesprochen reizvoll, aber die einzelnen Z\u00fcge sind erfreulich kurz, so dass selbst mit Gr\u00fcblern am Tisch kein allzu gro\u00dfer Leerlauf entsteht (zumal man bei einigen Aktionen auch einen Zug durchf\u00fchren darf). <em>Municipium<\/em> geh\u00f6rt zu den wenigen Spielen, bei denen der Reiz der ersten Partie nicht verfliegt, sondern sogar noch verst\u00e4rkt wird (wenn man n\u00e4mlich von Beginn an wei\u00df, was man da tut). Einziger Schwachpunkt ist das Spielende: Das endet n\u00e4mlich einfach so ohne gro\u00dfen Knalleffekt am Schluss. Jemand bekommt seine f\u00fcnfte M\u00fcnze und das wars.  Das kann zwar ein spannendes Finish sein, wenn zwei Spieler gleichauf liegen, es kann aber auch sein, dass sich der Sieg bereits Runden vorher abzeichnet und das Spiel dann noch irgendwie zu Ende gef\u00fchrt werden muss.<\/p>\n<p>Die Graphik ist in Ordnung, aber von Mike Doyle h\u00e4tte ich mehr erwartet. Die Regeln sind etwas sehr knapp geraten \u2013 insbesondere die Geb\u00e4udeaktionen h\u00e4tten etwas besser erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Da muss Valley Games noch viel lernen! Immerhin sind die Regeln besser als die von Habitat, das vielleicht schlechteste Regelheft des Jahres 2008.<\/p>\n<p>Aber egal: <em>Municipium<\/em> ist endlich wieder ein richtig guter , anspruchsvoller Knizia! Nicht ganz das Niveau von <em>Euphrat&amp;Tigris<\/em>, aber knapp darunter. Klare Kaufempfehlung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Valley Games Autor: Reiner Knizia Spieleranzahl: 2-4 Alter: ab 12 Jahre Spieldauer: 60 Minuten Es gibt Mechanismen da denkt man sofort: Das k\u00f6nnte mir gefallen! Municipium war so ein Fall und folgerichtig stand es auf meiner Essen-Liste sehr weit oben. 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